Meditation als Basis einer neuen Bewusstseinskultur 
Freitag, 30. November 2012 - Wissenschaft
Der Kongress Meditation & Wissenschaft, der von der Oberberg Stiftung und der Identity Foundation zum zweiten Mal in Berlin veranstaltet wurde, hat dieses Mal die Themen Meditation im Bildungswesen und in der Arbeitswelt ins Visier genommen. Verschiedene Studien zeigen dabei, dass Schüler, die meditieren, leichter mit den Belastungen des Schulalltags zurecht kommen, und meditierende Lehrer deutlich stärker an den Bedürfnissen der Schüler orientiert unterrichten. Auch in der Arbeitswelt kann Meditation konstruktive Spuren legen, beispielsweise als wirksame Methode des Stressmanagements, aber auch als Impulsgeber für eine menschengerechtere Führung. Der Kongress widmete sich nicht nur den nachgewiesenen Wirkungen von Meditation, sondern ging auch der Frage nach, welche Rolle die Achtsamkeitspraxis als Basis für eine "neue Bewusstseinskultur in einer aus den Fugen geratenen Welt" spielen könne. Hier wurde deutlich, dass, gleichwohl Meditation viele Stressprobleme der heutigen Zeit kompensieren kann, es wichtig ist, diese positiven Wirkungen nicht zu instrumentalisieren - beispielsweise um Arbeitnehmer bei gleichbleibend schwierigen Rahmenbedingungen schlicht individuell noch leistungsfähiger zu machen. Die Kongressbeiträge zeigten eindrücklich, dass regelmäßiges Meditieren die Praktizierenden in ihrem Menschsein positiv verändern kann, und die daraus sich entwickelnde Haltung der stärkeren Verbundenheit kann nicht nur zum Ausgangspunkt für ein neues Selbstverständnis werden, sondern auch für kulturellen Wandel.
Kongresswebseite mit Pressemitteilungen


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Zu wenig Schlaf macht krank 
Montag, 19. November 2012 - Wissenschaft
Top-Manager brüsten sich gerne damit, mit einem Minimum an Schlaf auszukommen. Auch in der Politik werden allzu oft wichtige Entscheidungen zu nachtschlafender Zeit gefällt. Gesund ist das indes nicht. So hat sich die Zahl der Menschen, die an Schlafstörungen leiden, in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. In der EU leiden bereits neun Prozent der Menschen an klinisch relevanten Schlafstörungen. Zwar variiert das Schlafbedürfnis von Mensch zu Mensch und bewegt sich auf einer durchschnittlichen Skala von sechs bis zehn Stunden. Doch fest steht: Wer sein natürliches Schlafbedürfnis unterwandert, wird leichter krank. So kann Schlafmangel das Risiko, eine Herzkrankheit zu erleiden, um 40 Prozent erhöhen. Bei Frauen, die zu wenig schlafen, werden bei der Diagnose Brustkrebs tendenziell eher aggressive Tumore festgestellt. Auch kann zu wenig Schlaf zu Übergewicht führen, da der Hormonhaushalt gestört wird und Hungergefühle häufiger auftreten. Auch der Insulinhaushalt wird von einer Verknappung der nächtlichen Ruhestunden negativ tangiert.
Wenn die innere Uhr den Takt verliert, taz 8.11.12


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Automatisiertes Schubladendenken bei Managern? 
Mittwoch, 12. September 2012 - Wissenschaft
Eine Studie des Forschungszentrums Jülich und der Universität Köln wirft die Frage auf, wie es um die Entscheidungsqualitäten von Managern bestellt ist. In der Studie wurden die Vorgänge im Gehirn, die beim Treffen von Entscheidungen beteiligt sind, untersucht - und zwar bei Führungskräften und bei Arbeitnehmern ohne Führungspositionen als Vergleichsgruppe. Das Ergebnis: Bei den Managern wurde vor allem die Gehirnregion aktiv, die innerhalb des Entscheidungsnetzwerkes den Aufbau von kategorisiertem Wissen fördert. Auf diese "Erfahrungsschublade" griffen die Manager zu und trafen ihre Entscheidungen gewissermaßen routiniert. Bei den Probanden ohne Führungserfahrung hingegen wurden Gehirnregionen aktiv, die für das systematische Bearbeiten von Aufgaben und Problemen zuständig sind. Sinneswahrnehmungen wurden verarbeitet, kognitiv abgearbeitet und dann die Entscheidung getroffen. Diese Ergebnisse werfen natürlich viele Fragen auf. Wenn Führungskräfte zu "automatisierten" Entscheidungen tendieren, sollte man überlegen, wie situationsadäquat diese überhaupt sind. Sprich: Wir hier nicht einfach nach Schema F gehandelt? Denn der primäre Bezug auf bisherige Erfahrungen (die im Gehirn abgespeichert sind) muss ja nicht unbedingt ausreichen, um auch neuen Situationen gerecht zu werden.
Manager-Hirne arbeiten schneller, WiWo 5.9.12


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Stress killt Nervenzellen und fördert Demenz 
Freitag, 7. September 2012 - Wissenschaft
Die wachsende Diskussion über die Auswirkungen von Stress erhält neue Nahrung, denn wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Überbeanspruchung im Arbeitsleben nicht nur zu Burn-out führt, sondern auch gravierende langfristige Folgen haben kann. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Stress das Risiko, an einer Depression zu erkranken, erhöht. Depressionen wiederum können eine beginnende Altersdemenz oder Alzheimererkrankung beschleunigen oder demenzähnliche Symptome mit sich bringen. Die durch Stress erhöhte Cortisolproduktion im Körper zieht nämlich auch neurobiologische Veränderungen im Gehirn nach sich. Bei jungen Menschen führt Stress vorübergehend zur Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten. Bei Älteren hingegen ist ein signifikanter Verlust von Nervenzellen feststellbar, der irreversibel ist. Die gute Nachricht: Durch Gedächtnistraining oder auch Meditation können sich neue Nervenzellen bilden. Doch dieses "Gegenmittel" sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine langanhaltende einseitige Beanspruchung von Körper und Geist eben Folgen hat.
Stress macht vergesslich, WiWo 27.8.12


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Das Tief nach dem Urlaub 
Montag, 27. August 2012 - Wissenschaft
Während viele noch die Auszeit ihrer Ferien genießen, leiden manche Urlaubsrückkehrer bereits am so genannten Post-Holiday-Syndrom. Jüngste Forschungen zeigen, dass der Stresspegel sich bereits zum Urlaubsende erhöhen kann, wenn die Urlauber schon über das, was sie nach ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz erwartet, nachdenken. Zurück im Büro brauchen Körper und Kopf im Schnitt ein bis drei Tage, um wieder zum gewohnten Arbeitsrhythmus zu finden. Ein besonders schöner Urlaub hat gute und auch negative Konsequenzen. Einerseits sind zufriedene Urlauber meist länger erholt, doch finden sie auch schwerer zurück in den Arbeitsalltag. Bei aller Gram über das Ende der freien Zeit raten Experten dazu, den nächsten Urlaub bereits im Blick zu behalten, denn einerseits erhöht das die Vorfreude, andererseits zeigen Langzeitstudien, dass Urlaubsvermeider anfälliger für typische Stresserkrankungen sind.
Nach dem Urlaub kommt der Blues, Zeit online 9.8.12


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Wer sind die neuen Vorreiter des Wandels? 
Montag, 7. Mai 2012 - Wissenschaft
Immer mehr Studien zeigen, dass die alten Eliten aus Politik und Wirtschaft immer mehr an Glaubwürdigkeit und Handlungskompetenz verlieren. Die gemeinnützige Stiftung für Philosophie Identity Foundation, die in einer eigenen Studie herausfand, dass immer mehr Akteure des Wandels aus der gesellschaftlichen Mitte stammen, hat diese Diagnose zum Anlass genommen, zu eruieren, wer die neuen Eliten sein könnten. Auf der Online-Plattform www.novelite.de stellt sie in kurzen Videos ausgewählte Protagonisten des Wandels vor, die, verglichen mit den alten Eliten, neue Zugangswege zu gesellschaftlicher Gestaltung gefunden haben. Das Projekt stellt vielfältige Hintergrundinformationen zum Elitewandel bereit und ruft die Online-Community dazu auf, weitere Vorreiter des Wandels zu nominieren und über die wichtigsten Persönlichkeiten und gesellschaftlichen Themen abzustimmen.

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Eigennutz statt Forschung 
Freitag, 4. Mai 2012 - Wissenschaft
Unabhängige Forschung wird es bei der Deutschen Bank in Zukunft wohl kaum noch geben, denn die Bank beabsichtigt, die bisher unabhängige Abteilung DB Research, die nicht nur zur typischen Bankenthemen forschte, sondern auch gesellschaftlich relevante Fragestellungen eruierte, mit der für Kundenberatung zuständigen Market Research zusammenzulegen. Die taz sprach mit Norbert Walter, dem früheren Leiter und bis zu seiner Pensionierung 2009 auch Chefvolkswirt der Deutschen Bank, über diesen Schritt. Für Walter ist der beschriebene Schritt mehr als kontraproduktiv: "Die Bank muss fundiert über gesellschaftliche Themen, die unabhängig von den Geschäftsinteressen stehen, kommunizieren können. Außerdem bekommt eine große Bank durch Unabhängigkeit der Forschung das Vertrauen der Kunden. Ein dritter Grund ist, dass eine Bank durch marktunabhängige Analysen Einfluss auf Debatten auf politischer Ebene hat. Dieser Einfluss gerät nun in Gefahr." Eine Forschung, die sich allein auf das eigene Geschäft richte, greife laut Walter zu kurz, da auch übergeordnete politische und wirtschaftliche Themen von Belang seien. Andererseits folge die Deutsche Bank mit dieser Strategie dem, was bei angelsächsischen Investmentbanken schon lange Praxis sei: "Dort gibt es seit 20 Jahren keine unabhängige Forschung mehr, sondern nur noch Vertriebsunterstützung."
"Autonome Forschung nicht möglich", taz 24.4.12


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Schizophrenie des Systems 
Freitag, 27. April 2012 - Wissenschaft
Im Interview mit der taz geht der ehemalige Manufaktum-Manager Uli Burchardt hart mit der Discount-Mentalität ins Gericht. "Ich schließe aus, dass ein Discountkonzept ein Qualitätskonzept sein kann. Discount ist eine Wertvernichtungsstrategie. Und ich sage: Qualität kann nur etwas sein, das nachhaltig ist. Wertvernichtung kann nicht nachhaltig sein", so Burchardts Ansage. Der Freund qualitätsvoller Wirtschaftsprozesse erklärt, dass Billiganbieter zwar für einige Bevölkerungsgruppen wichtig seien, aber meist nicht reflektiert werde, dass gerade diese Billigstrategien mit dazu beitragen, dass sich der Lebensstandard immer größerer gesellschaftlicher Gruppen damit auch weiter nach unten entwickele. "Warum gibt es immer mehr Menschen in Zeitarbeit? Weshalb gibt es immer mehr Freiberufler, die von ihrer Arbeit lediglich gerade so leben können? Weil alles maximal ausgepresst wird. Wir landen stets wieder bei der Nachhaltigkeit", so Burchardt. Der ehemalige Manager und heutige Berater kritisiert zudem, dass die Bundesregierung zwar immer von Menschenrechten spreche, aber nur wenig dafür tue, dass die Ausbeutung von Arbeitnehmern in Ländern wie Indien oder Bangladesch, die die hierzulande konsumierten Billigwaren herstellen, verhindert wird.
"Die meisten Kunden denken zu wenig", taz 15.4.12


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