Charakter muss reifen 
Mittwoch, 7. November 2012 - Arbeit
Einschleimen bringt nichts, findet der Psychologe und Karriereberater Christoph Burger. Seine Devise: "Um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, braucht man Persönlichkeit. Und um die zu entwickeln, helfen drei Dinge: anecken, auf die Schnauze fallen und rumhängen." Laut Burger führten die Hetze an Schule und Uni immer dazu, dass Menschen sich kaum menschlich entwickeln könnten. Im Pendeln zwischen sozialem Engagement und Langeweile - man könnte auch sagen: Leere - hingegen erfahre man oft viel über sich selbst und seine wahren Ziele. Burger rät außerdem zu einer rückhaltlosen Analyse der eigenen Stärken und Schwächen - um sich dann auf die Stärken zu konzentrieren. Ein Rat, den der Karriereberater auch selbst beherzigt - da er zuweilen unbeherrscht und wenig diplomatisch ist, berät er meist Menschen, denen es ebenso geht, weil er sich in diese Klientel besonders gut hineinversetzen kann.
Runter von der Schleimspur! Zeit online 30.10.12

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Mit dem Geld wächst der Ärger 
Dienstag, 6. November 2012 - Studien
Geld schützt vor Ärger nicht, so eines der Ergebnisse einer Untersuchung der FU Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Für die Studie über das Verhältnis von Gefühlen und sozialer Lage werteten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 20.000 Befragten des SOEP aus. Je höher die berufliche Position, umso häufiger empfinden die Befragten Ärger, lautet einer der Befunde. Ein zweiter: Der Angstpegel wächst, je prekärer die soziale Lage der Betroffenen ist. Arbeitslose beispielsweise verspüren häufiger Angst als Berufstätige. Umgekehrt mildert ein hohes Einkommen bzw. ein hoher sozialer Status Angstgefühle. Eine "Angst der Mittelschicht" konnten die Forscher hingegen nicht feststellen. In ihren Augen könne allerdings die soziale Strukturierung des emotionalen Empfindens soziale Ungleichheit verstärken, beispielsweise wenn Menschen in Führungspositionen durch ihren Ärger Mitarbeiter abwerten oder Menschen in prekärer Lage sich aus Angst nicht zur Wehr setzen.
Besserverdiener ärgern sich mehr, WiWo 29.10.12


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Gehalt zwischen Status und Sinn 
Montag, 5. November 2012 - Studien
Managern geht es nicht allein ums Geld, so die Erkenntnisse einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC und der London School of Economics, für die 1.100 Führungskräfte weltweit befragt wurden. Lediglich für 35 Prozent der Befragten ist die absolute Höhe ihres Gehalts entscheidend. Etwa der Hälfte der Manager ist es hingegen vor allem wichtig, mehr als Kollegen in vergleichbaren Positionen zu verdienen - wobei dies vor allem für Manager aus Europa gelte. Der Traumjob ist den Befragten sogar Verzicht wert - im Schnitt würden sie auf fast 30 Prozent ihres Einkommens verzichten, wenn sie auf dem absoluten Wunschposten landen.
Neidbefriedigung wichtiger als dickes Konto, HB 24.10.12


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Umfrage zu Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Privatleben 
Freitag, 2. November 2012 - sonstiges
Christoph Harrach, Betreiber der Online-Plattform KarmaKonsum, realisiert zur Zeit eine Umfrage zu den Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Privatleben. Dabei geht er der Frage nach, welche Einstellungen Arbeitnehmer zum Thema Nachhaltigkeit umtreiben und in welchem Maße sie diese konstruktiv in ihrem Job einbringen können. Ein spannendes Projekt, weshalb ich mich freuen würde, wenn Sie dieses Forschungsvorhaben durch Ihre Teilnahme an der Umfrage unterstützen.
Zur Umfrage auf KarmaKonsum


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25 Prozent der Überstunden bleiben unvergütet 
Donnerstag, 1. November 2012 - Studien
Überstunden scheinen immer mehr zur Privatsache zu werden, wie eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle zeigt. Die Wissenschaftler untersuchen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und des Sozio-oekonomischen Panels und kamen zu dem Schluss, dass 2010 jede vierte Überstunde nicht bezahlt wurde. Im Durchschnitt machen die deutschen Beschäftigten pro Monat 12,3 Überstunden, Arbeitnehmer in Führungspositionen sogar 19,2. Insgesamt summieren sich die unbezahlten Überstunden auf 1,4 Milliarden Stunden im Jahr, was 2,9 Prozent der insgesamt von den Deutschen geleisteten Arbeitsstunden entspricht.
Jede vierte Überstunde wird nicht bezahlt, Zeit online 25.10.12


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Tabu-Thema schlechte Führung 
Mittwoch, 31. Oktober 2012 - Studien
Schlechte Führung wirkt sich immens auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aus, doch viele Firmen tun sich nach wie vor schwer damit, dieser Herausforderung gerecht zu werden, wie eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Train Consulting unter 753 Geschäftsführern und Personalchefs zeigt. 42 Prozent wissen, dass schlechte Führung sich negativ aufs Betriebsklima auswirkt, 34 Prozent nennen Umsatzrückgänge als Folge und 24 Prozent eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Doch die Versuche, das Problem zu entschärfen, wirken vergleichsweise hilflos. 46 Prozent versuchen es mit der Aus- bzw. Weiterbildung ihrer Führungskräfte, 33 Prozent mit Coachings. Personalexperten sehen mögliche Stellschrauben hingegen in ganz anderen Bereichen, z.B. darin, den Führungskräften überhaupt Zeit zum Führen zu lassen, anstatt sie fast vollständig im Tagesgeschäft zu verplanen. Denn: Wo Sachaufgaben und Mitarbeiterführung im knappen Zeitbudget konkurrieren, kümmern sich drei von vier Führenden zuerst um die Sachaufgaben.
Wenn die Falschen befördert werden, FTD 24.10.12


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Nur ein Drittel der Arbeitnehmer hat keine seelischen Probleme 
Dienstag, 30. Oktober 2012 - Studien
Eine Studie des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, für die 240 Arbeitnehmer verschiedener Berufsgruppen befragt wurden, zeigt, wie immens sich seelische Probleme inzwischen auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer auswirken. 29 Prozent der Befragten gaben an, dass sie aufgrund psychischer Belastungen ihre Arbeit nicht so sorgfältig wie gewünscht erledigen könnten, 34 Prozent fühlen sich dadurch zumindest manchmal eingeschränkt. Nur 37 Prozent der Befragten klagen kaum oder gar nicht über psychische Belastungen und deren Folgen für ihre Arbeitsfähigkeit. Und der Stress wirkt sich nicht nur im Arbeitsleben aus, denn 39 Prozent der Befragten schaffen es bereits nicht mehr, ihren privaten Pflichten nachzukommen, weil sie durch ihre Arbeit zu gestresst sind. Von den 170.000 Menschen, die in Deutschland pro Jahr in den Vorruhestand gehen, tun dies bereits etwa 40 Prozent aufgrund von psychischen Erkrankungen wie depressiven Störungen.
Psychische Probleme schränken jeden vierten Angestellten ein, SZ 24.10.12


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Die Zukunft gehört den Allroundern 
Montag, 29. Oktober 2012 - Arbeit
Klare Stellenbeschreibungen und Spezialistenkompetenzen gehören, wenn man der Financial Times Deutschland glaubt, bald der Vergangenheit an, denn in einem Beitrag geht das Blatt dem neuen Trend zum Allroundertum in der Arbeitswelt nach. Die Verbindung unterschiedlicher Aufgabenfelder, inhaltliche Flexibilität und stetiges Lernen prägen nach Auffassung des Autors die Berufswelt von morgen: "Auf dem Arbeitsmarkt, der nach wie vor von Unsicherheit geprägt ist, besteht heute die wertvollste Qualifikation in der Fähigkeit, sich neue Fähigkeiten anzueignen. Während früher Experten wichtiger waren als Allrounder, entsteht jetzt eine neue Managergattung. Diese Führungskräfte schaffen den Spagat zwischen unterschiedlichen Disziplinen und können Rollen ausfüllen, die sich einer starren Stellenbeschreibung entziehen." Da die Grenzen zwischen einzelnen Arbeitsbereichen immer mehr verschwimmen und zunehmend fachübergreifende Kompetenzen gefragt sind, schlägt die Stunde der Teamplayer, die vernetzt denken und handeln können. Das bringt natürlich neue Herausforderungen im Hinblick auf die eigene permanente Weiterbildung mit sich, eröffnet aber auch neue Freiräume, denn: "Ganz gleich, ob Sie Manager, Angestellter oder Unternehmer sind, kann eine mehrdimensionale Rolle erfüllender sein und dafür sorgen, dass Sie entweder ein attraktiverer Arbeitnehmer sind oder sich besser von der Konkurrenz abheben."
Für Allrounder schlägt nun die Stunde, FTD 22.10.12


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