Teilen, tauschen, gemeinsam konsumieren 
Freitag, 16. November 2012 - Success Stories
In der Debatte um die Kollision von Nachhaltigkeit und permanentem Wirtschaftswachstum mehren sich die Stimmen derer, die eine neue Form des "nachhaltigen Konsums" propagieren. Ein Beitrag in Forum Nachhaltig Wirtschaften skizziert verschiedene Modelle. Wo einst das Carsharing den Anfang des geteilten Konsums in der modernen Wirtschaft machte, sprießen heute Tausch- und Mietbörsen für Alltagsgeräte, Plattformen für geteilten Wohnraum oder auch soziale Netzwerke, die neue Umgangsformen mit dem Teilen von Eigentum erproben. Das spart Ressourcen, wirft aber auch neue Fragen, beispielsweise der Haftung, auf. "Das gemeinschaftliche Konsumieren entwickelt sich zu einem Massenmarkt. Passive Kunden werden zu aktiven Mitgestaltern, die Unternehmensmodelle und damit die Wirtschaft verändern", so Michael Kuhnt, Geschäftsführer des Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production.
Teilen statt kaufen, FNW 8.11.12


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Boni - ziehen sich durchs gesamte Management 
Donnerstag, 15. November 2012 - Studien
Nicht nur bei den Top-Managern spielen Boni, obwohl seit Jahren eine kritische Diskussion zum Thema geführt wird, eine große Rolle. Eine Untersuchung von Kienbaum zeigt, dass rund 87 Prozent der Führungskräfte eine Bonusregelung in ihrer Gehaltsvereinbarung haben - unter den Top-Kräften sind es mit 93 Prozent lediglich ein paar Prozentpunkte mehr als in den unteren Rängen. Auch variiert der Anteil, den die Bonuszahlung am Gesamtgehalt ausmacht. Der Durchschnittsbonus liege in Deutschland bei 32.000 Euro, was 20 Prozent des Gesamtgehalts entspricht. Im Mittelmanagement machen die Bonuszahlungen indes nur 15 Prozent der Gesamtvergütung aus. Und in den unteren Führungsrängen fällt dieser Anteil auf zehn Prozent des Gesamtgehalts.
Welche Führungskräfte am besten verdienen, HB 8.11.12


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Mitarbeitergespräche: Lästiges Pflichtprogramm mit wenig Effekt 
Mittwoch, 14. November 2012 - Studien
Eine Befragung des Assessment-Dienstleister Metaberatung unter 1.100 Arbeitnehmern zeigt: Mitarbeitergespräche werden von vielen Unternehmen nicht wirklich zielführend genutzt. So kritisieren 61 Prozent der Befragten, dass die Vorgesetzten die Gespräche als lästiges Pflichtprogramm betrachteten. 55 Prozent finden, dass ihre Leistungen nicht angemessen beurteilt und gewürdigt würden. Und 79 Prozent wollen mehr Gegenseitigkeit - sprich, sie fordern, dass auch die Leistung ihrer Vorgesetzten einer kritischen Betrachtung unterzogen werden sollte. 47 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass die Mitarbeitergespräch letztlich zu nichts führen. 58 Prozent glauben jedoch, dass dieser regelmäßige Austausch mit den Chefs grundsätzlich wichtig sei.
Angestellte fühlen sich falsch bewertet, WiWo 6.11.12


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Pillen für den Push im Job 
Dienstag, 13. November 2012 - Arbeit
Ritalin, Amphetamine, Betablocker oder gar Kokain? In der 24/7-Leistungsgesellschaft, in der die Erschöpften gnadenlos auf der Strecke bleiben, scheint inzwischen fast jedes Mittel recht, um halbwegs mithalten zu können. Ob es sich beim Thema Hirndoping, das inzwischen regelmäßig durch die Medien geistert, bereits um einen alarmierenden gesellschaftlichen Wandel handelt, ist eine Frage der Interpretation. Ein Beitrag auf Spiegel online verweist beispielsweise darauf, dass Studien zufolge in den USA bereits ein Viertel der Studenten zu Pharmazeutika greife, um den Anforderungen im Studium standzuhalten. Eine deutsche Untersuchung unter 8.000 Studenten komme zu dem Schluss, dass 90 Prozent der hierzulande Studierenden überhaupt keine Mittel zur Leistungssteigerung einsetzen. Fünf Prozent nutzen "sanfte" Mittel wie Vitaminpräparate, Koffein oder homöopathische Mittel. Die übrigen fünf Prozent greifen hingegen zu Ritalin, Amphetaminen, Betablockern, Kokain oder kiffen. Eine Untersuchung der DAK unter Berufstätigen brachte zutage, dass von 3.000 Befragten zwei Prozent "regelmäßig, gezielt und systematisch" zu Arzneimitteln greifen, die sie medizinisch betrachtet nicht benötigen. Der Prozentsatz mag nicht hoch erscheinen, umgerechnet auf alle Berufstätigen würde er jedoch bedeuten, dass es in Deutschland bereits 800.000 Hirndoper gibt. Eine Entwicklung, die zumindest für die Betroffenen problematisch sein kann. So zitiert der Beitrag den Arzt Götz Mundle, der vor Abhängigkeit, Persönlichkeitsveränderungen und Aggressionen als Folge des Substanzmissbrauchs warnt. Alles in allem: Der übertriebene Leistungsethos in der Arbeitswelt, verschärft durch immer höhere Anforderungen an die Berufstätigen aufgrund von Sparmaßnahmen, zeitigt bedenkliche Folgen - und ohne gesellschaftliche und politische Diskussion über das, was Arbeitnehmern zuzumuten ist, dürfte die Zahl der Hirndoper weiter steigen.
Immer her mit den bunten Psychopillen, Spiegel online 5.11.12


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Die Suche nach dem Spirit 
Montag, 12. November 2012 - Management
In einem Interview mit Zeit online erklärt der Pastor Ralf Reuter, warum immer mehr Führungskräfte bei ihm in einem spirituellen Coaching nach Rat und Sinn suchen. Neben der typischen Frage, ob Erfolg wirklich alles sein soll, verspüren Manager anscheinend zunehmend auch Leidensdruck in grundsätzlichen Fragen des Menschseins. "Viele wollen wissen, wie sie es bei der Arbeit schaffen können, als Mensch nicht unterzugehen. Wie sie eine feste Persönlichkeit und Haltung entwickeln können. Aber es kann auch darum gehen, dass jemand zur Führungskraft geworden ist und seine neue Rolle sucht ... Ich sage ihnen, dass Prinzipien wichtig sind, und dass man sie permanent einüben muss. Nur so bekommt man eine Haltung und Festigkeit, die wichtig ist für eine Führungskraft. Denn im Unternehmen ist man Vorbild, und die Nachgeordneten erleben ihr Verhalten als Leitkultur", so Reuter. Im Gegensatz zu konventionellen Coaches spielt für den Pastor die transzendente Dimension bei seinen Beratungen eine zentrale Rolle, denn wer erkenne, dass das Leben mehr Facetten als nur die im Business typischen Leistungskämpfe aufweise, erweitere seine Perspektive erheblich: "Jeder soll sich in seinem Beruf verwirklichen, keine Frage. Aber es darf nicht nur darum gehen, der Beste zu sein. Es ist dieses Transzendente, was wir als Gott bezeichnen: Du brauchst dir deine Anerkennung eigentlich nicht zu erarbeiten, du bekommst sie geschenkt, du bist als Mensch grundsätzlich gewollt. Wer das erkennt, wird Momente der Dankbarkeit und Zufriedenheit erleben. Das kann auf ein ganzes Unternehmen ausstrahlen."
"Auf keinen Fall ins Bordell gehen", Zeit online 5.11.12


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Zwei Drittel der Deutschen können von Work-Life-Balance nur träumen 
Freitag, 9. November 2012 - Studien
Um die Work-Life-Balance ist es - eigentlich nichts neues - schlecht bestellt, in Deutschland noch schlechter als im internationalen Vergleich. Eine Studie von Towers Watson mit 1.600 Unternehmen weltweit zeigt: Nur 31 Prozent der deutschen Firmen glauben, dass es im eigenen Unternehmen gut um die Work-Life-Balance bestellt ist (international: 52 Prozent). Zwei Drittel der deutschen Führungskräfte sind sich dabei durchaus bewusst, dass ihre Mitarbeiter häufig unter großem Druck arbeiten. Wird das zum Regelfall, schaden sich die Firmen selbst, denn die Studie zeigt auch, dass Balance im Job langfristig zu guten Arbeitsergebnissen motiviert. Zudem haben in Deutschland 70 Prozent der Firmen nach eigenen Angaben Probleme, junge Fachleute im Unternehmen zu halten - in jeder dritten Firma ist die Fluktuation der Hochschulabsolventen hoch.
In Deutschland sieht's ganz müde aus, FTD 30.10.12


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Bundesländer fordern seelische Unversehrtheit im Job 
Donnerstag, 8. November 2012 - Arbeit
Die Bundesländer Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Brandenburg haben eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht, die zum Ziel hat, Arbeitnehmer besser vor psychischen Problemen zu schützen. Der Arbeitsschutz bezieht sich in Deutschland gegenwärtig vor allem auf körperliche Belange. Veränderte Arbeitsbedingungen wie ständige Erreichbarkeit oder die Verdichtung des Arbeitspensums, die bei immer mehr Menschen auch zu psychischen Problemen bis hin zum Burn-out führen, werden in der Gesetzgebung hingegen kaum berücksichtigt. Ein erster Entwurf der Bundesratsinitiative sieht vor, Firmen dazu zu verpflichten, das Arbeitsumfeld auf Quellen psychischer Belastungen zu prüfen, die Gefährdung der Arbeitnehmer einzuschätzen und, falls erforderlich, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Firmen sollen Burn-out bekämpfen, SZ 30.10.12


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Charakter muss reifen 
Mittwoch, 7. November 2012 - Arbeit
Einschleimen bringt nichts, findet der Psychologe und Karriereberater Christoph Burger. Seine Devise: "Um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, braucht man Persönlichkeit. Und um die zu entwickeln, helfen drei Dinge: anecken, auf die Schnauze fallen und rumhängen." Laut Burger führten die Hetze an Schule und Uni immer dazu, dass Menschen sich kaum menschlich entwickeln könnten. Im Pendeln zwischen sozialem Engagement und Langeweile - man könnte auch sagen: Leere - hingegen erfahre man oft viel über sich selbst und seine wahren Ziele. Burger rät außerdem zu einer rückhaltlosen Analyse der eigenen Stärken und Schwächen - um sich dann auf die Stärken zu konzentrieren. Ein Rat, den der Karriereberater auch selbst beherzigt - da er zuweilen unbeherrscht und wenig diplomatisch ist, berät er meist Menschen, denen es ebenso geht, weil er sich in diese Klientel besonders gut hineinversetzen kann.
Runter von der Schleimspur! Zeit online 30.10.12

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