Teilzeit auch für High Potentials 
Freitag, 29. November 2013 - Studien
In vielen Firmen ist das Thema Teilzeit-Arbeit nach wie vor eine typische Frauenfrage - oder der unteren Hierarchiestufen. Eine Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert unter mehr als 1.000 Arbeitnehmern zeigt indes, dass längst auch die Mitarbeiter in den Führungsetagen gerne weniger arbeiten würden. Insgesamt 43 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten und dafür weniger Geld zu verdienen, bei den Führungskräften ist es beinahe jeder Dritte. Die Personaler ziehen daraus den Schluss, dass Firmen gut daran tun, sich dieses bekundeten Bedarfs auch anzunehmen. Die Vorzeichen jedenfalls scheinen nicht schlecht zu stehen, da 40 Prozent der befragten Führungskräfte der Ansicht sind, dass sich ihre jetzige Position auch in Teilzeit meistern lasse.
Arbeitnehmer wollen mehr Zeit statt Geld, WiWo 15.11.13


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Plädoyer für mehr Partizipation im Business 
Donnerstag, 28. November 2013 - Management
Schon zu Zeiten als Personalvorstand der Telekom gehörte Thomas Sattelberger zu denen, die sich gerne aus dem Fenster lehnen. In einem Interview mit der Zeit erklärt der Personalexperte, warum Unternehmen gut daran tun, Mitarbeiter künftig als "Unternehmensbürger" zu betrachten und sich auf stärkere Partizipationsmodelle einzurichten. Für Sattelberger ist klar, dass "Führung nicht länger etwas von der Unternehmensspitze gottgleich Verliehenes sein wird, sondern etwas, das von der Akzeptanz der Geführten abhängt". Er rät zu einem "Talent-Magnetismus, vom Binden, ohne zu ketten". In seinen Augen werden die Folgen des demographischen Wandels bisher stark unterschätzt, so dass vor allem die Unternehmen, die ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen und ihren Bedürfnissen gerecht werden, die besten Karten haben, Talente für sich zu gewinnen. Sattelberger nennt Freiräume der Selbstbestimmung, eine fairere Bezahlung, die Spitzenmanager nicht übermäßig bevorzugt, sowie sinnstiftende Tätigkeiten als wesentliche Anreize.
"Binden, ohne zu ketten", Zeit online 14.11.13


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Warum Revolten konstruktiv sein könnten 
Mittwoch, 27. November 2013 - Wissenschaft
"Is Earth F**ked?" - zu gut Deutsch: ist die Erde am Arsch? - fragte Brad Werner, Erforscher komplexer Systeme, im Dezember 2012 beim Herbsttreffen der American Geophysical Union. Und die Antwort gab er auch gleich: Mehr oder weniger. Doch Werner skizzierte seinerzeit in seinen wissenschaftlichen Ausführungen auch einen positiven Gegentrend - den wachsenden Aktivismus unterschiedlicher Interessengruppen, die bereit sind, das System grundsätzlich zu hinterfragen. Er sprach von "Widerstand", von Bewegungen und Gruppen, die "gewisse Verhaltensweisen entwickeln, die nicht in die kapitalistische Kultur passen". Die politische Aktivistin Naomi Klein nimmt Werners Steilvorlage zum Ausgangspunkt, um die Bedeutung des politischen Widerstands unter den Vorzeichen des Klimawandels näher zu betrachten. Für Klein ist augenfällig, dass "Massenaufstände wie die Bürgerrechtsbewegung oder Occupy Wall Street das größte Potenzial besitzen, zu Sand im Getriebe der ökonomischen Maschinerie zu werden – einer Maschinerie, die immer mehr außer Kontrolle gerät". Werners Forschung demonstriere, "dass unser ökonomisches Modell an sich die ökologische Stabilität bedroht. Und dass es dieses ökonomische Modell mit dem Druck von Massenbewegungen radikal anzufechten gilt. Weil dies die letzte Chance der Menschheit ist, eine Katastrophe zu vermeiden." Klein liefert in ihrem Beitrag zahlreiche wissenschaftliche Belege dafür, dass nicht zuletzt das "kapitalistische Regelsystem" zu den Auslösern des Klimawandels gehört - und dass es unser aller Engagement braucht, um nicht nur das Klima zu schützen, sondern neue Lebensmodelle zu entwickeln.
Die Welt lässt sich retten - aber nicht innerhalb des Systems, WOZ 7.11.13


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Angst vor sozialen Verwerfungen 
Dienstag, 26. November 2013 - Studien
Zwar scheinen sich immer mehr wirtschaftliche Indikatoren vor allem im Euro-Raum wieder zum Besseren zu wenden, doch ist die Krise noch lange nicht vorbei. Eine Umfrage des Weltwirtschaftsforums unter 1.500 Entscheidern zeigt, dass weltweit bei den Eliten die Angst vor sozialen Verwerfungen wächst. Die strukturelle Arbeitslosigkeit wird als eines der größten Probleme betrachtet, zumal sie vor allem junge Menschen besonders trifft und ihnen die Chancen zu beruflicher Entfaltung verwehrt. In der Euro-Zone liegt die Jugendarbeitslosigkeit gegenwärtig bei 24 Prozent, in Ländern wie Griechenland, Spanien oder Kroatien sind gegenwärtig sogar mehr als 50 Prozent der potentiellen jungen Arbeitnehmer ohne Job. In dem Bericht des Weltwirtschaftsforums heißt es: "Eine Generation, die ihr Berufsleben in kompletter Hoffnungslosigkeit startet, wird eher populistischen Politikern Glauben schenken und wird ihr ganzes Berufsleben über auf die grundlegenden Qualifikationen verzichten müssen, die früh im Berufsleben entwickelt werden. Menschen, ganz besonders die Jungen, müssen produktiv beschäftigt werden, andernfalls werden wir erleben, dass das soziale Gefüge auseinanderreißt." Auch die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit macht den Entscheidern Sorgen, da die wachsenden Vermögensunterschiede die gesellschaftliche Stabilität auf nationaler Ebene bedrohen und auch die internationale Sicherheit gefährden. Neu sind diese Sorgen nicht, doch wird wenig getan, um die Ursachen dieser immer deutlicher werdenden Divergenzen zu verändern.
Die globale Elite fürchtet den Aufstand der Massen, Die Welt 15.11.13


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Mut zur Risikokompetenz 
Montag, 25. November 2013 - Management
Je komplexer der Kontext, umso schwieriger scheint es, fundierte Entscheidungen zu treffen. Der Risikoforscher Gerd Gigerenzer meint, uns fehlt die notwendige Risikokompetenz, um uns nicht in halbherzigen Urteilen zu verlieren. Und deren Basis ist - Intuition. Das, was viele gerne als Bauchgefühl beschreiben, kann je nach Profession durch ganz unterschiedliche Kanäle zum Ausdruck kommen. "Sie sitzt dort, wo das Gehirn kein Sprachvermögen hat, aber die Erfahrung gespeichert ist. Hier ist die Definition: Intuition ist gefühltes Wissen, das schnell im Bewusstsein auftaucht, aber das wir nicht begründen können. Wir wissen mehr, als wir zu sagen wissen", erklärt Gigerenzer im Interview mit der Zeit. Der Risikoforscher beklagt die gerade in Deutschland sehr verbreitete "Absicherungskultur" - lieber treffen wir eine zweitklassige Entscheidung, die wir mit Fakten begründen können, als dass wir uns auf die intuitiven Wahrheiten, die sich uns zeigen, berufen. Gigerenzer rät Firmen zu flachen Entscheidungskulturen, die auf die Intuition der Erfahrenen setzen. Und rät dazu, bereits im Schulunterricht auch den intuitiven Fähigkeiten Aufmerksamkeit zu widmen, denn wer einen guten Draht zur eigenen Intuition habe, verfüge auch über die Zuversicht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. "Finde den wichtigsten Grund, und vergiss den Rest", rät Gigerenzer all denen, die ihre Intuition schulen wollen.
"Nutzen Sie die Intuition", Zeit online 9.11.13


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Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ... fliegen raus 
Freitag, 22. November 2013 - Management
Die in den Vereinigten Staaten weit verbreiteten Systeme zur Messung der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern geraten wieder einmal in die Kritik, seit Yahoo-Chefin Marissa Mayer ankündigte, verstärkt auf das so genannte "Forced Ranking" zu setzen. Das Prinzip ist einfach: Mitarbeiter werden als High Performer, Mittelfeld oder Low Performer eingeschätzt - und die, die am Ende Skala landen, fliegen raus. Problematisch daran ist, dass diejenigen, die die Schlusslichter bilden, an und für sich betrachtet gar keine schlechten Mitarbeiter sein müssen - denn diese Form der Brachialstatistik produziert qua Ansatz Verlierer. Die letzten zehn Prozent bleiben die letzten, auch wenn die Mitarbeiter noch so gut sind. Management-Guru Reinhard Sprenger führt jedoch noch andere Gründe für Kritik ins Feld, die viel mit dem Menschenbild, das in Unternehmen kultiviert wird, zu tun haben. So bemängelt er, dass die wirklichen Talente der Angestellten auf diesem Weg überhaupt nicht betrachtet werden: "Wir erleben den Triumph des Quantitativen über das Qualitative. Die zwanghafte Vermessung von Menschen führt ja nicht dazu, dass wir besonders viel über ihre Talente und Motivationen wissen." Auch Personalentwicklung mache in diesem System keinen Sinn, da Mitarbeiter nicht mehr gefördert würden, sondern man sie einfach darwinistisch aussortiere - während gute Chefs in Potentialgesprächen er versuchten, die Neigungen ihrer Untergebenen zu erkennen und sie entsprechend einzusetzen. Für Teamarbeit seien Forced Rankings ein Killerfaktor, da sie ein Klima der Konkurrenz anfeuern: "Es ist mit solchen Quotierungen nicht möglich, gemeinsam besser zu werden, weil die Chefs per Definition immer Verlierer finden müssen."
"Diese Bewertungssysteme vergiften das Arbeitsklima", Spiegel online 13.11.13


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Meditation im betrieblichen Gesundheitsmanagement 
Donnerstag, 21. November 2013 - Arbeit
Die FAZ zeigt in einem großen Beitrag, warum immer mehr Firmen bewusst in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement investieren und hier verstärkt auch auf Meditation setzen. Noch sind es vor allem eher die großen Unternehmen, die sich gesundheitsfördernde Maßnahmen leisten. Ob Fitness, Yoga oder zunehmend auch Formen der Meditation und Achtsamkeit - in Betrieben, die den Gesundheitsstand ihrer Mitarbeiter regelmäßig betrachten, sind die Handlungsnotwendigkeiten meist offensichtlich. Kleinere Firmen, bei denen das Personalwesen meist nicht viel mehr als die Lohnbuchhaltung bedeutet, tun sich hingegen noch eher schwer. Und selbst wenn sie Bedarf erkennen, scheuen sie meist vor konkreten Angeboten zurück, weil sie Arbeitsausfall fürchten oder auch der Nutzen von Gesundheitsförderung sich bisweilen nur schwer direkt nachweisen lässt. Was bedeutet es, wenn Mitarbeiter durch regelmäßiges Meditieren entspannter sind, sich besser konzentrieren können oder auch freundlicher werden im Umgang mit den Kollegen? Solche weichen Wirkungen sind häufig nur schwer messbar, und noch schwerer fällt es, ihren betriebswirtschaftlichen Nutzen klar zu beziffern. Andererseits legen die gängigen Statistiken zum Anstieg von Stresserkrankungen und Burn-outs nahe, dass zumindest rein rechnerisch kaum eine Firma von dem Phänomen nicht betroffen sein dürfte. Und immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass Achtsamkeitsangebote und gesundheitliche Programme den Krankenstand verringern können und zugleich Mitarbeiter zufriedener werden lassen. Der Beitrag jedenfalls kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen es sich, so sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht riskieren möchten, eigentlich kaum noch leisten können, nicht durch entsprechende Angebote zu reagieren.
Meditieren mit Kollegen, FAZ 12.11.13


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Materialismus lässt nach 
Mittwoch, 20. November 2013 - Studien
Eine Studie der University of California legt nahe, dass der Materialismus unter US-Jugendlichen im Abnehmen begriffen ist. Obwohl der Umschwung in Zahlen betrachtet nicht weltbewegend anmutet, erscheint er den amerikanischen Forschern doch als beachtenswert, da die Bewegung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich in die entgegengesetzte Richtung verlief. Im Vergleich zu Erhebungen aus den Zeiträumen 2004 bis 2006 und 2008 bis 2010 habe die Bedeutung, teure Gegenstände wie beispielsweise ein neues Auto zu besitzen, nachgelassen. Arbeit zu haben und dies auch als Beitrag für die Gesellschaft zu verstehen, ist wichtiger geworden - hier stieg der Wert auf einer Skala von 1-4 von 3,15 auf 3,21 Punkte. Immer mehr Jugendliche geben an, weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse und Getreide essen zu wollen, wenn dadurch die Not von Hungernden gelindert werden könnte. Auf einer Skala von 1-5 stieg der Wert hier von 3,51 auf 3,59 Punkte. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, doch immerhin scheint sich hier ein über lange Zeiträume geprägtes Selbstverständnis peu à peu zu verändern. Und nachhaltiger Wandel braucht eben seine Zeit ...
US-Jugendliche weniger materialistisch, HBM 7.11.13


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