Deutsche Bosse verdienen 53 Mal so viel wie die Mitarbeiter 
Mittwoch, 13. November 2013 - Studien
Die Hans-Bäckler-Stiftung hat errechnet, dass die Vorstandsmitglieder in Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt 53 Mal so viel verdienen wie ihre Mitarbeiter. Wem dies hoch erscheint, der sollte einmal nach Amerika schauen. Dort errechnete das Economic Policy Institute die "CEO Pay Ratio" für die 350 größten US-Unternehmen im Jahr 2012 und stellte fest, dass die amerikanischen Bosse sogar das 273-Fache der Angestellten als Salär nach Hause tragen. In Deutschland sind die Unterschiede bei den Vergütungen der Spitzenpositionen innerhalb der Führungsriegen ebenfalls erheblich. Bei der Commerzbank verdienen die Vorstände das 12-Fache der Mitarbeiter, bei Beiersdorf das 20-Fache, bei Henkel das 82-Fache und bei VW das 170-Fache.
Pressemitteilung Hans-Böckler-Stiftung 4.11.13


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
"Gute Arbeit" lebt von Exzellenz, Ethik und Engagement 
Dienstag, 12. November 2013 - Management
Die Zeit geht in einem Interview mit dem Psychologieprofessor Howard Gardner der Frage nach, was "gute Arbeit" ausmacht. Gardner gründete 1995 das Good Work Project und hat seitdem mit umfangreichen Fragenkatalogen unter Hunderten von Menschen verschiedener Berufsgruppen eruiert, welche wesentlichen Faktoren den Arbeitenden ein gutes Gefühl vermitteln. Für Gardner ist es das Streben nach den "drei E" - Exzellenz, Ethik, Engagement -, das Menschen sich am rechten Platz fühlen lässt. Wer kompetent und effektiv arbeite, mit seiner Tätigkeit einer sozialen Verantwortung gerecht werde, so dass diese positive Auswirkungen auf andere habe, und sich gefordert fühle und dabei Freude habe, empfinde seine Arbeit als Bereicherung, so der Wissenschaftler. "Es geht nicht so sehr darum, einen Job zu haben, der Anerkennung bringt. Wichtig ist es, einen Sinn in dem zu finden, was man tut", so seine Devise. Kritisch sieht Gardner die Tendenz bei Berufseinsteigern, sich lieber erst einmal aufs Geldverdienen und ihre Reputation zu konzentrieren und ethische Fragen aufzuschieben, denn: "Oft gibt es kein später. Wer einmal in einem System arbeitet, in dem Geld wichtiger ist als Inhalt, kommt schwer wieder raus." Um sich selbst im Hinblick auf das Thema gute Arbeit zu entwickeln, rät der Psychologe zur Betrachtung der "drei M" - Mission, Models, Mirror (Spiegel). Wer hinter seiner Arbeit eine Mission erkenne, Vorbilder habe, denen er nacheifern könne, und sich selbst im Spiegel stolz betrachten könne, sei auf dem richtigen Weg.
Professor "Good Work", Zeit online 31.10.13


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Manager überschätzen ihre Führungsqualitäten 
Montag, 11. November 2013 - Studien
Mit den Fähigkeiten der Chefs scheint es nicht zum Besten zu stehen. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Information Factory unter 1.000 Beschäftigten, Führungskräften und Personalexperten zeigt, dass 47 Prozent der Befragten bereits einmal aufgrund ihres Vorgesetzten kündigten - weitere 20 Prozent hatten schon einmal mit dem Gedanken gespielt. 90 Prozent glauben, sie könnten unter einem guten Chef mehr leisten. Die Führungskräfte scheinen zum Teil eher ahnungslos zu sein im Hinblick auf die Verfassung ihrer Untergebenen, denn zwei Drittel von ihnen glauben, ihre Mitarbeiter zu motivieren und zu inspirieren, was allerdings nur von einem Drittel auch bestätigt wird. 70 Prozent der Befragten fühlen sich sogar vom Chef unter Druck gesetzt oder kontrolliert.
Fast jeder zweite kündigt wegen des Chefs, HB 26.10.13


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Stressbelastung scheint zu explodieren 
Freitag, 8. November 2013 - Studien
Die Zahlen werden immer alarmierender – der jüngsten Erhebung der Techniker Krankenkasse zufolge fühlen sich 80 Prozent der 36- bis 45-Jährigen stark unter Druck. Insgesamt geben 53 Prozent der Deutschen an, dass ihr Leben nach eigenem Empfinden in den letzten drei Jahren zunehmend stressiger geworden ist. Bei zwei Dritteln der Berufstätigen ist die Arbeit der größte Stressfaktor, wobei es häufig nicht die Tätigkeit an sich ist, sondern Begleitumstände wie mangelnde Anerkennung, zu wenig Handlungsfreiraum oder Ärger mit den Kollegen. Diese führen bei jedem zweiten Betroffenen zu einem Gefühl des Ausgebranntseins. Bei Frauen kommt hinzu, dass die Hälfte von ihnen sich durch die eigenen hohen Ansprüche an sich selbst zusätzlich unter Druck setzt.
Job ist der Stressfaktor Nummer eins, WiWo 30.10.13

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wo verläuft die Grenze zum Psycho-Quatsch? 
Donnerstag, 7. November 2013 - Management
Spiegel online beleuchtet in einem Interview mit dem Personalmanager Viktor Lau zwielichtige Angebote des Coaching-Marktes. Manager, die Führung mit Pferden üben, typologische Tests, mit denen Personal glauben, etwas über ihre Mitarbeiter zu erfahren, oder auch fast schon therapeutische Settings in Firmenweiterbildungen – viele dieser Angebote hält Lau schlicht für „Management-Esoterik“. Er warnt vor nicht wissenschaftlich validierten, fragwürdigen Methoden, vor zu therapeutischen Interventionen in der Beratungsarbeit und vor allem vor methodischen Heilsversprechen: „Seriöse Personalentwicklung hat grundsätzlich von rationalen, gesunden, nicht therapiebedürftigen Menschen auszugehen. Trotzdem ist natürlich nicht auszuschließen, dass der eine oder Mitarbeiter sich in einem psychischen Konflikt, in einem schwierigen familiären Umfeld oder einer beruflichen Stress-Situation befindet, die professioneller Hilfe bedarf. Wenn selbsternannte Therapeuten ohne soliden Hintergrund dann aktiv werden, kann es wirklich gefährlich werden. Das Risikospektrum reicht vom mehr oder weniger harmlosen Weinkrampf bis hin zur realen Retraumatisierung.“ Und er richtet den Blick auch auf eine mögliche Instrumentalisierung verschiedener Methoden, die darauf hinausläuft, Mitarbeiter schlicht so weit wie möglich auszupressen. Lau spricht vom „Meditieren für den höheren Profit“. Seine Fokussierung allein auf Rationalität und wissenschaftliche Beweisbarkeit von Methoden ist jedoch auch zweischneidig, denn gerade im systemischen Bereich, aber auch beim von ihm stark kritisierten Neurolinguistischen Programmieren zeigen sich in der praktischen Anwendung häufig verblüffend wirksame Entwicklungen – und nur, weil diese sich vielleicht nicht kognitiv erklären lassen, bedeutet dies nicht automatisch, dass es sich nur um Einbildung oder Zinnober handelt.
„Meditieren für den höheren Profit“, Spiegel Online 26.10.13

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Vom Mut, zu Fehlern zu stehen 
Mittwoch, 6. November 2013 - Management
In einem Interview mit dem Fifa-Schiedsrichter Urs Meier geht die Süddeutsche der Frage nach, wie es sich konstruktiv mit Fehlern umgehen lässt. Meier konstatiert, dass die in der Gesellschaft weit verbreitete Null-Fehler-Toleranz dazu führe, dass wir uns Fehler nur schwer verzeihen – und dies, obwohl uns gerade das Scheitern oft weiterbringen könnte. Meier plädiert deshalb für eine tolerantere Fehlerkultur: „Der Anspruch, fehlerfrei zu handeln, ist gut. Aber er muss begleitet sein von der Einsicht, dass dies fast nicht möglich ist.“ Der Schiedsrichter rät dazu, Patzer nicht unter den Teppich zu kehren oder sie unauffällig korrigieren zu wollen, denn dies verschlimmere die Situation zumeist. Damit verliere man zudem an Glaubwürdigkeit. Lieber offensiv zum Geschehenen stehen und Selbstbewusst daraus lernen. „Wenn man zu lange mit sich hadert, kratzt das am Selbstbewusstsein. Manche Menschen tragen sich ein Leben lang mit Fehlentscheidungen und stehen sich damit selbst im Weg“, so Meier.
„Hadern kratzt am Selbstbewusstsein“, SZ 26.10.13

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
In Politik und Wirtschaft werden Frauen nach wie vor abgehängt 
Dienstag, 5. November 2013 - Studien
Der vom World Economic Forum vorgelegte „Global Gender Gap Report“ zeigt, dass es mit der Gleichberechtigung von Männern und Frauen weltweit nach wie vor nicht zum Besten bestellt ist. Der Report untersucht, wie gleichberechtigt in mehr als 130 Nationen der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichem Erfolg ist. Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr von Platz 13 auf Platz 14 abgefallen – zu Beginn der Erhebung 2006 war die Bundesrepublik noch auf Rang 5 gelistet. Im Hinblick auf den Zugang zu Gesundheit und Bildung schneidet Deutschland nach wie vor gut ab. Im Hinblick auf die Verteilung von Ministersitzen im Parlament liegt es allerdings nur bei 36 von 100 Prozent, bei der wirtschaftlichen Teilhabe bei 71 Prozent, was einem Rückgang von drei Prozentpunkten entspricht. Insgesamt haben im letzten Jahr 86 der 133 untersuchten Länder Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung erzielt.
Graben zwischen den Geschlechtern wird größer, Die Welt 25.10.13

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Willensstärke lebt vom Sinn für Details 
Montag, 4. November 2013 - Studien
Vielleicht ist das in der Wirtschaft verbreitete Kurzfristdenken ja dem Umstand geschuldet, dass uns schlicht die Vorstellungskraft dafür fehlt, warum es sich lohnen könnte, auch langfristigere Ziele ins Visier zu nehmen. Eine Untersuchung aus Paris zeigt jedenfalls, dass Belohnungen, die in weit entfernter Zukunft liegen, uns dann besonders attraktiv erscheinen, wenn wir in der Lage sind, sie uns im Detail vorzustellen. Die Wissenschaftler stellten ihre Probanden vor die grundsätzliche Wahl zwischen einer kleinen, aber schnellen Belohnung und einer größeren in der ferneren Zukunft. Die kleinen Belohnungen wurden ihnen unmittelbar vor Augen geführt, die großen wurden in Textform präsentiert, so dass die Kandidaten sich selbst ausmalen mussten, was sie von diesen erwarten könnten. Die Untersuchung im MRT zeigte, dass je detailreicher sich die Teilnehmer diese künftigen Belohungen ausmalten, sie sich umso eher auch für sie entschieden. Hier konnte eine höhere Aktivität im Hippocampus, der Gedächtniszentrale im Gehirn gemessen werden – an dem Ort also, der die Erinnerungen speichert, auf die die Fantasie zurückgreift. Im Vergleich zu Alzheimer-Patienten mit geschädigtem Hippocampus zeigte sich, dass diese sich deutlich öfter für die sofortige Belohnung entschieden, weil sie anscheinend die notwendige Vorstellungskraft nicht aufbringen konnten. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass unsere Willenskraft stark an unser Vorstellungsvermögen und unser Gedächtnis gebunden ist.
Auf die Details kommt es an, Gehirn & Geist 24.10.13


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter