Zukunftsorientierung eine Frage äußerer Einflüsse? 
Freitag, 28. November 2014 - Studien
Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersuchte das Rheingold Institut in einer tiefenpsychologischen Studie mit 54 Personen unterschiedlicher Altersgruppen, wie die Zukunftsorientierung sich in verschiedenen Lebensaltern gestaltet. Wahlentscheidungen von Älteren beispielsweise seien durch vergleichsweise langfristige Perspektiven geprägt, während jüngere sich eher an ihren individuellen Bedürfnissen und der aktuellen Lebenssituation in ihren politischen Entscheidungen orientieren. Eltern äußern zwar vielfach eine starke Zukunftsorientierung, doch in der Realität - möglicherweise, weil die Beanspruchung im Alltag hoch ist - treffen sie eher kurzfristig ausgerichtete Entscheidungen, die sich an aktuellen Bedürfnissen orientieren. Vor allem äußere Einflüsse wie wirtschaftliche Unsicherheit trage dazu bei, dass die Zukunftsorientierung innerhalb der Bevölkerung abnehme. Gefühle der Überforderung führten dann dazu, dass Menschen eher am Erhalt des Status quo interessiert seien. Dennoch äußern die Befragten über alle Altersgrenzen hinweg den Wunsch nach langfristiger Sicherheit und Stabilität und mahnen die Politik an, nicht nur auf tagesaktuelle Probleme zu reagieren, sondern auch Zukunftsvisionen zu vermitteln.
Von wegen Rentnerdemokratie, wissenschaft.de 20.11.14

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Glück ist eine Frage der Haltung 
Donnerstag, 27. November 2014 - Studien
In einer Studie an der Universität Witten-Herdecke hat der Psychologe Johannes Michalak gezeigt, in welchem Maße die Körperhaltung unser seelisches Wohlbefinden beeinflussen kann. Die Versuchspersonen, Studierende ohne psychologische Kenntnisse und ohne bekannte psychische Erkrankungen, mussten auf einem Laufband laufen und erhielten dabei unterschiedliche Anweisungen zur einzunehmenden Körperhaltung. Eine Gruppe wurde angeleitet, einen eher unglücklichen Gehstil zu verwenden, die andere sollte einen glücklichen Laufstil praktizieren - wobei beide Gruppen nicht wussten, was es mit der induzierten Körperhaltung auf sich hat. Während des Lauftests unterhielten sich die Testleiter mit den Teilnehmern über positive und negative Themen. In der anschließenden Befragung erinnerten sich die Versuchsteilnehmer, die glücklich gelaufen waren, vor allem an positive Themen, die unglücklich gelaufenen eher an die negativen. Diese unterschiedliche Wahrnehmung gilt als Indiz für die seelische Stimmungslage eines Menschen.
Körperhaltung beeinflusst Zufriedenheit, WiWo 19.11.14

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Deutsche misstrauen den Wirtschaftseliten 
Mittwoch, 26. November 2014 - Studien
Für die Mehrzahl der Deutschen sitzt das Misstrauen gegenüber Top-Managern tief. Einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" zufolge glauben 78 Prozent, dass die Verfehlungen des gerade verurteilten Ex-Arcandor-Chefs Middelhoff keine Ausnahme sind - nur 18 Prozent hingegen betrachten das Gebaren des Top-Managers als Einzelfall. Nur 12 Prozent der Deutschen schenken Managern von Großkonzernen noch ihr Vertrauen. Der Polizei bringen indes 82 Prozent Vertrauen entgegen, der Bundeskanzlerin 64 Prozent und dem Papst 55 Prozent.
Deutsche haben kein Vertrauen in Top-Manager, HB 19.11.14

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Ausbildung schützt nicht vor Hartz IV 
Dienstag, 25. November 2014 - Studien
Neueste statistische Auswertungen zeigen, dass eine fehlende Berufsausbildung die Gefahr, auf Hartz IV angewiesen zu sein, deutlich erhöht, doch sind auch Fachkräfte nicht davor gefeit, in den Bezug zu rutschen. Unter den Hartz IV-Beziehern sind 41,9 Prozent ohne Berufsabschluss, während es unter den Nicht-Beziehern lediglich 20,7 Prozent sind. 50,8 Prozent der Menschen im ALG-II-Bezug verfügen über eine abgeschlossene Lehre oder einen Meister - unter den Nichtbeziehern sind es 57,2 Prozent. Selten, aber immerhin mit 7,2 Prozent im ALG-II-Bezug vertreten sind Personen mit (Fach-)Hochschulabschluss - unter den Nichtbeziehern stellen sie 21,9 Prozent. Etwa ein Viertel der Hartz-IV-Empfänger ist nicht arbeitslos, sondern als Aufstocker auf die ergänzenden Leistungen angewiesen.
Schützt Bildung vor Hartz IV? Zeit online 19.11.14

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Schmerz anderer stimmt bei Geld nachdenklich 
Montag, 24. November 2014 - Studien
Wenn das Mehren des eigenen Besitzes anderen Schmerz zufügt, werden Menschen eher nachdenklich und üben sich in Verzicht. So könnte man das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford deuten. Die Forscher boten in einem Experiment den Versuchsteilnehmern verschiedene Geldbeträge an - im Gegenzug bekamen entweder sie selbst oder ein ihnen zugewiesener Versuchspartner eine gewisse Zahl unangenehmer Elektroschocks. Musste der Partner die Prozedur auf sich nehmen, verzichteten die Versuchsteilnehmer im Schnitt auf acht Pfund, um ihrem Gegenüber dadurch 20 Schocks zu ersparen. Bei sich zeigten sie sich härter und verzichteten lediglich auf vier Pfund, wenn sie die Schocks selbst erleiden mussten. Je höher das Geldangebot und die damit verbundene Anzahl an Elektroschocks war, umso länger brauchten die Probanden für ihre Entscheidung - wobei die besonders altruistisch Veranlagten am längsten zögerten.
Geld macht nicht immer rücksichtslos, Gehirn & Geist 17.11.14

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Ethik als Frage des Bewusstseins 
Freitag, 21. November 2014 - Wissenschaft
In einem Interview mit dem Online-Portal "Ethik heute" wirft der Bewusstseinsforscher Prof. Dr. Dr. Harald Walach einen neuen Blick auf die Frage, wie wir Werte entwickeln können, die als Basis für eine umfassende Ethik taugen. Walach richtet dabei das Augenmerk auf die menschliche Innerlichkeit und rät dazu, die inneren Erfahrungen, die es ermöglichen, "die Struktur der Welt von innen her zu erfahren", stärker zu berücksichtigen. "Wenn wir das Bewusstsein nach innen lenken, meditieren, uns von überflüssigen Gedanken frei machen und einfach in der Ruhe verweilen, dann kommen uns Einsichten, z.B. über Probleme oder Situationen. Daraus erwachsen Sinnerfahrungen, und diese wiederum ermöglichen Einsichten in Werte", erklärt der Meditationsforscher. Dies sei auch ein emanzipatorischer Akt: "Wir empfinden heute die Übernahme von äußeren Vorgaben als höchst fragwürdig. Also schauen sich die Leute auf dem Markt um, und es entsteht ein Mischmasch aus Werten, zum Teil auch Orientierungslosigkeit. Wir brauchen dringend die konsequente Wendung des Bewusstseins nach innen, eine neue Kultur des Bewusstseins." Für Walach ist es nur konsequent, dass die Wissenschaft, die über Jahrhunderte vor allem die äußere Welt untersuchte, nun ihr systematisches Vorgehen auch auf die menschlichen Innenwelten ausdehnen sollte, um neue Impulse in der Wertediskussion zu entfalten: "Wir könnten mit einer systematischen Wendung des Bewusstseins nach innen innere Strukturen der Welt entdecken. Ich bin mir bewusst, dass das eine sehr essenzialistische Sicht ist, die zurzeit überhaupt keine Konjunktur hat. Das ist mir völlig klar. Aber ich halte trotzdem daran fest, weil ich diese Denkrichtung für konsequent halte."
"Werte kommen aus innerer Erfahrung", Ethik heute November 2014

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Transparenz als Freibrief 
Donnerstag, 20. November 2014 - Studien
In der Diskussion um zu hohe Managergehälter herrschte zwischenzeitlich der Gedanke vor, dass eine stärkere Offenlegung der Bezüge Auswüchse mildern könnte. Eine Studie der Universität Cambridge deutet nun das Gegenteil an. Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, so genannte Vergütungsberater zu verpflichten, die gegenüber Anteilseignern und der Öffentlichkeit die Höhe der Gehälter verargumentieren. Da es zahlreiche Daten zu Vergütungshöhen gibt, die öffentlich zugänglich sind, orientieren sich diese Berater meist am oberen Ende der Skala, was zu einer Aufwärtsspirale bei den Managementgehältern führe. CEOs, die in Firmen mit solchen Beratern arbeiten, verbuchen laut Studie einen Gehaltsanstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zu Firmenführern, deren Unternehmen auf diese Art der Beratung verzichten. Wenn die CEOs den Berater gar selbst anstellen, liegt ihr Gehaltszuwachs sogar bei 13 Prozent. Michael Dell, Gründer und CEO des gleichnamigen Unternehmens, vervierfachte auf diese Weise 2011 sogar sein Gehalt. Die Offenlegung der Bezüge schafft also Transparenz, scheint aber auch wie ein Freibrief zu wirken.
Transparenz lässt Managergehälter explodieren, WiWo 12.11.14

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Öko predigen und die Umwelt schädigen 
Mittwoch, 19. November 2014 - Studien
Keine Partei springt so sehr für den Umweltschutz in die Bresche wie die Grünen. Eine Umfrage des Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zum Flugverhalten der Deutschen zeigt nun, dass die Wähler der Partei dem zwar zustimmen, aber mit dem eigenen Verhalten hinter diesen Forderungen anscheinend deutlich zurückbleiben. So gaben 49 Prozent der befragten Grünen-Wähler an, in den letzten zwölf Monaten selbst geflogen zu sein. Bei den Anhängern der Linken waren es 42 Prozent, bei den SPD-Wählern 32 Prozent und bei den Wählern der CDU 36 Prozent. Nichtflieger gibt es unter den Grünen-Wählern in der Umfrage keine. Von den Linken-Wählern gaben 17 Prozent an, noch nie geflogen zu sein, von den SPD-Wählern 13 Prozent und von den CDU-Wählern 16 Prozent. Nur 48 Prozent der Grünen-Wähler finden es indes gut, dass das Fliegen inzwischen für viele Menschen bezahlbar ist. Unter den Anhängern der Linken finden das 69 Prozent, unter den SPD- und CDU-Wählern stößt die Aussage sogar bei 77 Prozent auf Zustimmung. Laut Studie hänge das Flugverhalten stark mit der beruflichen Position zusammen, da junge, gut ausgebildete und gut verdienende Menschen häufiger flögen.
Bahn predigen, Business fliegen, Spiegel online 12.11.14

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