Führungskräften fehlt realistische Selbsteinschätzung 
Freitag, 20. November 2015 - Studien
Wie gut wird in Deutschland geführt? Dieser Frage ging die Beratungsgesellschaft Information Factory mit einer Befragung von knapp 2000 Mitarbeitern, Führungskräften und Personalverantwortlichen nach. Einig waren sich mehr als 90 Prozent der Untersuchungsteilnehmer, dass gute Führungskräfte die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens deutlich verbessern. Auffällig ist, dass viele Führungskräfte die Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern als wirkungsvoller einschätzen, als dies von den Beschäftigten wahrgenommen wird. Gut 90 Prozent der Chefs glauben, einen offenen und ehrlichen Dialog mit den Angestellten zu führen - bestätigt wird dies lediglich von 40 Prozent. Unternehmerische Kompetenz bescheinigen sich 80 Prozent der Führenden, während sie nur von 47 Prozent der Beschäftigten anerkannt wird. Noch größer ist die Diskrepanz im Hinblick auf die Mitarbeitermotivation - 91 Prozent der Führungskräfte glauben, sie wirkten motivierend, aber nur 34 Prozent der Angestellten nehmen diese Kompetenz tatsächlich als gegeben wahr.
Studie Information Factory

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Beruflicher Erfolg garantiert keine Lebenszufriedenheit 
Donnerstag, 19. November 2015 - Studien
Beruflich erfolgreich zu sein, führt nicht automatisch zu Lebenszufriedenheit, so die Erkenntnisse einer Studie der Universität Erlangen-Nürnberg. Befragt wurden 990 Berufstätige, die im Abstand von zwei Jahren zweimal Auskunft gaben. Die Wirkung des eigenen beruflichen Erfolgs hänge nicht zuletzt davon ab, mit welchen weiteren Möglichkeiten die Menschen ihre persönliche Situation vergleichen. Wer für seine Berufsgruppe sehr gut verdiene, könne beispielsweise unzufrieden sein, weil er sich mit Menschen vergleicht, die ein höheres Gehalt bekommen. Auch ein objektiv guter Job muss sich nicht gut anfühlen, wenn sich jemand seine Berufstätigkeit gänzlich anders vorgestellt hatte. Zufrieden waren diejenigen, die sich im Vergleich mit anderen als gut einschätzten oder deren berufliche Leistungen sich mit ihren persönlichen Zielen deckten.
Hängt Erfolg im Beruf und Lebenszufriedenheit zusammen? FR 11.11.15

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70 Prozent der Arbeitenden sind gestresst 
Mittwoch, 18. November 2015 - Studien
Einer von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Auftrag gegebenen Studie zufolge fühlen sich inzwischen sieben von zehn Arbeitnehmern in Deutschland durch ihre Arbeit unter Stress gesetzt. 42 Prozent finden, dies treffe voll auf sie zu, 28 Prozent fühlen sich "eher" betroffen. Die Angestellten im Osten fühlen sich dabei deutlich gestresster als ihre Westkollegen. Im Osten fühlen sich 53 Prozent voll gestresst, im Westen sind es 32 Prozent. 77 Prozent der Ostdeutschen gaben an, dass ihre berufliche Belastung zugenommen habe, im Westen 68 Prozent.
Mehrheit der Deutschen bei Arbeit gestresst, Ärztezeitung 10.11.15

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Der Zwang zur Selbstoptimierung 
Dienstag, 17. November 2015 - Studien
Neuro-Enhancement ist zwar kein Massenphänomen, doch die Indizien, dass die Wettbewerbskultur und der wachsende Leistungsdruck immer mehr Menschen mit einer empfundenen Notwendigkeit der Selbstoptimierung konfrontieren, mehren sich. Die Aufmerksamkeit mit Ritalin pushen, Antidepressiva für besseren Schlaft? Substanzmissbrauch scheint eine logische Folge einer "kompetitiven Leitkultur" zu sein, wie Nicola Erny, Professoring für Praktische Philosophie an der Hochschule Darmstadt, das gesellschaftliche Klima unserer Zeit beschreibt. Zwei Studien des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung zufolge ist der Anteil der Studierenden, die schon einmal Substanzen eingenommen haben, um mit dem Lernstress zurechtzukommen, in den letzten vier Jahren von 12 auf 14 Prozent gestiegen. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt eine ähnliche Situation - 8,3 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal Medikamente wie Ritalin eingenommen zu haben, um den beruflichen Belastungen besser standzuhalten. Thomas Damberger, Mitarbeiter am Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt regt vor diesem Hintergrund an zu fragen: "Stimmt vielleicht etwas an den Verhältnissen nicht?"
Mit Ritalin fit für die Prüfung? FAZ 4.11.15

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Nur ein Job oder Herzensangelegenheit? 
Montag, 16. November 2015 - Arbeit
Ist Ihnen Ihre Arbeit ein Herzensanliegen? Tun Sie im Job etwas, das Ihnen richtig Freude macht? Wenn ja, gehören Sie zu einer beneidenswerten Spezies, denn immer mehr Menschen schielen, wenn es darum geht, was sie beruflich tun, mehr danach, ob sich eine Tätigkeit im Lebenslauf gut macht, als dass sie sich fragen, was sie selbst am liebsten wollen. In einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche findet der Karriereberater Martin Wehrle klare Worte für das Phänomen: "Eine groteske Situation ist entstanden: Nicht das Leben gibt den Lebenslauf vor, sondern umgekehrt; Menschen sind zu Knechten ihres Lebenslaufs geworden. Sie nehmen äußere Erwartungen wichtiger als innere Wünsche. Jede Entscheidung wird durch die Schablone einer Norm gepresst, die eigenen Sehnsüchte bleiben auf der Strecke." Seiner Ansicht nach tragen die zweifelhaften Anforderungen der Wirtschaft dazu bei, dass immer mehr Menschen sich zu "Objekten" machten und ihr Leben gänzlich auf den Arbeitsmarkt ausrichten. "Kein Wunder, dass sich das moderne Berufsleben wie ein falscher Film anfühlt. ... Es ist ein Witz: Menschen geben ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse auf, um es potenziellen Arbeitgebern recht zu machen und ihren Lebenslauf zu perfektionieren. Aber dieser Versuch scheitert kläglich. Erstens sind die Anforderungen so unterschiedlich, dass man es nie allen recht machen kann. Und zweitens verliert jeder, der seinen Lebenslauf wichtiger als sein Leben nimmt, sein größtes Kapital: die intrinsische Motivation. Diese innere Freude an einer Arbeit kann nur entstehen, wenn man sie mit ganzem Herzen betreibt", so Wehrle. Also: Was wollen Sie wirklich?
Pfeif' auf deinen Lebenslauf! WiWo 4.11.15

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GenY will doch Kohle 
Freitag, 13. November 2015 - Studien
Viele Studien kommen inzwischen zu dem Schluss, dass die junge Generation der Arbeitnehmer nicht mehr so sehr auf ein hohes Einkommen setze, sondern vor allem Wert auf interessante Jobs und Wohlfühlfaktoren lebe. In einer Repräsentativbefragung des Direktversicherers Hannoversche gaben hingegen 45 Prozent der 18- bis 29-jährigen Befragten an, dass sie sich ein überdurchschnittliches Gehalt wünschen, um sich im Job wirklich wohlzufühlen. Über alle Altersgruppen hinweg ist dies nur 41 Prozent wichtig. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft für viele deutsche Arbeitnehmer eine zum Teil erhebliche Lücke. So hätten 44 Prozent der Befragten gerne eine gute Work-Life-Balance, doch nur 31 Prozent bekommen diese vom Arbeitgeber auch geboten. Flexible Arbeitszeiten wollen 53 Prozent, aber nur 46 Prozent können sie auch realisieren. 41 Prozent wollen besser als der Branchenschnitt bezahlt werden, doch nur 16 Prozent gelingt dies tatsächlich.
Mehr Geld, weniger Schnickschnack, bitteschön! FAZ 2.11.15

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Im Business mehr Demokratie wagen 
Donnerstag, 12. November 2015 - Management
Thomas Sattelberger, als ehemaliger Telekom-Personalchef bekannt für markige Aussagen, plädiert in einem Interview mit der Zeit für eine verstärkte Demokratisierung unternehmerischer Prozesse. "Demokratische Unternehmen experimentieren mit Führung. Sie geben ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, Unternehmensentwicklungen zu debattieren, zu beeinflussen und mitzuentscheiden. Sie achten gemeinsam mit den Mitarbeitern darauf, dass die Belastungen bei der Arbeit ausbalanciert werden. Und dass das Erwirtschaftete gerecht verteilt wird. Mitarbeiter haben also deutlich mehr Mitspracherecht und Freiheit als in klassisch top-down organisierten Unternehmen. Manche jungen Unternehmen sind sogar mitarbeitergeführt", so der Personalexperte. Eine stärkere Beteiligung der Mitarbeiter sei die Basis für die Innovationsfähigkeit von Firmen. Mehr Mitbestimmung in der Unternehmensführung verlange von Firmen, echte Experimentierfelder in der realen Arbeitswelt zu schaffen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion: "Dazu gehört auch der Mut, scheitern zu können. Und weil die Arbeitswelt nicht von oben demokratisiert werden kann, müssen die Mitarbeiter zu Beteiligten werden. Das heißt: Sie müssen sich einbringen und auch einbringen wollen."
"Unternehmen müssen demokratischer werden", Zeit online 2.11.15

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Hohe Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber 
Mittwoch, 11. November 2015 - Studien
Die Deutschen sind vergleichsweise loyal gegenüber ihren Arbeitgebern, wie eine Untersuchung der Beratungsgesellschaft EY zeigt. 77 Prozent fühlen sich ihrem Unternehmen verbunden - insbesondere die Mitarbeiter unter 30 Jahren und diejenigen, die kurz vor dem Renteneintritt stehen. In der Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen hingegen ist das Commitment geringer ausgeprägt. Die stärkste Verbundenheit zeigt sich in der Automobilindustrie, so sich jeder dirtte Beschäftige der Firma besonders eng verbunden fühlt - gefolgt von der Land- und Forstwirtschaft und dem Maschinen- und Anlagenbau. In der IT-Branche hingegen ist mit 26 Prozent der Wille zum Jobwechsel sehr hoch ausgeprägt. Über alle Branchen hinweg suchen etwa 18 Prozent nach neuen beruflichen Chancen, weitere 13 Prozent wären offen für gute Angebote. 69 Prozent haben hingegen kein Interesse, den Arbeitgeber zu wechseln.
Meiste Deutsche hoffen kaum noch auf große Karriere, Die Welt 2.11.15

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