Virtuelle Meditation in 3D 
Dienstag, 14. November 2017 - Bewusstsein, Lebensart
Die Zeiten, in denen Meditieren bedeutet hat, sich einfach mal hinzusetzen und nichts zu tun, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Immer mehr technische Tools versprechen, Menschen diese Achtsamkeitserfahrungen zu erleichtern. Der neueste Trend: Meditieren in virtuellen Realitäten. Gerade veröffentlichte das Entwicklerstudio MindVerse Wizards ein kostenloses Meditationsprogramm zur Nutzung mit der 3D-Brille Oculus Rift. Die Software MindVerse bietet eine geführte Meditation, bei deren Entwicklung neurowissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt wurden. Neben Stressreduktion soll das Programm auch dabei helfen, Ängste zu reduzieren und die Kreativität zu fördern. Bei Tests mit 300 Versuchspersonen habe sich gezeigt, dass 80 Prozent dadurch mehr innere Ruhe und Zufriedenheit empfanden. Laut Anbieter sollen bereits bei den ersten fünf bis zehn Übungseinheiten innerhalb eines Monats deutliche Veränderungen spürbar werden. Allerdings erfordere die Nutzung der 3D-Meditation, wie das Erlernen anderer Fähigkeiten auch, auch Aufmerksamkeit. Auf der Reise in die Innenwelt werden die Nutzer durch rhythmische Musik begleitet, die mit Alphawellen in Hypnose versetzen. Bei der Reise durch das eigene Selbst soll eine realistische und entspannende Umgebung dabei unterstützen, tief liegende Ressourcen sowie Glücksgefühle freizusetzen. Ich finde es immer wieder spannend, wie durch solche neuen Ansätze Menschen das Meditieren erleichtert werden soll. Und die Faszination an virtuellen Welten kann hier sicherlich einen Motivationsfaktor darstellen. Das 3D-Abenteuer selbst ist zwar kostenlos, doch das notwendige Zubehör, die 3D-Brille, kostet immerhin rund 450 Euro. Meditation ganz pur mit einfach Hinsetzen und die Augen schließen, ist dagegen nach wie vor kostenlos. ;-)
VR-Meditation: Stressreduktion dank MindVerse für Oculus Rift, VR Nerds 8.11.17

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Glück ist auch eine Frage des Handelns 
Montag, 13. November 2017 - Lebensart, Studien
Wir Deutschen sind ein recht glückliches Volk, wenn man dem gerade erschienenen Glücksatlas glaubt. Für die Erhebung im Auftrag der Deutschen Post wurden knapp 5.700 Menschen befragt. Außerdem flossen in die Untersuchung die Erkenntnisse einer Umfrage mit 1.000 Personen zu nachhaltiger Lebensweise ein. Am glücklichsten sind die Menschen in Schleswig-Holstein, wo der Glücksindex (auf einer Skala von 1 bis 10) den stolzen Wert 7,43 erreicht. Weitere Kandidaten der Top 5 sind Hamburg (7,28), Baden (7,28), Hessen (7,27) und Franken (7,26). In Ostdeutschland ist es mit dem Glück nach wie vor schlechter bestellt. Hier steht Thüringen mit einem Wert von 6,97 am besten da, das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit 6,83. Allerdings ist der Glücksabstand zwischen Ost und West im den letzten Jahr ein wenig kleiner geworden, er sank von 0,28 auf 0,22. Wenngleich viele sozioökonomische Gründe die Unterschiede zwischen den Bundesländern und Regionen nachvollziehbar machen, bestimmen diese äußeren Lebensfaktoren jedoch das Glücksgefühl der Bevölkerung nicht vollständig. So zeigt die Studie auch, dass insbesondere die Menschen besonders zufrieden sind, die sich für soziale und ökologische Belange einsetzen. Das Glück liegt also auch in unseren eigenen Händen.
Hier leben die glücklichsten Deutschen, welt.de 7.11.17


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Schmerzmittel werden zum kulturellen Problem 
Freitag, 10. November 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Wissenschaft
Als der US-Präsident Donald Trump vor zwei Wochen den nationalen Gesundheitsnotstand ausrief, hat ein Phänomen öffentliche Anerkennung gefunden, das seit vielen Jahren große Teile der amerikanischen Bevölkerung betrifft. Die wachsende Abhängigkeit von starken Schmerzmitteln hat längst Millionen von Menschen in eine Abhängigkeit getrieben, die kulturelle Sprengkraft hat. Im Schnitt sterben täglich 91 Amerikaner an einer Überdosis Opioide. Und es sind nicht nur die typischen Junkies, sondern Menschen aus der Mittelschicht. Der sorglose Umgang mit süchtig machenden Schmerzmitteln hat im Gesundheitswesen seine Spuren hinterlassen. Schmerzpatienten, die als geheilt gelten, finden sich dann in einem Alltag wieder, den sie nur noch bewältigen können, wenn sie weiterhin Schmerzmittel nehmen. Der Deutschlandfunk hat in einem großen Feature Geschichten dieser Menschen gesammelt. Vielen ist ein Leben ohne Medikamente nicht mehr möglich, und wenn sie keine Ärzte finden, die ihnen die benötigten Tabletten verschreiben, rutschen sie bisweilen ab in eine Drogenkarriere. Es ist ein Überlebenskampf, der viel über die westliche Kultur aussagt. Wo das Funktionieren einen hohen Stellenwert hat, muss der Schmerz bekämpft werden, und jedes Mittel scheint dazu recht. Mediziner haben schon lange vor dem sorglosen Umgang mit Opioiden gewarnt. Sie treffen aber auch oft genug auf Menschen, die genau diese wollen, um dem Schmerz zu entfliehen. Etwa seit der Jahrtausendwende sind die Zahlen der Opioid-Toten explodiert. Jährlich sterben 33.000 Amerikaner an einer Überdosis - das entspricht der Zahl derer, die durch Autounfälle oder Waffengewalt ihr Leben verlieren. Die Flucht in Medikamente ist ein Spiegel kultureller Hilflosigkeit. Im Feature erklärt Dave, der seine Abhängigkeit schließlich überwunden hat: "Im Endeffekt weiß ich jetzt, dass die Antwort auf all meine Probleme stets eine chemische Antwort gewesen ist. Eine Pille oder einen Drink, den ich nehmen konnte, um die schlechten Dinge verschwinden zu lassen. Du verscheuchst den Schmerz, verdrängst ihn, so dass du dich besser fühlst. Aber das ist ja überhaupt nicht der Fall. Weißt du, ich habe erst wieder lernen müssen, das Leben so wahrzunehmen, wie es nun einmal ist…, das Leben durch andere Menschen erfahren, in der Gemeinschaft mit anderen." Verdrängung und Isolation sind so typisch für moderne Kulturen, in denen jeder auf sich alleine gestellt ist. In der Entwöhnungstherapie spielt die Gemeinschaft, die viele der Abhängigen zuvor vermisst haben, eine tragende Rolle. Anscheinend brauchen wir tragische Entwicklungen wie diese, um zu erkennen, dass es letztlich eine Kultur der Verbundenheit ist, die wir als wirklichen Lebensraum brauchen.
Die Betäubten Staaten von Amerika, Deutschlandfunk 2.11.17


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Wie Mitgefühl aktiv Verbindungen stiftet 
Donnerstag, 9. November 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
In einer Zeit der politischen Herausforderungen scheint Empathie und Mitgefühl ein besonderer Stellenwert zuzukommen. Im Verlauf der Flüchtlingskrise haben wir gesehen, wie unterschiedlich die Befindlichkeiten sind, mit dieser Frage der Verbundenheit umzugehen. Wo wir im Alltagssprachgebrauch beide Begriffe leicht gleichsetzen, hat die Wissenschaft einen wesentlichen Unterschied zwischen diesen beiden Beziehungsdimensionen erkannt. Empathie umfasst eine grundsätzliche Resonanzfähigkeit. "Man teilt ein Gefühl mit einem anderen Menschen, ist aber der Gefahr ausgesetzt, überwältigt zu werden und in empathischen Stress zu geraten", so die Neurowissenschaftlerin Tania Singer. Mitgefühl hingegen hat auch eine aktive Dimension. Wenn man sich als Teil eines größeren Ganzen empfindet, ist mit der Wahrnehmung der Verbundenheit zumeist auch ein Handlungsimpuls der Fürsorge verbunden. Und diese Form der Aktivierung hat sogar positive Wirkungen auf beziehungsweise im Handelnden. Empfindet man Mitgefühl, "werden Netzwerke aktiviert, die mit positiven Gefühlen und Belohnung einhergehen. Bei Empathie dagegen wird zum Beispiel ein Teil der Schmerzmatrix im Gehirn aktiviert, der auch dann aktiv ist, wenn man selbst Schmerzen empfindet", so Singer. Mitgefühl öffnet uns also nicht nur für die Befindlichkeit anderer, sondern es wirkt gleichermaßen wie eine innere Ressource, die uns ein Handeln in Verbundenheit erleichtert. Es ist nicht immer leicht, diese Zuwendung zu kultivieren, denn das Leiden anderer fordert uns immer auch heraus. Wer sich beispielsweise auf das Schicksal von Flüchtlingen einlässt, konfrontiert sich mit Trauma, Verlust, Todesangst, Hilflosigkeit und Ohnmacht - Erfahrungen, denen man am liebsten ausweicht. "Diesem Impuls müssen wir gegensteuern", so die Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber, die in Darmstadt mit Flüchtlingen arbeitet. Und das verlangt Überwindung und Hingabe. "Es gibt keine Abkürzung in das fremde Herz des Nachbarn", sagt etwa Rowan Williams, der ehemalige Erzbischof von Canterbury. Sich darauf einzulassen, ist eine kulturelle Leistung - eine, die eine Kultur der sozialen Verbundenheit fördert.
Das Herz der Anderen, FAZ 1.11.17

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Glück als Staatsaufgabe 
Mittwoch, 8. November 2017 - Bewusstsein
Die Bild-Zeitung hat dem "Glücks-Ministerium" der Vereinigten Arabischen Emirate einen Beitrag gewidmet. Anders als in Bhutan, wo Glück bereits zum Staatsziel erkoren wurde, gestaltet sich die Situation in dem Land, in dem ausländische Arbeitskräfte unter oft elenden Bedingungen beschäftigt werden, etwas anders. „Wenn wir positives Denken erzeugen wollen, betrachten wir drei Pfeiler: Harmonie am Arbeitsplatz, Lebensstandard und die Frage, wie man das Glück in unserer Gesellschaft messen kann“, so der Botschafter der Emirate in Deutschland, Ali Abdullah al-Ahmed gegenüber Bild. Das mag mit Blick auf die gegenwärtige gesellschaftliche Situation für manche zynisch wirken. Vielleicht ist es aber auch ein Anfang. In Bhutan wurde vor mehr als zehn Jahren die Demokratie eingeführt - vielleicht bewegt sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten ja auch in dieser Hinsicht noch etwas. Einstweilen scheinen noch die eher symbolischen Veranstaltungen im Vordergrund zu stehen, zum Beispiel ein von der Universität von Dubai organisiertes Glücksseminar und ein Glücks-Festival.
Warum die Scheichs sich ein Glücks-Ministerium leisten, Bild 1.11.17

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Soziale Firmen verdienen mehr 
Dienstag, 7. November 2017 - Studien, Management
Viele Firmen betrachten soziales Engagement noch immer als unnötiges Investment. Eine Studie der Boston Consulting Group legt indes nahe, dass sie sich dabei gehörig verrechnen. Für die Untersuchung befragte man 300 Unternehmen nach deren sozialem und umweltpolitischem Engagement führte Gespräche mit 200 repräsentativen Personen aus 20 Unternehmen. Einbezogen wurden verschiedene Branchen. Dabei zeigte sich: Die Firmen mit dem höchsten sozialen Engagement verbuchten je nach Branche zwischen 0,5 und 8,2 Prozent mehr Gewinn als der Durchschnitt. Diese höheren Gewinne stellen sich laut Studie dann ein, wenn das soziale Engagement mit einer reflektierten Unternehmensführung einhergeht. Die sozialen Aktivitäten müssten mit den Marktzielen des Unternehmens in Einklang stehen und es müsse in der Öffentlichkeit klar vermittelt werden, was mit den sozialen Maßnahmen erreicht werden solle.
Soziales Engagement rechnet sich, Zeit online 31.10.17

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Warum die Psyche mehr Beachtung braucht 
Montag, 6. November 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Psychische Erkrankungen sind in der Wahrnehmung der meisten Menschen so etwas wie Sonderfälle des Lebens - eher die Ausnahme als die Regel. Untersuchungen, die auf Stichproben basieren, zeigen, dass zum gegebenen Zeitpunkt zwischen 20 und 25 Prozent der Bevölkerung akut unter einer psychischen Erkrankung leiden. Im Langzeitvergleich ergibt sich indes ein deutlich drastischeres Bild. Eine Langzeituntersuchung mit Teilnehmern aus Neuseeland, bei der die Probanden von der Geburt bis ins mittlere Lebensalter begleitet wurden, zeigte durch regelmäßige Screening, dass mehr als 80 Prozent der untersuchten Personen zumindest einmal während der Studie zumindest kurzzeitig unter einer psychischen Störung leiden. Studien wie diesen geht es nicht um Pathologisierung, zumal sie gleichermaßen belegen, dass solche Krankheitsepisoden nicht dauerhafter Natur sind. Sie wollen dafür sensibilisieren, wie verbreitet psychische Probleme sind - und neue Ansätze für passende Hilfen eröffnen. Viele Mediziner erhoffen sich auch ein Umdenken im gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen.
Nur eine Minderheit bleibt ein Leben lang psychisch gesund, spektrum.de 27.10.17

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Generation Y und Ältere sind sich in Vielem einig 
Freitag, 3. November 2017 - Studien, Arbeit
Gerne wird darüber gesprochen, wie anders doch die Generation der nach 1980 geborenen Arbeitnehmer, der so genannten Generation Y, im Vergleich zu älteren Mitarbeitern sei. Eine Untersuchung der Jacobs-Universität in Bremen zeigt nun, dass sich die beiden Altersgruppen in vielen Fragen des Arbeitslebens überraschend einig sind. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass über alle Altersgruppen hinweg die Freude an der Arbeit wie die Möglichkeit zur Mitgestaltung für Arbeitnehmer zentrale Faktoren sind. Jüngeren ist aber vor allem Weiterbildung sehr wichtig, während die Älteren mehr Wert auf Professionalität legen. Unterschiede zeigten sich vor allem innerhalb der jeweiligen Altersgruppen, und zwar solche, die die Wissenschaftler eher auf charakterliche Unterschiede denn auf das Alter zurückführen.
Die Generation Y tickt gar nicht so anders, FAZ 27.10.17

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