Meditation gewinnt Bedeutung in der Selbstfürsorge 
Montag, 30. November 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Überlastung und Schlafprobleme setzen heutzutage einem großen Teil der Bevölkerung zu. Einer Umfrage des Meditations-App-Anbieters Bambu mit 2.000 Teilnehmenden zufolge klagen hierzulande 65 Prozent der Menschen über Schlafprobleme und die Hälfte der Befragten fühlt sich gestresst. Wenn es um Selbstfürsorge geht, versuchen die meisten Befragten, ihr Wohlbefinden durch Alltägliches zu verbessern, beispielsweise indem sie kochen (91 Prozent), lesen oder fernsehen (89 Prozent) oder Zeit in der Natur verbringen (87 Prozent). Für 17 Prozent ist inzwischen auch Meditation eine Resilienzstrategie. Diejenigen, die Achtsamkeits-Meditation praktizieren, berichten, dass es ihnen besser gelinge, in Krisensituationen ruhig zu bleiben (46 Prozent) und sie sich besser konzentrieren können (42 Prozent).
Website von Bambu

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Den Chef mal schnell auswürfeln 
Freitag, 27. November 2020 - Studien, Arbeit, Management
Führungspositionen per Zufallsprinzip zu bestimmen, war zu Zeiten der Gilden ein probates Mittel, um eine Machtkonzentration in einflussreichen Familien zu vermeiden. Eine neue Studie zeigt: Dieses Modell könnte auch in der heutigen Zeit hilfreich sein, um Schwachstellen üblicher Besetzungsverfahren zu vermeiden. Wissenschaftler der ETH Zürich testeten mit rund 850 Proband*innen, welche Effekte es hat, wenn Menschen eine Position unter verschiedenen Umständen erhalten. In einer Variante wurde die Person zum Chef ernannt, die von 30 Wissensfragen die meisten richtig beantwortete. In einer weiteren wurde der Chef per Los bestimmt. Und in der dritten Variante wurden beide Verfahren kombiniert - das Los entschied zwischen den drei Personen, die die meisten Fragen korrekt beantwortet hatten. Alle Teilnehmenden waren im Kontext der Wissensfragen außerdem befragt worden, wie hoch sie ihre diesbezügliche Kompetenz einschätzen. Im darauf folgenden Studienteil zeigte sich: Diejenigen, die sich in ihrem Wissen überschätzten und aufgrund ihres guten Abschneidens bei den Fragen in die Chefposition kamen, nutzen die ihnen verliehene Macht mehr aus als jene, die zwar auch eine gewisse Selbstüberschätzung an den Tag legten, aber per Zufall zu ihrer Chefposition kamen. Besetzungsverfahren, die ohnehin schon vorhandene Ego-Faktoren begünstigen, scheinen also, zumindest wenn man sich gerechte und umgängliche Chefs wünscht, eher kontraproduktiv zu sein.
Beförderung per Zufall: Wir würfeln einen Chef, WiWo 16.11.20

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Achtsamkeit entspannt - wenn der Stress vorüber ist 
Donnerstag, 26. November 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien weist darauf hin, dass Meditation eine entspannende Wirkung hat. Und für viele Menschen ist es ein guter Grund, Achtsamkeit zu praktizieren, um besser mit Stress zurechtzukommen. Eine neue amerikanische Studie zeigt nun, dass die hier erwartete Stresskompensation womöglich etwas anders funktioniert, als viele meinen. Die Wissenschaftler führten bei rund 1.000 Proband*innen kardiovaskuläre Tests durch, während diese stressige Testaufgaben zu bewältigen hatten. Dabei beobachteten sie bei den achtsamkeitserprobten Studienteilnehmenden nicht nur keine physiologischen Entspannungsreaktionen, sondern stellten im Gegenteil sogar Reaktionen fest, die mit größerer Sorgfalt und Anstrengung in Verbindung stehen. Im Anschluss an diesen Test gaben die Befragten allerdings an, dass sie sich zuversichtlich und leistungsfähiger fühlten und ein höheres Wohlbefinden wahrnahmen. Die Wissenschaftler deuten diese Befunde dahingehend, dass Meditation körperliche Stressreaktionen nicht in dem Maße runterfährt, wie andere Studien dies illustrieren. Vielleicht sind das ganze Setting und die Interpretation der Ergebnisse aber auch nur zu funktionalistisch gedacht. Man könnte ja auch umgekehrt untersuchen, welche physiologischen Auswirkungen es hat, wenn man sich nach dem eigentlichen Stresserleben eben nicht entspannt fühlt, sondern weiterhin der Leistungsmodus nachklingt. Ein weiterer Blickwinkel wäre zu schauen, welche längerfristigen Auswirkungen das in dieser Studie festgestellte emotionale Wohlbefinden hat. Ich glaube ja, dass es wenig aussagekräftig ist, in der Meditationsforschung immer nur Momentaufnahmen zu machen und zu glauben, dadurch erkläre sich die tiefere Wirkung von Achtsamkeit. Menschen leben nicht als Aneinanderreihung von isolierten Momenten, sondern in deren Zusammenspiel.
Neue Studie zeigt: Achtsamkeit funktioniert – aber anders als erwartet, Grenzwissenschaft aktuell 16.11.20

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Depressive von Pandemie-Situation besonders betroffen 
Mittwoch, 25. November 2020 - Psychologie, Studien
In den letzten Wochen sind bereits einige Studien erschienen, die zeigen, wie die Corona-Beschränkungen der Bevölkerung emotional zusetzen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat nun untersucht, welche Unterschiede es hier zwischen Menschen gibt, die bereits an einer Depression leiden, und jenen, die vor der Pandemie psychisch gesund waren. Dazu wurden die Daten von 5.000 Befragten (Erhebung im Juli) mit jenen einer Stichprobe depressiver Menschen verglichen. Dieses "Deutschland-Depressions-Barometer" zeigt: Für Depressive hat die aktuelle Situation wesentlich existenziellere Auswirkungen, doch fühlt sich auch die die übrige Bevölkerung schon sehr mitgenommen. Den Lockdown im Frühjahr erlebten 59 Prozent der Bevölkerung als bedrückend (Depressive: 74 Prozent). Eine fehlendes Tagesstruktur setzt 39 Prozent der Menschen zu (Depressive: 75 Prozent). Grübelei ist für 41 Prozent der Gesamtbevölkerung ein Problem (Depressive: 89 Prozent).
Wie der Lockdown psychisch Kranke belastet, FAZ 10.11.20


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Achtsamkeits-App hilft Berufstätigen 
Dienstag, 24. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Von manchen wird das Meditieren unterstützt von Apps gelobt, weil es vielen Menschen erleichtert, eine Achtsamkeits-Praxis in ihren Alltag zu integrieren, andere sehen den Technik-Einsatz eher kritisch. Eine kleine Studie zur Wirkung der Meditations-App 7Mind (an deren Entwicklung ich selbst in der Anfangsphase mitgearbeitet habe) zeigt nun: Berufstätige profitieren von der Instant-Meditation für zwischendurch. 7Mind bietet Achtsamkeitskurse zu verschiedenen Themen, bei denen die Übenden jeweils 7 Meditationen à 7 Minuten pro Thema bekommen, die sie beispielsweise über eine Woche hinweg üben können. Im Test nutzten knapp 150 Berufstätige die App über zwei Wochen. Die Wirkung der Meditationen wurde mit den Daten einer Erhebung zur Befindlichkeit der Studienteilnehmer vor Beginn der Untersuchung und danach untersucht sowie mit den Daten einer Wartegruppe, die die App erst im Anschluss nutzten. Dabei zeigten sich bei den Meditierenden im Vergleich zur Wartegruppe mittlere Effektstärken im Hinblick auf Achtsamkeit und emotionale Erschöpfung und kleine Effektstärken bei Arbeitsengagement, Arbeitszufriedenheit, emotionaler Intelligenz, Selbstwirksamkeit sowie Innovation und Kreativität. Die Untersuchung zeigt: Selbst recht gering dosierte Bemühungen, die eigene Achtsamkeit zu trainieren, können schon zeitnah positive Wirkungen zeitigen. Die Studienautor*innen weisen allerdings auch darauf hin, dass diese Effekte auch in Langzeitstudien näher beleuchtet werden sollten.
Burnout-Prävention und mobile Achtsamkeit: Evaluation eines appbasierten Gesundheitstrainings bei Berufstätigen

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Ehrfurcht und Staunen bringen positive Gefühle mit sich 
Montag, 23. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Spazierengehen ist gut fürs Gemüt, insbesondere wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet. Eine amerikanische Studie untersuchte 60 Personen zwischen 60 und 90 Jahren, die über acht Wochen lang jede Woche mindestens einmal für 15 Minuten einen Spaziergang machen sollten. Die Hälfte der Gruppe bekam dabei zusätzlich die Aufgabe, gezielt Orte aufzusuchen oder sich in Situationen zu begeben, die in ihnen Ehrfurcht oder Staunen hervorriefen - also beispielsweise weitläufige Umgebungen, in denen man sich als Mensch eher klein fühlt. In der Betrachtung der Gefühlslage der Studienteilnehmenden zeigte sich: Ihre Gefühle von Angst oder Depression wurden durch die Spaziergänge nicht verändert. Doch die Gruppe, die sich bewusst in Situationen des Staunens und der Ehrfurcht begeben hatte, berichtete deutlich häufiger über einen Anstieg ihrer positiven Gefühle. Kontext der Studie war vor allem zu zeigen, ob und inwieweit Senior*innen, in deren Alter sich die Erfahrung positiver Gefühle reduziert und gleichzeitig Angst oder Depression stärker ausgeprägt sind, vom Spazierengehen profitieren können. Ich fände es spannend, den hier beobachteten Effekt auch einmal bei jüngeren Menschen zu testen. Gerade in der gegenwärtigen Pandemie-Situation nimmt ja die emotionale Herausforderung auch in diesen Altersgruppen deutlich zu. Und ein mögliches Linderungsmittel könnte hier sehr naheliegend und einfach zugänglich sein.
Wie Spaziergänge besonders glücklich machen, spektrum.de 5.11.20

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Emotionale Belastung durch Corona erhöht 
Freitag, 20. November 2020 - Psychologie, Studien
Nun hat auch die Bundesregierung damit begonnen, die psychischen Folgen der Pandemie stärker in den Blick zu nehmen. Eine in ihrem Auftrag durchgeführte Repräsentativ-Umfrage, die im September und Oktober vor den derzeit geltenden Beschränkungen erhoben wurde, zeigt: Beinahe 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung fühlen sich inzwischen emotional belastet aus Sorge um die Gesundheit ihrer Angehörigen. 55 Prozent empfinden Leidensdruck aufgrund der Unsicherheit, wie sich das Leben in den kommenden Monaten entwickeln wird. Für 15 Prozent gehören auch finanzielle Schwierigkeiten zu den Bürden der Corona-Situation. Und jeder Zehnte beklagt die fehlende Trennung zwischen Arbeit und Privatleben, die durch Home-Office-Situationen entsteht. Auch in den Statistiken der Krankenkasse findet diese Entwicklung steigender psychischer Belastungen inzwischen ihren Niederschlag. Der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen Krankheitstagen insgesamt stieg in den ersten neun Monaten diesen Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozentpunkte auf 16,4 Prozent. Wobei diese Zahl natürlich nur die ärztlich diagnostizierten Erkrankungen widerspiegelt, nicht aber das subjektive Empfinden vieler Menschen, die sich einfach weiter durchwursteln.
Corona-Krise führt immer häufiger zu psychischen Problemen, welt.de 8.11.20

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Torpediert ein hoher Selbstwert unser Einfühlungsvermögen? 
Donnerstag, 19. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Irgendwie erscheint es uns auf den Blick logisch, dass man sich gerne mit Menschen umgibt, die das eigene Selbstwertgefühl steigern. Studien zeigen jedoch, dass gerade Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl gerade nicht so ticken. Sie springen eher auf Mitmenschen an, die ihr ohnehin schon negatives Selbstgefühl bestätigen. In der Psychologie ist dieses Phänomen seit 40 Jahren als Selbstbestätigungstheorie bekannt. Und kürzlich belegte eine amerikanische Studie den Effekt erneut, allerdings im Hinblick auf Einfühlungsvermögen. Die Probanden wurden mit Fallgeschichten konfrontiert, in denen Menschen mit hohem und niedrigem Selbstwert sich für einen Chef oder Mitbewohner entscheiden sollten, der diese entweder positiv oder negativ beurteilt. Dabei zeigte sich: Menschen, die selbst ein hohes Selbstwertgefühl hatten, konnten sich kaum vorstellen, dass jemand sich freiwillig einen negativen Bewertungskontext aussucht. Diejenigen unter den Probanden, die ein eher negatives Selbstwertgefühl hatten, zeigten hier indes mehr Einfühlungsvermögen und konnten sich eine solche Wahl eher vorstellen. Diese Tendenz zeigte sich in der Studie selbst dann, wenn die Probanden zuvor Informationen über den Selbstbestätigungseffekt erhalten hatten. In meinen Augen zeigt diese Studie nicht nur, wie stark unsere Selbstbilder wirken, sondern auch, dass Menschen, die sich stärker mit negativen Lebenserfahrungen identifizieren, vielleicht auch einfach verletzlicher sind - und damit offener für die Verletzlichkeiten anderer.
Selbstwertgefühl setzt der Empathie Grenzen, spektrum.de 5.11.20

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