Meditation gewinnt Bedeutung in der Selbstfürsorge 
Montag, 30. November 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Überlastung und Schlafprobleme setzen heutzutage einem großen Teil der Bevölkerung zu. Einer Umfrage des Meditations-App-Anbieters Bambu mit 2.000 Teilnehmenden zufolge klagen hierzulande 65 Prozent der Menschen über Schlafprobleme und die Hälfte der Befragten fühlt sich gestresst. Wenn es um Selbstfürsorge geht, versuchen die meisten Befragten, ihr Wohlbefinden durch Alltägliches zu verbessern, beispielsweise indem sie kochen (91 Prozent), lesen oder fernsehen (89 Prozent) oder Zeit in der Natur verbringen (87 Prozent). Für 17 Prozent ist inzwischen auch Meditation eine Resilienzstrategie. Diejenigen, die Achtsamkeits-Meditation praktizieren, berichten, dass es ihnen besser gelinge, in Krisensituationen ruhig zu bleiben (46 Prozent) und sie sich besser konzentrieren können (42 Prozent).
Website von Bambu

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Achtsamkeits-App hilft Berufstätigen 
Dienstag, 24. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Von manchen wird das Meditieren unterstützt von Apps gelobt, weil es vielen Menschen erleichtert, eine Achtsamkeits-Praxis in ihren Alltag zu integrieren, andere sehen den Technik-Einsatz eher kritisch. Eine kleine Studie zur Wirkung der Meditations-App 7Mind (an deren Entwicklung ich selbst in der Anfangsphase mitgearbeitet habe) zeigt nun: Berufstätige profitieren von der Instant-Meditation für zwischendurch. 7Mind bietet Achtsamkeitskurse zu verschiedenen Themen, bei denen die Übenden jeweils 7 Meditationen à 7 Minuten pro Thema bekommen, die sie beispielsweise über eine Woche hinweg üben können. Im Test nutzten knapp 150 Berufstätige die App über zwei Wochen. Die Wirkung der Meditationen wurde mit den Daten einer Erhebung zur Befindlichkeit der Studienteilnehmer vor Beginn der Untersuchung und danach untersucht sowie mit den Daten einer Wartegruppe, die die App erst im Anschluss nutzten. Dabei zeigten sich bei den Meditierenden im Vergleich zur Wartegruppe mittlere Effektstärken im Hinblick auf Achtsamkeit und emotionale Erschöpfung und kleine Effektstärken bei Arbeitsengagement, Arbeitszufriedenheit, emotionaler Intelligenz, Selbstwirksamkeit sowie Innovation und Kreativität. Die Untersuchung zeigt: Selbst recht gering dosierte Bemühungen, die eigene Achtsamkeit zu trainieren, können schon zeitnah positive Wirkungen zeitigen. Die Studienautor*innen weisen allerdings auch darauf hin, dass diese Effekte auch in Langzeitstudien näher beleuchtet werden sollten.
Burnout-Prävention und mobile Achtsamkeit: Evaluation eines appbasierten Gesundheitstrainings bei Berufstätigen

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Ehrfurcht und Staunen bringen positive Gefühle mit sich 
Montag, 23. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Spazierengehen ist gut fürs Gemüt, insbesondere wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet. Eine amerikanische Studie untersuchte 60 Personen zwischen 60 und 90 Jahren, die über acht Wochen lang jede Woche mindestens einmal für 15 Minuten einen Spaziergang machen sollten. Die Hälfte der Gruppe bekam dabei zusätzlich die Aufgabe, gezielt Orte aufzusuchen oder sich in Situationen zu begeben, die in ihnen Ehrfurcht oder Staunen hervorriefen - also beispielsweise weitläufige Umgebungen, in denen man sich als Mensch eher klein fühlt. In der Betrachtung der Gefühlslage der Studienteilnehmenden zeigte sich: Ihre Gefühle von Angst oder Depression wurden durch die Spaziergänge nicht verändert. Doch die Gruppe, die sich bewusst in Situationen des Staunens und der Ehrfurcht begeben hatte, berichtete deutlich häufiger über einen Anstieg ihrer positiven Gefühle. Kontext der Studie war vor allem zu zeigen, ob und inwieweit Senior*innen, in deren Alter sich die Erfahrung positiver Gefühle reduziert und gleichzeitig Angst oder Depression stärker ausgeprägt sind, vom Spazierengehen profitieren können. Ich fände es spannend, den hier beobachteten Effekt auch einmal bei jüngeren Menschen zu testen. Gerade in der gegenwärtigen Pandemie-Situation nimmt ja die emotionale Herausforderung auch in diesen Altersgruppen deutlich zu. Und ein mögliches Linderungsmittel könnte hier sehr naheliegend und einfach zugänglich sein.
Wie Spaziergänge besonders glücklich machen, spektrum.de 5.11.20

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Torpediert ein hoher Selbstwert unser Einfühlungsvermögen? 
Donnerstag, 19. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Irgendwie erscheint es uns auf den Blick logisch, dass man sich gerne mit Menschen umgibt, die das eigene Selbstwertgefühl steigern. Studien zeigen jedoch, dass gerade Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl gerade nicht so ticken. Sie springen eher auf Mitmenschen an, die ihr ohnehin schon negatives Selbstgefühl bestätigen. In der Psychologie ist dieses Phänomen seit 40 Jahren als Selbstbestätigungstheorie bekannt. Und kürzlich belegte eine amerikanische Studie den Effekt erneut, allerdings im Hinblick auf Einfühlungsvermögen. Die Probanden wurden mit Fallgeschichten konfrontiert, in denen Menschen mit hohem und niedrigem Selbstwert sich für einen Chef oder Mitbewohner entscheiden sollten, der diese entweder positiv oder negativ beurteilt. Dabei zeigte sich: Menschen, die selbst ein hohes Selbstwertgefühl hatten, konnten sich kaum vorstellen, dass jemand sich freiwillig einen negativen Bewertungskontext aussucht. Diejenigen unter den Probanden, die ein eher negatives Selbstwertgefühl hatten, zeigten hier indes mehr Einfühlungsvermögen und konnten sich eine solche Wahl eher vorstellen. Diese Tendenz zeigte sich in der Studie selbst dann, wenn die Probanden zuvor Informationen über den Selbstbestätigungseffekt erhalten hatten. In meinen Augen zeigt diese Studie nicht nur, wie stark unsere Selbstbilder wirken, sondern auch, dass Menschen, die sich stärker mit negativen Lebenserfahrungen identifizieren, vielleicht auch einfach verletzlicher sind - und damit offener für die Verletzlichkeiten anderer.
Selbstwertgefühl setzt der Empathie Grenzen, spektrum.de 5.11.20

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Wie wir uns Räume des Vertrauens schaffen 
Mittwoch, 18. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Menschen vertrauen zu können, erscheint unerlässlich im Leben. Und psychologische Studien zeigen, dass Menschen, deren Vertrauen enttäuscht wurde, sich dann einfach umorientieren, wem sie künftig vertrauen. In vier verschiedenen Studien wurden Szenarien betrachtet, in denen das Vertrauen von Menschen entweder durch ihre eher privaten Kontakte oder durch Institutionen wie den Arbeitgeber oder die Politik enttäuscht wurde. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass das Vertrauen dieser Menschen nicht grundsätzlich erschüttert wurde, sondern sie die Bezugsgruppe, der sie künftig vertrauten, veränderten. Wurde jemand beispielsweise im Privaten von Nahestehenden enttäuscht, vertraute er künftig stärker Menschen aus dem beruflichen Umfeld oder ähnlichen, eher öffentlichen Kontext. Umgekehrt suchten Menschen, die beispielsweise politisch das Vertrauen verloren, von da an Vertrauenspersonen eher im Familiären und privaten Umfeld. Dieser Effekt war zwar nicht groß, aber signifikant. Die Wissenschaftler erklären den Vertrauensumschwung damit, dass wir zutiefst auf Menschen angewiesen sind, denen wir vertrauen können. Und werden wir enttäuscht, suchen wir diesen tieferen Halt dann intuitiv bei anderen Menschen.
Wir müssen vertrauen, Psychologie heute 9.10.20

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Brauchen Kinder Meditation? 
Dienstag, 17. November 2020 - Lebensart, Psychologie
Der Achtsamkeits-Trend hat längst auch die jüngere Generation erreicht. In Zeiten, in denen selbst das gewöhnliche Schulpensum bei immer mehr jungen Menschen zu Druck, Stress und Versagensängsten führt, erscheint dies wie ein logischer nächster Schritt. Viele Schulen beschäftigen sich bereits damit, wie sie ihre Schüler*innen durch Meditation unterstützen können, Resilienz zu kultivieren und den bestehenden Anforderungen besser zu begegnen. Der Start-up Aumio tritt nun, um mit einer App verschiedene Achtsamkeits-Programme für die Altersgruppe der 6- bis 12-Jährigen zugänglich zu machen. Die App verbindet bewährte Achtsamkeitsmethoden mit Übungen aus der kognitiven Verhaltensforschung sowie kindgerechten Geschichten. Eltern können in der App nach Themen wie Wutausbrüche, Schüchternheit oder Schlafprobleme suchen und ihren Kids dann die entsprechenden Programme zum Üben geben. Auf den ersten Blick scheint das natürlich sehr hilfreich. Aber irgendwie erscheint es mir auch bedenklich, dass anscheinend heute selbst Kinder schon von dieser Welt in nicht zu unterschätzendem Maße überfordert zu werden scheinen. Wäre es nicht mindestens genau so wichtig, viel mehr zu betrachten, warum und wodurch Kinder heute schon so gestresst sind, dass sie eine Achtsamkeits-App brauchen? Unsere moderne Kultur pocht ja oft auf Effizienz und Effektivität. Beides wäre sicher leichter erreicht, wenn wir Lebensumstände schaffen, die nicht schon beim Nachwuchs in jungen Jahren Verschleißerscheinungen hervorrufen.
Mit dieser App sollen Kinder zur Gelassenheit finden, welt.de 6.11.20

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Unsere Kultur systematischer Überlastung 
Montag, 16. November 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit
Immer mehr Psychologen warnen, dass wir die psychischen Folgen der Corona-Pandemie noch viel zu wenig in den Blick nehmen. Dabei ist unsere Alltagskultur auch ohne diese Krise bereits von vielfältigen Erfahrungen des Selbstverschleißes geprägt. Die Wirtschaftswoche hat sich einmal die Mühe gemacht, die diesbezüglichen Erkenntnisse wissenschaftlicher Studien aus den vergangenen Jahren zusammenzustellen. Der Überblick zeigt: Gerade unsere Arbeitswelt scheint heute davon zu leben, dass Menschen regelmäßig die Grenzen ihrer Belastbarkeit systematisch ignorieren (müssen), um bei dem, was von ihnen gefordert wird, mithalten zu müssen. Schon 2013 litten laut Destatis 17,5 Prozent der Menschen unter Zeitdruck und Arbeitsüberlastung. Manche Bevölkerungsgruppen waren besonders betroffen, beispielsweise Führungskräfte (29 Prozent) und die Altersgruppe der 45- bis 55-Jährigen (20,2 Prozent). Eine Eurostat-Übersicht zeigt, dass in der EU etwa sechs Prozent der Bevölkerung unter Depressionen leiden, in Deutschland liegt der Wert mit 9,2 Prozent sogar etwas höher. Es sind Zahlen, die zum Nachdenken anregen. In den letzten Jahren überbieten sich die Krankenkassen immer wieder aufs Neue mit steigenden Zahlen zur psychosozialen Belastung der Bevölkerung. Doch immer noch wird dieses Phänomen meist individualisiert und versucht, durch persönliche Behandlung in den Griff zu bekommen. Eine Studie aus Schweden zeigte kürzlich, dass das womöglich zu kurz greift, denn individuelle Therapieerfolge werden oft genug durch die kulturellen Umstände, in die Behandelte zurückkehren, wieder negiert. Zeit, endlich mehr auf die kulturelle Dimension zu schauen!
Wenn Arbeit krank macht, WiWo 3.11.20

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Krise als Chance zum Aufbruch 
Freitag, 13. November 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Für den DIW-Ökonom Marcel Fratscherzer ist schon lange klar, dass der Neoliberalismus und der freie Markt die Unwuchten unserer Gesellschaft nicht regeln werden. In der aktuellen Krise sieht er auch die Chance für einen nachhaltigen Wandel: "Die Krise ist eine Chance. Es ist übrigens für die Vergangenheit wissenschaftlich belegt, dass Krisen häufig zu einem neuen Bewusstsein führen: Dass sie den Menschen bewusst machen, was ihnen wichtig ist, und dadurch Veränderung ermöglichen." In seinem neuen Buch fragt er deshalb: "Wie kann und muss sich unsere Gesellschaft verändern, um die Herausforderungen der Coronapandemie bewältigen?" In der Diskusison um systemrelevante Berufe werde beispielsweise deutlich, wie verquer bisher unser Verständnis von Leistung ist. "Es ist jetzt vielen bewusst geworden, dass wir in Zukunft anders über Leistung sprechen müssen. Seit Jahren heißt es, wir müssen die Leistungsträger entlasten, gemeint waren Menschen mit hohen Einkommen. Die Coronakrise macht uns bewusst, wie verquer diese Diskussion ist. Heute zeigen Umfragen, dass die meisten Menschen mittlerweile sagen, echte Leistungsträger sind Menschen, die in Krisenzeiten, wenn es darauf ankommt, für andere da sind", erklärt er. Für ihn liegt ein mögliches Learning aus der Krise darin, die Beziehung zwischen Staat und Wirtschaft neu zu definieren: "Nach dreißig Jahren verschiedener Krisen, inklusive der globalen Finanzkrise 2008, die ja letztlich auch durch dieses neoliberale Dogma verursacht wurde, dass Märkte sich selber regulieren können, brauchen wir eine neue, kluge Balance zwischen Staat und Markt."
„Niemand sagt nun: Der Staat ist das Problem“, Der Freitag 44/2020

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