Frohe Weihnachten! 
Montag, 14. Dezember 2009 - sonstiges
think.work.different macht für drei Wochen Ferien. Ich wünsche allen LeserInnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen inspirierten Start ins neue Jahr. Ab 4. Januar 2010 ist das Blog dann wieder mit frischen News für Sie da. Herzliche Grüße, Nadja Rosmann

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Neue Regeln werden der Komplexität nicht Herr 
Freitag, 11. Dezember 2009 - Management
In einem Beitrag auf CSR-News erklärt der Vorstand von Transparency International Caspar von Hauenschild, warum die Verwerfungen an den Finanzmärkten auch mit strikteren Regeln kaum in den Griff zu bekommen sind. "Die alte Finanzmarktordnung hat den Menschen überfordert – insbesondere Experten und Verantwortungsträger. Die Undurchschaubarkeit des Finanzsektors begünstigte den Verlust von Maß und Wertorientierungen und schaffte im Tagesgeschäft eine 'Kultur der Frivolität'", so der Finanzmarktexperte. Von Hauenschild spricht sich für einen Abbau der Komplexität und Kontingenz in der Bankenbranche aus, plädiert für eine radikale Sanierung der schwächelnden Banken auf Kosten der gegenwärtigen Eigentümer und fordert eine ehrliche Einlagensicherung für das so genannte Versorgungs-Banking von Zahlungsverkehr und Einlagengeschäft. "Wir müssen die Komplexität in den Strukturen und Geschäftsmodellen abbauen, um weniger verwundbar zu sein", so der Experte.
Ohne den Abbau von Komplexität stolpern wir in die nächste, noch dramatischere Krise, CSR-News 2.12.09

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Endloswachstum kann nicht funktionieren 
Donnerstag, 10. Dezember 2009 - Wissenschaft
In einem kritischen Beitrag in der Zeit fordern Prof. Dr. Pierre Ibisch von der Fachhochschule Eberswalde und Lars Schmidt vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, dass die Wirtschaft ihr Primat des grenzenlosen Wachstums beenden müsse, um nicht nur die Funktionsfähigkeit des Ökosystems aufrecht zu erhalten, sondern auch einen Kollaps auf gesellschaftlicher Ebene zu vermeiden. Das von den Autoren skizzierte Krisenszenario - das permanente Wachstum der Menschheit dränge funktionsfähige Ökosysteme immer mehr zurück, so dass sie schließlich kollabieren - ist sehr real. Während gegenwärtig vor allem über den Klimawandel diskutiert wird, weisen die Autoren darauf hin, dass die Übernutzung der natürlichen Ressourcen ein mindestens genau so großes Problem darstellt und existenzielle Folgen habe, wie der Blick in die Geschichte zeige: "Eine Gesellschaft, die über längere Zeit die Kapazität der sie tragenden Ökosysteme überlastet, wird unweigerlich einen tief greifenden Transformationsprozess durchlaufen. Im Extremfall steht der Kollaps, also die Auflösung von Strukturen und Merkmalen über die sich komplexe menschliche Gesellschaften definieren: von politischen Institutionen bis hin zu kulturell-integrierenden Mechanismen wie etwa Moralsystemen. Der Kollaps komplexer menschlicher Gesellschaften ist historisch gesehen ein bekannter Prozesse, der in der Geschichte dank weitreichender Isolation der Gesellschaften aber lokal oder regional ablief. Aufgrund des vom Menschen verursachten globalen Umweltwandels sowie der intensiven globalen Verflechtung und der damit geschaffenen gegenseitigen Abhängigkeit fast aller Teilsysteme der menschlichen Gesellschaften ist es erschreckend plausibel, dass bei längerfristiger Überschreitung unserer ökologischen Grenzen ein sich aufschaukelnder Kollaps eintreten könnte." Ibisch und Schmidt kritisieren, dass das kapitalistische Primat des Wirtschaftswachstums das durch steigende Bedürfnisse der Menschen sich ohnehin bereits vollziehende Wachstum zusätzlich anheize. "Der Finanzkapitalismus hat sich in Abwesenheit globaler Regeln verselbstständigt. Im Interesse der oberen Einkommensschichten, der Kapitaleigner, treibt er die Realwirtschaft zu immer größeren Wachstumsraten an, beschleunigt die Zerstörung der Ökosysteme und untergräbt die Integrität menschlicher Gesellschaften", so ihre Kritik. Sie fordern einen Abschied vom Wachstum-um-jeden-Preis-Denken und eine Neubewertung der Klimadiskussion, da eine Reduktion der Treibhausgase alleine nicht ausreiche, um den ökologischen Fußabdruck der Menschheit zu verringern. "Das kapitalistische Entwicklungsmodell hat einem Teil der Weltbevölkerung in vergleichbar kurzer Zeit enormen Wohlstand beschert. Dabei haben wir jedoch in unglaublicher Geschwindigkeit die ökologische Tragfähigkeit unseres Planeten erreicht und überschritten und gleichzeitig große soziale Ungleichheit geschaffen. Ein auf Wachstum begründetes Entwicklungsmodell ist damit, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht mehr tragfähig, auch wenn viele - und die Starken besonders stark - immer noch von diesem System profitieren. Der Weg zu einer wahrhaftigen Nachhaltigkeit bedarf daher einer neuen ökologischen Radikalität, die sich konsequent an der Funktionstüchtigkeit der Ökosysteme ausrichtet", so die Forderung von Ibisch und Schmidt.
Das Primat des Wirtschaftswachstums beenden, Die ZEIT 1.12.09

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Chancengleichheit? Fehlanzeige! 
Mittwoch, 9. Dezember 2009 - Studien
Dass Frauen in Führungsetagen Mangelware sind, haben bereits verschiedene Studien festgestellt. Fehlende Chancengleichheit ist jedoch nicht nur bei den Top-Jobs ein Thema. Eine repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Die diesbezüglichen betrieblichen Aktivitäten stagnieren seit Jahren auf niedrigem Niveau. 90 Prozent der Unternehmen der Privatwirtschaft gaben an, keinerlei Vereinbarungen zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zu treffen - so wenige waren es auch, als die Rot-Grüne Koalition 2001 die freiwillige Vereinbarung zur Chancengleichheit beschloss. Vereinbarungen werden vor allem von Großunternehmen geschlossen, so dass sie immerhin 20 Prozent der Beschäftigten zugute kommen. Häufig betreffen diese Regelungen die Elternzeit, sechs Prozent bieten Lösungen zur Kinderbetreuung an, fünf Prozent fordern explizit den weiblichen Nachwuchs. Die Studie bemängelt, dass vor allem Betriebe, die auf gut ausgebildete Frauen angewiesen sind, sich des Themas Gleichstellung annehmen. Die große Mehrheit habe indes noch nicht erkannt, dass solche personalpolitischen Maßnahmen auch dem Unternehmensimage dienen.
Männer sind am Drücker, taz 30.11.09

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Mitten im Konkurrenzkampf 
Dienstag, 8. Dezember 2009 - Arbeit
In vielen Unternehmen sorgt gegenwärtig alleine die Angst vor den Folgen der Wirtschaftskrise für eine verstärkte Ellenbogenmentalität. So berichtet das Handelsblatt, das Mobbinattacken zunehmen, Mitarbeiter sich aus Angst vor Entlassungen einen Wettkampf in freiwilliger Mehrarbeit liefern und vor dem Chef alle lieber in Deckung gehen. Eine besonders große Belastung sei dabei das "Gefühl, der Willkür des Arbeitgebers ausgesetzt zu sein", so Arbeitspsychologe Michael Kastner. Eine Studie der Universität Cambridge zeigt: Die Angst vor Entlassungen führt zu gesundheitsschädigendem Dauerstress. Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren, können hingegen aufatmen und fühlen sich bereits nach wenigen Monaten wieder deutlich stabiler. Auch versuchen immer mehr Firmen, sich selbst bei kleinsten Verfehlungen ihrer Mitarbeiter zu entledigen. So nahmen beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die Arbeitsrechtsklagen gegenüber 2008 um 11,5 Prozent zu.
Wirtschaftskrise macht Arbeitnehmer einsam, HB 27.11.09

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Krise will gelernt sein 
Montag, 7. Dezember 2009 - Management
Mit konventionellen Führungsstrategien kommt man in der Krise nicht weiter, denn in Zeiten besonderer Herausforderungen stellen die Mitarbeiter besondere Erwartungen an ihre chefs. Eine repräsentative Umfrage der Personalberatung Rundstedt HR Partners aus Düsseldorf zeigt: In Deckung gehen, ist nicht. 66,6 Prozent der 1.000 Befragten wollen Klartext hören und über die aktuelle Lage und Zukunftsaussichten des Unternehmens informiert werden. Eine offene Diskussion über Wege aus der Krise wünschen sich 56,6 Prozent der Mitarbeiter - und möchten in die Lösungsfindung eingebunden werden. 49 Prozent sind bereit, auch unangenehmen Tatsachen ins Auge zu sehen und wollen frühzeitig wissen, wenn ein Stellenabbau geplant ist. Auf Durchhalteparolen vom Chef reagieren hingegen nur 13,2 Prozent positiv. Demonstrative Ruhe und Gelassenheit stoßen nur bei 18,7 Prozent der Befragten auf ein positives Echo.
So machen Chefs alles richtig, SZ 1.12.09

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Achtsamkeit regeneriert die Nervenzellen 
Freitag, 4. Dezember 2009 - Arbeit
Stress und Burn-out werden von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit Nummer eins eingeschätzt. Ralf Tscherpel vom Beratungsunternehmen BaLiOGO geht beispielsweise davon aus, dass Stress "das Gehirn verwüstet", denn unter chronischer Belastung sei es dem Frontalhirn nicht mehr möglich, die Emotionen zu regulieren. Die Folge: Neuronenfortsätze ziehen sich zurück und sterben ab und die Betroffenen werden unflexibel und können mit ihren Gefühlen nur noch schwer umgehen. Tscherpel hält nichts von oberflächlichen Pauschalbetrachtungen und Ratschlägen wie Sport zu treiben oder andere Formen des Ausgleichs zu finden. Er meint: Stress ist subjektiv und deshalb müssen Maßnahmen zur Abhilfe emotional berühren. Die wichtigste Strategie: die eigenen Bedürfnisse entdecken. Achtsamkeit könne dabei helfen, sich emotionale Reaktionen bewusster zu machen und nicht mehr blind zu reagieren. Positive Folge eines Achtsamkeitstrainings: Die Nervenzellen können sich regenerieren, was sich positiv auf die Empathie und die Planungsfähigkeit auswirke. BaLiOGO arbeitet mit einem Anti-Stress-Konzept, das die neuesten Ergebnisse der Neurowissenschaften und der Motivationspsychologie mit dem Erfahrungswissen östlicher Philosophie verbindet.
Wie Stress das Gehirn verwüstet, Gmünder Tagespost 26.11.09

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Produktivitätskiller Meeting 
Donnerstag, 3. Dezember 2009 - Studien
Die Wirtschaft schafft es immer wieder, ihre Produktivitätsbemühungen zu konterkarieren. So dokumentiert die internationale Studie Workplace Survey 2009 des Personaldienstleisters Robert Half, dass 31,5 Prozent aller Meeting überflüssig sind. Ausufernde Diskussionen, schlechte Vorbereitung, das Fehlen der wichtigen Ansprechpartner und unklare Ziele sind die Gründe dafür. Schon 52 Prozent der deutschen Unternehmen reagieren und haben zumindest einen konferenzfreien Tag pro Woche eingeführt. In anderen Ländern praktiziert dies immerhin ein Viertel der Firmen. 39 Prozent der Mitarbeiter sind der Ansicht, dass sie ohne Meeting produktiver sind. 53 Prozent der Angestellten aus den Unternehmen mit konferenzfreien Tagen meinen hingegen, dass sie nicht produktiver würden. Vielleicht weil sie am "freien" Tag schon damit beschäftigt sind, sich auf die Meetingmarathons der restlichen vier Tage der Woche vorzubereiten?
Jedes dritte Meeting ist überflüssig, FTD 13.11.09

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