Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 
Montag, 22. Dezember 2014 - sonstiges
think.work.different macht Ferien! Wir wünschen allen LeserInnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen wunderbaren Start ins neue Jahr. Ab 12. Januar sind wir wieder mit frischen News für Sie da.

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Ungleichheit wird zur Wachstumsbremse 
Freitag, 19. Dezember 2014 - Studien
Ein neues OECD-Papier zeigt: Die ungleiche Einkommensverteilung weltweit wirft nicht nur soziale Fragen auf, sondern hat handfeste negative wirtschaftliche Konsequenzen. Während in den 1980er Jahren die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung noch fünf Mal mehr verdienten als die ärmsten zehn Prozent, ist dieses Verhältnis heute auf sieben zu eins gestiegen. Die OECD-Analysen legen nahe, dass die größer werdende Ungleichheit sich negativ auf das mögliche wirtschaftliche Wachstum auswirkt. Stieg in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt zwischen 1990 und 2010 inflationsbereinigt um etwa 26 Prozent, hätte es um sechs Prozentpunkte höher ausfallen können, wenn die wirtschaftliche Ungleichheit in diesem Zeitraum nicht zugenommen hätte. Laut OECD liege dies vor allem daran, dass Ärmere weniger in Bildung investierten. Seien die Bildungschancen indes gleicher verteilt, komme dies der Gesamtwirtschaft verstärkt zugute.
Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wächst - und lähmt das Wachstum, Manager Magazin 9.12.14

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Wenn das Leben mehr will als Arbeit 
Donnerstag, 18. Dezember 2014 - Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet in einem Beitrag wieder einmal das Thema Downshifting und zeigt dabei, wie sich unser Verhältnis zur Arbeit immer mehr zu verschieben scheint. War über die Jahrhunderte das, was wir heute unter Vollerwerbstätigkeit verstehen, zunächst eine Notwendigkeit der Subsistenzwirtschaft - die bäuerliche Selbstversorgung kannte schlicht so gut wie keine Pausen, haben wir seit der industriellen Revolution dieses Paradigma schlicht nie hinterfragt. Die Differenzierung unserer Lebensverhältnisse hat letztlich unser Menschsein an sich über die Zeit immer reicher werden lassen, und in Anbetracht der realen Vielfalt von Lebensmöglichkeiten erscheint es immer mehr Menschen beinahe schon als wider ihre Natur, den größten Teil ihrer Lebenszeit allein auf "arbeitende" Tätigkeiten zu beschränken. In Großbritannien sind bereits 57 Prozent der Bevölkerung von der Idee einer Vier-Tage-Woche angetan, und sogar 71 Prozent glauben, dass weniger zu arbeiten die Menschen glücklicher machen würde. In Deutschland würden einer Studie des Familienministeriums zufolge gerne drei Viertel der Männer und die Hälfte der Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren. Die finanziellen Einbußen, die mit einer geringeren Arbeitszeit verbunden sind, dürften dabei nur einer der Gründe sein, warum dieser Trend bisher eher in den Köpfen denn in der Welt selbst zuhause ist. Denn gerade in Deutschland ist die Teilzeitkultur immer noch vor allem weiblich. In den letzten 20 Jahren sank die Wochenarbeitszeit von Frauen von 34 auf 30,5 Stunden, die der Männer von 41,8 auf 39,8 Stunden. Der britische Ökonom John Maynard Keynes prognostizierte 1930, dass wir in 100 Jahren (wir hätten also noch gut 15 Jahre Zeit) nur noch 15 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Gemessen an der wirtschaftlichen Produktivität könnten wir diesem Ideal schon heute recht nahe kommen - wenn der volkswirtschaftliche Wohlstand gleicher verteilt wäre. Denn noch sind es hauptsächlich die Gutverdiener, die sich leisten können, weniger zu arbeiten - dies allerdings nur in seltenen Fällen auch tun, weil wir weiterhin daran festhalten, Jobs allein als Vollzeitmodell zu denken. doch der kulturelle Wandel in den Köpfen wird sich nicht aufhalten lassen. Die viel beobachtete Generation Y lebt in ihren Haltungen bereits in einen Wandel hinein, der auch die typischen Vollerwerbsmodelle in Frage stellt. Und je mutiger wir sind, es nicht bei unserer Einstellung zu belassen, sondern ihr auch konkreten Ausdruck zu verleihen, umso leichter dürften sich auch die äußeren Voraussetzungen der Arbeitswelt verändern lassen.
Wenn doch bloß drei Tage Wochenende wäre, SZ 7.12.14

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Vortrag zur Entwicklung von Kommunikation zum Download 
Mittwoch, 17. Dezember 2014 - sonstiges
Auf der diesjährigen Herbstakademie habe ich einen Vortrag zur Entwicklung all der Perspektiven von Kommunikation, die heute zu unserem meist unbewusst genutzten Sprachrepertoire gehören, gehalten. Neben den Klassikern wie wissenschaftlich-rationalem Sprechen oder auch der mitfühlenden Kommunikation, die durch Methoden wie die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg längst sehr verbreitet ist, versuche ich auch dafür zu sensibilisieren, welche weiteren Potentiale sich im Sprechen ergeben können, wenn wir ein Gespräch nicht nur als etwas betrachten, das zwischen Individuen geschieht, sondern wir auch den größeren Raum des Daseins selbst mit einbeziehen. Otto Scharmer mit seinem U-Prozess oder auch der Bohmsche Dialog zeigen bereits, dass es möglich ist, sich durch bewusste Gespräche in ein künftig Mögliches hineinzubewegen. Eine Entfaltungsbewegung, die bei der Herbstakademie selbst auch aktiv praktiziert wurde, den die dort verwendeten Evolutionären Dialoge liefern Anhaltspunkte dafür, wie sich die Bewusstheit im Gespräch gezielt fördern lässt.
Download des Vortrags "Perspektiven der Kommunikation"

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Therapiemethoden für besseres Führen 
Dienstag, 16. Dezember 2014 - Management
In einem Beitrag des Harvard Business Managers beschreibt Lisa Buckingham, Personalchefin des Finanzdienstleisters Lincoln Financial, wie sich Elemente etablierter Therapiemethoden, beispielsweise aus dem 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker, auf die Arbeitswelt übertragen lassen und welche Veränderungen dadurch möglich werden. Das Verändern dysfunktionaler Gewohnheiten, in Therapien wesentliches Moment für konstruktive Veränderungen, kann auch im Business eine Menge bewirken. So viel Buckingham auf, dass im eigenen Unternehmen Meetings häufig zu spät begannen und Mitarbeiter nicht aufmerksam bei der Sache waren, weil sie mit ihren Handys beschäftigt waren. Die Personalerin führte es ein, dass Besprechungen grundsätzlich pünktlich starteten - und Mitarbeiter zum Telefonieren den Raum verließen. Auch die Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit, die für Therapiesituationen üblich ist, führte bei dem Finanzdienstleister zu wesentlichen Veränderungen in der Arbeitskultur. Meetings werden dort inzwischen mit einer kurzen Phase des persönlichen Austauschs begonnen, wodurch eine Nähe entstehe, die es den Mitarbeitern erlaube, sich zu öffnen und auch verletzbar zu zeigen, was den Teamzusammenhalt fördere. Auch ist es im Unternehmen inzwischen üblich, Erfolge, und seien sie noch zu klein, bewusst zu feiern - sei es durch eine Dankes-Mail oder auch mal einen Blumenstrauß.
Lernen von den Anonymen Alkoholikern, HBM 4.12.14

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Mentaler Kontrast erleichtert es, Träume zu erfüllen 
Montag, 15. Dezember 2014 - Arbeit
Positives Denken kann in eine Sackgasse führen, findet die Professorin für Pädagogische Psychologie und Motivation an der Universität Hamburg Gabriele Oettingen. Sich die Erfüllung von Wünschen im Geiste auszumalen, könne zwar positive Gefühle hervorrufen, aber führe nicht zwangsläufig zu ihrer Erfüllung. Im Gegenteil: Das virtuelle Wohlgefühl könne einem sogar die Energie rauben, Pläne in die Tat umzusetzen. "Mentales Kontrastieren ist eine mentale Strategie, die auf Zukunftsträumen basiert, aber hier nicht stehen bleibt, sondern die positiven Zukunftsphantasien mit einem klaren Bewusstsein für die widerständige Realität anreichert. Die Lösung ist nicht, auf Träume und positives Denken zu verzichten. Es geht vielmehr darum, unsere Fantasien motivational zu nutzen - dadurch, dass wir sie dem gegenüberstellen, was uns oft zu ignorieren geraten wird: nämlich die Hindernisse in uns, die Sperren, die uns vom Handeln abhalten, die uns im Wege stehen. Mentales Kontrastieren, so zeigt eine Vielzahl von Studien, führt dazu, dass wir Pläne machen und Kraft gewinnen zur Umsetzung unserer Wünsche, wenn diese wichtig und auch erreichbar sind; mentales Kontrastieren führt aber auch dazu, dass wir unsere Energie in andere vielversprechendere Projekte investieren können, wenn die Wünsche nicht erreichbar oder am Ende doch nicht so wichtig sind", so Oettingen. Sie rät dazu, sich aktiv mit möglichen Hindernissen auseinanderzusetzen und konkrete Strategien zu entwickeln, wie sich diese überwinden lassen. Bei Gedankenspielen wie diesen zeige sich schnell, ob sich Wünsche wirklich umsetzen lassen. Auch die Erkenntnis, dass etwas unmöglich ist, sei dabei nicht negativ - denn sie erleichtere es, sich von Träumen, die immer Träume bleiben werden, zu verabschieden und die eigene Energie auf Dinge zu richten, die sich verwirklichen lassen.
Hört endlich auf zu Träumen! WiWo 3.12.14

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Führungskräfte haben kaum Zeit zum Führen 
Freitag, 12. Dezember 2014 - Studien
Zu wenig Zeit zum Führen - 79 Prozent der in einer Umfrage des Instituts für Beschäftigung und Employability befragten 665 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz klagen darüber. Als größte Herausforderung empfinden 72 Prozent das Managen von Veränderungen wie interne Strukturierungen oder die digitale Transformation des Unternehmens. 52 Prozent ringen mit der wachsenden Komplexität im Business. Und 44 Prozent fühlen sich von der Wahrnehmung der Vorbildfunktion, die mit ihrer Rolle verbunden ist, besonders herausgefordert. Bei den wesentlichen Aufgaben, die die Führungskräfte selbst sehen, zeigt sich, wie wichtig hier die soziale Dimension ist. 71 Prozent betrachten es als wichtig, eine Feedback-Kultur zu etablieren, 68 Prozent ist es wichtig, die Mitarbeiter zu motivieren und 66 Prozent wollen ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. So nennen denn auch 70 Prozent der Befragten die Sozialkompetenz als wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft.
Weniger Fachwissen, mehr Sozialkompetenz, FAZ 28.11.14

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Unsere Sprache prägt unsere Haltungen 
Donnerstag, 11. Dezember 2014 - Studien
Möglicherweise hat die Sprache, die wir sprechen, größeren Einfluss auf unser Innenleben, als wir bisher glauben. Der Yale-Ökonom Keith Chen untersuchte in einer Studie den möglichen Zusammenhang zwischen der Grammatik verschiedener Sprache und dem Verhalten ihrer Sprecher im Hinblick auf das Rauch- und Sparverhalten. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Sprachen, die für die Beschreibung der Zukunft eine eigene Zeitform benötigen, und den so genannten "zukunftslosen" Sprachen, in denen sich Künftiges auch im Präsens beschreiben lässt. Im Deutschen beispielsweise ist diese zukunftslose Beschreibung möglich - morgen regnet es. Im Englischen hingegen ist es notwendig, Futur zu gebrauchen - it will rain tomorrow. In Chens Studie, die auf Daten aus 76 Ländern basiert, wurde deutlich, dass Menschen mit zukunftslosen Sprache eine 31 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, Geld zu sparen, 39 Prozent mehr Vermögen beim Renteneintritt aufweisen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 24 Prozent eher Nichtraucher sind, zu 29 Prozent eher Sport treiben und ein um 13 Prozent geringeres Risiko haben, fettleibig zu werden. Ein gegenüber der Studie geäußerter Einwand ist, dass die alleinige Sprachbetrachtung kulturelle Faktoren ausklammere. Doch eine Studie des Verhaltensökonom Matthias Sutter weist in eine Richtung, die Chens Erkenntnisse eher stützt. Sutter untersuchte in Südtirol die Geduld von Grundschülern, und zwar in Meran, wo zu gleichen Teilen Deutsch und Italienisch gesprochen wird. Die Kinder konnten sich für weniger Geschenke, die sie nach einer kurzen Zeitspanne erhielten, und mehr Geschenken, auf die sie länger warten mussten, entscheiden. Im gleichen kulturellen Umfeld erwiesen sich hier die deutschsprachigen Schüler geduldiger als die italienischsprachigen.
Sparst du oder wirst du sparen? Zeit online 2.12.14

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