Vortrag zur Entwicklung von Kommunikation zum Download 
Mittwoch, 17. Dezember 2014 - sonstiges
Auf der diesjährigen Herbstakademie habe ich einen Vortrag zur Entwicklung all der Perspektiven von Kommunikation, die heute zu unserem meist unbewusst genutzten Sprachrepertoire gehören, gehalten. Neben den Klassikern wie wissenschaftlich-rationalem Sprechen oder auch der mitfühlenden Kommunikation, die durch Methoden wie die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg längst sehr verbreitet ist, versuche ich auch dafür zu sensibilisieren, welche weiteren Potentiale sich im Sprechen ergeben können, wenn wir ein Gespräch nicht nur als etwas betrachten, das zwischen Individuen geschieht, sondern wir auch den größeren Raum des Daseins selbst mit einbeziehen. Otto Scharmer mit seinem U-Prozess oder auch der Bohmsche Dialog zeigen bereits, dass es möglich ist, sich durch bewusste Gespräche in ein künftig Mögliches hineinzubewegen. Eine Entfaltungsbewegung, die bei der Herbstakademie selbst auch aktiv praktiziert wurde, den die dort verwendeten Evolutionären Dialoge liefern Anhaltspunkte dafür, wie sich die Bewusstheit im Gespräch gezielt fördern lässt.
Download des Vortrags "Perspektiven der Kommunikation"

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Therapiemethoden für besseres Führen 
Dienstag, 16. Dezember 2014 - Management
In einem Beitrag des Harvard Business Managers beschreibt Lisa Buckingham, Personalchefin des Finanzdienstleisters Lincoln Financial, wie sich Elemente etablierter Therapiemethoden, beispielsweise aus dem 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker, auf die Arbeitswelt übertragen lassen und welche Veränderungen dadurch möglich werden. Das Verändern dysfunktionaler Gewohnheiten, in Therapien wesentliches Moment für konstruktive Veränderungen, kann auch im Business eine Menge bewirken. So viel Buckingham auf, dass im eigenen Unternehmen Meetings häufig zu spät begannen und Mitarbeiter nicht aufmerksam bei der Sache waren, weil sie mit ihren Handys beschäftigt waren. Die Personalerin führte es ein, dass Besprechungen grundsätzlich pünktlich starteten - und Mitarbeiter zum Telefonieren den Raum verließen. Auch die Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit, die für Therapiesituationen üblich ist, führte bei dem Finanzdienstleister zu wesentlichen Veränderungen in der Arbeitskultur. Meetings werden dort inzwischen mit einer kurzen Phase des persönlichen Austauschs begonnen, wodurch eine Nähe entstehe, die es den Mitarbeitern erlaube, sich zu öffnen und auch verletzbar zu zeigen, was den Teamzusammenhalt fördere. Auch ist es im Unternehmen inzwischen üblich, Erfolge, und seien sie noch zu klein, bewusst zu feiern - sei es durch eine Dankes-Mail oder auch mal einen Blumenstrauß.
Lernen von den Anonymen Alkoholikern, HBM 4.12.14

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Mentaler Kontrast erleichtert es, Träume zu erfüllen 
Montag, 15. Dezember 2014 - Arbeit
Positives Denken kann in eine Sackgasse führen, findet die Professorin für Pädagogische Psychologie und Motivation an der Universität Hamburg Gabriele Oettingen. Sich die Erfüllung von Wünschen im Geiste auszumalen, könne zwar positive Gefühle hervorrufen, aber führe nicht zwangsläufig zu ihrer Erfüllung. Im Gegenteil: Das virtuelle Wohlgefühl könne einem sogar die Energie rauben, Pläne in die Tat umzusetzen. "Mentales Kontrastieren ist eine mentale Strategie, die auf Zukunftsträumen basiert, aber hier nicht stehen bleibt, sondern die positiven Zukunftsphantasien mit einem klaren Bewusstsein für die widerständige Realität anreichert. Die Lösung ist nicht, auf Träume und positives Denken zu verzichten. Es geht vielmehr darum, unsere Fantasien motivational zu nutzen - dadurch, dass wir sie dem gegenüberstellen, was uns oft zu ignorieren geraten wird: nämlich die Hindernisse in uns, die Sperren, die uns vom Handeln abhalten, die uns im Wege stehen. Mentales Kontrastieren, so zeigt eine Vielzahl von Studien, führt dazu, dass wir Pläne machen und Kraft gewinnen zur Umsetzung unserer Wünsche, wenn diese wichtig und auch erreichbar sind; mentales Kontrastieren führt aber auch dazu, dass wir unsere Energie in andere vielversprechendere Projekte investieren können, wenn die Wünsche nicht erreichbar oder am Ende doch nicht so wichtig sind", so Oettingen. Sie rät dazu, sich aktiv mit möglichen Hindernissen auseinanderzusetzen und konkrete Strategien zu entwickeln, wie sich diese überwinden lassen. Bei Gedankenspielen wie diesen zeige sich schnell, ob sich Wünsche wirklich umsetzen lassen. Auch die Erkenntnis, dass etwas unmöglich ist, sei dabei nicht negativ - denn sie erleichtere es, sich von Träumen, die immer Träume bleiben werden, zu verabschieden und die eigene Energie auf Dinge zu richten, die sich verwirklichen lassen.
Hört endlich auf zu Träumen! WiWo 3.12.14

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Führungskräfte haben kaum Zeit zum Führen 
Freitag, 12. Dezember 2014 - Studien
Zu wenig Zeit zum Führen - 79 Prozent der in einer Umfrage des Instituts für Beschäftigung und Employability befragten 665 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz klagen darüber. Als größte Herausforderung empfinden 72 Prozent das Managen von Veränderungen wie interne Strukturierungen oder die digitale Transformation des Unternehmens. 52 Prozent ringen mit der wachsenden Komplexität im Business. Und 44 Prozent fühlen sich von der Wahrnehmung der Vorbildfunktion, die mit ihrer Rolle verbunden ist, besonders herausgefordert. Bei den wesentlichen Aufgaben, die die Führungskräfte selbst sehen, zeigt sich, wie wichtig hier die soziale Dimension ist. 71 Prozent betrachten es als wichtig, eine Feedback-Kultur zu etablieren, 68 Prozent ist es wichtig, die Mitarbeiter zu motivieren und 66 Prozent wollen ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. So nennen denn auch 70 Prozent der Befragten die Sozialkompetenz als wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft.
Weniger Fachwissen, mehr Sozialkompetenz, FAZ 28.11.14

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Unsere Sprache prägt unsere Haltungen 
Donnerstag, 11. Dezember 2014 - Studien
Möglicherweise hat die Sprache, die wir sprechen, größeren Einfluss auf unser Innenleben, als wir bisher glauben. Der Yale-Ökonom Keith Chen untersuchte in einer Studie den möglichen Zusammenhang zwischen der Grammatik verschiedener Sprache und dem Verhalten ihrer Sprecher im Hinblick auf das Rauch- und Sparverhalten. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Sprachen, die für die Beschreibung der Zukunft eine eigene Zeitform benötigen, und den so genannten "zukunftslosen" Sprachen, in denen sich Künftiges auch im Präsens beschreiben lässt. Im Deutschen beispielsweise ist diese zukunftslose Beschreibung möglich - morgen regnet es. Im Englischen hingegen ist es notwendig, Futur zu gebrauchen - it will rain tomorrow. In Chens Studie, die auf Daten aus 76 Ländern basiert, wurde deutlich, dass Menschen mit zukunftslosen Sprache eine 31 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, Geld zu sparen, 39 Prozent mehr Vermögen beim Renteneintritt aufweisen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 24 Prozent eher Nichtraucher sind, zu 29 Prozent eher Sport treiben und ein um 13 Prozent geringeres Risiko haben, fettleibig zu werden. Ein gegenüber der Studie geäußerter Einwand ist, dass die alleinige Sprachbetrachtung kulturelle Faktoren ausklammere. Doch eine Studie des Verhaltensökonom Matthias Sutter weist in eine Richtung, die Chens Erkenntnisse eher stützt. Sutter untersuchte in Südtirol die Geduld von Grundschülern, und zwar in Meran, wo zu gleichen Teilen Deutsch und Italienisch gesprochen wird. Die Kinder konnten sich für weniger Geschenke, die sie nach einer kurzen Zeitspanne erhielten, und mehr Geschenken, auf die sie länger warten mussten, entscheiden. Im gleichen kulturellen Umfeld erwiesen sich hier die deutschsprachigen Schüler geduldiger als die italienischsprachigen.
Sparst du oder wirst du sparen? Zeit online 2.12.14

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Deformierender Konformitätsdruck 
Mittwoch, 10. Dezember 2014 - Arbeit
Die FAZ geht in einem Beitrag der Frage nach, wie sehr der wachsende Konformitätsdruck im Arbeitsleben den Beschäftigten zusetzen kann. In der Organisationsforschung werde üblicherweise zwischen Einstellungs- und Anpassungskonformität unterschieden. Diejenigen, die Meinungen oder Normen, die im Arbeitskontext gelten, einfach verinnerlichen, scheinen es noch am leichtesten zu haben, da sie erfahrungsgemäß im Job wunderbar zurecht kommen und sich kaum an den äußeren Gegebenheiten reiben. Diejenigen hingegen, die sich zwar äußerlich anpassen, aber bei ihrer abweichenden inneren Haltung bleiben, laufen Gefahr, sich in eine Auszehrung zu treiben. Die zunehmende Arbeit in Teams und flache Hierarchien führten dazu, dass sich der Druck zur Leistungskonformität stetig erhöhe. Aufgaben abzulehnen, weil man ohnehin schon überlastet ist, erscheine in vielen Arbeitsumgebungen nicht opportun - "wer weniger leistet, fliegt raus" sei oft das unausgesprochene Motto, das durch offensive Geringschätzung, subtile Ausgrenzung oder Mobbing etabliert werde. Für Einstellungskonforme dürfte dies kein Problem sein - sie leisten munter und finden es vielleicht sogar gut, ihre eigenen Grenzen aus den Augen zu verlieren. Doch die Anpassungskonformen hängen nicht nur in der Leistungsspirale, sondern tun dies sehenden Auges und in innerem Widerstand. Da ist doppelte Auszehrung vorprogrammiert.
Was die Arbeit mit mir macht, FAZ 26.11.14

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Zocken untergräbt die Moral von Gesellschaften 
Dienstag, 9. Dezember 2014 - Arbeit
Zeit online hat einen Auszug aus einem Vortrag des politischen Philosophen Michael J. Sandel veröffentlicht, in dem der Harvard-Professor der Frage nachgeht, wie das sich in der Wirtschaft immer mehr verbreitende Spekulieren auf die Moral einer Gesellschaft auswirkt. Während konventionelle Investitionen der Herstellung nützlicher Güter und Dienstleistungen dienten, sei Zocken eine reine Form der Unterhaltung oder eine Möglichkeit zum Geldverdienen, bei der keine nützlichen Produktionen abfielen. In den letzten Jahren sei die Unterscheidung zwischen diesen unterschiedlichen Wirkungen immer stärker in den Hintergrund gerückt, was wesentliche moralische Konsequenzen habe: "Abgesehen von den Systemrisiken und wirtschaftlichen Schäden, die eine rücksichtslose, wild ausufernde Spekulation mit sich bringen kann, entstehen auch moralische Kosten: Wenn Spekulationen, die keinem erkennbaren nützlichen Zweck dienen, belohnt werden, wirkt sich das zersetzend auf den Charakter aus. Sie zersetzen nicht nur den Charakter einzelner Menschen, sondern auch die Tugenden und Einstellungen, die eine gerechte Gesellschaft ausmachen." Laut Sandel steht der Zunahme des Spekulativen in der Wirtschaft eine vergleichsweise stabile Einstellung gegenüber, nämlich die Annahme, dass Erfolg - in diesem Falle der wirtschaftliche - immer mehr oder weniger mit einem Verdienst (gegenüber der Allgemeinheit beispielsweise) verbunden sei. Doch dies sei immer weniger der Fall: "Diese Spannung zwischen unserer Überzeugung, dass nützliche Arbeit belohnt wird oder werden sollte, und der Art, wie die Wirtschaft Belohnungen tatsächlich zuweist, ist eine zunehmende Quelle von Dissonanz und Frustration. Wir spüren, dass sich harte Arbeit und Fairness immer weniger auszahlen, und dies gilt insbesondere für die Menschen in der Mitte oder am unteren Ende der Einkommensskala. Daher klingt es zunehmend nach einer hohlen Phrase, wenn Politiker und Leitartikler die Ethik der Arbeit beschwören."
Warum Zocken den Charakter verdirbt, Zeit online 17.11.14

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Weniger Burn-outs, aber keine Entwarnung 
Montag, 8. Dezember 2014 - Studien
Laut Meldungen der Krankenkasse DAK sind in den letzten zwei Jahren die Krankschreibungen aufgrund einer Burn-out-Diagnose deutlich zurückgegangen. Grund dafür könnte eine differenziertere Diagnose-Praxis sein, denn gleichzeitig stieg die Zahl der Depressions-Diagnosen an. 2012 verbuchte die DAK pro 1.000 Versicherte noch 100 Fehltage aufgrund von Burn-out, im Folgejahr sank die Zahl auf 67 Tage. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends waren es noch lediglich 6 Tage gewesen. Bei den Depressionen hat sich indes die Zahl der Fehltage innerhalb der letzten 13 Jahre um 178 Prozent erhöht. 2013 beliefen sich die Kosten der DAK für psychische Erkrankungen auf 237 Millionen Euro - ein Anstieg um 15 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Laut Deutscher Rentenversicherung leiden gegenwärtig fast 43 Prozent der Bezieher einer Erwerbsminderungsrente unter psychischen Störungen.
Auf dem Rückzug, FAZ 25.11.14

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