Zu wenig Schlaf hat verheerende Wirkungen 
Mittwoch, 7. Dezember 2016 - Wissenschaft
In der 24/7-Arbeitskultur erscheint Schlaf eine vernachlässigenswerte Dimension. Wer weniger schläft, hat mehr Zeit zum Arbeiten, ist ein implizites Motto der heutigen Leistungskultur. Dabei kann zu wenig Schlaf erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben. Wer weniger als sechs Stunden schläft und dies regelmäßig (in Deutschland sind das neun Prozent der Bevölkerung), erhöht die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, um 13 Prozent. Die mit Schlafmangel verbundene verminderte Leistungsfähigkeit hat auch wirtschaftliche Konsequenzen. So errechnete die Denkfabrik Rand Europe, dass in Deutschland pro Jahr mehr als 200.000 Krankheitstage durch Übermüdung und deren Folgen entstehen, was die Wirtschaft rund 60 Milliarden Dollar pro Jahr koste. Das sind immerhin 1,56 Prozent des jährlichen BIP.
Übermüdete Mitarbeiter verursachen Milliarden-Kosten, WiWo 30.11.16

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Kampfkunst als Weg der Selbstkultivierung 
Dienstag, 6. Dezember 2016 - Management
Zu kämpfen, ist für viele Führungskräfte eine Selbstverständlichkeit. Doch nicht immer steht diese Kämpfermentalität auch im Kontext eines positiven Erreichens von Zielen. Im Interview mit der Zeit erklärt die Taekwondo-Meisterin Sunny Graff, dass Kampfsport Führenden dabei helfen kann, das eigene Wirken von den äußeren Kämpfen weg zu verlagern auf die innere Dimension, auf das eigene Verhältnis zur Umwelt. Was ist es, was Manager hier lernen können? "Respekt, Selbstkontrolle und Harmonie von Körper, Geist und Emotionen – und das wirkt nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf andere. Es geht gar nicht ums Gewinnen. Sondern es geht darum, mit Leichtigkeit ans Ziel zu kommen – und dabei im Einklang mit sich und anderen zu sein", so Graff. In den Augen der Teakwondo-Meisterin ermöglicht die Kampfkunst eine Form der inneren Selbstkultivierung: "Wer führen will, muss sich selbst unter Kontrolle, sowie Respekt für sich selbst und andere haben. Er oder sie muss klar in seinen oder ihren Gedanken sein und die Fähigkeit besitzen, intuitiv handeln zu können. Schließlich treffen Führungskräfte für andere wichtige Entscheidungen und brauchen dafür einen klaren Kopf. Oft sind Führungskräfte aber mit ganz anderen Dingen beschäftigt, immerhin haben sie vielfältige Aufgaben. Dann muss die Entscheidung aus dem Bauch getroffen werden. Eine Leichtigkeit für diejenigen, die Kontakt zu ihrem Mittelpunkt haben und sowohl mit ihrem Körper als auch ihrem Geist im Einklang sind."
Aus einer solchen Perspektive könnte ein neues Führungsverständnis erwachsen.
"Wenn man plötzlich merkt, wie stark man ist", Zeit online 30.11.16

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Kongress Meditation & Wissenschaft 2016 
Montag, 5. Dezember 2016 - Wissenschaft
Meditation kommt immer mehr in der modernen Welt an und findet zunehmend Resonanz nicht nur in Medizin und Therapie, sondern auch im Business. Ich hatte die große Ehre, dieses Jahr zum vierten Mal für drei Stiftungen den Kongress "Meditation & Wissenschaft" zu organisieren, der vor einer Woche in Berlin stattgefunden hat und mit mehr als 520 Teilnehmenden komplett ausgebucht war. Besonders beeindruckend war für mich die Podiumsdiskussion zur Frage, wie viel Meditation das Business verträgt und wie viel Business die Meditation. Moderiert vom Zen-Lehrer Paul J. Kohtes sprachen Mounira Latrache von Google, Peter Bostelmann von SAP, Peter Terium von RWE und Erich Harsch von dm darüber, wie das Thema Achtsamkeit dabei ist, in der Arbeitswelt Spuren zu hinterlassen. SAP und Google beispielsweise haben in den letzten Jahren interne Programme entwickelt, die von den Mitarbeitern selbst getragen werden, so dass Meditation beginnt, zu einem nicht unwesentlichen Teil der Unternehmenskultur zu werden. Peter Terium, der selbst seit vielen Jahren meditiert, machte durch seine eigene Präsenz sehr deutlich, dass eine ernsthafte innere Zuwendung zur Dimension der Achtsamkeit weit mehr ist als nur ein nettes Gimmick, ein weiteres, neues Business-Tool. Durch ihn und seine Erfahrungen wurde deutlich, wie sehr das Meditieren Menschen stärken kann und es damit erleichtert, auch unter sehr herausfordernden Umständen sich nicht zu verlieren. Ein Highlight des Kongresses war die Videoübertragung von Jon Kabat-Zinn, dem Vater der Mindfulness-Based Stress Reduction. Selbst tief in der buddhistischen Tradition verankert, war Kabat-Zinn der Vorreiter der heutigen Mindfulness-Bewegung, weil es ihm gelang, die grundsätzliche Dimension des Meditierens auch für Menschen, die sich nicht als spirituell oder religiös verstehen, zugänglich zu machen. Die Popularität von MBSR in Medizin und Arbeitswelt geht auf sein Engagement zurück und gerade in den letzten Jahren gelingt es Kabat-Zinn zunehmend, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Meditieren nicht einfach funktionale Selbstverbesserung ist, sondern eine wesentliche Dimension des Menschseins berührt. Die Beiträge des Kongresses sind nun auch auf DVD erhältlich und im Online-Download.
Material zum Kongress "Meditation & Wissenschaft 2016"

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Viel zu viele Informationen 
Freitag, 2. Dezember 2016 - Studien
Mal schnell eine Google-Suche, sich auf ein paar Nachrichtenseiten den Überblick über das Tagesgeschehen verschaffen, Twitter-Nachrichten checken - für immer mehr Führungskräfte wird das immense Informationsangebot zur Last. Eine Umfrage im Auftrag des Beratungsunternehmens Hill+Knowlton, für die rund 1600 Führungskräfte befragt wurden, zeigt: 60 Prozent der Manager fühlen sich von der Datenflut überfordert. Der Masse an Inhalten begegnen drei Viertel der Befragten durch gezielte Selektion. So folgen sie auf Facebook und Twitter nur wenigen ausgewählten Meinungsmachern. Jeder dritten Führungskraft ist es wichtig, täglich solche Impulse von außen zu bekommen. Jeder Fünfte hat im letzten Jahr seinen Konsum solcher Beiträge deutlich erhöht. Gefragt sind hierbei vor allem inspirierende Beiträge von Vordenkern. Die Selektion könnte indes auch Nachteile haben. Die Notwendigkeit, die Datenflut zu filtern, ist nachvollziehbar, doch wer die eigenen Selektionskriterien nicht immer wieder hinterfragt, läuft auch leicht Gefahr, ob kurz oder lang die Spannweite des eigenen Radars erheblich zu verringern. Vielleicht ist gerade das, was ich nicht auf den ersten Blick als spannend empfinde, dennoch wesentlich? Diese Frage sollten wir, auch wenn Selektion nötig und hilfreich ist, immer mal wieder stellen.
Zu viele Infos für die Chefs, FAZ 27.11.16

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Intelligenz ist relativ in der Menschheitsgeschichte 
Donnerstag, 1. Dezember 2016 - Wissenschaft
Unser zeitliches Vorstellungsvermögen scheint bisweilen recht begrenzt. Menschheitsgeschichtlich sind wir die intelligenteste Spezies, die diesen Planeten bisher bewohnte. Doch schauen wir uns einmal um: Was haben wir daraus gemacht? In einer Phase der Evolution hat Intelligenz dazu geführt, dass Menschen mehr Nachkommen zeugen konnten, so dass die Intelligenteren über die Jahrtausende sich stärker vermehren konnten als ihre weniger schlauen Zeitgenossen. Doch in komplexen Lebensbedingungen wie den heutigen ist Intelligenz längst nicht mehr das Einzige, was zählt. ""Ich denke es ist eher unwahrscheinlich, dass höhere Intelligenz in den nächsten paar tausend Jahren stetig einen Vorteil bringen wird. Eher bestimmen die wechselnden und verschiedenen kulturellen Einflüssen die Anzahl der Nachkommen", sagt etwa Wolfgang Enard vom Lehrstuhl für Anthropologie und Humangenetik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er sensibilisiert für die große Zeitspanne des menschlichen Daseins. Wo wir heute Intelligenz als gegeben und unabdingbar ansehen, sind wir mit unserer Vorstellungswelt doch auch nur ein Augenblinzeln im Universum. Oder, wie es der Anthropologe ausdrückt: ""Für evolutionäre Maßstäbe ist die hochentwickelte Intelligenz mit etwa 200.000 Jahren noch sehr jung. Um als erfolgreich zu gelten, müsste sie sich schon noch einige Millionen Jahre halten."
Evolution: Wird der Mensch intelligenter? Bild der Wissenschaft 26.11.16

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Achtsamkeit zwischen Hilfe und Selbstoptimierung 
Mittwoch, 30. November 2016 - Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung geht in einem Beitrag mal wieder dem Achtsamkeitstrend im Business nach und beschreibt, wie Meditation im Bereich der Stressprävention helfen kann und es Menschen erleichtert, sich besser bei der Arbeit zu fokussieren. Die Experten geben sich allerdings zurückhaltend im Hinblick darauf, von der Praxis der Stille zu viel zu erwarten. "Wir wissen noch nicht mit Sicherheit, ob Achtsamkeit die Leistung erhöht", sagt etwa Ute Hülsheger, assoziierte Professorin an der Fakultät für Psychologie und Neurowissenschaft an der Universität Maastricht. Sie konnte in einer Studie zeigen, dass Menschen im direkten Kontakt mit anderen bei der Arbeit weniger Stress erleben, wenn sie achtsam sind. Gleichzeitig wisse man aber noch nicht, ob Achtsamkeit beispielsweise auch die Leistung erhöhe. Gerade diesbezügliche Begehrlichkeiten sehen Wissenschaftler eher kritisch. "Es besteht die Gefahr, dass dem Mitarbeiter die Verantwortung zugeschoben wird, sich noch mehr zu optimieren", so Hülsheger.
Was Achtsamkeit im Job bringt, SZ 25.11.16

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Kreativität ist kein Instant-Produkt 
Dienstag, 29. November 2016 - Studien
Eine wesentliche Grundlage von Kreativität ist Neugier. Wissenschaftler der Oregon State University untersuchten nun näher, wie sich diese Offenheit für Neues konkret auswirkt. Die Wissenschaft unterscheidet zunächst einmal zwei Arten der Neugier. Spezifische Neugier führt dazu, dass Menschen immer tiefer in eine bestimmte Materie eintauchen wollen und sich in die Lösung bestimmter Probleme vertiefen. Die diverse Neugier hingegen führt mehr in die Breite und beinhaltet eine Offenheit für Neues im allgemeinen. In einem Test mit 122 Teilnehmern ermittelten die Forscher zunächst, wie diese Arten der Neugier bei den Probanden ausgeprägt waren. Anschließend bekamen alle Studienteilnehmer verschiedene Materialien ausgehändigt, auf deren Basis sie einen Marketingplan für ein Unternehmen entwickeln sollten. Wie lange sie sich dabei mit dem Material beschäftigten, war ihnen freigestellt. Nach der Erstellung eines ersten groben Plans sollten die Probanden diesen für eine zweite Präsentation weiter ausarbeiten und konnten erneut das Material einsehen. Dabei zeigte sich: Die Probanden mit einer besonders ausgeprägten diversen Neugier beschäftigten sich deutlich länger mit dem Ausgangsmaterial und ihre Marketingideen erwiesen sich als ausgereifter, origineller und von höherer Qualität. Unter dem Strich zeigt die Studie also, dass diverse Neugier in besonderem Maße eine Basis für Kreativität legt. Für die Arbeitswelt wirft die Studie allerdings auch Fragen auf. In einer Zeit, in der vor allem Instant-Informationen und eine Schnell-schnell-Mentalität dominieren, fällt es immer schwerer, Räume zu schaffen, in denen diese Vielfalt an Informationen noch wirken kann, sich Zusammenhänge herstellen lassen und Zeit dafür ist, Inhalte mit Muse zu bewegen.
Neugier beflügelt die Kreativität, spektrum.de 25.11.16

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Medienkompetenz ist Mangelware 
Montag, 28. November 2016 - Studien
In keiner Zeit standen uns mehr Medien zur Verfügung, um uns über die Welt zu informieren. Doch scheinen wir diesem Informationsangebot eher hilflos gegenüberzustehen. Eine Studie der Stanford History Education Group jedenfalls zeigt, dass es um die Medienkompetenz junger Menschen nicht sonderlich gut bestellt ist. Die Wissenschaftler untersuchten mit 7.800 Schülern und Studenten im Alter von zehn bis 20 Jahren aus verschiedenen Bildungsmilieus, wie souverän deren Umgang mit Informationen aus dem Internet ist. Die 10- bis 14-Jährigen beispielsweise sollten auf einer Webseite Nachrichten und Werbung erkennen. Klassische Online-Banner identifizierten immerhin drei Viertel als werbliche Inhalte. Dass es sich bei "Sponsored Content" ebenfalls um Beiträge handelt, die nicht zwingend journalistischer Natur sind, wusste indes nur ein Fünftel der Probanden. Studenten bekamen Twitter-Beiträge zu einer Studie vorgelegt, in der Waffenbesitzer befragt worden waren. Durchgeführt wurde die Studie von einem renommierten Institut, Auftraggeber war eine politische Institution. Nur ein Bruchteil der Studierenden befragte diesen Gesamtkontext daraufhin, ob hier vielleicht einfach geschicktes Agenda-Setting betrieben werde. Das Fazit der Forscher ist insgesamt ernüchternd. "Die Fähigkeit junger Leute, Schlüsse aus Informationen aus dem Internet zu ziehen, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: trostlos", zitiert die Wirtschaftswoche aus der Studie.
US-Schüler können Nachrichten nicht von Werbung unterscheiden, WiWo 25.11.16

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