Uni macht nicht wirklich fit für den Job 
Dienstag, 13. Dezember 2016 - Studien
Mit der Bologna-Reform sollte das Studium besser an die Realitäten andocken und Fähigkeiten stärker vermitteln, die im Job gebraucht werden. Glaubt man einer Erhebung des ifo-Instituts unter 1.000 Unternehmen, ist diese Rechnung eher nicht aufgegangen. Vor allem in Firmen, die viele Bachelor- und Master-Absolventen einstellen, herrscht die Überzeugung, es fehle dem Arbeitnehmernachwuchs an Selbstständigkeit, Problemlösungskompetenz, Abstraktionsvermögen, der Fähigkeit zur Selbstreflexion, Grundlagenverständnis und Allgemeinbildung. Bei 32 Prozent der befragten Unternehmen ist die Zufriedenheit mit den Kenntnissen und Fähigkeiten, die die Young Professionals mitbringen, in den letzten zehn Jahren gesunden. 43 Prozent erkennen indes keine Unterschiede. Zwei Prozent sehen sogar Verbesserungen.
Personalchefs sind unzufrieden mit Uni-Absolventen, Spiegel Online 6.12.16

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Kreativität mag Grenzen 
Montag, 12. Dezember 2016 - Studien
Bei Kreativität denken wohl die meisten Menschen daran, Ideen aus dem Grenzenlosen zu schöpfen. Forscher der amerikanischen Rider University haben nun einmal das Gegenteil erprobt - was geschieht mit kreativen Prozessen, wenn man einige Vorgaben macht. Im Studiensetting sollten 105 Studierende kreative Grußpostkarten-Texte entwickeln - in einem Durchlauf ohne jedwede Vorgabe, beim anderen Durchgang erhielten sie zuvor eine Liste mit Worten, die Sie verwenden sollten. Ihre Texte wurden dann von drei unabhängigen Gutachtern auf ihren kreativen Gehalt hin bewertet. Dabei zeigte sich, dass die Texte, bei denen Worte aus der Liste benutzt worden waren, die völlig frei formulierten Grußbotschaften in Sachen Kreativität übertrumpften. Die Wissenschaftler interpretieren das Ergebnis dahingehen, dass die Verwendung ungewöhnlicher Wörter den kreativen Impuls gestärkt haben könnte. Auch helfe ein gewisser Rahmen an Vorgaben dabei, sich nicht so sehr zu verlieren und mit dem eigenen Denken mehr in die Tiefe zu gehen. Kreativität mag also grenzenlos sein, doch bekommen ihr Grenzen sehr gut.
Grenzen fördern Kreativität, Psychologie heute 1.12.16

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Lieber weniger arbeiten 
Freitag, 9. Dezember 2016 - Studien
Eine Studie der Körber Stiftung zeigt, wenn die Deutschen die Wahl hätten, würden viele von Ihnen gerne weniger arbeiten. Bei der Untersuchung mit gut 1.700 Teilnehmern ergab sich eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 37,6 Stunden - mit 31,3 Stunden wären die Befragten indes glücklicher. Wachsender Stress und die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie scheinen wesentliche Gründe für den Wunsch, das Gewicht des Jobs im eigenen Leben zu reduzieren. 40 Prozent der Befragten würden es vorziehen, sich mit dem Partner die Fürsorge für die Familie zu teilen, doch nur vier Prozent gelingt dies gegenwärtig auch. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich häufig oder sehr häufig gestresst, lediglich fünf Prozent stehen nach eigenen Angaben kaum unter Stress. In der Selbstwahrnehmung vieler Deutscher spiegelt sich eine gehörige Portion Pessimismus. Nur etwa zehn Prozent glauben, dass es nachfolgenden Generationen einmal besser gehen wir, zwei Drittel erahnen hingegen eine Verschlechterung der Lebensbedingungen. So raten die meisten Befragten den Jüngeren, sich vor allem um ihre Bildung und Ausbildung zu kümmern, zu sparen und Vorsorge zu betreiben. Bei dieser offen gestellten Frage empfahlen nur etwa zehn Prozent der jungen Generation, das Leben zu genießen und eigene Träume umzusetzen.
Lieber vier als fünf Tage arbeiten, Zeit online 1.12.16

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Ein bisschen LSD gefällig? 
Donnerstag, 8. Dezember 2016 - Arbeit
Aus den USA schwappt gerade ein neuer Selbstoptimierungstrend nach Europa. Unter denen, die gerne das Maximale aus sich herausholen möchten, wächst das Interesse an LSD. Sie werfen keine Trips ein, um high zu werden, sondern sprühen sich eine Microdosis in den Rachen, um ihre Kreativität und Leistungsfähigkeit temporär zu erhöhen. "Was Kokain für die Wallstreet in den 80er-Jahren war, könnte Microdosing für die heutige Leistungsgesellschaft werden", spekuliert die SZ. Die Wissenschaft liefert Indizien, dass LSD tatsächlich in diesem Kontext wirkungsvoll sein könnte. 1966 machte beispielsweise der US-Psychologe James Fadiman einen Versuch, bei dem er 27 Wissenschaftlern LSD und Meskalin verabreichte und sie dann schwierige physikalische und maschinenbauliche Probleme lösen lies. Der Gruppe gelang es, 40 der 44 Herausforderungen ganz oder zumindest teilweise zu lösen. Manche Anwender der Microdosen berichten von einer gesteigerten Empathie. Sie fühlen sich mehr mit ihrer Umwelt verbunden und diese tiefere Eingebundenheit scheint sie aus einem größeren Raum schöpfen zu lassen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben.
Noch ein Sprühstoß LSD vor dem Meeting? SZ 1.12.16


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Zu wenig Schlaf hat verheerende Wirkungen 
Mittwoch, 7. Dezember 2016 - Wissenschaft
In der 24/7-Arbeitskultur erscheint Schlaf eine vernachlässigenswerte Dimension. Wer weniger schläft, hat mehr Zeit zum Arbeiten, ist ein implizites Motto der heutigen Leistungskultur. Dabei kann zu wenig Schlaf erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben. Wer weniger als sechs Stunden schläft und dies regelmäßig (in Deutschland sind das neun Prozent der Bevölkerung), erhöht die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, um 13 Prozent. Die mit Schlafmangel verbundene verminderte Leistungsfähigkeit hat auch wirtschaftliche Konsequenzen. So errechnete die Denkfabrik Rand Europe, dass in Deutschland pro Jahr mehr als 200.000 Krankheitstage durch Übermüdung und deren Folgen entstehen, was die Wirtschaft rund 60 Milliarden Dollar pro Jahr koste. Das sind immerhin 1,56 Prozent des jährlichen BIP.
Übermüdete Mitarbeiter verursachen Milliarden-Kosten, WiWo 30.11.16

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Kampfkunst als Weg der Selbstkultivierung 
Dienstag, 6. Dezember 2016 - Management
Zu kämpfen, ist für viele Führungskräfte eine Selbstverständlichkeit. Doch nicht immer steht diese Kämpfermentalität auch im Kontext eines positiven Erreichens von Zielen. Im Interview mit der Zeit erklärt die Taekwondo-Meisterin Sunny Graff, dass Kampfsport Führenden dabei helfen kann, das eigene Wirken von den äußeren Kämpfen weg zu verlagern auf die innere Dimension, auf das eigene Verhältnis zur Umwelt. Was ist es, was Manager hier lernen können? "Respekt, Selbstkontrolle und Harmonie von Körper, Geist und Emotionen – und das wirkt nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf andere. Es geht gar nicht ums Gewinnen. Sondern es geht darum, mit Leichtigkeit ans Ziel zu kommen – und dabei im Einklang mit sich und anderen zu sein", so Graff. In den Augen der Teakwondo-Meisterin ermöglicht die Kampfkunst eine Form der inneren Selbstkultivierung: "Wer führen will, muss sich selbst unter Kontrolle, sowie Respekt für sich selbst und andere haben. Er oder sie muss klar in seinen oder ihren Gedanken sein und die Fähigkeit besitzen, intuitiv handeln zu können. Schließlich treffen Führungskräfte für andere wichtige Entscheidungen und brauchen dafür einen klaren Kopf. Oft sind Führungskräfte aber mit ganz anderen Dingen beschäftigt, immerhin haben sie vielfältige Aufgaben. Dann muss die Entscheidung aus dem Bauch getroffen werden. Eine Leichtigkeit für diejenigen, die Kontakt zu ihrem Mittelpunkt haben und sowohl mit ihrem Körper als auch ihrem Geist im Einklang sind."
Aus einer solchen Perspektive könnte ein neues Führungsverständnis erwachsen.
"Wenn man plötzlich merkt, wie stark man ist", Zeit online 30.11.16

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Kongress Meditation & Wissenschaft 2016 
Montag, 5. Dezember 2016 - Wissenschaft
Meditation kommt immer mehr in der modernen Welt an und findet zunehmend Resonanz nicht nur in Medizin und Therapie, sondern auch im Business. Ich hatte die große Ehre, dieses Jahr zum vierten Mal für drei Stiftungen den Kongress "Meditation & Wissenschaft" zu organisieren, der vor einer Woche in Berlin stattgefunden hat und mit mehr als 520 Teilnehmenden komplett ausgebucht war. Besonders beeindruckend war für mich die Podiumsdiskussion zur Frage, wie viel Meditation das Business verträgt und wie viel Business die Meditation. Moderiert vom Zen-Lehrer Paul J. Kohtes sprachen Mounira Latrache von Google, Peter Bostelmann von SAP, Peter Terium von RWE und Erich Harsch von dm darüber, wie das Thema Achtsamkeit dabei ist, in der Arbeitswelt Spuren zu hinterlassen. SAP und Google beispielsweise haben in den letzten Jahren interne Programme entwickelt, die von den Mitarbeitern selbst getragen werden, so dass Meditation beginnt, zu einem nicht unwesentlichen Teil der Unternehmenskultur zu werden. Peter Terium, der selbst seit vielen Jahren meditiert, machte durch seine eigene Präsenz sehr deutlich, dass eine ernsthafte innere Zuwendung zur Dimension der Achtsamkeit weit mehr ist als nur ein nettes Gimmick, ein weiteres, neues Business-Tool. Durch ihn und seine Erfahrungen wurde deutlich, wie sehr das Meditieren Menschen stärken kann und es damit erleichtert, auch unter sehr herausfordernden Umständen sich nicht zu verlieren. Ein Highlight des Kongresses war die Videoübertragung von Jon Kabat-Zinn, dem Vater der Mindfulness-Based Stress Reduction. Selbst tief in der buddhistischen Tradition verankert, war Kabat-Zinn der Vorreiter der heutigen Mindfulness-Bewegung, weil es ihm gelang, die grundsätzliche Dimension des Meditierens auch für Menschen, die sich nicht als spirituell oder religiös verstehen, zugänglich zu machen. Die Popularität von MBSR in Medizin und Arbeitswelt geht auf sein Engagement zurück und gerade in den letzten Jahren gelingt es Kabat-Zinn zunehmend, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Meditieren nicht einfach funktionale Selbstverbesserung ist, sondern eine wesentliche Dimension des Menschseins berührt. Die Beiträge des Kongresses sind nun auch auf DVD erhältlich und im Online-Download.
Material zum Kongress "Meditation & Wissenschaft 2016"

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Viel zu viele Informationen 
Freitag, 2. Dezember 2016 - Studien
Mal schnell eine Google-Suche, sich auf ein paar Nachrichtenseiten den Überblick über das Tagesgeschehen verschaffen, Twitter-Nachrichten checken - für immer mehr Führungskräfte wird das immense Informationsangebot zur Last. Eine Umfrage im Auftrag des Beratungsunternehmens Hill+Knowlton, für die rund 1600 Führungskräfte befragt wurden, zeigt: 60 Prozent der Manager fühlen sich von der Datenflut überfordert. Der Masse an Inhalten begegnen drei Viertel der Befragten durch gezielte Selektion. So folgen sie auf Facebook und Twitter nur wenigen ausgewählten Meinungsmachern. Jeder dritten Führungskraft ist es wichtig, täglich solche Impulse von außen zu bekommen. Jeder Fünfte hat im letzten Jahr seinen Konsum solcher Beiträge deutlich erhöht. Gefragt sind hierbei vor allem inspirierende Beiträge von Vordenkern. Die Selektion könnte indes auch Nachteile haben. Die Notwendigkeit, die Datenflut zu filtern, ist nachvollziehbar, doch wer die eigenen Selektionskriterien nicht immer wieder hinterfragt, läuft auch leicht Gefahr, ob kurz oder lang die Spannweite des eigenen Radars erheblich zu verringern. Vielleicht ist gerade das, was ich nicht auf den ersten Blick als spannend empfinde, dennoch wesentlich? Diese Frage sollten wir, auch wenn Selektion nötig und hilfreich ist, immer mal wieder stellen.
Zu viele Infos für die Chefs, FAZ 27.11.16

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