Arbeit: 25 Stunden pro Woche tun es auch 
Donnerstag, 13. Dezember 2018 - Lebensart, Arbeit, Management
Das Thema kürzere Arbeitszeiten bewegt immer mehr Unternehmen. Einerseits, weil immer mehr Angestellte sich wünschen, mehr Zeit für den Teil ihres Lebens jenseits der Arbeit zu haben. Aber auch, weil kürzere Arbeitszeiten häufig mit einer starken Motivationsverbesserung in der Belegschaft und besserer Produktivität einhergehen. Die Bielefelder Digital-Agentur Rheingans experimentiert seit einiger Zeit mit einer 25-Stunden-Woche - und die Idee scheint aufzugehen. Mehr Fokus bei der Arbeit, weniger Ablenkungen, eine klare Ausrichtung auf das, was gerade zu tun ist - so gelingt es den Mitarbeitern, das Tagesgeschäft in deutlich weniger Zeit zu bewältigen. "Wenn du ausgeruhte Mitarbeiter hast, die Bock haben zu arbeiten, die aber auch genug Zeit für sich selbst haben, dann ist das Ergebnis der Arbeit deutlich besser", so Agenturgründer Lasse Rheingans. Er legt Wert darauf, dass seine Mitarbeiter nicht zu Arbeitsmaschinen werden. Damit die soziale Dimension nicht verloren geht, steht deshalb auch wöchentlich gemeinsames Kochen auf dem Plan.
"Die 25-Stunden-Woche funktioniert!" HB 3.12.18

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Den eigenen Geist besser kennenlernen 
Mittwoch, 12. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Es wird viel darüber gesprochen, wie sehr die digitale Verfügbarkeit an unseren Nerven zehrt. Und gerne machen wir dafür ausschließlich Smartphones und andere virtuelle Ablenkungen verantwortlich. In einer Kolumne für Spiegel Online erklärt der Kognitionspsychologe Christian Stöcker, dass dieser Gedankengang zu kurz greift. Er zeigt, wie sehr unser Gehirn dazu neigt, von einem Gedanken zum nächsten zu springen. Als Experiment schlägt Stöcker vor, einmal zu versuchen, 30 Atemzüge lang nicht im eigenen Gedankenstrom zu versinken. Und er räumt ein, dass ihm selbst dies, obwohl er seit Jahren meditiert, nur selten gelingt. Man kann sich unschwer vorstellen, dass wir uns in alltagsweltlichen Kontexten, in denen wir uns nicht besonders bemühen, noch viel, viel mehr von unseren Gedanken und inneren Automatismen getrieben sind. "Gedanken und Gefühle kommen und gehen, und das entzieht sich fast vollständig unserer Kontrolle. Wir lenken uns selbst ab, immerzu, in der Regel ohne es überhaupt zu merken", so der Psychologe. Laut Stöcker forcieren die heute ständig im Einsatz befindlichen digitalen Tools nur unsere natürliche Neigung, nicht bei der Sache zu sein. Seine Schlussfolgerung: Es ist an der Zeit, dass wir viel aktiver Psychohygiene betreiben. Sein Rat: "Mindfulness, mit Achtsamkeit meiner Ansicht nach nur unzureichend übersetzt, ist das Gegenmodell: Autopilot aus. Mitbekommen, was mit einem vor sich geht. Die beste Übersetzung für Mindfulness, die mir einfällt ist: den eigenen Bewusstseinsstrom beobachten und ihn im Zweifelsfall ein bisschen zu steuern. Zum Beispiel, um dem Sog des eigenen Smartphones zu widerstehen."
Selbstverteidigung geht durch die Nase, spiegel.de 2.12.18

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Überstunden? Unerträglich! 
Dienstag, 11. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Mehrarbeit hat in deutschen Unternehmen Methode. Eine Anfrage der Fraktion der Linken zeigt, dass die Zahl der Überstunden seit Jahren steigt. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg wurden 2015 von jedem Beschäftigten im Durchschnitt 47,3 Überstunden geleistet, 2016 waren es bereits 48 Stunden und im vergangenen Jahr sogar 53,2 Stunden. Das mag sich nach nicht viel anhören. Doch nicht alle Beschäftigten leisten überhaupt Überstunden, so dass das Maß der Mehrarbeit individuell deutlich höher liegt. Der DGB spricht gar von einem "unerträglichen Maß", dass die Überstundenzahl erreicht habe. Hinzu kommt: Nur etwa die Hälfte der geleisteten Mehrarbeit wird von den Firmen auch bezahlt, so dass sie durch die Ausweitung der Arbeitszeit 36 Milliarden Euro sparen.
Zahl der Überstunden pro Arbeitnehmer steigt stark, zeit.de 30.11.18

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Mehr Freizeit ist für viele ein Thema 
Montag, 10. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Arbeitszeiten zu haben, die zum eigenen Lebensentwurf passen, gleicht für viele Angestellte der Quadratur des Kreises. Eine Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeigt, dass etwa die Hälfte der Arbeitnehmer gerne weniger arbeiten würde. Die Zufriedenheit mit den Arbeitszeiten variiert bei Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Von den ganztags Arbeitenden wünschen sich 58 Prozent kürzere Arbeitszeiten, bei den Teilzeitkräften sind es 21 Prozent. Bei letzteren ist der Wunsch nach einer Verlängerung der Arbeitszeit ausgeprägter - 31 Prozent würden hier gerne mehr arbeiten. 49 Prozent sind mit dem Arbeitsvolumen zufrieden, während es bei den Vollzeitbeschäftigten nur 36 Prozent sind. Wer regelmäßig Überstunden leisten muss, wünscht sich eher, die Arbeitszeit zu verkürzen. Schon bei zwei Überstunden pro Woche liegt der Anteil derer, die kürzer treten möchten, bei 38 Prozent, unter jenen, die mehr als zehn Überstunden pro Woche leisten, sogar bei 71 Prozent. Insgesamt zeigt sich - es gibt keinen konstanten Trend, weniger arbeiten zu wollen, sondern eher ein Bedürfnis, das Arbeitsvolumen flexibler an die eigene Lebenssituation anpassen zu können.
Die große Sehnsucht: mehr Freizeit, spiegel.de 29.11.18

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Wenn die digitalen Helfer stressen 
Freitag, 7. Dezember 2018 - Studien, Arbeit
Digitaler Stress verringert die berufliche Leistung und führt zu Work-Life-Konflikten, so die Erkenntnisse einer Studie der Universität Augsburg mit 2.640 Arbeitnehmern. Der Untersuchung zufolge leidet mehr als die Hälfte derer, die sich als digital gestresst erleben, unter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit. Interessanterweise ist der digitale Stresspegel vor allem bei den Jüngeren im Alter von 25 bis 34 Jahren besonders hoch, ebenso bei Frauen. Oft sind es nicht die Tools selbst, die den Stress hervorrufen, sondern ihre Unzuverlässigkeit oder ein Mangel an Wissen im Umgang damit.
Stress durch die Digitalisierung schwächst die Arbeitskraft, 22.11.18

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Meditation - mal richtig ernsthaft 
Donnerstag, 6. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Im Zuge des Achtsamkeits-Trends boomen Apps, die in wenigen Minuten zur Entspannung führen wollen, und Tipps und Tricks für den Alltag, die mit wenig Mühe einen Kick in Sachen Klarheit und Konzentration versprechen. Das Online-Portal der Frauenzeitschrift Brigitte erstaunt nun mit einem Schritt nach vorne. In einem längeren Beitrag stellt sie die Vipassana-Meditation vor und wirbt für den Besuch 10-tägiger Kurse, zwar auch mit Wellness-Vokabular, aber mit einem unverkennbaren Zug zur Ernsthaftigkeit. "Bereite dich darauf vor, dass du jeden Tag ca. 11 Stunden meditierst und in absoluter Stille lebst. Eine Vipassana Einsichtsmeditation kannst du als extremes Trainingslager für deinen Geist betrachten", heißt es in dem Artikel. Gefällt mir, wie hier im Konsumentensektor ein Pol von Meditation Beachtung findet, der bei den um sich greifenden Lifestyle-Betrachtungen von Achtsamkeit sonst gerne ignoriert wird.
Vipassana-Meditation: 10 Tage Schweigen, brigitte.de

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Neugier macht erfolgreich - aber reicht nicht aus 
Mittwoch, 5. Dezember 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wer etwas bewegen möchte, sollte Fragen haben und nach Antworten streben, möchte man meinen. Die Realität im Business ist dabei oft ernüchternd. Eine Umfrage der Harvard Business School mit 3.000 Teilnehmern zeigte etwa, dass sich nur 24 Prozent als neugierig bei der Arbeit betrachteten. Was auch daran liegen könnte, dass 70 Prozent der Befragten das Gefühl hatten, besser nicht zu viele Fragen im Job zu stellen. Die Neugier allein scheint allerdings für berufliche Erfolge nicht hinreichend zu sein, denn ergänzende Betrachtungen zeigen: Sie entfaltet sich vor allem vor dem Hintergrund breitgefächerter Erfahrung, der Fähigkeit, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen und durch eine Erprobung in unterschiedlichen Unternehmensszenarien.
Wer viel fragt, wird innovativ, HBM 20.11.18

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Dunkle Momente der Empathie 
Dienstag, 4. Dezember 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Empathie hat verschiedene Facetten und manche davon können durchaus beängstigend sein. So unterscheidet die Forschung zwischen einer Empathie, die mit anderen Menschen mitfühlt, und jener, die eher auf einem kognitiven Verständnis beruht - man kann sich vorstellen, wie es einem Menschen ergeht, bleibt dabei aber emotional distanziert. Eine amerikanische Studie untersuchte mit 1.000 studentischen Probanden die Persönlichkeitsmerkmale Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus (rücksichtsloses Machtstreben). Die geringste emotionale Empathie zeigten in dem Test die Psychopathen, doch auch Narzissten und Machiavellisten ließen es an der Fähigkeit zum Mitfühlen mangeln. Die besonders Selbstbezogenen und nach Macht strebenden zeigten allerdings zugleich eine hohe Fähigkeit, die Gefühlslage anderer Menschen zu erkennen und verstehen, was es ihnen erleichtert, andere zu manipulieren und auszunutzen.
Auf die Art der Empathie kommt es an, spektrum.de 21.11.18

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