Wie der Weg zur Arbeit zum Wohlfühl-Faktor wird 
Mittwoch, 2. Dezember 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Gehen ist gut fürs Wohlbefinden, das zeigen wissenschaftliche Studien immer wieder. Eine amerikanische Untersuchung, die die Daten von rund 126.000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren aus dem Jahr 2017 auswertete zeigt nun: Insbesondere der zu Fuß zurückgelegte Weg zum Arbeitsplatz kann zum Wohlfühl-Faktor werden. Aus den Daten ging nämlich hervor, dass Menschen das größte Wohlgefühl empfinden, wenn sie etwas schneller gehen - und genau das tun sie auf dem Weg zur Arbeit. Schlendern oder Spazierengehen habe hingegen einen geringeren Effekt. Wenn das kein Grund ist, sich künftig auf den neuen Arbeitstag zu freuen. Und wer zur Zeit im Home Office ist, kann ja einfach vor dem Weg zum heimischen Schreibtisch noch ein paar schnelle Runden um den Block drehen.
Ich geh zu Fuß, Psychologie heute 6.11.20

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Wie Achtsamkeit im Job hilft 
Dienstag, 1. Dezember 2020 - Studien, Arbeit, Management
Viele Unternehmen beschäftigen sich inzwischen mit Achtsamkeit, weil sie sich erhoffen, dass ihre Mitarbeiter durch diese Praxis widerstandsfähiger werden und besser mit den Anforderungen ihrer Arbeit zurecht kommen. Eine Studie von Awaris, einem Beratungsunternehmen, das Achtsamkeits-Programme für Firmen anbietet, und der Boston Consulting Group, bringt die möglichen Effekte solcher Trainings in Zahlen. In einem zehnwöchigen Programm verbesserte sich beispielsweise das Wohlbefinden der Teilnehmen deutlich wahrnehmbar - im Emotionalen um zehn Prozent, sozial um 18 Prozent und psychologisch um 15 Prozent. Gleichzeitig sank der gefühlte Stresslevel der Übenden um 25 Prozent, während ihr Selbstmitgefühl sich um 16 Prozent verbesserte. Die Fähigkeit, bewusst zu handeln, verbesserte sich bei den am Training Teilnehmenden um zehn Prozent. Und ihr Vermögen, nicht reaktiv zu agieren, verbesserte sich um zwölf Prozent. Auch der Feinsinn der Beteiligten profitierte von dem Programm. Ihre Qualitäten der Präsenz wuchsen - um fünf Prozent im Hinblick auf die Fähigkeit, ihre emotionale Befindlichkeit zu beschreiben und um neun Prozent, was das nicht automatische Bewerten von Impulsen angeht. Ich muss zugeben, ich hadere mit solchen Messungen immer ein wenig. Sie mögen auf wissenschaftlich fundierten Fragebögen beruhen, aber ich frage mich, was solche Werte wirklich über Verbesserungen in der Lebens- und Arbeitsqualität aussagen. Was ändert sich für einen Menschen, wenn es ihm statistisch gesehen "zehn Prozent besser geht"? Andererseits ebnen solche Untersuchungen natürlich der Achtsamkeit den Weg in die Unternehmenswelt, die nun mal auf Messbarkeit fixiert ist. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir damit langfristig dem Thema Achtsamkeit wirklich einen Gefallen tun. Denn so wird eine Praxis, die ja nicht unwesentlich auf dem Loslassen auch dieser Zahlenwelten beruht, mit genau diesen irgendwie infiziert.
Balancing Well-Being and Performance in the Virtual Workplace, Boston Consulting Group 30.10.20


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Meditation gewinnt Bedeutung in der Selbstfürsorge 
Montag, 30. November 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Überlastung und Schlafprobleme setzen heutzutage einem großen Teil der Bevölkerung zu. Einer Umfrage des Meditations-App-Anbieters Bambu mit 2.000 Teilnehmenden zufolge klagen hierzulande 65 Prozent der Menschen über Schlafprobleme und die Hälfte der Befragten fühlt sich gestresst. Wenn es um Selbstfürsorge geht, versuchen die meisten Befragten, ihr Wohlbefinden durch Alltägliches zu verbessern, beispielsweise indem sie kochen (91 Prozent), lesen oder fernsehen (89 Prozent) oder Zeit in der Natur verbringen (87 Prozent). Für 17 Prozent ist inzwischen auch Meditation eine Resilienzstrategie. Diejenigen, die Achtsamkeits-Meditation praktizieren, berichten, dass es ihnen besser gelinge, in Krisensituationen ruhig zu bleiben (46 Prozent) und sie sich besser konzentrieren können (42 Prozent).
Website von Bambu

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Den Chef mal schnell auswürfeln 
Freitag, 27. November 2020 - Studien, Arbeit, Management
Führungspositionen per Zufallsprinzip zu bestimmen, war zu Zeiten der Gilden ein probates Mittel, um eine Machtkonzentration in einflussreichen Familien zu vermeiden. Eine neue Studie zeigt: Dieses Modell könnte auch in der heutigen Zeit hilfreich sein, um Schwachstellen üblicher Besetzungsverfahren zu vermeiden. Wissenschaftler der ETH Zürich testeten mit rund 850 Proband*innen, welche Effekte es hat, wenn Menschen eine Position unter verschiedenen Umständen erhalten. In einer Variante wurde die Person zum Chef ernannt, die von 30 Wissensfragen die meisten richtig beantwortete. In einer weiteren wurde der Chef per Los bestimmt. Und in der dritten Variante wurden beide Verfahren kombiniert - das Los entschied zwischen den drei Personen, die die meisten Fragen korrekt beantwortet hatten. Alle Teilnehmenden waren im Kontext der Wissensfragen außerdem befragt worden, wie hoch sie ihre diesbezügliche Kompetenz einschätzen. Im darauf folgenden Studienteil zeigte sich: Diejenigen, die sich in ihrem Wissen überschätzten und aufgrund ihres guten Abschneidens bei den Fragen in die Chefposition kamen, nutzen die ihnen verliehene Macht mehr aus als jene, die zwar auch eine gewisse Selbstüberschätzung an den Tag legten, aber per Zufall zu ihrer Chefposition kamen. Besetzungsverfahren, die ohnehin schon vorhandene Ego-Faktoren begünstigen, scheinen also, zumindest wenn man sich gerechte und umgängliche Chefs wünscht, eher kontraproduktiv zu sein.
Beförderung per Zufall: Wir würfeln einen Chef, WiWo 16.11.20

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Achtsamkeit entspannt - wenn der Stress vorüber ist 
Donnerstag, 26. November 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien weist darauf hin, dass Meditation eine entspannende Wirkung hat. Und für viele Menschen ist es ein guter Grund, Achtsamkeit zu praktizieren, um besser mit Stress zurechtzukommen. Eine neue amerikanische Studie zeigt nun, dass die hier erwartete Stresskompensation womöglich etwas anders funktioniert, als viele meinen. Die Wissenschaftler führten bei rund 1.000 Proband*innen kardiovaskuläre Tests durch, während diese stressige Testaufgaben zu bewältigen hatten. Dabei beobachteten sie bei den achtsamkeitserprobten Studienteilnehmenden nicht nur keine physiologischen Entspannungsreaktionen, sondern stellten im Gegenteil sogar Reaktionen fest, die mit größerer Sorgfalt und Anstrengung in Verbindung stehen. Im Anschluss an diesen Test gaben die Befragten allerdings an, dass sie sich zuversichtlich und leistungsfähiger fühlten und ein höheres Wohlbefinden wahrnahmen. Die Wissenschaftler deuten diese Befunde dahingehend, dass Meditation körperliche Stressreaktionen nicht in dem Maße runterfährt, wie andere Studien dies illustrieren. Vielleicht sind das ganze Setting und die Interpretation der Ergebnisse aber auch nur zu funktionalistisch gedacht. Man könnte ja auch umgekehrt untersuchen, welche physiologischen Auswirkungen es hat, wenn man sich nach dem eigentlichen Stresserleben eben nicht entspannt fühlt, sondern weiterhin der Leistungsmodus nachklingt. Ein weiterer Blickwinkel wäre zu schauen, welche längerfristigen Auswirkungen das in dieser Studie festgestellte emotionale Wohlbefinden hat. Ich glaube ja, dass es wenig aussagekräftig ist, in der Meditationsforschung immer nur Momentaufnahmen zu machen und zu glauben, dadurch erkläre sich die tiefere Wirkung von Achtsamkeit. Menschen leben nicht als Aneinanderreihung von isolierten Momenten, sondern in deren Zusammenspiel.
Neue Studie zeigt: Achtsamkeit funktioniert – aber anders als erwartet, Grenzwissenschaft aktuell 16.11.20

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Depressive von Pandemie-Situation besonders betroffen 
Mittwoch, 25. November 2020 - Psychologie, Studien
In den letzten Wochen sind bereits einige Studien erschienen, die zeigen, wie die Corona-Beschränkungen der Bevölkerung emotional zusetzen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat nun untersucht, welche Unterschiede es hier zwischen Menschen gibt, die bereits an einer Depression leiden, und jenen, die vor der Pandemie psychisch gesund waren. Dazu wurden die Daten von 5.000 Befragten (Erhebung im Juli) mit jenen einer Stichprobe depressiver Menschen verglichen. Dieses "Deutschland-Depressions-Barometer" zeigt: Für Depressive hat die aktuelle Situation wesentlich existenziellere Auswirkungen, doch fühlt sich auch die die übrige Bevölkerung schon sehr mitgenommen. Den Lockdown im Frühjahr erlebten 59 Prozent der Bevölkerung als bedrückend (Depressive: 74 Prozent). Eine fehlendes Tagesstruktur setzt 39 Prozent der Menschen zu (Depressive: 75 Prozent). Grübelei ist für 41 Prozent der Gesamtbevölkerung ein Problem (Depressive: 89 Prozent).
Wie der Lockdown psychisch Kranke belastet, FAZ 10.11.20


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Achtsamkeits-App hilft Berufstätigen 
Dienstag, 24. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Von manchen wird das Meditieren unterstützt von Apps gelobt, weil es vielen Menschen erleichtert, eine Achtsamkeits-Praxis in ihren Alltag zu integrieren, andere sehen den Technik-Einsatz eher kritisch. Eine kleine Studie zur Wirkung der Meditations-App 7Mind (an deren Entwicklung ich selbst in der Anfangsphase mitgearbeitet habe) zeigt nun: Berufstätige profitieren von der Instant-Meditation für zwischendurch. 7Mind bietet Achtsamkeitskurse zu verschiedenen Themen, bei denen die Übenden jeweils 7 Meditationen à 7 Minuten pro Thema bekommen, die sie beispielsweise über eine Woche hinweg üben können. Im Test nutzten knapp 150 Berufstätige die App über zwei Wochen. Die Wirkung der Meditationen wurde mit den Daten einer Erhebung zur Befindlichkeit der Studienteilnehmer vor Beginn der Untersuchung und danach untersucht sowie mit den Daten einer Wartegruppe, die die App erst im Anschluss nutzten. Dabei zeigten sich bei den Meditierenden im Vergleich zur Wartegruppe mittlere Effektstärken im Hinblick auf Achtsamkeit und emotionale Erschöpfung und kleine Effektstärken bei Arbeitsengagement, Arbeitszufriedenheit, emotionaler Intelligenz, Selbstwirksamkeit sowie Innovation und Kreativität. Die Untersuchung zeigt: Selbst recht gering dosierte Bemühungen, die eigene Achtsamkeit zu trainieren, können schon zeitnah positive Wirkungen zeitigen. Die Studienautor*innen weisen allerdings auch darauf hin, dass diese Effekte auch in Langzeitstudien näher beleuchtet werden sollten.
Burnout-Prävention und mobile Achtsamkeit: Evaluation eines appbasierten Gesundheitstrainings bei Berufstätigen

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Ehrfurcht und Staunen bringen positive Gefühle mit sich 
Montag, 23. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Spazierengehen ist gut fürs Gemüt, insbesondere wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet. Eine amerikanische Studie untersuchte 60 Personen zwischen 60 und 90 Jahren, die über acht Wochen lang jede Woche mindestens einmal für 15 Minuten einen Spaziergang machen sollten. Die Hälfte der Gruppe bekam dabei zusätzlich die Aufgabe, gezielt Orte aufzusuchen oder sich in Situationen zu begeben, die in ihnen Ehrfurcht oder Staunen hervorriefen - also beispielsweise weitläufige Umgebungen, in denen man sich als Mensch eher klein fühlt. In der Betrachtung der Gefühlslage der Studienteilnehmenden zeigte sich: Ihre Gefühle von Angst oder Depression wurden durch die Spaziergänge nicht verändert. Doch die Gruppe, die sich bewusst in Situationen des Staunens und der Ehrfurcht begeben hatte, berichtete deutlich häufiger über einen Anstieg ihrer positiven Gefühle. Kontext der Studie war vor allem zu zeigen, ob und inwieweit Senior*innen, in deren Alter sich die Erfahrung positiver Gefühle reduziert und gleichzeitig Angst oder Depression stärker ausgeprägt sind, vom Spazierengehen profitieren können. Ich fände es spannend, den hier beobachteten Effekt auch einmal bei jüngeren Menschen zu testen. Gerade in der gegenwärtigen Pandemie-Situation nimmt ja die emotionale Herausforderung auch in diesen Altersgruppen deutlich zu. Und ein mögliches Linderungsmittel könnte hier sehr naheliegend und einfach zugänglich sein.
Wie Spaziergänge besonders glücklich machen, spektrum.de 5.11.20

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