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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Deadlines durchpeitschen muss nicht sein

Wer besonders gewissenhaft ist, tut sich schwer damit, um Fristverlängerungen zu bitten, wenn die Zeit für ein geplantes Projekt einmal zu knapp bemessen ist. Oft ist es die Sorge, von anderen als inkompetent wahrgenommen zu werden, die Menschen dann lieber bis zur Erschöpfung arbeiten lässt, um doch noch pünktlich zu liefern. Dass dabei oft nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Qualität der Arbeit auf der Strecke bleibt, blendet man dann allzu leicht aus. Eine Studie zeigt nun, dass die Sorge, vor anderen blöd dazustehen, wenn man mal um Aufschub bittet, oft größer ist als angemessen. In dem Versuch wurden Probanden, die um eine Verlängerung der Zeit für eine zu bewältigende Aufgabe baten, zwar tatsächlich als etwas inkompetenter eingeschätzt als die pünktlich liefernden Vergleichpersonen, doch viel diese Bewertung längst nicht so negativ aus, wie die Betroffenen befürchtet hatten. Hinzu kam, dass sie durch den Aufschub bessere Arbeit ablieferten. Dieses Qualitätsmerkmal, das ja auch einen Hinweis auf Kompetenz liefert, vernachlässigen Menschen unter Zeitdruck gerne. In einem weiteren Versuch stellte die Studie fest, dass es Menschen deutlich leichter fällt, um Aufschub zu bitten, wenn es für diese Möglichkeit klare Regeln gibt. Es wäre also im Business viel gewonnen, wenn mit der Tatsache, dass man nicht alles zeitlich genau kalkulieren kann, bewusster umgegangen würde. Wer ständig etwas verschiebt, dessen Glaubwürdigkeit mag leiden. Doch sind wir eben nicht immer Herr (oder Frau) über alle Rahmenbedingungen. Und wenn etwas einmal wirklich nicht hinhaut, macht etwas mehr Zeit einen qualitativen Unterschied.
Warum es oft besser ist, eine Frist zu verschieben, spektrum.de 26.9.2022

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