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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Lieber eine schlechte Entscheidung als Ungewissheit

Mit dem Aushalten von Ungewissheit tun wir Menschen uns schwer. Im Business zu sagen "Ich weiß es nicht", gleicht einem Offenbarungseid. "Die meisten Menschen möchten Unsicherheit und Zweideutigkeit um fast jeden Preis vermeiden. Unfertiges und Vorläufiges ertragen wir alle nur äußerst widerwillig, denn sie stürzen uns in Zweifel und Konfusion. Das gilt im Privaten wie im öffentlichen, politischen Raum", so der Psychologe Heiko Ernst. Dabei zeigt sich im Leben - sei es in Firmen, der Politik oder den alltäglichen Privatangelegenheiten -, dass der Drang, die Dinge irgendwie festzunageln, auch wenn vieles ungewiss ist, meist zu suboptimalen Entscheidungen führt. Dann entledigen wir uns zwar der Unsicherheit, aber das macht noch keine gute Lösung. Das hat auch Auswirkungen auf unser kulturelles Umfeld. "Wir sind im Zustand wachsender Ungeduld anfälliger für Behauptungen, die unseren Vorurteilen entsprechen oder für das energisch vorgetragene Halbwissen anderer. Manchmal ist es einfach bequemer und beruhigender, eine Lüge zu akzeptieren als eine Unsicherheit. Die kognitiven Schleusen für Fake News aller Art sind also weit geöffnet", so Ernst. Dabei könnte die Fähigkeit, Nichtwissen und Widersprüche einfach einmal auszuhalten, ohne gleich entfliehen zu wollen, eine zentrale Kulturtechnik sein. "Zuzugeben, etwas noch nicht verstanden zu haben, bedeutet auch: offen, aufmerksam und lernbereit zu bleiben. Diese Offenheit ermöglicht es beispielsweise auch, die vielen unvermeidlichen Widersprüche im Leben auszuhalten", so Ernst. "Ich weiß es nicht" zu sagen, kann also auch sehr befreiend sein.
Zu Potte kommen - aber nicht übers Knie brechen, spektrum.de 2.2.18

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