Warum Demut so wichtig ist in der Führung 
Montag, 19. Juli 2021 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
Die Zeiten, in denen vor allem "harte Kerle" als gute Führungskräfte angesehen wurden, sind lange vorbei. Aber welche weichen Tugenden sind es eigentlich, die Vorgesetzte zu guten Führenden werden lassen? Die Antwort mag überraschen. Management-Studien zeigen, dass neben der schon länger gerne beschworenen Empathie vor allem Demut eine wesentliche Fähigkeit zu sein scheint. Das Verhalten von Führungskräften beeinflusst zu bis zu 70 Prozent, ob Menschen sich in einem Unternehmen wohlfühlen und so auch ihr bestes geben können. Bescheidenheit, ein Bewusstsein für die eigenen Vorurteile wie auch die Neugier auf andere Menschen tragen dazu bei, tragfähige Arbeitsbeziehungen zu stiften. Wenn es um Vorurteile geht, können Führende mit gutem Beispiel vorangehen, doch braucht es einiges, um hier keine Placebos zu verteilen. Denn zu bekunden, selbst nicht von Vorurteilen frei zu sein, wird leicht zum Freibrief, wenn es so aussieht, als könne man an diesen nur wenig ändern. Genau hier kommt die Demut ins Spiel, denn Führende, die es ernst meinen, bitten ihre Mitarbeiter aufrichtig um Feedbacks, die blinde Flecken ansprechen. Studien zeigen, so ein Artikel im Harvard Business Manager, dass das Eingeständnis von Voreingenommenheit, wenn es sich mit Empathie verbindet, das Zugehörigkeitsgefühl im Unternehmen um ein Drittel stärker werden lässt.
Als Führungskraft alle mitnehmen, HBM 6.7.21

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Wenn Mitarbeiter einfach aussortiert werden 
Freitag, 16. Juli 2021 - Arbeit, Management
Ein Artikel des Business Insider wirft wieder mal einen Blick auf die eher brutaleren Führungsmethoden großer Unternehmen. So liegen dem Portal nach eigenen Angaben Unterlagen von Amazon vor, aus denen hervorgehe, dass die Führungskräfte in ihren Bereichen jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz an Mitarbeitern, die nicht die erhoffte Leistung erbringen, wieder loswerden sollen. Das nennt man "unbedauerliche Abgänge", die entweder erfolgen, weil jemand von selbst kündigt, oder aber, wenn er gefeuert wird. Besonders krass an dem Ansatz ist, dass für jedes Jahr eine prozentuale Quote vorgegeben wird, die erfüllt werden müsse. Sollten zufällig alle Mitarbeitenden gut gearbeitet haben, trifft es dann also die etwas weniger Guten, die hinausbefördert werden. Man kann sich gut vorstellen, was für ein Arbeitsklima das mit sich bringt. Von der grundsätzlichen Menschenverachtung, die in diesem Denken mitschwingt, einmal ganz zu schweigen.
Der neue Amazon-CEO hat eine Rate, wie viele Menschen jährlich das Unternehmen verlassen sollen, zeigen interne Dokumente, Business Insider 8.7.21

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Wie die 4-Tage-Woche zufrieden macht 
Donnerstag, 15. Juli 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Weniger zu arbeiten, ist der Traum vieler Menschen. Und das nicht, weil sie etwa arbeitsscheu werden. Experimente zeigen immer wieder, dass die, die ihre Arbeitszeit reduzieren, in der gewonnenen freien Zeit nicht untätig bleiben, sondern sich schlicht Dingen widmen, die sie besonders interessieren oder ihnen gut tun. Die isländische Regierung untersucht in einem Experiment auf fünf Jahre angelegten Experiment mit 2.500 Teilnehmenden, was sich verändert, wenn Menschen statt an fünf nur noch an vier Tagen zur Arbeit müssen. Erste Erkenntnis: Weniger Zeit im Job zu verbringen, macht glücklicher und entstresst das Leben. Ein Grund dafür könnte sein, dass die freie Zeit mehr Entscheidungsfreiräume ins Leben bringt. "Wichtig ist vor allem, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein hohes Maß an Selbstständigkeit bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit hatten. Selbstbestimmung macht zufrieden, das ist erwiesen", so der Politikwissenschaftler Jack Kellam, der das Experiment begleitet. Er weist auch darauf hin, dass viele positive Effekte des Experiments sich womöglich erst lange danach zeigen werden. So nutzen viele Menschen die gewonnene Zeit, um mehr Sport zu treiben oder öfter etwas Gesundes zu kochen. Die isländischen Gewerkschaften nutzten das Projekt als Steilvorlage, um die Arbeitszeiten neu zu verhandeln und etwas zu senken. "Aktuell haben 86 Prozent der Arbeitnehmer in Island nun kürzere Arbeitszeiten oder zumindest die Möglichkeit dazu. Doch die Entwicklung geht ganz eindeutig in Richtung weniger Arbeitszeit und mehr Freizeit. Ich bin optimistisch, dass die Isländer schon in ein paar Jahren bei 32 Arbeitsstunden pro Woche angelangt sind. Und Island kann ein Vorbild für andere Länder sein", so Kellam in der Zeit.
"Die Viertagewoche könnte auch in Deutschland funktionieren", zeit.de 8.7.21

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Wenn Macht das Verständnis einschränkt 
Mittwoch, 14. Juli 2021 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Macht verändert die Wahrnehmung. Welche Folgen das hat, zeigt eine Reihe neuer sozialpsychologischer Studien. In verschiedenen Experimenten befragten die Wissenschaftler vor ihren jeweiligen Tests ihre Probanden entweder, wie mächtig sie sich fühlten im Leben, oder wiesen ihnen in den Versuchskonstellationen mal Positionen mit mehr, mal mit weniger Macht zu. Dann sollten sie über verschiedene soziale Szenarien urteilen, in den es darum ging, andere Menschen zu beurteilen. Dabei zeigte sich, dass bei allen Versuchen die Personen, die sich machtvoll fühlten oder eine machtvolle Position vorab zugewiesen bekamen, in ihren Urteilen deutlich strenger waren als jene, die eher machtlos waren. Interessant finde ich, dass Macht anscheinend diese Wirkung selbst dann entfaltet, wenn die Menschen eine fiktive Rolle, mit der Macht verbunden ist, zugewiesen bekommen - sie also gar nicht direkt auf die eigene Erfahrung im Nutzen dieser Macht zurückgreifen, wenn sie urteilen. Allein schon die Vorstellung, mächtig zu sein, scheint etwas mit Menschen zu machen. Die Wissenschaftler möchten mit ihrem Experiment darauf hinweisen, welche Auswirkungen Macht beispielsweise in Politik oder Wirtschaft hat, wenn Politiker sich die Sorgen und Nöte weniger mächtiger Menschen nur noch schwer vorstellen können oder Chefs automatisch denken, ihre Untergebenen hätten die gleichen Möglichkeiten wie sie selbst. Denn die Strenge, die die Versuche offenbarten, scheint auch auf mangelndes Verständnis der jeweiligen Menschen zurückzuführen zu sein. Macht schafft also eine Distanz, die nicht immer hilfreich ist.
Wer Macht hat, urteilt strenger über Fehler, spektrum.de 6.7.21

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Die Augenwischerei mit der Achtsamkeit 
Mittwoch, 7. Juli 2021 - Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Der Deutschlandfunk hat in einem Beitrag den Achtsamkeitstrend in den Blick genommen und kommt zu sehr differenzierten Einschätzungen. Der Artikel stellt ausführlich vor, wie typische MBSR-Kurse einen Einstieg in Achtsamkeit vermitteln und welche positiven gesundheitlichen Wirkungen sich aus der Praxis ergeben können. Gleichzeitig lässt er auch Kritiker zu Wort kommen, die davor warnen, dass die Meditationspraxis auch dazu beitragen könne, dass gesellschaftliche Strukturprobleme einmal mehr aufs Individuum verlagert werden, dass sich dann eben selbst helfen soll. Der Soziologe Hartmut Rosa etwa sagt: "Ein Problem, das ich dabei sehe ist eben, dass man die Problemlage auf die Individuen verschiebt. Dass man damit sagt, wenn du nur genügend Achtsamkeit trainieren würdest oder dein Leben richtig ausrichtest, dann hättest du kein Problem mehr und die Problemlagen, von denen ich als Soziologe unbedingt sagen will und auch sagen kann, dass sie in ganz hohem Maße gesellschaftlich verursacht sind, strukturell bedingt sind, die werden eben dem Individuum angelastet – du musst lernen damit zurechtzukommen. Und deshalb halte ich Achtsamkeit als politische Lösung für problematisch." Hier wird Achtsamkeit mehr und mehr auch zu einem Politikum.
Achtsamkeit ist politisch – und problematisch, Deutschlandfunk 28.6.21

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Je besser das Zuhören, umso besser das Gespräch 
Mittwoch, 30. Juni 2021 - Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
In Businesskontexten steht bei der Gesprächskultur häufig im Vordergrund, wie man die eigene Message am besten rüberbringt. Allzu oft wird der Dialog sogar zur Arena, um sich durchzusetzen. Wirklich gute und hilfreiche Gespräche entstehen dadurch eher selten. Die Management-Expertin rät dazu, dem richtigen Zuhören mehr Aufmerksamkeit zu geben. "Wer nicht bis zum Ende zuhört, der hat keine Ahnung, wohin der andere will. Wir glauben, es zu wissen. Aber so ist es nicht. Wenn man zu früh ins Wort fällt, dann kann kein gutes Gespräch entstehen", sagt sie in einem Interview mit Business Insider. Hilfreich sei es auch, sich darüber klar zu werden, dass in jedem Dialog sich wirklich neues zeigen könne und die Gesprächspartner so miteinander etwas lernen: "Ein gutes Gespräch ist für mich ein Austausch über Dinge, die ich vorher noch nicht wusste. Es sind Gespräche, in denen man gesagt hat: Ach echt? Das wusste ich noch gar nicht. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Erst dann begibt man sich in eine neue Welt und kann etwas lernen. Es gibt auch gute Gespräche, die sind ein Austausch über das, was wir schon wissen. Und das macht Spaß! Aber wir lernen dadurch nichts und wir kommen dadurch auch nicht weiter." Gerade im Businessalltag ist diese Perspektive des Neuen eine oft unterschätzte Dimension der Dialogkultur. Vielleicht brauchen wir gar keine tollen Innovationsseminare, wenn wir uns einfach besser zuhören.
Das Geheimnis des richtigen Zuhörens, Business Insider 22.6.21

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In der Pause fängt das Lernen erst richtig an 
Montag, 21. Juni 2021 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Wer beim Arbeiten regelmäßig eine Pause einlegt, ist hinterher nicht nur erfrischter, sondern auch konzentrierter. Versucht man, etwas zu lernen, wird die Pause sogar zum Wundermittel. Eine neue Studie zeigt: Das Lernen geschieht nicht nur während des Prozesses des aktiven Sich-Aneignens, sondern nach Pausen zeigt sich bei Übenden eine sprunghafte Verbesserung. Für den Versuch ließen die Wissenschaftler ihre Proband.innen immer wieder die gleiche Zahlenkombination tippen, insgesamt über 36 Durchgänge. Bis zum elften Durchgang stellten sich dabei merkliche Veränderungen ein, danach wuchs das Tempo nur noch marginal. Was aber besonders auffiel: Die Übenden wurden nicht schneller, während sie einen Durchgang absolvierten, sondern ihre Verbesserung zeigte sich nach den Pausen, die zwischen den Durchgängen lagen. Mit Gehirnscans konnten die Wissenschaftler sichtbar machen, dass in den Pausen sich im Gehirn der Proband.innen die gleichen Aktivitätsmuster zeigten wie während des Übens, allerdings drei Mal so häufig und mit 20-fach höherer Geschwindigkeit. Wenn das kein guter Grund ist, beim Lernen die Pausen genauso wichtig zu nehmen wie das Üben selbst ...
In der Pause übt das Gehirn im Schnelldurchlauf, spektrum.de 10.6.21

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Beschäftigte sind oft außerhalb der Arbeitszeit erreichbar 
Freitag, 18. Juni 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Ein Recht auf Nichterreichbarkeit nach Feierabend wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung befürwortet. 81,1 Prozent finden diese Freiheit nach Dienstschluss wichtig. Ihr Verhalten spricht allerdings eine andere Sprache, wie eine Umfrage des Technik-Portal t3n zeigt. 64,6 Prozent der Frauen und 59,8 Prozent der Männer gaben an, auch nach Feierabend für Kollegen erreichbar zu sein. Die Wichtigkeit der Unerreichbarkeit wächst mit dem Alter. So befürworten ein entsprechendes Gesetzt 43 Prozent der 25- bis 34-Jährigen, bei den 35- bis 44-Jährigen sind es schon 47 Prozent und unter den 45- bis 54-Jährigen sogar 50 Prozent. 42,1 Prozent der Befragten, die Angaben, erreichbar zu sein, sind dies, weil sie es möchten. 27,3 Prozent stehen zur Verfügung, weil der Job es erfordere. Und 20,1 Prozent gehen eher zähneknirschend ans Telefon oder beantworten Mails, weil sie glauben, ihr Arbeitgeber fordere das.
Erreichbarkeit im Feierabend: So ticken die Deutschen, t3n 1.6.21

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