Geringe Weiterbildung kostet Milliarden 
Donnerstag, 15. Januar 2009 - Studien
Die deutsche Wirtschaft könnte deutlich produktiver sein, wenn sie denn in Weiterbildung investieren würde. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. In einer Studie eruierten die Wirtschaftsforscher, dass fehlendes Wissen die deutsche Wirtschaft jedes Jahr rund 4,5 Milliarden Euro kostet. In Deutschland liegt der Wertschöpfungszuwachs von Erwerbstätigen bei 172 Euro pro Kopf - denn nur jede dritte Arbeitnehmer qualifiziert sich weiter. Beim europäischen Spitzenreiter Schweden sind es dagegen 329 Euro. Eine weitere Achillesferse: Nur 36 Prozent aller Weiterbildungen sind auf Informationstechnologie ausgerichtet, und das, obwohl 75 Prozent des Produktivitätswachstums auf der richtigen Nutzung von Informationstechnologien basieren. Eine Erkenntnis der Experten: Je höher der Bildungsgrad, umso größer die Weiterbildungsambitionen. So bilden sich 34 Prozent der Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss fort, aber nur acht Prozent der Arbeitnehmer ohne Ausbildung.
"Fehlendes Wissen kostet 4,5 Mrd. Euro", FTD 21.12.2008


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lügen als bewährte Alltagsstrategie 
Mittwoch, 14. Januar 2009 - Wissenschaft
Wahrhaftigkeit, Ethik und Moral - gerade in der gegenwärtigen Krisenanalyse werden diese Tugenden besonders beschworen. Und doch sind sie eher eine Ausnahmeerscheinung. Die Wirtschaftswoche widmet sich in einem Artikel dem Massenphänomen der Lüge und stellt fest: Selbst in einer nur zehnminütigen Konversation belügen sich 60 Prozent aller Gesprächspartner bis zu drei Mal - meist durch beiläufige Flunkerien, derer sie sich gar nicht bewusst sind, die aber beinahe ein Drittel aller Lügen ausmachen. 41 Prozent der Menschen lügen, um sich Ärger zu ersparen und keine Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen zu müssen, 14 Prozent wollen sich mit ihren Lügen das Leben erleichtern, acht Prozent versuchen, damit ihre Beliebtheit zu erhöhen und sechs Prozent lügen schlicht aus Faulheit. Studien zeigen auch, dass die virtuelle Kommunikation das Lügen begünstigt. So zeigt eine Umfrage der Unternehmensberatung German Consulting Group, dass 63 Prozent der Befragten ihre Geschäftspartner via SMS belügen, und amerikanische Forscher fanden heraus, dass nahezu alle Mail-Schreiber ihre Partner anlügen, während bei Briefe-Schreibern "nur" 64 Prozent zu Unwahrheiten bereit sind.
"Dienen Lügen wirklich der Karriere?", WiWo 5.1.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wirtschaft und Gesellschaft neu denken 
Dienstag, 13. Januar 2009 - Arbeit
Der Gründer der Bio-Supermarktkette Alnatura Götz Rehn lädt in einem Artikel auf der Webseite des Unternehmens dazu ein, Wirtschaft und Gesellschaft neu zu denken. Der Anthroposoph sieht in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise den Ausdruck einer "Selbstversorgungsillusion". "Wir haben in vielen Bereichen der Wirtschaft gegen ein Grundgesetz der Wirtschaft verstoßen: Wirtschaften heißt immer für andere leisten können und wollen. Wirtschaft ist praktischer Altruismus, nicht eine Selbstversorgungsveranstaltung", sagt Rehn. Er geht davon aus, dass die Weltwirtschaft umso besser funktioniert, je weniger der Einzelne aus einer Selbstversorgungshaltung heraus agiert, desto besser funktioniere der soziale Organismus. "Wenn wir jedoch erkennen, dass wir alle füreinander tätig sind, ist es nur noch ein kleiner Schritt zu einer vernetzten Wirtschaft", so Rehn.
"Die Finanzkrise als Ausdruck der 'Selbstversorgungsillusion'", Alnatura Magazin 1.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Jeder vierte Arbeitnehmer ohne Loyalität 
Montag, 12. Januar 2009 - Studien
Mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber sieht es bei deutschen Arbeitnehmern nicht gerade rosig aus. Einer Umfrage des Karriereportals Careerbuilder.de zufolge empfinden gegenwärtig 26 Prozent der Angestellten keine Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber. Zu den wichtigsten Gründen für die eher geringe Verbundenheit zählen die Befragten zu geringe Bezahlung (68 Prozent), mangelnde Wertschätzung ihres Engagements (63 Prozent) und ein unbefriedigendes Arbeitsklima (55 Prozent). Auch fehlende persönliche Wertschätzung (54 Prozent), fehlende Aufstiegsmöglichkeiten (50 Prozent) und keine ausreichende Weiterbildung (43 Prozent) untergraben das Commitment der Beschäftigten.
Pressemitteilung Careerbuilder


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Social Banking im Aufwind 
Freitag, 9. Januar 2009 - Success Stories
Das Handelsblatt stellt in einem Artikel das Institut für Social Banking (ISB) vor, das von zwölf europäischen Sozialbanken gegründet wurde und einen Masterstudiengang "Social Banking und Social Finance" anbietet. "Nachhaltigkeit ist für Sozialbanken wichtiger als schnelle Rendite. Der Ansatz zahlt sich aus: Sozialbanken wachsen aus eigener Kraft und stetig, aufgrund der Finanzkrise derzeit sogar stark", schreibt das Handelsblatt. So kann beispielsweise die Bochumer GLS Bank gegenwärtig einen wöchentlichen Anstieg des Anlagevolumens um zehn bis 20 Millionen Euro verbuchen. Dem ISB geht es mit seinem Studiengang vor allem um Einstellungsänderungen. "Wir bringen unseren Studierenden bei, ihre Arbeit systematisch zu hinterfragen", sagt etwa der am ISB lehrende Finanzwissenschaftler Sven Remer. Den Sozialbankern geht es darum, die Arbeit stetig mit dem eigenen Wertesystem abzugleichen und sich auch kritische Fragen zum eigenen beruflichen Wirken zu stellen, beispielsweise ob ein Wachstum allein um des Wachstums willen sinnvoll ist, wenn man dafür seine Prinzipien und Werte verleugnen muss. Das ISB soll den Führungsnachwuchs der bestehenden Sozialbanken für die Übernahme neuer Positionen vorbereiten, dient aber auch Mitarbeitern konventioneller Banken zur Weiterbildung, beispielsweise wenn es um die Spezialisierung auf nachhaltige Geldanlagen geht.
"Die Geldverbesserer", HB 31.12.2008


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Neuer Index für Messung von Humankapital 
Donnerstag, 8. Januar 2009 - Wissenschaft
Die Frage, wie Unternehmen ihr Humankapital messen können, beschäftigt die Personalexperten seit geraumer Zeit. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurde nun im Rahmen des Forschungsprojekts "Sicherung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch Verbesserung qualitativer humanressourcenorientierter Kriterien" ein so genannter Human Potenzial Index entwickelt, der verschiedene für das Mitarbeiterpotenzial entscheidende Dimensionen systematisch erfasst. Das neue Instrument, das im März 2009 detaillierter vorgestellt werden soll, umfasst Aspekte wie Personalstrategie, -auswahl und -entwicklung, Unternehmenswerte, Führung, Kommunikation, Mitarbeiterengagement und -bindung, Compensation & Benefits, Gesundheitsförderung und Diversity. Ziel ist es, Wertschöpfungsprozesse und Nachhaltigkeitsinstrumente gezielt zu erkennen und einzusetzen. Erste Evaluierungen haben bereits gezeigt, dass sich rund 41 Prozent des Unternehmenserfolgs durch Faktoren erklären lassen, die mit der Humankapitalstruktur eines Unternehmens einher gehen.
Architektur des HPI


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Film zum Thema Grundeinkommen 
Mittwoch, 7. Januar 2009 - Medien
Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise sind die Diskussionen um das Thema Grundeinkommen etwas abgeflaut. Wer sich für das Thema dennoch interessiert, kann sich einen kostenlosen 100-minütigen Film der Initiative Grundeinkommen kostenlos aus dem Internet herunterladen, in dem die verschiedenen Facetten des gegenwärtigen Erkenntnisstandes ausführlich dargestellt werden.
Download Grundeinkommen-Film


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mehr langfristige Komponenten bei Managersalären 
Dienstag, 6. Januar 2009 - Management
In der Diskussion um die Gehälter von Top-Managern zeichnen sich, nicht zuletzt angetrieben durch die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise, neue Paradigmen ab, die den tatsächlichen Erfolg, den Führungskräfte mit ihrer Arbeit erzielen, sowie langfristige Komponenten stärker berücksichtigen sollen. "Ein Vorstand schuldet nicht Bemühen, sondern er schuldet Erfolg", sagt etwa Michael Kramarsch, Chef der Beratungsgesellschaft Towers Perrin. Seine Gesellschaft sowie die Experten von Kienbaum sind sich darin einig, dass künftig die langfristigen Anreize in den Vergütungssystemen stärker berücksichtigt werden müssen. und schlagen eine Drittel-Teilung der Bezüge vor: Ein Drittel Grundgehalt, ein Drittel kurzfristige und ein Drittel langfristige Anreize. Langfristig bedeutet für Kramarsch eine Bezugsgröße von drei bis vier Jahren, wobei hier die Richtgröße nach wie vor der Aktienkurs des Unternehmens sein sollte.
"Ein Drittel fix, zwei Drittel variabel", FAZ 27.12.2008


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter