Dankbarkeit macht gesund - und verbindet 
Mittwoch, 11. Januar 2017 - Bewusstsein, Studien, Wissenschaft
Spiegel online präsentiert in einem ausführlichen Beitrag verschiedene Studien der Dankbarkeitsforschung und zeigt, welchen gesundheitlichen Nutzen es haben kann, im Alltag ein bisschen dankbarer zu sein. Eine Studie aus 2003 lies knapp 200 Probanden, aufgeteilt in drei Gruppen, über zehn Wochen entweder ein Dankbarkeitstagebuch führen, notieren, was in einer Woche schlecht gelaufen war oder neutral über die Erlebnisse reflektieren. Bei der anschließenden Auswertung zeigte sich, dass die Teilnehmer der Dankbarkeitsgruppe in den psychologischen Befragungen mehr Optimismus zeigten als die Teilnehmer der anderen Gruppen, mehr Lebensfreude verspürten und auch geringere körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen aufwiesen. Als nicht unwesentlich für diese Verbesserung des Lebensgefühls stellte sich die soziale Dimension der Dankbarkeit heraus, denn durch das bewusste Dankbarsein intensivierten die Studienteilnehmer auch ihre sozialen Beziehungen. Medizinische Studien liefern bereits weitere Hinweise zu positiven Wirkungen der Dankbarkeit. So sollen Übungen zur Dankbarkeit das individuelle Glücksniveau um 25 Prozent heben und so bei leichten bis mittelschweren Depressionen Antidepressiva ersetzen können. Bei Versuchen mit Patienten, die an Herzinsuffizienz litten, scheinen Dankbarkeitsübungen dazu geführt zu haben, dass sich die Erkrankung nicht verschlimmerte. Die Forschungen schaffen eine interessante Verbindung - Zufriedenheit oder gar gesundheitliche Verbesserungen scheinen nicht nur eine individuelle Sache zu sein, sondern sich womöglich auch dadurch zu ergeben, dass Dankbarkeit Menschen wieder die eigene Eingebundenheit in etwas Größeres bewusster erleben lässt.
Dankmuskel bitte anspannen, Spiegel online 26.12.16

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Die Entdeckung der Verbundenheit im Business 
Dienstag, 10. Januar 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft, Management
Der österreichische Standard richtet in einem Interview mit dem Wissenschaftler Dan Siegel den Blick darauf, dass bewusst gelebte Achtsamkeit der Schlüssel zu neuer zwischenmenschlicher Verbundenheit und damit auch mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt sein könnte. Dort, wo der gegenwärtige Achtsamkeitstrend das Kultivieren der Bewusstheit vor allem als persönliche Strategie interessant werden lässt, geht Siegel weiter. "Durch Mindsight – eine erlernbare Fähigkeit, sich selbst als Teil des größeren Ganzen zu sehen – wird erkennbar, dass wir alle für ein gemeinsames Ziel arbeiten können, mehr positive Energie in uns selbst und damit in die Welt bringen können. Kurz: Mindsight bedeutet, wir können unsere innere Welt gestalten. Dann fühlen wir uns nicht mehr wie passive Passagiere auf einer Reise ins Ungewisse, sondern werden selbst zu aktiven Autoren unserer eigenen Geschichte und damit jener des gesamten Systems. Mindsight wirft das Licht auf den ganzen Prozess, und wie wir uns mit Achtsamkeit zu einer mitfühlenderen Gesellschaft entwickeln können", so der Wissenschaftler. Im Unternehmenskontext könne diese Perspektive beispielsweise dabei helfen, Vielfalt und Differenzierung wertzuschätzen und dabei gleichermaßen die Verbundenheit innerhalb des größeren Ganzen zu kultivieren: "Wenn man nur die einzelnen Teile einer Firma, die Departments, als separierte Einheit behandelt, dann fördert man lediglich Differenzierung, aber keine Verbindung. Dem Unternehmen wird es nicht so gut gehen, wie es ihm gehen könnte. Weil die Verbindung aller Individuen zueinander fehlt. Wenn die Differenzierung von Individuen innerhalb eines Departments kultiviert wird, dann fühlen sich die Leute geachtet und befähigt. Die Moral wird hoch sein, und die Menschen werden von sich aus motiviert, inspiriert und kreativ tätig für das Unternehmen. Weil sie auch wissen, was sie zum gemeinsamen Ganzen beitragen, und dass dieser Beitrag wichtig ist. Da gibt es Zugehörigkeit und gleichzeitig Individualität, da übernehmen Menschen von selbst die Ownership für ihre Arbeit. Das ist zuerst eine Aufgabe für Leadership."
US-Forscher: Einmal täglich das Gehirn "vom Dreck befreien", Der Standard 20.12.16

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"Spirituelle Revolution" im Westen? 
Montag, 9. Januar 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Wissenschaft
Stressbewältigung und mit ihr einhergehend Sinnfindung sind in den letzten Jahren zu großen Themen geworden. Der Psychoanalytiker David Tracy spricht gar von einer "spirituellen Revolution", da zu Selbstentwicklung im Westen immer öfter auch spirituelle Bezüge herstellen und auf wachsende Akzeptanz stoßen. Wissenschaftler der Universität Bielefeld haben in einer Studie aus den frei formulierten Antworten der Studienteilnehmer zehn Aspekte herausdestilliert, die das spirituelle Verständnis der Deutschen charakterisieren. Die individuelle Praxis, sei es Meditation, Gebet oder Gottesdienst, die im gegenwärtig immer stärker zunehmenden Achtsamkeitstrend ihren Niederschlag findet, ist dabei ein Merkmal. Weitere sind beispielsweise eine (All-)Verbundenheit und Harmonie mit dem Universum, der Natur und dem Ganzen, die innere Suche nach einem (höheren) Selbst, nach Sinn, Frieden und Erleuchtung, das Festhalten an und Einhalten von Werten und Moral in Bezug zur Menschheit [Ethik] oder die Erfahrung von existenzieller Wahrheit jenseits rationalem Verstehens. Irgendwie ist es erstaunlich, wie bewusst sich die Menschen über diesen Tiefendimensionen des Lebens anscheinend sind und wie wenig Ausdruck sie doch zumeist im individuellen Alltag und erst recht auf der gesellschaftlichen Ebene finden. Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn jeder sich ab und an die Frage stellte, ob das eigene Tun diese Dimension berührt und mit ihr im Einklang ist?
Wenn der Stress zu groß wird: Spiritualität als Alternative, businesson.de 15.12.16
Definitionen von Spiritualität der Universität Bielefeld

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Pausen helfen der Performance 
Freitag, 16. Dezember 2016 - Wissenschaft
Pausen zu machen, ist in der Leistungskultur der Gegenwart oft nicht sonderlich angesehen. Der Blick auf verschiedene wissenschaftliche Befunde legt indes nahe, dass stundenlanges Sich-Auspowern der Produktivität nicht hilft. Wissenschaftler untersuchten, ob der Schlafrhythmus, der sich gewöhnlich in Zyklen von 90 Minuten vollzieht, auch auf das wache Leben anwendbar ist. Sie stellten fest: Bei Musikenr, Athleten, Schauspielern und Schachspielern, die Höchstleistungen vollbringen, ist ein 90-Minuten-Rhythmus sehr verbreitet. Viele dieser Hochperformer arbeiten oder trainieren bevorzugt nicht mehr als 4,5 Stunden pro Tag und legen ungefähr alle eineinhalb Stunden eine Pause ein. Diese Dosis erlaube es, über längere Zeitperioden die eigene Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Warum man alle 90 Minuten eine Pause machen sollte, Die Welt 8.12.16

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Zu wenig Schlaf hat verheerende Wirkungen 
Mittwoch, 7. Dezember 2016 - Wissenschaft
In der 24/7-Arbeitskultur erscheint Schlaf eine vernachlässigenswerte Dimension. Wer weniger schläft, hat mehr Zeit zum Arbeiten, ist ein implizites Motto der heutigen Leistungskultur. Dabei kann zu wenig Schlaf erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben. Wer weniger als sechs Stunden schläft und dies regelmäßig (in Deutschland sind das neun Prozent der Bevölkerung), erhöht die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, um 13 Prozent. Die mit Schlafmangel verbundene verminderte Leistungsfähigkeit hat auch wirtschaftliche Konsequenzen. So errechnete die Denkfabrik Rand Europe, dass in Deutschland pro Jahr mehr als 200.000 Krankheitstage durch Übermüdung und deren Folgen entstehen, was die Wirtschaft rund 60 Milliarden Dollar pro Jahr koste. Das sind immerhin 1,56 Prozent des jährlichen BIP.
Übermüdete Mitarbeiter verursachen Milliarden-Kosten, WiWo 30.11.16

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Kongress Meditation & Wissenschaft 2016 
Montag, 5. Dezember 2016 - Wissenschaft
Meditation kommt immer mehr in der modernen Welt an und findet zunehmend Resonanz nicht nur in Medizin und Therapie, sondern auch im Business. Ich hatte die große Ehre, dieses Jahr zum vierten Mal für drei Stiftungen den Kongress "Meditation & Wissenschaft" zu organisieren, der vor einer Woche in Berlin stattgefunden hat und mit mehr als 520 Teilnehmenden komplett ausgebucht war. Besonders beeindruckend war für mich die Podiumsdiskussion zur Frage, wie viel Meditation das Business verträgt und wie viel Business die Meditation. Moderiert vom Zen-Lehrer Paul J. Kohtes sprachen Mounira Latrache von Google, Peter Bostelmann von SAP, Peter Terium von RWE und Erich Harsch von dm darüber, wie das Thema Achtsamkeit dabei ist, in der Arbeitswelt Spuren zu hinterlassen. SAP und Google beispielsweise haben in den letzten Jahren interne Programme entwickelt, die von den Mitarbeitern selbst getragen werden, so dass Meditation beginnt, zu einem nicht unwesentlichen Teil der Unternehmenskultur zu werden. Peter Terium, der selbst seit vielen Jahren meditiert, machte durch seine eigene Präsenz sehr deutlich, dass eine ernsthafte innere Zuwendung zur Dimension der Achtsamkeit weit mehr ist als nur ein nettes Gimmick, ein weiteres, neues Business-Tool. Durch ihn und seine Erfahrungen wurde deutlich, wie sehr das Meditieren Menschen stärken kann und es damit erleichtert, auch unter sehr herausfordernden Umständen sich nicht zu verlieren. Ein Highlight des Kongresses war die Videoübertragung von Jon Kabat-Zinn, dem Vater der Mindfulness-Based Stress Reduction. Selbst tief in der buddhistischen Tradition verankert, war Kabat-Zinn der Vorreiter der heutigen Mindfulness-Bewegung, weil es ihm gelang, die grundsätzliche Dimension des Meditierens auch für Menschen, die sich nicht als spirituell oder religiös verstehen, zugänglich zu machen. Die Popularität von MBSR in Medizin und Arbeitswelt geht auf sein Engagement zurück und gerade in den letzten Jahren gelingt es Kabat-Zinn zunehmend, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Meditieren nicht einfach funktionale Selbstverbesserung ist, sondern eine wesentliche Dimension des Menschseins berührt. Die Beiträge des Kongresses sind nun auch auf DVD erhältlich und im Online-Download.
Material zum Kongress "Meditation & Wissenschaft 2016"

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Intelligenz ist relativ in der Menschheitsgeschichte 
Donnerstag, 1. Dezember 2016 - Wissenschaft
Unser zeitliches Vorstellungsvermögen scheint bisweilen recht begrenzt. Menschheitsgeschichtlich sind wir die intelligenteste Spezies, die diesen Planeten bisher bewohnte. Doch schauen wir uns einmal um: Was haben wir daraus gemacht? In einer Phase der Evolution hat Intelligenz dazu geführt, dass Menschen mehr Nachkommen zeugen konnten, so dass die Intelligenteren über die Jahrtausende sich stärker vermehren konnten als ihre weniger schlauen Zeitgenossen. Doch in komplexen Lebensbedingungen wie den heutigen ist Intelligenz längst nicht mehr das Einzige, was zählt. ""Ich denke es ist eher unwahrscheinlich, dass höhere Intelligenz in den nächsten paar tausend Jahren stetig einen Vorteil bringen wird. Eher bestimmen die wechselnden und verschiedenen kulturellen Einflüssen die Anzahl der Nachkommen", sagt etwa Wolfgang Enard vom Lehrstuhl für Anthropologie und Humangenetik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er sensibilisiert für die große Zeitspanne des menschlichen Daseins. Wo wir heute Intelligenz als gegeben und unabdingbar ansehen, sind wir mit unserer Vorstellungswelt doch auch nur ein Augenblinzeln im Universum. Oder, wie es der Anthropologe ausdrückt: ""Für evolutionäre Maßstäbe ist die hochentwickelte Intelligenz mit etwa 200.000 Jahren noch sehr jung. Um als erfolgreich zu gelten, müsste sie sich schon noch einige Millionen Jahre halten."
Evolution: Wird der Mensch intelligenter? Bild der Wissenschaft 26.11.16

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Bildung braucht mehr Tiefe 
Freitag, 25. November 2016 - Wissenschaft
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung plädiert der Neuropsychologe Ernst Pöppel dafür, die Tiefendimension von Bildung wieder ernster zu nehmen. Pöppel kritisiert, dass die heutige Google-Mentalität leicht zu Verdummung führe, da Menschen immer weniger die größeren Zusammenhänge überblicken, die zwischen einzelnen Daten und Fakten bestehen. Ein Problem: "Unser Bildungssystem, die ganze Erziehung und eben auch das Arbeitsleben sind so ausgelegt, immer genau das zu tun, was andere mir sagen. Wenn ich aber immer nur das lernen soll, was in den Büchern steht, wie kann ich dann begreifen, dass ich auch selbst denken könnte? Wir verlernen Stück für Stück, uns selbst zu trauen, uns ein eigenes Urteil zu bilden." Der Neuropsychologe plädiert für eine Dreigliederung im Bildungswesen. Einerseits sollten Menschen sich auf eine Sache spezialisieren, um in ihrem gewählten Feld zum Experten zu werden. Weiterhin brauche jeder eine "Landkarte des Wissens in der Welt", eine Art kanonisches Wissen, die es erlaube, an das eigene Fachgebiet angrenzende Felder zu erkennen und sich mit deren Experten auszutauschen. Weiterhin müsse die Wertschätzung zwischen den Experten gefördert werden. Rückrat für ein solches fundiertes Miteinander müsse eine Gesprächskultur sein: "Das Wichtigste ist: zuhören. Ich muss offen sein für die Meinung anderer. Was leider sehr häufig passiert, ist, dass derjenige, der am schnellsten und besten reden kann, dominant wird. Wer nicht den Mut hat, sich zu äußern, wird umgepflügt."
"Der blinde Glaube ans Expertenwissen ist ein Zeichen von Dummheit", SZ 18.11.16

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