Wann Lob besonders wirkt 
Dienstag, 28. Februar 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Lob motiviert, so viel ist klar. Aber gibt es auch Kontexte, in denen es sich als besonders wirkungsvoll erweist? Eine Studie der Universität Konstanz ging dieser Frage nach und untersuchte das Verhalten von 300 Studierenden, die zu Semesteranfang und -ende jeweils eine Klausur in Mikroökonomie zu schreiben hatten. In einer Studierendengruppe wurden nach der ersten Benotung die besten 30 Prozent vor versammelter Mannschaft gelobt, in der anderen nicht. Bei der Folgeklausur zeigte sich, dass sich insbesondere diejenigen, die bei der ersten Klausur nur knapp schlechter abgeschnitten hatten als die erwähnten 30 Prozent der Besten sich deutlich verbessert hatten. Die ohnehin schon sehr guten Studenten wiesen diese Verbesserung nicht auf. Die Forscher gehen davon aus, dass es vor allem die durch das Lob kommunizierte implizite Norm war, die zu diesen Verbesserungen beitrug. Sie gab denen, die sie knapp verfehlt hatten, einen Anhaltspunkt, sich noch stärker für das wünschenswerte Ergebnis zu engagieren.
Wem Lob wirklich hilft, spektrum.de 20.2.17

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Skepsis sitzt bei deutschen Arbeitnehmern tief 
Donnerstag, 23. Februar 2017 - Studien, Arbeit, Management
Den Deutschen sagt man gerne Skepsis nach und diese zeigt sich auch in der Arbeitswelt. Eine weltweite Umfrage der Personalberatung Korn Ferry mit mehr als 1,4 Millionen Fach- und Führungskräften aus 23 europäischen Ländern zeigt, dass die Deutschen zu den großen Skeptikern im Business zählen. Hierzulande glauben nur 63 Prozent daran, dass ihr Unternehmen in den nächsten Jahren erfolgreich sein wird. Weniger sind es nur in Italien (62 Prozent), Belgien und Frankreich (jeweils 60 Prozent) und Österreich (58 Prozent). In Osteuropa hingegen herrscht Aufbruchstimmung. 88 Prozent der Slowenen und 80 Prozent der Rumänen glauben an eine erfolgreiche Zukunft ihres Unternehmens. Studienleiterin Mandy Rehmann betrachtet es als Führungsaufgabe, im Unternehmen eine optimistische Grundhaltung zu etablieren: "Das braucht einen anderen Führungsstil als nur zu delegieren." Was in Veränderungsprozessen vor allem zähle, sei Vertrauen.
Deutsche Angestellte sind besonders skeptisch, FAZ 15.2.17


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Permanente Vielarbeit ist keine Perspektive 
Montag, 20. Februar 2017 - Arbeit, Management
Ständige Verfügbarkeit und Wochenarbeitszeiten von 80 Stunden und mehr sind im Top-Management keine Seltenheit, sondern eher Teil der impliziten Job Description. Doch selbst bei High Performern, die wissen, auf was sie sich mit einer Führungsposition einlassen, ist Lebensenergie nicht grenzenlos. In einem Gespräch mit 150 angehenden Abiturienten in Essen warnte ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger, dass überlange Arbeitszeiten und regelmäßiger Verzicht auf Urlaub auf Dauer nicht gutgehen. Er selbst habe schon einmal kurz vor dem Burn-out gestanden und deshalb seine Arbeitsweise verändert. Man müsse mit seiner Arbeitskraft haushalten, um in mehreren Jahrzehnten Berufsleben zu bestehen. Den Abiturienten riet Hiesinger, sich bei der Berufswahl nicht nur von materiellen Interessen leiten zu lassen, sondern der eigenen Motivation zu folgen; "Lassen Sie sich von Ihren Interessen, Ihrer Begeisterung und Neugierde leiten. Und nicht von Gehalt oder sozialem Status."
Dax-Vorstandschef warnt vor zu viel Arbeit, Spiegel online 10.2.17

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Wenn Selbstoptimierung zur Falle wird 
Donnerstag, 9. Februar 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Management
Wir leben in einer Zeit, in der wir das Gefühl haben, für unser Glück selbst verantwortlich zu sein. Die realen Gestaltungsmöglichkeiten, die wir haben, können jedoch auch kippen - dann wird das Streben nach einem besseren Leben leicht zu Selbstoptimierungsstress. "Uns werden von unzähligen Anbietern Methoden offeriert, wie wir uns in allen Lebensbereichen verbessern können. Die vermeintliche Logik dahinter: Nur wenn wir unsere Lebensweise optimieren, erfüllt sich auch der Wunsch glücklich zu sein", erklärt der Psychologe Steve Ayan in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Am Anfang steht die Bewusstheit - über das, was wir verändern oder erreichen wollen. Ayan warnt jedoch davor, dass die "die bewusste Konzentration auf Einzelaspekte – etwa auf persönliche Schwächen oder Nöte – unsere Wahrnehmung [verzerrt]. Kleinigkeiten erscheinen dann plötzlich bedeutsamer als sie sind. Bei vielen Gelegenheiten fahren wir also besser, wenn wir nicht so sehr nach Innen horchen und alles ganz bewusst tun wollen." Er rät dazu, für das, was einem wichtig ist, Routinen zu entwickeln - um nicht immer wieder aufs Neue entscheiden zu müssen, aber auch, um nicht ständig um sich selbst zu kreisen. Auch könne mehr Lockerheit im Hinblick auf das, was man sich wünscht, helfen. Vor allem Menschen, die im Beruf viel erreichen, setzen sich leicht selbst unter Zugzwang. Eine gute Selbstwahrnehmung mag dabei helfen, das eigene Leben besser zu justieren. Die Grenze zur Hypochondrie ist dabei jedoch bisweilen fließend. "Wir alle haben ja Phasen, in denen es uns mal besser und mal schlechter geht. Auch da ist es in den Stimmungstiefs zunächst besser für uns, Genuss und Ablenkung zu suchen, statt bis ins Kleinste zu erforschen, warum es uns nun gerade so geht. Genauso ist es ja auch, wenn einem was wehtut: Konzentriert man sich auf den Schmerz, wird er schlimmer", so Ayan. Auch einfach mal locker zu bleiben und nicht gleich in Aktionismus zu verfallen, kann also eine Verbesserung sein.
"Manager sind prädestiniert dafür, sich zu viel abzuverlangen", WiWo 30.1.17

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Die dunklen Seiten hoher Identifikation mit dem Arbeitgeber 
Mittwoch, 8. Februar 2017 - Studien, Arbeit, Management
Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass eine hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber positive Folgen hat. Die Mitarbeiter fühlen sich wohl, arbeiten engagiert, oft zeigen beliebte Arbeitgeber auch eine überdurchschnittliche Performance. Nun haben Wissenschaftler der Colorado-State-Universität 40 Studien zum Thema genauer unter die Lupe genommen - und dabei herausgefunden, dass besonders große Verbundenheit im Job auch deutlich erkennbare dunkle Seiten hat. So neigen besonders commitete Angestellte leichter dazu, Verfehlungen des Unternehmens zu ignorieren - oder sogar selbst unethisch zum Wohle der Firma zu handeln. Änderungen im Unternehmen führen bei sehr verbundenen Mitarbeitern leicht zu einer "Bedrohung ihrer Identität". Wird die Verbundenheit zur Gemütlichkeit, leiden auch Leistung und Kreativität, da Mitarbeiter leicht in bestehenden Strukturen gefangen sind, ohne diese noch sehen zu können. Die Verbundenheit nach Innen könne außerdem in eine stärkere Abgrenzung nach Außen münden oder gar in Misstrauen gegenüber anderen Firmen und Feinddenken gipfeln. Und gerät das eigene Unternehmen in Schwierigkeiten oder unter Beschuss, leiden die sehr treuen Mitarbeiter besonders stark. Gewinnt der Job im Leben eine zu große Bedeutung, könne das Wohlbefinden leiden, weil es zu Konflikten, beispielsweise mit dem Partner, komme. Selbst im Traumjob und bei aller Liebe - es kann nicht schaden, das eigene Arbeitsumfeld nicht nur aus emotionaler Eingebundenheit heraus wahrzunehmen, sondern die Dinge auch mit wachem Verstand zu betrachten.
Zu viel Identifikation mit der Firma schadet, WiWo 27.1.17

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Weltwirtschaft - Kleine Schritte mit großer Wirkung 
Montag, 30. Januar 2017 - Bewusstsein, Management
Peter Spiegel, einer der Vorreiter eines bewussteren Wirtschaftens, betreibt zur Zeit eine Kampagne, mit der einen Shift von der Symbol- zur Systempolitik propagiert. Eine wesentliche Forderung ist für ihn die Einschaffung eines globalen Mindestlohns in Höhe von einem Dollar pro Arbeitsstunde. Aus westlicher Sicht ein Klacks, aber ein Schritt, der weitreichende Wirkungen zeitigen könnte. "Ein konkreter Vorschlag, der geeignet ist im Sinne einer exemplarischen Initiative in Richtung handlungsfähiger Systempolitik, ist jener für einen Globalen Mindestlohn – nicht nur, weil er gleich ein ganzes Bündel an bisher sträflich vernachlässigten globalen Herausforderungen systemisch auf eine völlig neue Lösungsqualität bringt ... Eine festgezurrte Lohnuntergrenze von einem Dollar pro Stunde läge um mehr als 100 Prozent höher als der jetzige Mindestlohn in den Billiglohnländern. Für weit mehr als eine Milliarde Menschen würde sich die Lebenssituation unmittelbar und drastisch verbessern. Mit einer derart radikal veränderten Lebensperspektive würden zahlreiche Fluchtgründe in den heutigen Armutsregionen wegfallen und die betroffenen Menschen könnten ihr Schicksal erstmals ernsthaft in die eigene Hand nehmen und selbst gestalten. Gleichzeitig würde sich der Preis für eine Jeans bei uns gerade einmal um weniger als 1 Prozent erhöhen", erklärt Spiegel. Letzte Woche hatte ich ja bereits berichtet, dass der Nachhaltigkeitsexperte Nico Paech und der Astrophysiker Steven Hawking sich kürzlich zu Wort meldeten, um die subtilen Verflechtungen der Weltwirtschaft und der bestehenden globalen Ungleichheit, die - sei es durch Fluchtbewegungen, aber auch Terror - immer mehr auf den Westen zurückschlagen, in die Wahrnehmung zu bringen. Spiegels Vorschlag setzt hier ein konkretes Zeichen, sich dieser Verflechtungen nicht nur bewusst zu werden, sondern ihnen auch verantwortlich Rechnung zu tragen. Der globale 1-Dollar-Mindestlohn wäre ein Anfang, und zwar ein gewichtigerer, als es die Zahl selbst ausdrückt, denn er schafft eine stärkere Beziehung.
Von Symbol- zu Systempolitik, Good Impact 10.1.17

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Produktivität, Wertschöpfung, Gewinn - wo bleibt der Mensch? 
Freitag, 27. Januar 2017 - Bewusstsein, Management
Wenn man Unternehmenslenker bisweilen reden hört, fragt man sich, welche Bedeutung ihre Mitarbeiter eigentlich für sie haben. Produktivität, Wertschöpfung, Gewinn - abstrakte Größen wie diese dominieren leicht die Darstellung dessen, um was es in der Wirtschaft vor allem zu gehen scheint. Und das hat System, wie eine Befragung von 800 Spitzenführungskräften weltweit durch die Beratungsgesellschaft Korn Ferry zeigt. In der Untersuchung sagten 64 Prozent der Befragten, dass Menschen in erster Linie ein Kostenfaktor und kein Vermögenswert seien. 67 Prozent glauben sogar, dass die Ertragskraft der Technologie die des Humankapitals in Zukunft übersteigen werde. 40 Prozent der Top-Leader fühlen sich zugleich von den Aktionären unter Druck gesetzt, Mitarbeiter durch Maschinen zu ersetzen. Da wundert es wenig, wenn man gelegentlich den Eindruck bekommt, Maschinen werden in Firmen ordnungsgemäß gewartet, während Mitarbeiter oft eher wie Verschleißteile behandelt werden. Doch woher kommen eigentlich die Maschinen? Richtig - sie werden von Menschen gemacht. Und nicht nur das spricht dafür, dass menschliche Arbeitskraft (und ihre Kultivierung) noch lange kein Auslaufmodell sind. Zwar glauben dies 44 Prozent der von Korn Ferry Befragten, aber die nüchterne Analyse spricht eine andere Sprache. Zusammen mit dem britischen Centre for Economics and Business Research hat Korn Ferry einmal den Wert des menschlichen Leistungspotenzials ermitteln lassen. Dabei zeigte sich, dass die Arbeitskraft der Mitarbeiter weltweit einem Wert von 1215 Billionen Dollar (1140 Billionen Euro) entspricht. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt, also der Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr produziert werden, liegt bei 3,4 Billionen Dollar. In keiner der Weltökonomien reicht der Wert der materiellen Bilanzpositionen auch nur annähernd an den des menschlichen Arbeitspotentials heran. In den USA beispielsweise liegt das materielle Kapital der Wirtschaft bei 62 Billionen Dollar, das Humankapital hingegen bei 244 Billionen Dollar. In China sind die Maschinen, die die Wirtschaft einsetzt, 49 Billionen Dollar wert, die menschliche Arbeitsleistung indes 110 Billionen Dollar. Es wird anscheinend - nicht nur aus sozialen Gründen - Zeit, den Faktor Mensch wieder bewusst mehr wertzuschätzen ...
Top-Manager schätzen Menschen geringer als Maschinen, welt.de 20.1.17

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Faire Arbeitsbedingungen sind eine Frage des Wollens 
Dienstag, 24. Januar 2017 - Arbeit, Management, Success Stories
In einem Beitrag auf Welt.de wirft Christian von Daniels, Chef des größten deutschen Maßhemden-Schneiders van Laack, der Modebranche vor, weltweit faire Arbeitsbedingungen schlicht nicht zu wollen. „Dass der Verbraucher so wenig wie möglich für ein Produkt ausgeben will, ist völlig legitim. Das Problem ist vielmehr die Gleichgültigkeit der Auftraggeber“, so von Daniels. Er rechnet vor, dass ordentliche Kontrollen der Arbeitsbedingungen selbst bei einem Billig-T-Shirt die Produktionskosten gerade einmal um einen Cent pro Stück erhöhen. Auch zusätzliche Sozialleistungen wie kostenloses Essen und Trinken, Kinderbetreuung oder Aus- und Weiterbildung würden den Preis eines T-Shirts um vielleicht 30 Cent erhöhen. Van Laack produziert überwiegend in eigenen Fabriken in Tunesien und Vietnam. Die den Mitarbeitern gewährten sozialen Leistungen führten zwar zu höheren Kosten, aber: "Im Gegenzug ist die Fluktuation in unseren Betrieben aber gering und die Arbeitsproduktivität hoch. Das relativiert am Ende die hohen Kosten."
Van Laack kritisiert fehlende Fairness der Branche, Welt.de 9.1.17

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