Achtsamkeit meets Arbeitswelt 
Montag, 4. März 2013 - Wissenschaft
Die Stressspirale im Business führt dazu, dass immer mehr Unternehmen und Einzelpersonen sich mit dem Thema Achtsamkeit in der Arbeitswelt beschäftigen. So berichtet die FAZ über aktuelle Forschungen, beispielsweise die Evaluierung eines Trainingsprogramm für Mitarbeiter, in denen diese in Achtsamkeitsmethoden geschult werden und an dem sich sieben Unternehmen beteiligen. Zwar sind die Wirkungen solcher Programme wissenschaftlich erst in Ansätzen belegt, doch betonen Experten wie der Neurowissenschaftler Wolf Singer, dass Achtsamkeit grundsätzlich "immer gut" sei - schon allein, weil sie es Menschen erleichtere, sich nicht in den täglichen Anforderungen zu verlieren, sondern gestaltender mit ihrer Umwelt umzugehen. Der Neurowissenschaftler Ulrich Ott nimmt mit seinen Forschungen am Bender Institute of Neuroimaging vor allem Aspekte wie "die Regulation der Aufmerksamkeit, das Gewahrsein des Körpers, die Emotionsregulation und eine veränderte Selbstwahrnehmung“ ins Visier und bestätigt, dass Wachheit und Ruhe eine positive Folge regelmäßiger Meditation sein können. Da sich durch Achtsamkeitsübungen die Selbst- und Fremdwahrnehmung verbessere, könnten sie außerdem einen Beitrag zur Entwicklung von mehr Empathie leisten.
Die Entdeckung der Achtsamkeit, FAZ 18.2.13


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Boni erhöhen Risiken und fördern Egoismus 
Freitag, 1. März 2013 - Studien
Die Deutschen stehen dem Thema Bonuszahlungen mehr als skeptisch gegenüber. In einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung ROC Deutschland unter mehr als 1.300 Arbeitnehmern gab mehr als die Hälfte der Befragten an, dass eine flexible Vergütung in ihren Augen dazu führe, dass nicht mehr die Unternehmensziele, sondern der individuelle Erfolg des Arbeitenden im Mittelpunkt stehe. 84 Prozent glauben zwar, dass Boni grundsätzlich einen Leistungsanreiz darstellen können, doch sind gleichzeitig 42 Prozent der Ansicht, dass diese auch zu höheren Risiken verleiteten. 90 Prozent der Befragten ziehen selbst eine reguläre Gehältserhöhung einmaligen Bonuszahlungen vor.
Arbeitnehmer zweifeln am Sinn von Boni, WiWo 19.2.13


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Atypische Arbeitszeiten werden immer üblicher 
Donnerstag, 28. Februar 2013 - Studien
Die Beantwortung einer Anfrage der Partei Die Linke durch die Bundesregierung zeigt, dass immer mehr Menschen außerhalb der normalen Arbeitszeiten ihrem Broterwerb nachgehen (müssen). So stieg die Zahl derer, die ständig oder regelmäßig am Wochenende arbeiten, seit 2001 um ein Drittel auf heute 8,9 Millionen. Die Zahl der Schichtarbeiter erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 4,8 auf 6 Millionen. Auch bei überlangen Arbeitszeiten ist ein Anstieg zu verzeichnen - um 23 Prozent, so dass heute 1,92 Millionen Arbeitnehmer wöchentlich mehr als 48 Stunden tätig sind. Die Zahl der entdeckten Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetzt ist seit 2007 um fast 30 Prozent auf 12.424 Fälle angestiegen.
Jeder Vierte arbeitet am Wochenende, SZ 18.2.13


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Noch nicht wirklich arm, aber in prekärer Lage 
Mittwoch, 27. Februar 2013 - Studien
Statistisch gesehen hat sich die Schere der Einkommen zwar in den letzten Jahren leicht geschlossen, doch bleibt die Lage für viele Arbeitnehmer weiter prekär. So zeigen die neuesten Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass zwischen 2009 und 2010 die verfügbaren Einkommen der unteren 40 Prozent der Bevölkerung real um etwa zwei Prozent gestiegen sind, während die mittleren und oberen Einkommen stagnierten. Das ist indes kein Grund zur Entwarnung, denn der Anteil der Niedriglohnempfänger, die weniger als 10,36 Euro pro Stunde verdienen, lag 2010 bei 20,6 Prozent. Auch atypische Beschäftigungsverhältnisse wie befristete Anstellungen oder Teilzeitjobs tragen dazu bei, denn unter den atypisch Beschäftigten arbeitet etwa die Hälfte für einen Niedriglohn, während es unter den normal Beschäftigten lediglich 10,8 Prozent sind. Auch zeigt sich, dass die Armutsquote von 14 Prozent im Westen und 19 Prozent im Osten seit 2005 annähernd stabil geblieben ist.
Unterm Strich wird's weniger, Spiegel online 18.2.13


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Fluchtreflex in die Überbetriebsamkeit 
Dienstag, 26. Februar 2013 - Arbeit
Der Psychologe Stephan Grünewald, der mit dem Marktforschungsinstitut Rheingold der Befindlichkeit der Deutschen immer wieder mit tiefenpsychologischen Interviews auf den Zahn fühlt, konstatiert in einem Auszug aus seinem neuen Buch, dass die anhaltende Krise die Gesellschaft immer mehr in einen "Zustand besinnungsloser Betriebsamkeit" führe. "Psychologisch betrachtet hat die sogenannte Krise ähnlichkeiten mit einem nächtlichen Albtraum, den wir nach dem Aufwachen sogleich wieder abschütteln wollen. Denn sie ist mit dem Gefühl verbunden, plötzlich und unerwartet in unüberschaubare Verhältnisse geraten zu können", so der Psychologe. Der wunde Punkt: Noch scheinen wir sicheren Boden unter den Füßen zu haben, doch wir leben in dem Gefühl, "jeden Moment ins Bodenlose stürzen zu können". Die Flucht in den Aktivismus biete hier einen Pseudoausweg, um die eigene Hilflosigkeit zu kompensieren. Eine Flucht, die in der Wirtschaft zunehmend für die eigenen Zwecke instrumentalisiert werde: "Viele Unternehmen nutzen gleichfalls diese Tendenz zur Überbetriebsamkeit und verstärken sie zusätzlich. Sie begegnen dem drohenden Einbruch der Krise mit Appellen zur Leistungssteigerung und mit der Erhöhung ihres Effizienzdiktates. Der Leistungsdruck von Seiten der Unternehmensspitze nimmt zu." Unter den Vorzeichen des Leistungsdiktats entsteht laut Grünewald ein neuer Verortungspunkt, der "Erschöpfungsstolz". Arbeitende seien nun nicht mehr stolz auf ihr geleistetes Tagewerk, sondern ihr Grad der Erschöpfung werde zum Leistungsmaßstab. Das Gefühl, sich "rechtschaffen abgearbeitet" zu haben, kompensiere die die immer seltener beantwortete Sinnfrage. Inne halten, Abstand gewinnen, die Perspektive wechseln - Fehlanzeige in einem System, dass der Frage nach einem möglichen Wandel gezielt mit Abwehrmechanismen ausweicht.
Wenn Unruhe die Träume verdrängt, Zeit online 14.2.13


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Im Kaufhaus die Stille entdecken 
Montag, 25. Februar 2013 - Success Stories
Der englische Mönch Andi Puddicombe und die von ihm gegründete Organisation Headspace haben im Londoner Kaufhaus Selfridges mit einer ganz besonderen Aktion für Furore gesorgt. Im Zuge der Aktion "Macht der Stille" richtete Selfridges einen Meditationsraum ein, in dem bis zu 50 Kunden gleichzeitig eine Auszeit vom Lärm der Konsumgesellschaft nehmen können. Mit diesem sehr modernen Versuch, Meditation in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, knüpft Headspace fast schon an eine Tradition von Selfridges an, denn der Kaufhaus-Gründer Harry Gordon hatte bereits 1909 dort einen "Stillen Raum etabliert. Die Meditationsaktion als Teil einer größeren "No Noise"-Initiative zog bereits weitere Kreise, denn einige Hersteller hochwertiger Produkte präsentierten ihre Waren in einem "Quiet Shop" gänzlich ohne ihre üblichen Markenlogos. Prädikat: Nachahmenswert!
Meditation in London - Stressabbau im Einkaufsdschungel, Die Welt 14.2.13


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Der schmale Grat zwischen Selbstständigkeit und Prekariat 
Freitag, 22. Februar 2013 - Arbeit
Mit Selbstständigkeit verbinden viele neben Unabhängigkeit auch ein gutes Einkommen. Aktuelle Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen jedoch, dass vor allem Einzelselbstständige in Deutschland zum Teil wirtschaftlich alles andere als gut dastehen. So bezogen im September 2012 mehr als 125.000 Selbstständige ergänzende Hartz IV-Leistungen, weil ihre Einkünfte aus der Selbstständigkeit ihren Lebensunterhalt nicht decken. Das DIW hat für Einzelselbstständige einen durchschnittlichen Stundenlohn von 13 Euro ermittelt. Lediglich eine geringe Zahl von Einzelselbstständige bringe es auf Einkommen, die deutlich über dem Durchschnittsverdienst liegen. Insgesamt gibt es in Deutschland gegenwärtig rund 2,5 Millionen Solo-Selbstständige. Mehr als 14 Prozent von ihnen haben keine Altersversorgung, viele eine nur unzureichende. Der Grat zwischen unternehmerischer Freiheit und dem Abstieg ins Prekariat ist also schmal.
Ökonomen warnen vor Lüge bei der Selbstständigkeit, Welt 13.2.13


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Europa bei nachhaltigen Investments führend 
Donnerstag, 21. Februar 2013 - Studien
Der aktuelle Report der Global Sustainable Investment Alliance zeigt, dass ethische Investments auf dem Vormarsch sind. Weltweit werden bereits 13,6 Billionen US-Dollar (mehr als 10 Billionen Euro) in nachhaltige Kapitalanlagen investiert. Spitzenreiter ist Europa, auf das 65 Prozent dieser Anlagen entfallen. Häufigste Anlagestrategien sind Ausschlusskriterien (z.B. Kinderarbeit, Waffenhandel), die besondere Berücksichtigung ökologischer, sozialer und Governance-Kriterien (ESG-Integration) und Engagement.
News bei oekom research


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