Gender-Dispositionen verstärken sich in homogenen Gruppen 
Freitag, 17. März 2017 - Studien
Männer sind risikofreudig, Frauen eher zurückhaltend - ein Klischee, in dem viel Realität steckt. Und diese Realität verstärkt sich, wenn die Geschlechter unter sich sind. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) untersuchte die Verhaltensweisen in Teams - in geschlechtshomogenen wie in gemischten Gruppen. Dabei zeigte sich: Je homogener die Gruppe, umso stärker tritt das geschlechtstypische Verhalten hervor. Reine Männer-Teams zeigten sich besonders risikofreudig - risikofreudiger als die einzelnen Personen. Und bei den Frauen trat in reinen Frauen-Teams die Zurückhaltung besonders zutage. In gemischten Gruppen hingegen waren die Verhaltensweisen ausgewogener. Im Hinblick auf die Zusammensetzung von Gremien, Aufsichtsräten oder Vorständen gibt die Studie zu denken, macht sie doch deutlich, wie die personelle Besetzung einen Grundton setzt, wenn sie gendertechnisch eher einseitig ist.
Männer riskieren zu viel, Frauen zu wenig, Karriere Spiegel 9.3.17

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Gefangen im Datennebel 
Donnerstag, 16. März 2017 - Studien
Soziale Netzwerke kreieren ihre eigenen Welten, die mit dem Leben oft nicht mehr viel zu tun haben. Eine neue Studie des IMT Forschungszentrums in Lucca zeigt nun, dass auch der Nachrichtenkonsum in den Netzwerken diese Einseitigkeiten widerspiegelt. Die Wissenschaftler werteten den Nachrichten-Konsum von 376 Millionen Facebook-Nutzern zwischen 2010 und 2015 aus und analysierten deren Umgang mit Meldungen aus 920 Medien aus aller - wie oft sie Nachrichten teilten, likten und kommentierten sowie mit wem sie sie teilten. Der so genannte "Echokammer-Effekt" der sozialen Medien schlug im Nutzerverhalten deutlich durch. Die meisten Nutzer griffen nur auf wenige Nachrichtenquellen zurück und teilten auch entsprechend wenig vielfältige Beiträge. Es zeigte sich eine Clusterbildung - was den eigenen Neigungen und denen der Freunde nicht entsprach, trat erst gar nicht in die Aufmerksamkeit. Die Forscher warnen, dass dieser Effekt die vorherrschende Komplexität in der Welt in der Wahrnehmung einzelner deutlich reduziere und die Segregation und Gruppenbildung vorantreibe.
Facebook: Jedem seine eigene News-Welt, spektrum.de 7.3.17


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Die junge Führungselite tickt anders 
Mittwoch, 15. März 2017 - Studien
In den Chefetagen hält mit der aufsteigenden Generation der Nachwuchs-Topmanager frischer Wind Einzug. Die Personalberatung Heidrick & Struggles hatte in einer Studie 131 Top-Führungskräfte im Alter von unter 50 Jahren befragt und mit 24 von ihnen Tiefeninterviews geführt. Dabei zeigt sich: Brüche im Lebenslauf sind zumindest am Anfang einer Karriere heute keine Seltenheit mehr. Auch das Familienleben wird den Jüngeren wichtiger. Was das Führen angeht, verlassen sich weniger auf die gute alte Hierarchie. Sie versuchen sich eher in einem kooperativen Führungsstil. Theater, Konzert, Museen sind nicht so der Renner in der neuen Generation der Leader, sie treiben in ihrer Freizeit eher Sport, wobei das typische Golfen kaum noch zieht. Auslandsstudien und international geprägte Berufswege sind in der Top-Liga der Jüngeren sehr verbreitet, etwa ein Drittel der Befragten hat promoviert. Und jeder zehnte hat bei McKinsey viel für die künftigen Karrierestationen gelernt.
So ticken Deutschlands junge Top-Manager, Karriere Spiegel 4.3.17

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Wenn mentale Haltungen die Kreativität bremsen 
Dienstag, 14. März 2017 - Studien
Kreativität finden wir alle toll, und doch schlummert in vielen von uns auch eine Bremse. In ihrem Buch über Kreativität beschreibt die ehemalige Wharton-Management-Professorin Jennifer Mueller, wie unbewusste Einstellungen uns auf kreative Einfälle skeptisch reagieren lassen. Probanden sollten zunächst über eines der beiden folgenden Themen schreiben: "Für jedes Problem gibt es nur eine korrekte Lösung" oder "Für jedes Problem gibt es mehrere korrekte Lösungen". Anschließend sollten sie verschiedene Begriffe mit Kreativität assoziieren. Und zum Abschluss wurde ihnen eine kreative Idee zur Bewertung vorgelegt. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die über die sehr verengte Lösungsperspektive zu schreiben hatten, öfter negative Begriffe mit Kreativität assoziierten und auch die kreative Idee öfter madig machten als die Probanden, die zum eher positiven Thema geschrieben hatten. Umfeldfaktoren wie diese scheinen die innere Haltung zu Kreativität also zu fördern oder zu verengen.
Why your creative ideas get ignored, Greater Good 3.3.17

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Das beste Vorbild hat Makel 
Montag, 13. März 2017 - Studien
Wenn Vorbilder zu vorbildlich sind, rufen sie Abwehrreflexe hervor, so die Erkenntnis einer Studie der Universität Stanford. Die Psychologen stellten fest, dass übergewichtige Patienten insbesondere dann Ärztetermine meiden, wenn Mediziner sich als besondere Fitness-Freaks darstellen. Das eigene Versagen werden im Vergleich zu einem Sportenthusiasten noch deutlicher wahrgenommen. Und dieser Effekt stellt sich laut Studie sogar ein, wenn das Thema gar nicht explizit angesprochen wird, aber die betroffenen Personen glauben, sie stünden vor anderen nicht gut da.
Warum das Vorbild nicht zu vorbildlich sein darf, SZ 3.3.17

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Wichtigste Soft Skills: Probleme lösen, entscheiden, belastbar sein 
Freitag, 10. März 2017 - Studien, Arbeit, Management
Soft Skills werden neben den fachlichen Fähigkeiten immer zentraler. Doch welche davon sind wirklich zentral? Der Personaldienstleister „Manpower Group“ befragte 4.990 Unternehmensvertreter in 15 europäischen Ländern. Für deutsche Arbeitgeber (wie auch international) steht die Problemlösungskompetenz an erster Stelle, gefolgt von Entscheidungskompetenz, Belastbarkeit und Zielorientierung. Die befragten Arbeitnehmer hingegen erachten die Belastbarkeit als wichtigste Fähigkeit, erst dann kommt das Problemelösen und die digitale Kompetenz. Interessant an der Umfrage ist, dass keine originär zwischenmenschlichen Fähigkeiten in den Top 3 genannt werden. Und nachdenklich stimmen sollte vielleicht, dass aus Sicht der Arbeitnehmer das Standhaltenkönnen gegenüber den oft hohen Anforderungen eine solche zentrale Rolle spielt, ist es doch eher eine Verteidigungshaltung und keine gestaltende Fähigkeit. Die starke und unmittelbare Zweckorientierung der genannten Eigenschaften illustriert, dass kreative und soziale Fähigkeiten anscheinend kaum gefragt sind.
Problemlöser sind gefragt, FAZ 1.3.17

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Zukunft soll lieber überraschen 
Freitag, 3. März 2017 - Psychologie, Studien
Wüssten Sie gerne, wie es Ihnen in 20 Jahren geht? Ob Sie gesund oder krank sind, in einer Partnerschaft? Falls ja, sind Sie eher eine Ausnahme, denn die meisten Menschen lassen sich von der Zukunft lieber überraschen. Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung untersuchte mit mehr als 2.000 Menschen aus Spanien und Deutschland, ob sie gerne mehr über ihre Zukunft wüssten. 86 bis 90 Prozent gaben an, über negative künftige Entwicklungen lieber nichts wissen zu wollen. Selbst wenn es um Positives ging, zeigten lediglich 40 bis 70 Prozent Interesse. Der Hang, Unschönes auszublenden, mag nicht weiter überraschen. Doch anscheinend lässt sich der Mensch doch lieber überraschen - selbst wenn auch böse Überraschungen auf ihn warten.
Wir wollen es nicht wissen, scinexx.de 24.2.17

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Ausgrenzung fördert Verschwörungsmentalität 
Donnerstag, 2. März 2017 - Psychologie, Studien
Menschen, die sich ausgeschlossen fühlen, suchen verstärkt nach Sinn in ihrem Leben - und sie sind zugänglicher für Verschwörungstheorien. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. In einem ersten Test ließen die Wissenschaftler 119 Probanden eine unangenehme Begebenheit aus ihrem Leben erzählen, an der ein oder mehrere enge Freunde beteiligt waren. Danach wurden sie gefragt, wie sie sich gerade fühlten, wobei explizit auch nach einem Gefühl der Ausgeschlossenheit gefragt wurde. Außerdem sollten sie angeben, wie stark sie sich in ihrem Leben nach Bedeutung sehnen. Anschließend wurden ihnen mehrere Verschwörungstheorien zur Beurteilung vorgelegt. Bei der Auswertung zeigte sich, dass diejenigen, die ein Gefühl der Ausgeschlossenheit beklagt hatten, sich stärker als andere Probanden nach Bedeutsamkeit sehnten und auch zugänglicher für die Verschwörungstheorien waren. Die Wissenschaftler sehen hier die Gefahr eines Teufelskreises im Hinblick auf mögliche gesellschaftliche Entwicklungen. Menschen, die sich bereits nicht akzeptiert fühlten, flüchteten sich dann in Verschwörungstheorien, was sie nur noch weiter von der Gesellschaft entferne.
Ausgeschlossenheit verstärkt Verschwörungsmentalität, spektrum.de 21.2.17

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