Die Krise lässt sich nicht mit alten Rezepten lösen 
Freitag, 24. April 2009 - Management
Anlässlich eines Vortrages des PR-Profis und Zen-Lehrers Paul J. Kohtes zur “Logik des Gebens” vor dem Niederländisch-deutschen Businessclub Kleve haben die Niederrhein Nachrichten ein Interview mit dem Top-Manager veröffentlicht. Henk Raijer sprach mit Paul J. Kohtes unter anderem über die aktuelle Wirtschaftskrise und die nur allzu menschliche Tatsache, dass Menschen sich erst verändern, wenn der Leidensdruck groß genug ist. “Man geht erst zum Arzt, wenn es einem schlecht geht. So ist das auch mit den Managern großer Unternehmen. Viele von denen, die uns jetzt in die Krise geführt haben, hätten besser rechtzeitig anders gehandelt. Aber das ist nun einmal das Symptom jeder Krise. Prophylaktisch wird selten jemand aktiv. Auch auf der persönlichen Ebene ist es leider so, dass wir uns erst in Bewegung setzen und bei uns selbst etwas verändern wollen, wenn der Leidensdruck groß genug ist”, so Paul Kohtes. In seinen Führungskräfte-Coachings und seinen Workshops zu "Zen for Leadership" setzt der Zen-Lehrer und Manager vor allem darauf, die Dinge von einer völlig neuen Seite zu betrachten. “Die Krise mit den gleichen Rezepten zu bewältigen, die uns vorher in die Krise geführt haben, das ist ziemlich mühsam, ja nahezu unmöglich”, sagt Kohtes.
"Heilsame Vollbremsung", Niederrhein Nachrichten 8.4.2009


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Den Kapitalismus reformieren 
Donnerstag, 23. April 2009 - Wissenschaft
Die taz spricht in meinem Interview mit dem ehemaligen Banker Edgar Most über Perspektiven eines reformierten Kapitalismus. Most war zu DDR-Zeiten Vizepräsident der DDR-Staatsbank und nach der Wende Chef der Deutschen Bank in Berlin. Der erfahrene Banker plädiert für einen dritten Weg zwischen Staatssozialismus und Marktkapitalismus. Most sieht eine grundlegende Verantwortung des Staates für das Funktionieren der Wirtschaft, warnt jedoch vor Überregulierung. "Man muss den Kapitalismus revolutionieren", sagt er und fordert, dass strategisch wichtige Wirtschaftsbereiche vom Staat kontrolliert werden, die Wirtschaft jedoch weiterhin nach Prinzipien des Wettbewerbs funktionieren müsse. Dafür braucht es laut Most vor allem Zivilcourage, um weder den einseitigen Interessen der Kapitaleigner Vorrang einzuräumen noch in Überregulierung zu verfallen. Der frühere Banker plädiert auch für eine stärkere Erforschung alternativer und regionaler Währungssysteme, die durch ihre Verankerung in der lokalen Realwirtschaft viel weniger krisenanfällig sind.
"Das Krebsgeschwür der Gesellschaft", taz 14.4.2009


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Konstruktiv mit Niederlagen umgehen 
Mittwoch, 22. April 2009 - Arbeit
Niederlagen sind immer noch ein Tabuthema und setzen diejenigen, deren Karriere gerade eher auf dem Abstellgleis gelandet ist, unter immensen Druck. Der Autor und Trainer Hans Ruoff plädiert deshalb für mehr Ehrlichkeit im Umgang mit dem Scheitern. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisiert er den Anpassungsdruck an die Kriterien einer Leistungsgesellschaft, die Fortschritt oft nur mit hohem Einkommen und Status gleichsetzt. Andererseits fordert er auch von den Betroffenen eine neue Betrachtungsperspektive: "Ich muss etwas dafür tun, wenn aus einer Krise eine Chance werden soll. Ein Karrierebruch ist wie ein kleiner Tod - ich werde zunächst trauern. Wer aber in der Opferhaltung verharrt, akzeptiert die Realität nicht. Zur Neuorientierung gehört eine ehrliche Bestandsaufnahme", so Ruoff. Ein erster Schritt für den konstruktiven Neuanfang: "Wir brauchen auch eine neue Kultur des Aussteigens. Damit meine ich nicht Ziegen hüten. Man kann aber aus den Kategorien von Sieg und Niederlage aussteigen und sich stattdessen fragen: Was macht mich glücklich?"
"Vergiss den inneren Supermann", SZ 17.4.2009


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Es geht auch anders - Danone praktiziert Nachhaltigkeit 
Dienstag, 21. April 2009 - Success Stories
Die Danone-Gruppe ist schon länger sozial engagiert und versteht ihre Aktivitäten bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation vor allem in Schwellenländern nicht als karitatives Engagement. Vielmehr sind die Danone-Aktivitäten ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich eine wohlverstandene Corporate Citizenship unmittelbar ins operative Geschäft integrieren lässt - zum Vorteil für alle Beteiligten. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt Franck Riboud, Vorstandsvorsitzender der französischen Danone-Gruppe, warum eine unterschwellig auf "Wirtschaftsförderung" ausgerichtete Unternehmenspolitik für alle Beteiligten nicht nur materiellen Gewinn birgt, sondern auch Sinn macht. So ist der Konzern sehr engagiert darin, in Ländern wie Indonesien oder Bangladesch mit den Menschen vor Ort neue Produktions- und Vertriebswege aufzubauen (in Bangladesch gibt es beispielsweise eine Kooperation mit der Grameen Bank von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus). Einheimische Mitarbeiter werden geschult und erhalten Arbeit. Die typischen Danone-Produkte werden auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst. So produziert Danone im Joint-Venture mit Grameen in Bangladesch ein mit Nährstoffen angereichertes Joghurt, das die Bevölkerung mit lebenswichtigen Vitaminen versorgen soll - zu einem Preis, den sich die potenziellen Kunden auch leisten können. "Wenn man nicht in das wirtschaftliche Umfeld investiert, kommt niemand voran", so die Devise von Danone-Chef Riboud. Der vom Unternehmen aufgelegte Fonds "Ökosystem" adressiert die ökologische und ökonomische Entwicklung verschiedener Regionen. 100 Millionen Euro sind bereits hineingeflossen und zusätzlich wird jedes Jahr ein Prozent des Danone-Nettogewinns investiert. Diese an Nachhaltigkeit orientierte Ausrichtung schafft auch innerhalb des Unternehmens neue Perspektiven. "Wir erzielen für unsere Mitarbeiter, vor allem die Manager, einen wichtigen Effekt: Man muss ihrer täglichen Arbeit einen Sinn geben und den Beschäftigten den Stolz auf das eigene Unternehmen. Wenn man die Leute nur mit Boni ködert, fährt man vor die Wand. Das gilt in der Krise noch mehr als sonst. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter sich hängenlassen und die Krise als gegeben hinnehmen, statt sie zu bekämpfen", sagt Riboud. Die Mitarbeiter haben längst zu einer besonderen Verbundenheit mit dem Unternehmen gefunden. So investieren viele ihre Erfolgsbeteiligungen in den Fonds "Danone Communities", der im sozialen Business aktiv ist - und selbst im Krisenjahr 2008 seinen Wert um drei Prozent steigerte. Die Managervergütungen richtet Danone an langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zielen aus. So haben die Evian-Mitarbeiter das Ziel, bis 2011 das Mineralwasser CO2-neutral herzustellen.
"Wer nur mit Boni ködert, fährt vor die Wand", FAZ 15.4.2009



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Krise führt zu mehr Konkurrenz 
Montag, 20. April 2009 - Studien
Eine Mehrheit der Arbeitnehmer fürchtet, dass im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise die Konkurrenz am Arbeitsplatz zunimmt. Der Karriereportal Stepstone befragte weltweit Fach- und Führungskräfte, 3.777 davon aus Deutschland. 52 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gehen davon aus, dass der interne Wettbewerb unter Kollegen durch die unsichere wirtschaftliche Situation steigen wird. Lediglich 15 Prozent gehen davon aus, dass die Krise in den Unternehmen zu mehr Zusammenhalt führen wird. Ein Drittel erwartet von der Krise keine Auswirkungen auf die bereits bestehende Konkurrenzsituation. Deutlich düsterer sehen das vor allem die Amerikaner. Hier befürchten 86 Prozent der Befragten wachsenden internen Konkurrenzdruck.
Pressemitteilung Stepstone


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Ein Feuer entfachen 
Freitag, 17. April 2009 - Bücher
Das Heulen und Zähneklappern ist gegenwärtig in den Unternehmen groß. Kurzarbeit, Arbeitsüberlastung, Stellenstreichungen, fehlende Zukunftsperspektiven - Corporate Germany gleicht einem Tal der Tränen. Doch die gegenwärtige Wirtschaftskrise mit all ihren negativen Begleiterscheinungen sollte uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass es trotz schwieriger äußerer Rahmenbedingungen und vermeintlicher Sachzwänge immer auch Möglichkeiten gibt, die Energie im Unternehmen hoch zu halten. Mit seinem neuen Buch "Leading with Life" zeigt Matthias zur Bonsen, wie Unternehmen neue Energien freisetzen, ihre Innovationsfähigkeit steigern und vor allem die Motivation und Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter wecken können. Zur Bonsens Rezept ist einfach und nachvollziehbar: Man muss ein Feuer entfachen und neue Lebendigkeit freisetzen. Lose Strukturen für mehr Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, Diversität kreativ nutzen, verfestigte Sichtweisen überwinden und Ziele, Werte und Visionen mit Leben füllen, das sind die Optionen, die aus dem Jammertal herausführen können. Das Buch macht Mut und Lust auf Veränderung und zeigt, wie man mit inspirierenden Geschichten die Leidenschaft zurück ins Unternehmen holt. Zur Bonsen liefert zahlreiche Beispiele für gelungene Transformationsprozesse, die nicht zuletzt mit Großgruppen-Events die ganze Mannschaft ins Boot holen.
Verlagsseite zum Buch


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Vorbilder - wichtig und verzweifelt gesucht 
Donnerstag, 16. April 2009 - Studien
Vorbilder spielen für viele Arbeitnehmer eine große Rolle bei der Gestaltung ihres persönlichen Karriereweges. 36 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen werden bei ihrer beruflichen Planung von ihren Vätern beeinflusst, so das Ergebnis einer Untersuchung von Accenture. Darüber hinaus spielen eigene Interessen, Fähigkeiten und Ziele eine herausragende Rolle bei der Selbstpositionierung im Job. Freunde spielen bei 37 Prozent der Frauen und bei 40 Prozent der Männer ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass es - so laut Accenture "die einhellige Meinung" - in der Öffentlichkeit viel zu wenige Vorbilder gibt. Vor allem in Wirtschaft und Politik seien diese Mangelware. Für die Studie befragte die Unternehmensberatung mehr als 2.200 Führungskräfte in 13 Ländern.
Pressemitteilung Accenture



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Stress in Unternehmen an der Tagesordnung 
Mittwoch, 15. April 2009 - Studien
Immer mehr Beschäftigte erleben am Arbeitsplatz Druck, so das Ergebnis einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung. Befragt wurden im Rahmen der WSI-Betriebsrätebefragung 1.700 Arbeitnehmervertreter aus Firmen mit mehr als 20 Beschäftigten. In 84 Prozent der in die Umfrage einbezogenen Unternehmen gaben die Beschäftigten an, unter hohem Zeit- und Leistungsdruck zu arbeiten. Durchschnittlich sind rund 43 Prozent der Mitarbeiter von diesen Rahmenbedingungen betroffen. Als Auslöser für diesen Arbeitsstress nennen die Betriebsräte eine zu enge Personaldecke (84 Prozent), die hohe Eigenverantwortlichkeit der Beschäftigten (79 Prozent) und die Abhängigkeit von Kundenvorgaben (75 Prozent).
Mitteilung der Hans-Böckler-Stiftung


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