Jeder Zweite ist im Job recht zufrieden 
Mittwoch, 5. April 2017 - Studien, Arbeit, Management
Während die alljährliche Gallup-Studie immer wieder den Blick vor allem auf die Unzufriedenheit von Angestellten richtet, zeigt eine repräsentative Befragung der Manpower Group, dass zumindest 55 Prozent der Arbeitnehmer mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind und sich auch kaum jemand aus dieser Gruppe nach einem neuen Job umsieht. Gut die Hälfte der Befragten findet ihre Bezahlung fair. 48 Prozent sagen, vereinbarte Arbeitszeiten würden eingehalten und immerhin 39 Prozent bekommen im Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Hauptmotivation für einen Jobwechsel ist für 23 Prozent die Möglichkeit besserer Bezahlung. 17 Prozent wollen wechseln, weil sie sich in ihrer Leistung nicht anerkannt fühlen, 14 Prozent, weil das Arbeitsklima schlecht ist.
Neue Stelle? Ach, nein ... FAZ 31.3.17

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Wirkliche Beachtung hält Mitarbeiter bei der Stange 
Dienstag, 4. April 2017 - Arbeit, Management
Schlechte Führung trägt zu 70 Prozent dazu bei, wenn Mitarbeiter in eine Spirale innerer Kündigung rutschen, sagt Marco Nink vom Gallup-Institut. Die jährlichen Gallup-Studien zeigen immer wieder, dass eine tiefe Bindung an den Arbeitgeber heute eher Seltenheitswert hat. "Mitarbeiter steigen in aller Regel hoch motiviert ein in den Job. Aber wenn im Laufe der Zeit die grundlegenden Bedürfnisse am Arbeitsplatz nicht befriedigt werden, ziehen sich die Mitarbeiter zurück bis hin zur inneren Kündigung. Das heißt, wenn sie am Arbeitsplatz nicht als Mensch wahrgenommen werden, sie kein Feedback erhalten oder nicht in ihrer Entwicklung gefördert werden", so Nink. Der HR-Experte spricht nicht allein von systematischen Feedback-Gesprächen, die wirklich eine Entwicklung der Mitarbeiter zum Ziel haben (und allzu oft schlicht dazu genutzt werden, über Gehaltserhöhungen zu entscheiden). Ihm geht es um die feinere Chemie zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern im Arbeitsalltag. "Vorgesetzte müssen sich für ihre Mitarbeiter als Mensch interessieren. Beschäftigte wollen nicht als ausführende Nummer gesehen werden, sondern wahrgenommen werden – als Person. Es geht aber nicht nur um selbstverständliche Gesten, sondern auch um ein klares Interesse an dem, was ein Mitarbeiter leistet, also etwa zu wissen an welchen Aufgaben und Projekten ein Mitarbeiter arbeitet und ihm Zeit für seine beruflichen Belange entgegenzubringen", erklärt Nink. Der "Aufwand" lohne sich, denn wenn Mitarbeiter die Firma verlassen, koste es Unternehmen meist ein eineinhalbfaches Jahresgehalt, adäquaten Ersatz zu finden und einzuarbeiten.
"Vorgesetzte müssen sich für ihre Mitarbeiter als Mensch interessieren", WiWo 29.3.17

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Arbeit toll, Chef doof 
Donnerstag, 30. März 2017 - Studien, Arbeit, Management
77 Prozent der Arbeitnehmer haben eine positive Einstellung zur Arbeit. Allerdings scheint es den wenigsten Unternehmen zu gelingen, daraus auch etwas zu machen, denn 70 Prozent der Angestellten haben nur eine geringe emotionale Bindung an ihren Arbeitgebern, so die Ergebnisse der jüngsten Gallup-Umfrage. Ein wesentliches Problem dabei: die Chefs. Jeder dritte Mitarbeiter hat im letzten Jahr schon mal schwere Bedenken runtergeschluckt und nicht mit dem Chef geteilt, unter denen mit geringer Bindung ans Unternehmen sogar jeder zweite. Nur ungefähr jeder Fünfte findet, dass die Führung, die er im Job erfährt, ihn zu guten Leistungen animiere. Nur die Hälfte aller Mitarbeiter hat im vergangenen Jahr Feedback über die eigenen Leistungen erhalten, nur 14 Prozent haben dazu einen kontinuierlichen Austausch mit dem Vorgesetzten. Immerhin 40 Prozent sagen, dass die Rückmeldungen, die sie bekommen, es ihnen erlauben, ihre Arbeit besser zu machen. Die Chefs hingegen scheinen gegenüber diesen Indifferenzen recht blind zu sein - 97 Prozent von ihnen halten sich für gute Führungskräfte.
Jeder Siebte hat mehr Frust als Lust, Karrierespiegel 23.3.17

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Klare Anweisungen, Freiheit bei der Umsetzung 
Mittwoch, 29. März 2017 - Arbeit, Management
Der Wunsch nach flachen Hierarchien greift in den Unternehmen um sich. In einer Befragung von 12.000 Fach- und Führungskräften durch das Online-Portal Stepstone und die Beratung Kienbaum gaben 80 Prozent an, dass sie lieber eigenverantwortlich arbeiten als ständig vom Chef dirigiert zu werden. Von den Befragten waren 58 Prozent Fachkräfte ohne Personalverantwortung, 42 Prozent Führungskräfte aus der oberen und mittleren Managementebene. Zwei Drittel finden es am besten, wenn der Chef das Ziel vorgibt, sie in der Umsetzung aber frei sind. Der Trend zu flachen Hierarchien schafft auch Schwierigkeiten. Gerade im Mittelmanagement werden Führungskräfte dann leicht zu Übermittlern ohne Machtbefugnisse. Und die Mitarbeiter selbst müssen mehr Verantwortung übernehmen. Da stellt sich schnell die Frage, ob es überhaupt funktionieren kann, Ziele von oben vorzugeben und die Verantwortlichkeit für den Erfolg allein bei den Mitarbeitern zu sehen. Dies funktioniert am ehesten dann, wenn die gesamten Entscheidungsprozesse auf mehr Mitbestimmung ausgelegt sind - und wenn die, die mitentscheiden, auch in der Lage sind, die damit verbundene Verantwortung zu tragen.
Nur ein Chef, ganz oben, Zeit online 22.3.17

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Wichtigste Soft Skills: Probleme lösen, entscheiden, belastbar sein 
Freitag, 10. März 2017 - Studien, Arbeit, Management
Soft Skills werden neben den fachlichen Fähigkeiten immer zentraler. Doch welche davon sind wirklich zentral? Der Personaldienstleister „Manpower Group“ befragte 4.990 Unternehmensvertreter in 15 europäischen Ländern. Für deutsche Arbeitgeber (wie auch international) steht die Problemlösungskompetenz an erster Stelle, gefolgt von Entscheidungskompetenz, Belastbarkeit und Zielorientierung. Die befragten Arbeitnehmer hingegen erachten die Belastbarkeit als wichtigste Fähigkeit, erst dann kommt das Problemelösen und die digitale Kompetenz. Interessant an der Umfrage ist, dass keine originär zwischenmenschlichen Fähigkeiten in den Top 3 genannt werden. Und nachdenklich stimmen sollte vielleicht, dass aus Sicht der Arbeitnehmer das Standhaltenkönnen gegenüber den oft hohen Anforderungen eine solche zentrale Rolle spielt, ist es doch eher eine Verteidigungshaltung und keine gestaltende Fähigkeit. Die starke und unmittelbare Zweckorientierung der genannten Eigenschaften illustriert, dass kreative und soziale Fähigkeiten anscheinend kaum gefragt sind.
Problemlöser sind gefragt, FAZ 1.3.17

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Ungleichheit muss von unten betrachtet werden 
Mittwoch, 8. März 2017 - Arbeit, Management
Der Vorstoß der Bundesregierung, übermäßige Managergehälter zu deckeln, um ein Signal im Hinblick auf die wachsende Einkommensungleichheit zu setzen, mag symbolischen Wert haben. Einem Kommentar der Zeit zufolge, wird er jedoch eher geringe praktische Wirkungen haben. Vor 15 Jahren verdienten die oberen Führungsriegen noch das 28-Fache ihrer durchschnittlichen Arbeitnehmer, heute ist die Diskrepanz auf das 83-Fache angewachsen. Doch von dem, was "die da oben" vielleicht künftig weniger bekommen könnten, haben "die da unten" nichts. Die Realeinkommen der unteren Einkommensschichten sind in den vergangenen 25 Jahren gesunken. Unter den jüngeren Arbeitnehmern unter 40 Jahren ist die Einkommensungleichheit laut Zeit heute doppelt so hoch wie noch in den 1970er Jahren. In Westdeutschland sind heute 40 Prozent der Arbeitnehmer, im Osten sogar die Hälfte tarifungebunden. Der Kommentar in der Zeit fordert, hier durch politische Maßnahmen anzusetzen, um nicht nur die Millionäre zu beschneiden, sondern Verbesserungen für Millionen umzusetzen.
Die Millionäre sind Nebensache, Zeit online 28.2.17


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Damit die Arbeit Spaß macht 
Mittwoch, 1. März 2017 - Arbeit, Management
Die Positive Psychologie hinterlässt zusehends auch in Unternehmen ihre Spuren. Vor allem in hippen Start-ups ist es längst keine Sensation mehr, wenn dem CEO unter anderem ein Chief Happiness Officer zur Seite steht. Ein Beitrag im Harvard Business Manager zeigt, wie sich Wohlfühlklima in Unternehmen etablieren lässt. Dabei geht es um mehr als Goodies wie frisches Obst oder nette Mitarbeiter-Events. Die Fokussierung auf das Positive findet längst auch Eingang in die Mitarbeiterführung, die in Feelgood-Unternehmen stark auf Mitarbeiterbeteiligung und diskursive Methoden setzt. Da das gute Gefühl im Job Mitarbeiter oft loyaler sein lässt, können solche Ansätze nicht nur das Betriebsklima verbessern, sondern auch die Fluktuation senken. Allerdings rät der Artikel ausdrücklich davon ab, etablierte Unternehmenskulturen einfach umkrempeln zu wollen, denn dann wird Feelgood-Management leicht zur Farce.
Warum Arbeit Spaß machen darf, HBM 21.2.17

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Wann Lob besonders wirkt 
Dienstag, 28. Februar 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Lob motiviert, so viel ist klar. Aber gibt es auch Kontexte, in denen es sich als besonders wirkungsvoll erweist? Eine Studie der Universität Konstanz ging dieser Frage nach und untersuchte das Verhalten von 300 Studierenden, die zu Semesteranfang und -ende jeweils eine Klausur in Mikroökonomie zu schreiben hatten. In einer Studierendengruppe wurden nach der ersten Benotung die besten 30 Prozent vor versammelter Mannschaft gelobt, in der anderen nicht. Bei der Folgeklausur zeigte sich, dass sich insbesondere diejenigen, die bei der ersten Klausur nur knapp schlechter abgeschnitten hatten als die erwähnten 30 Prozent der Besten sich deutlich verbessert hatten. Die ohnehin schon sehr guten Studenten wiesen diese Verbesserung nicht auf. Die Forscher gehen davon aus, dass es vor allem die durch das Lob kommunizierte implizite Norm war, die zu diesen Verbesserungen beitrug. Sie gab denen, die sie knapp verfehlt hatten, einen Anhaltspunkt, sich noch stärker für das wünschenswerte Ergebnis zu engagieren.
Wem Lob wirklich hilft, spektrum.de 20.2.17

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