Wie Ästhetik unsere Identität prägt 
Freitag, 30. April 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Hip Hop oder lieber Klassik? Unsere kulturellen Vorlieben sagen viel über uns aus. Eine Studie der Berliner Humboldt-Universität legt nun nahe, dass Veränderungen unserer ästhetischen Vorlieben unser Verständnis von unserer Identität vielleicht mehr prägen, als bisher angenommen. Die Wissenschaftler*innen beleuchteten in einem mehrstufigen Test, wie sehr sich die Selbstbilder verändern, wenn Menschen ihre musischen Interessen wechseln oder andere grundlegende Dinge wie ihre Essgewohnheiten verändern. Manche fühlten sich gar als neuer Mensch, wenn sie einen Sprung machten, beispielsweise von klassischer Musik zu populären Musikformen wie Pop oder Hip Hop. Auch bei der Malerei - altmeisterlich? modern? - wurde der damit verbundenen innere Wandel als enorm erlebt. Je größer die "ästhetische Distanz" der ästhetischen Vergnügungen war, umso stärker wirkte die Veränderung auf die empfundene Identität. Am größten war der Sprung vom Kunstbanausen zum Kunstliebhaber. Die Veränderung eher alltäglicher Verhaltensweisen, sei es die Wahl des Essens oder der Wandel vom Sportmuffel zum Fitness-Freak, wirkten hingegen deutlich geringer auf das Identitätsempfinden.
Ich bin, was mir gefällt, spektrum.de 20.4.21

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Reflektion verstärkt die Wirkung von Meditation 
Donnerstag, 29. April 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Yoga und Meditation werden gerne als Allheilmittel angepriesen, wenn es darum geht, Stress zu überwinden und mehr Wohlbefinden zu erreichen. Eine kleine Studie der TU Chemnitz deutet nun an, dass die Kombination verschiedener Methoden besonders hilfreich sein könnte. Die Wissenschaftler*innen ließen vier Probandengruppen über acht Wochen lang unterschiedliche Szenarien durchlaufen. Eine Gruppe meditierte jeden Tag für 20 Minuten, eine Gruppe ergänzte diese Meditation mit Hintergrundinformationen über die spirituelles Praxis und reflektierte zudem das eigene Verhalten, eine Gruppe machte Yoga und meditierte (ohne sich mit spirituellen Grundlagen zu beschäftigen) und eine Gruppe verband alle vier Ansätze. Für die Steigerung des Wohlbefindens erwies sich am Wirksamsten die Verbindung von Meditation und Selbstreflektion, da die Übenden sich hier auch mit ihren negativen Verhaltensmustern auseinandersetzten und der Frage nachgingen, wie sie diese verändern könnten. Bei der Senkung des Stresslevels erwies sich die Kombi aus Yoga und Meditation am effektivsten, wohl auch, weil Yoga positiv auf das vegetative Nervensystem wirkt und somit die von der Neurowissenschaft bereits bewiesenen Effekte des Meditierens verstärken könnte.
Corona-Stress: Wie Sie sich frischer und entspannter fühlen, Abendblatt 17.4.21

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Stille ist Freiheit 
Mittwoch, 28. April 2021 - Bewusstsein, Lebensart
Im Pandemiejahr sind die hilfreichen Tipps zu Meditation und Achtsamkeit ins Exponentielle gewachsen. Wie wohltuend ist es da, jenseits der allüberall verbreiteten Anleitungen zur Kompensation von Alltagsproblemen mal eine Stimme zu hören, die das tiefere Wesen von Meditation anspricht, so wie der Zen-Meister und Jesuit Niklaus Brantschen es im Gespräch mit dem Schweizer Rundfunk tut. "Es gibt verschiedene Tiefen der Stille. Es gibt sozusagen eine Stille hinter der Stille, die wir nicht begreifen und nicht erfassen können. Die begreift und umfasst uns, sie ist grösser als wir. Eine Dimension, in die wir im Schweigen hineinreichen. Dort ist Einheit: kein Kommen und kein Gehen, kein Vorher und kein Nachher, Raum-Freiheit und Zeit-Freiheit oder eben auch Stille", sagt er. Diese Stille ist für ihn wie ein Generalschlüssel, wenn es darum geht, dem Leben Richtung zu geben und sich zu öffnen für Neues: "Wenn ich darauf aus bin, ständig zu Palavern, etwas zu tun oder zu haben, dann komme ich keinen Schritt weiter. Das Meditieren lässt dieses äußere Tun vorübergehend los, geht in die absolute Freiheit; in das Nichts-Tun, auch Nichts-Sein. Und aus dieser Leere, wie wir im Zen sagen, schöpfen wir. Aus dem Nichts kommt etwas Neues." Inspirierende Worte von einem der weiß, worum es wirklich geht.
Niklaus Brantschen: «Die Stille bringt uns Freiheit», SRF 20.4.21

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Selbstwirksamkeit braucht Engagement 
Dienstag, 27. April 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Ein Interview mit Gerald Hüther hat mich zum Schmunzeln gebracht, denn die Fragen, die ihm hier gestellt werden, vielleicht in der Hoffnung, doch noch ein paar einfache Tricks für den kurzen Weg zum Glück genannt zu bekommen, laufen bei Hüther ins Leere. Er scheint eher auf dem Standpunkt zu stehen, dass es keine Wundermittel gibt, wohl aber Willens- und Tatkraft. Auf die Frage, wie man Verhaltensänderungen nachhaltig im Alltag etabliert, ohne nach ein paar Tagen wieder in den alten Trott zu fallen, sagt Hüther: "Wenn Sie es wirklich wollen, dann machen Sie es auch. Wenn Sie aber nur davon reden, was Sie alles gern wollen würden, schaffen Sie es nie. So einfach ist das." Auch Fragen nach typischen Zeiträumen, die Veränderungen brauchen, umschifft der Neuro-Star elegant: "Geht es denn wirklich darum, eine sonderbare Gewohnheit durch eine andere zu überlagern? Das kann bisweilen recht lange dauern, meist funktioniert es gar nicht. Besser wäre es, eine eigene Entscheidung zu treffen, dass Sie so wie bisher einfach nicht mehr nicht weitermachen wollen. Das dauert nur eine Sekunde." Eine erfrischende Perspektive auf Wege zum Glück, die ganz nahe liegen. Wenn wir wirklich wollen ...
Gerald Hüther im Interview: Der Weg zum Glück, Blog von Doris Iding 5.4.21

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In der Krise hoffen die Menschen auf den Markt 
Montag, 26. April 2021 - Lebensart, Psychologie, Studien
Eine neue Studie, die Allensbach im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft durchgeführt hat, versetzt mich in Erstauen. Obwohl die Pandemie gerade viele Unternehmen extrem herausfordert, scheint das Vertrauen in unsere Wirtschaftsform ungebrochen. Liegt es vielleicht daran, dass strauchelnde Branchen wie der Einzelhandel, die Gastronomie oder die Kulturbranche statistisch betrachtet vergleichsweise wenig Menschen beschäftigen, während es der Industrie und Dienstleistungsbranche vergleichsweise gut geht? Mich wundert jedenfalls, dass 64 Prozent der Bevölkerung mit Blick auf die Krise unsere Wirtschaftsweise nicht in Frage stellen wollen, das ist lediglich 18 Prozent ein Anliegen. 39 Prozent fürchten gar, dass es ihnen in einem anderen Wirtschaftssystem schlechter ginge als gegenwärtig. Noch verblüffender aber ist, dass zum ersten Mal seit 20 Jahren eine (kleine) Mehrheit von 37 Prozent glaubt, dass die Marktwirtschaft zu mehr sozialer Gerechtigkeit führe. Vom Gegenteil sind lediglich 26 Prozent überzeugt. Wichtigstes politisches Ziel ist gegenwärtig für eine Mehrheit die Pandemiebewältigung, wobei der Wunsch nach ausreichenden Pflegekräften, eine zuverlässige Beschulung und eine Stärkung des Gesundheitssystems genannt wird. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht größer werden zu lassen, ist den Deutschen gleich wichtig wie die Wirtschaft zu stärken. Diese formulierten Dringlichkeiten bröseln allerdings ein wenig, wenn es um die Frage der Umsetzung geht, denn dann ist eine Mehrheit von 52 Prozent dafür, sich zunächst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zu beschäftigen. Nur 30 Prozent betrachten hier die Verringerung sozialer Unterschiede als wesentlichste Aufgabe.
Das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft steigt in der Krise, Allensbach 30.3.21

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Wenn das Home Office krank macht 
Freitag, 23. April 2021 - Studien, Arbeit, Management
Nach einem Jahr Pandemie und unzähligen Stunden im Home Office zeigt sich, dass eine mangelnde Büroausstattung inzwischen vielen Arbeitenden nicht nur psychisch, sondern auch körperlich zusetzt. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Prüfkonzerns Dekra zeigt: 36 Prozent der Befragten, die von Zuhause aus arbeiten, klagen aufgrund nichtergonomischer Arbeitsplätze über Verspannungen sowie Kopf- oder Rückenschmerzen. Ein Drittel der Befragten bemängelt eine unzureichende Arbeitsausstattung, jeder Fünfte hat Probleme mit der IT-Ausstattung. Neben diesen Hardware-Fragen beeinträchtigen auch die soften Rahmenbedingungen das Arbeiten daheim. 32 Prozent der Befragten etwa stellen fest, dass sie länger und zu unüblichen Zeiten wie am Abend oder am Wochenende arbeiten. 30 Prozent fühlen sich durch ihre Wohnsituation oder den Alltag gestört. Und 23 Prozent vermissen es, vom Arbeitgeber oder Chef wahrgenommen zu werden.
Das Homeoffice macht viele Menschen krank, FAZ 15.4.21

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"Das Gegenteil von Stress ist Vertrauen" 
Donnerstag, 22. April 2021 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Die Pandemie hat die Nachfrage nach Meditationsprogrammen deutlich erhöht. Headspace, Anbieter der gleichnamigen Meditations-App, verzeichnet etwa nach eigenen Angaben bei seinen Anti-Stress-Angeboten einen Zuwachs von 1.000 Prozent. Und bei den Programmen zur Verbesserung der mentalen Gesundheit sei die Nachfrage von Unternehmen um 500 Prozent gestiegen. "Das Gegenteil von Stress ist Vertrauen", sagt Headspace-Mitarbeiterin Jolawn Victor in einem Interview mit der FAZ. "In allen Situationen, in denen ich gestresst bin, rührt es daher, dass ich in dem Moment einen Mangel an Vertrauen habe: Ich vertraue nicht darauf, dass meine Kinder ihre Hausaufgaben rechtzeitig abgeben, dass mein Team seine Aufgaben schafft, dass Menschen tun, was sie gesagt haben." Victor ermutigt entnervte Führungskräfte und vom Home Office gebeutelte Mitarbeiter, Meditation eine Chance zu geben - auch, weil sie schon mit geringem Einsatz erste Erfolge zeige: "Die Idee vom Meditieren ist ja, sich seiner Gefühle bewusst zu werden, sie aber nicht zu bewerten. So kann man seinen Stress und die Sorgen besser angehen. Das kann man trainieren, schon mit einer Minute Meditation am Tag. Es ist wie ein Muskel der Achtsamkeit und des Mitgefühls." Worauf warten?
Wie man entspannt im Homeoffice arbeitet, FAZ 10.4.21

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Management-Welt entdeckt Achtsamkeit im Home Office 
Mittwoch, 21. April 2021 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Die Pandemie hat im letzten Jahr die Gepflogenheiten in der Arbeitswelt ganz schön durcheinandergewirbelt. Unter den Vorzeichen des nun allgegenwärtigen Home Offices entdecken selbst die Kaderschmieden der Leadership nun das Thema Achtsamkeit. Der Harvard Business Manager etwa hat einen Beitrag der Frage gewidmet, wie Arbeitnehmer und Führungskräfte durch Achtsamkeit ihre Bildschirmpräsenz besser gestalten können. Darin heißt es beispielsweise: "Achtsamkeit ist die Wahl, die wir treffen, um im hier und jetzt präsent zu sein: In diesem Moment, in diesem Meeting, mit dieser Person oder Gruppe von Menschen. Die Forschung zeigt, dass die meisten Aktivitäten unseres Arbeitslebens, von der Arbeit an einer eigenständigen Aufgabe bis hin zu Teambesprechungen und Einzelgesprächen, davon profitieren, mit Achtsamkeit durchgeführt zu werden. Indem wir innehalten, uns mit anderen austauschen oder Meetings mit ein paar Momenten der Meditation oder Reflexion beginnen, sinkt der Stresspegel und wir fühlen uns mehr mit unserer Aufgabe und den anderen im Raum verbunden. Wir hören besser zu und fühlen uns glücklicher." Als konkrete Tipps geben sie den Bildschirmarbeitern mit, wie sie achtsamer werden können: "Innehalten und wahrnehmen, wo Ihre Gedanken gerade sind; Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf die Menschen und den Kontext lenken, die virtuell bei Ihnen sind; Ihre eigenen Narrative, Agenda, Vorurteile und Ihr Ego zurückstellen, um Ihre volle virtuelle Präsenz anzubieten, und zwar mit: Augenkontakt, zustimmender Mimik und kaum Multitasking." Ist doch eigentlich ganz einfach.
Wie Sie im Homeoffice achtsam bleiben, HBM 9.4.21

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