Evolution im Business braucht Zeit und eine neue Perspektive 
Freitag, 31. Mai 2013 - Management
Im Gespräch mit dem Mikrokredit-Vorreiter Muhammad Yunus zeigt der Harvard Business Manager, dass ein grundlegender Wandel im Business nicht nur völlig neue Ideen braucht, sondern auch die entsprechende Zeit, damit diese auf der organisationalen Ebene ihre Kreise ziehen und sich etablieren können. Yunus selbst, der mit der Gründung der Grameen Bank das Prinzip von Mikrokrediten "businessfähig" machte, erklärt im Interview den Unterschied zwischen seinem Ansatz, der von der Mission, Menschen zu helfen, getragen ist, und verschiedenen Nachahmer-Initiativen, die die Idee der Mikrokredite letztlich unter den Vorzeichen des konventionellen Business nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung pervertierten. Zentraler Punkt für ein Gelingen von neuen Vorstößen in seinen Augen: "Als ich noch an der Uni forschte und lehrte, blickte ich aus der Vogelperspektive auf die Welt. Als ich später in der Stadt Tür an Tür mit meinen Mitmenschen arbeitete, sah ich alles mit den Augen eines Wurms: Dadurch konnte ich Probleme in all ihren Facetten erkennen und versuchen, sie zu lösen. Sie beginnen mit den ersten 100 Personen und machen sich danach an die nächsten 100. Sie gewinnen allmählich Größe. Man entwirft nicht von Anfang an ein Modell für einen Millionenmarkt. Organisationen entwickeln sich Schritt für Schritt und starten nicht als Megakonstrukt." Yunus gibt sich überzeugt davon, dass "die gesammelte kreative Kraft der Menschheit den Kampf gegen die Probleme der Welt gewinnen kann" - wenn diese Kräfte nicht alleine dazu genutzt werden, um Geld zu verdienen, sondern auf wirtschaftlich tragfähige und effiziente Weise reale Probleme zu lösen.
"Organisationen entwickeln sich Schrit für Schritt", HBM 13.5.13


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Evolutionäre Leadership - Mehr Bewusstsein im Business 
Dienstag, 28. Mai 2013 - Management
Ich möchte es mir nicht nehmen lassen, an dieser Stelle auf einen spannenden Workshop mit der amerikanischen Entwicklungspsychologin Dr. Elizabeth Debold hinzuweisen, der zum Thema "Leadership jenseits von Ego – Wie Frauen selbstsicher und zielgerichtet führen können" am 8. Juni in Berlin stattfinden wird. Ein erfrischender Kontrast zur gegenwärtigen Quotendiskussion, denn Debold geht davon aus, dass nicht die übliche typologische Unterscheidung zwischen Männern und Frauen und die daraus abgeleiteten geschlechterspezifischen Interessenlagen und Fähigkeitspotentiale es sind, die unsere Aufmerksamkeit verdienen, sondern dass es eines Bewusstseins im Business bedarf, das in der Lage ist, über diese Dualismen hinauszugehen. Zwar richtet sich der Workshop selbst speziell an Frauen, aber in einem Interview erklärt die Entwicklungspsychologin, warum eine "Evolutionäre Leadership", die nicht mehr vom Ego aus agiert, für alle (!) Menschen von Belang ist. Ihr geht es darum Wege zu eröffnen, Fachwissen unterschiedlicher Menschen und verschiedene Sichtweisen zu einer höheren Synthese zu bringen. Voraussetzung für einen solchen ko-kreativen Prozess ist in ihren Augen eine Entwicklung des Bewusstseins von der Ego-Perspektive, die ausschließlich vom Standpunkt getrennter Ichs ausgeht, hin zu einem Gegründet-Sein in einem neuen Verständnis von Einheit.
Interview mit Dr. Elizabeth Debold


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So kann Change Management funktionieren 
Montag, 27. Mai 2013 - Management
60 bis 70 Prozent aller Change-Management-Projekte scheitern - und obwohl diese Schwäche seit Jahrzehnten in Firmen bekannt ist, ist dieser Anteil dennoch seit den 1970-er Jahren konstant geblieben. Ein Beitrag im Harvard Business Manager legt den Finger auf die Wunde, denn er geht davon, dass dies nicht an fehlendem Fachwissen liege, sondern an der Unfähigkeit der Manager, dieses umzusetzen. Als Ausweg aus der Change-Falle empfiehlt der Artikel, übergreifend für alle Abteilungen ein für alle verbindliches Set an Definitionen und Methoden zu erstellen. Weiterhin dürfe Change nicht als für sich stehendes Projekt verstanden werden, sondern müsse zum wesentlichen Bestandteil des Geschäftsmodell werden. Auch dürften Manager die Verantwortung für Change-Prozesse nicht allein an Experten delegieren, sondern müssten für die Umsetzung und vor allem den Erfolg mitverantwortlich gemacht werden.
Was sich ändern muss, HBM 10.5.13

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Moderatere Perspektiven für Managergehälter 
Freitag, 24. Mai 2013 - Management
Exorbitante Gehälter und Boni für Top-Fährungskräfte sind seit geraumer Zeit ein wichtiges Gesprächsthema in der öffentlichen Diskussion. Im Interview mit Spiegel online erklärt Klaus-Peter Müller, Aufsichtsrat der Commerzbank, dass in Deutschland moderate Anpassungen im Hinblick auf Vergütungsmodelle in der Entwicklung seien. "Die Spreizung hat zugenommen, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht weiter an Akzeptanz für unser Handeln in der Bevölkerung verlieren. Wenn wir Unternehmer und Manager negativ auffallen, zerstört das auch das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft. Damit schneiden wir uns ins eigene Fleisch", so Müller. Er plädiert dafür, Vergütungen mit transparenten Kriterien nach oben zu begrenzen und die Relationen zwischen Vorstandsgehältern, den Salären der oberen Führungspositionen und der Honorierung der Gesamtbelegschaft mehr im Auge zu behalten. Boni-Zahlungen, die über mehrere Jahre gestreckt werden, sowie die Möglichkeit, Zahlungen bei erst nachträglich erkennbaren Misserfolgen wieder zurückzufordern, sollen einen weiteren Beitrag zur Vermeidung von Gehaltsexzessen leisten.
"Das zerstört das Vertrauen in die Marktwirtschaft", Spiegel online 8.5.13


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Psychischer Problemdruck wächst 
Dienstag, 7. Mai 2013 - Management
Spektakuläre Selbstmorde in der Londoner City werfen die Frage auf, ob und inwieweit die Wirtschaftskrise inzwischen auf das psychische Befinden der Arbeitnehmer durchschlägt. Insgesamt verzeichnete Großbritannien seit 2004 gerade die höchste Selbstmordrate. Doch über psychische Probleme spricht man im Business nach wie vor nicht - erst recht nicht im Bankensektor, wo dies nach wie vor als Stigma gilt. Rund 34 Prozent der britischen Arbeitnehmer stehen bei der Arbeit unter starkem Stress - eine Belastung, die andere Sorgen, beispielsweise um die eigene Gesundheit, deutlich übersteige. Vor allem Männer zwischen 30 und 59 Jahren aus sozial schwächeren Milieus seien betroffen. Doch Geld allein hilft nicht, so eine Psychologin aus der Londoner City, deren Patienten zu 40 Prozent aus der Finanzbranche stammen. Diese erkennen nämlich immer mehr, dass Glück sich nicht allein aus guten Finanzen ergebe.
Verrückt sind immer nur die anderen, taz 27.4.13


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Gebrauchsanweisung für die Generation Y 
Donnerstag, 2. Mai 2013 - Management
Die so genannte Generation Y - nach 1980 geborene Arbeitnehmer - verunsichert immer mehr Personaler, denn ihre Haltung zur Arbeit unterscheidet sich zum Teil deutlich vom Habitus heutiger Führungskräfte. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung gibt die Personal-Professorin Susanne Böhlich eine Art Gebrauchsanweisung für den Umgang mit dieser neuen Spezies. Verantwortung, Gestaltungsmöglichkeiten, Abwechslung - da seien die wichtigsten Antriebe für den Business-Nachwuchs. Es gilt das Motto arbeiten und leben, anstatt für den Job alles andere zu opfern. Aufgaben und Anweisungen hinterfragen die Jungen gerne im Hinblick auf ihre Sinnhaftigkeit. Für Unternehmen gelte: Wer Erfolgserlebnisse schaffe, regelmäßig Feedback gebe und partnerschaftlich führe, habe gute Karten bei der Generation Y.
"Arbeit muss Sinn und Spaß machen", SZ 13.4.13


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Frauenförderung schlägt bei Daimler Wellen 
Montag, 29. April 2013 - Management
Die Diskussion um die Einführung einer Frauenquote für Führungspositionen hat in vielen Firmen bereits zu systematischen Anstrengungen geführt, den Frauenanteil zu erhöhen. Daimler beispielsweise möchte mit seinem Global Diversity Office den Frauenanteil in Führungspositionen von heute 11 auf 22 Prozent im Jahr 2020 erhöhen. Im firmeneigenen Netzwerk schlägt dieses Anliegen inzwischen Wellen, denn immer Männer fühlen sich diskriminiert und ihrer Aufstiegschancen beraubt. An der hitzig geführten internen Diskussionen beteiligten sich mehr als 200 Mitarbeiter im Intranet. Gerade durch dieses Aufbegehren fühlt Daimler sich in seinem Vorgehen bestärkt, denn die Kommentare würden nur bestätigen, dass es einer nachhaltigen Kulturveränderung bedürfe. Manager mit Personalverantwortung müssen bereits jetzt auf 5 Prozent ihres Bonus verzichten, wenn sie ihre Frauenquotenziele nicht erfüllen.
Geschlechterkonflikt beim Daimler, WiWo 5.4.13


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Dem Nachwuchs fehlt Sozial- und Problemlösungskompetenz 
Donnerstag, 25. April 2013 - Management
Erich Harsch, Geschäftsführer der dm-Drogeriemarktkette, kritisiert in einem Interview, dass das Bildungssystem zu wenig soziale Kompetenzen vermittele. Wissen zu pauken, reiche in der heutigen Zeit nicht aus, so der dm-Chef, denn Jugendliche müssten eher lernen, sich in der Welt zurechtzufinden. Dabei gehe es darum, sich selbst führen zu können, andere zu führen und zwischenmenschliche Fähigkeiten zu entwickeln. Damit der Nachwuchs kompetenter an Probleme herangeht, bietet dm seinen jährlich 1.000 eingestellten Azubis Theaterworkshops und Abenteuer-Kultur-Projekte, in denen sich die jungen Menschen selbst erfahren können.
dm-Chef kritisiert deutsche Schulen, WiWo 4.4.13


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