Fehlende Pausenkultur 
Dienstag, 14. Mai 2013 - Arbeit
Pausen machen kreativ, denn wer beim Arbeiten ab und an innehält, ist entspannter und kann sich besser konzentrieren. Doch in der gegenwärtigen Hochleistungskultur scheinen Pausen aus der Mode geraten zu sein, wie der Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin dokumentiert. Vor allem chronische Vielarbeiter verzichten demnach am häufigsten auf Pausen. Dabei weiß man aus dem Sport, dass Aktivität zwar die Basis legt für ein Weiterkommen, die Pausen zwischen Trainingseinheiten sind jedoch essenziell, damit Leistungssteigerungen wirksam werden können.
Viele Arbeitnehmer machen zu wenig Pause, WiWo 25.4.13


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Vorstoß zum Arbeitnehmerschutz 
Freitag, 10. Mai 2013 - Arbeit
Die Initiative mehrerer Bundesländer, vor dem Hintergrund steigender psychischer Erkrankungen den Arbeitnehmerschutz im Hinblick auf Stressbelastungen zu verbessern, geht in eine neue Runde. So bringt die Initiative eine "Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit" in der Länderkammer ein. Absehbare Schäden für die Volkswirtschaft und die Sozialkassen sowie das durch entsprechende Erkrankungen entstehende menschliche Leid lassen in den Augen der Initiative neue gesetzliche Regelungen notwendig erscheinen. So werden die Kosten psychischer Erkrankungen auf insgesamt über 43 Milliarden Euro geschätzt, bei 52 Arbeitsunfähigkeitstagen. Letztere seien in den vergangenen fünf Jahren um etwa 80 Prozent angestiegen. Die Initiative fordert, Arbeitszeiten und -rhythmen so zu regeln, dass Gefährdungen der psychischen Gesundheit weitgehend vermieden werden können. Unterstützt wird die Initiative von den Gewerkschaften. So habe die IG-Metall bereits vor einem Jahr eine "Anti-Stress-Verordnung" vorgelegt.
Dem Kopf soll es besser gehen, SZ 3.5.13


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Arbeit mit anderen Augen sehen 
Mittwoch, 8. Mai 2013 - Arbeit
Die Welt am Sonntag beleuchtet in einem schönen Beitrag die unterschiedlichen Perspektiven der Weltreligionen auf das Thema Arbeit - und findet dabei viele positive Anknüpfungspunkte für stressgeplagte Arbeitnehmer. Einig scheinen sich dabei alle Glaubensrichtungen darüber zu sein, dass man der Arbeit, so anstrengend sie vielleicht sein mag, immer auch sinnhafte Aspekte abringen könne - indem man sich in Hingabe übt, auch unbedeutende Aufgaben wertschätzt und mit Freude dient. Aus buddhistischer Sicht trägt zur freudvollen Arbeit bei, Aufgaben wahrzunehmen, die dem Leben insgesamt dienen. Zerstörerische Tätigkeiten hingegen seien kaum geeignet, Frieden zu finden. Auch sei es hinderlich, von Arbeit das Paradies zu erwarten, denn Frust und Schmerz gehörten zum Leben nun einmal dazu. Insgesamt richtet der Beitrag ein Augenmerk darauf, realistischer mit den Herausforderungen der Arbeitswelt umzugehen. Zwar müssten auch die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, doch habe der Einzelne letztlich auch Gestaltungsspielräume, allein dadurch, dass er entscheiden kann, welche Erwartungen im Hinblick auf Arbeit er kultiviert und ob er vermeintlichen Belastungen auch positive Perspektiven abringen kann.
Ist Arbeit nicht paradiesisch? WamS 28.4.13


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Kommunikation lebt von Gemeinsamkeiten und Wertigkeiten 
Dienstag, 9. April 2013 - Arbeit
Gute Kommunikation ist das A und O im Business, doch viele Firmen verlieren sich in einem ziellosen Information-Overload. Im Gespräch mit dem Manager Magazin erklärt der Kommunikationsexperte Klaus-Ulrich Moeller, wie Unternehmen besser kommunizieren könnten. Ein wichtiger Punkt ist für ihn das Herstellen von Nähe: "Nähe ist keine Frage der räumlichen Distanz, sondern der Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und tragfähige Gemeinsamkeiten zu entdecken." Dem Überfluss an Informationen sollte man in den Augen von Moeller nicht durch eine Begrenzung der Kommunikation entgegenwirken, sondern durch eine klare Darlegung von Prioritäten. Unternehmer müssten deutlich machen, was ihnen persönlich wichtig ist, worauf sie Wert legen, denn diese Betonung mache einen wesentlichen Unterschied.
"Am liebsten verführen lassen", Manager Magazin 14.3.13


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Kulturwandel statt Quote 
Montag, 18. März 2013 - Arbeit
Im Interview mit dem Karriere-Spiegel erklärt der ehemalige Personalchef der Hypovereinsbank Oliver Maassen, dass die Idee einer Frauenquote ins Leere läuft, wenn Firmen sich nicht zu einem weiterreichenden Kulturwandel entschließen. Seine To-Do-Liste für Unternehmen: "Das Talent-Management weiblicher gestalten, die Karrierewege auch auf die Anforderungen von Frauen einstellen und eine Infrastruktur schaffen, in der Frauen und Männer die Doppelbelastung von Privatleben und Beruf auch bewältigen können. Zudem: anders kommunizieren." Laut Maassen sollten vor allem mehr weibliche Sichtweisen zum Tragen kommen: "Gefragt ist eine Unternehmenskultur, in der sich Frauen und Männer besser verstehen und sich gegenseitig fördern. Man muss beide Seiten dazu bringen, sich ihrer unterschiedlichen Sichten und Herangehensweisen bewusst zu werden. Benötigt wird ein ganzer Bauchladen von Maßnahmen, um ernsthafte Frauenförderung zu betreiben. Das verlangt aber eine Entwicklungszeit und lässt sich nicht kurzfristig mit einer gesetzlichen Quote erreichen."
"Die Quote ist Teufelszeug", Karriere-Spiegel 6.3.13

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Auch "Sinn"-Arbeiter streben nach Karriere und gutem Gehalt 
Donnerstag, 7. März 2013 - Arbeit
Rund 39 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich einen Job, mit dem sie einen tieferen Sinn verbinden, doch betrachtet man die Situation in sozial orientierten Unternehmen, so zeigt sich, dass diese sich schwer tun, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Organisation Ashoka, die ihre Arbeit dem sozialen Unternehmertum widmet, hat gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey untersucht, warum qualifizierte Kräfte den Sozialsektor meiden. Von den befragten 1.800 Personen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung zeigten sich 60 Prozent über die Karrieremöglichkeiten in diesem Bereich als informiert. Doch nur acht Prozent unter ihnen würden auch für ein Unternehmen der Branche arbeiten wollen, unter den Berufseinsteigern sogar nur vier Prozent. Grund für die Zurückhaltung ist in den meisten Fällen das liebe Geld, denn 63 Prozent gaben an, ihren Job nicht zugunsten einer sozialeren Beschäftigung aufzugeben, wenn sie dadurch weniger verdienten. Bei Einsteigergehältern von rund 25.000 Euro, 35.000 Euro für Berufserfahrene und Bruttojahreseinkommen zwischen 45.000 und 80.000 Euro für Führungskräfte ist das Gefälle zur freien Wirtschaft vergleichsweise groß. Die Sozialunternehmen verzichten bei der Mitarbeitersuche häufig auf Headhunter, Jobanzeigen und Einträge in Karriereportalen und rekrutieren eher in ihrem direkten Umfeld, so dass potentielle Bewerber oft gar nicht erreicht werden.
Will keiner einen sinnvollen Job? Zeit online 22.2.13


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Fluchtreflex in die Überbetriebsamkeit 
Dienstag, 26. Februar 2013 - Arbeit
Der Psychologe Stephan Grünewald, der mit dem Marktforschungsinstitut Rheingold der Befindlichkeit der Deutschen immer wieder mit tiefenpsychologischen Interviews auf den Zahn fühlt, konstatiert in einem Auszug aus seinem neuen Buch, dass die anhaltende Krise die Gesellschaft immer mehr in einen "Zustand besinnungsloser Betriebsamkeit" führe. "Psychologisch betrachtet hat die sogenannte Krise ähnlichkeiten mit einem nächtlichen Albtraum, den wir nach dem Aufwachen sogleich wieder abschütteln wollen. Denn sie ist mit dem Gefühl verbunden, plötzlich und unerwartet in unüberschaubare Verhältnisse geraten zu können", so der Psychologe. Der wunde Punkt: Noch scheinen wir sicheren Boden unter den Füßen zu haben, doch wir leben in dem Gefühl, "jeden Moment ins Bodenlose stürzen zu können". Die Flucht in den Aktivismus biete hier einen Pseudoausweg, um die eigene Hilflosigkeit zu kompensieren. Eine Flucht, die in der Wirtschaft zunehmend für die eigenen Zwecke instrumentalisiert werde: "Viele Unternehmen nutzen gleichfalls diese Tendenz zur Überbetriebsamkeit und verstärken sie zusätzlich. Sie begegnen dem drohenden Einbruch der Krise mit Appellen zur Leistungssteigerung und mit der Erhöhung ihres Effizienzdiktates. Der Leistungsdruck von Seiten der Unternehmensspitze nimmt zu." Unter den Vorzeichen des Leistungsdiktats entsteht laut Grünewald ein neuer Verortungspunkt, der "Erschöpfungsstolz". Arbeitende seien nun nicht mehr stolz auf ihr geleistetes Tagewerk, sondern ihr Grad der Erschöpfung werde zum Leistungsmaßstab. Das Gefühl, sich "rechtschaffen abgearbeitet" zu haben, kompensiere die die immer seltener beantwortete Sinnfrage. Inne halten, Abstand gewinnen, die Perspektive wechseln - Fehlanzeige in einem System, dass der Frage nach einem möglichen Wandel gezielt mit Abwehrmechanismen ausweicht.
Wenn Unruhe die Träume verdrängt, Zeit online 14.2.13


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Der schmale Grat zwischen Selbstständigkeit und Prekariat 
Freitag, 22. Februar 2013 - Arbeit
Mit Selbstständigkeit verbinden viele neben Unabhängigkeit auch ein gutes Einkommen. Aktuelle Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen jedoch, dass vor allem Einzelselbstständige in Deutschland zum Teil wirtschaftlich alles andere als gut dastehen. So bezogen im September 2012 mehr als 125.000 Selbstständige ergänzende Hartz IV-Leistungen, weil ihre Einkünfte aus der Selbstständigkeit ihren Lebensunterhalt nicht decken. Das DIW hat für Einzelselbstständige einen durchschnittlichen Stundenlohn von 13 Euro ermittelt. Lediglich eine geringe Zahl von Einzelselbstständige bringe es auf Einkommen, die deutlich über dem Durchschnittsverdienst liegen. Insgesamt gibt es in Deutschland gegenwärtig rund 2,5 Millionen Solo-Selbstständige. Mehr als 14 Prozent von ihnen haben keine Altersversorgung, viele eine nur unzureichende. Der Grat zwischen unternehmerischer Freiheit und dem Abstieg ins Prekariat ist also schmal.
Ökonomen warnen vor Lüge bei der Selbstständigkeit, Welt 13.2.13


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