Achtsamkeit bei Amazon 
Montag, 31. Mai 2021 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Nun möchte auch Amazon achtsamer werden. Im Rahmen seines betrieblichen Gesundheitsprogramms "Working Well", das bereits von rund 860.000 Mitarbeitern an 350 Standorten des Unternehmens genutzt wird, haben Beschäftigte künftig die Möglichkeit, in Wellness-Zonen an so genannten "AmaZen-Stationen" auch Achtsamkeitsprogramme zu üben. Das Meditationsangebot ist Teil eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, das körperliche, geistige und ernährungsphysiologische Unterstützung bietet. Mit den bereits seit längerem angebotenen Körperübungen gelang es dem Unternehmen nach eigenen Angaben, Erkrankungen des Bewegungsapparats innerhalb eines Jahres um 32 Prozent zu reduzieren. Es ist natürlich zu begrüßen, wenn Firmen sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern. Neben Meditation tragen allerdings auch ein angemessenes Gehalt und entstresste Arbeitsabläufe zum psychosozialen Wohlbefinden bei, ein Bereich, in dem Amazon sich qua Geschäftsmodell bisher noch nicht sonderlich positiv hervorgetan hat.
Amazon startet WorkingWell, um seine Mitarbeiter glücklich und gesund zu halten, Techno-Guru 18.5.21

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Überarbeitung ist ein globales Problem 
Freitag, 28. Mai 2021 - Studien, Arbeit, Management
Überarbeitung in der Arbeitswelt wird immer wieder zum Thema, beispielsweise wenn Investmentbanker nach exzessiven Arbeitseinsätzen schlapp machen. In der japanischen Kultur, in der berufliche Verausgabung hoch im Kurs steht, gibt es sogar den Begriff karoshi für den Tod durch zu viel Arbeit. Doch diese Extreme sind keine Einzelfälle. Laut Weltgesundheitsorganisation und Internationaler Arbeitsorganisation sind 2016 weltweit rund 745.000 Menschen an einem Schlafanfall oder einer Herzerkrankung gestorben, weil sie überarbeitet waren (durch 55 oder mehr Wochenstunden Arbeitsleistung). 23 Millionen gesunde Lebensjahre seien so in besagtem Jahr verloren gegangen. Zwischen 2000 und 2016 habe die Zahl der Todesfälle durch Herzerkrankungen, die im Zusammenhang mit überlangen Arbeitszeiten stehen, um 42 Prozent zugenommen, die Zahl tödlicher Schlaganfälle erhöhte sich um 19 Prozent. Die WHO kommt zu dem Schluss, dass Überarbeitung inzwischen der führende Risikofaktor im Feld der Berufskrankheiten sei. Insgesamt sind rund neun Prozent der Weltbevölkerung von Arbeitszeiten, die 55 Wochenstunden übersteigen betroffen. Die geringste Überlastung zeige sich dabei in Europa und Nordamerika, wo Maßnahmen des Arbeitsschutzes die Menschen besser schützen als in den ärmeren Weltregionen.
Hunderttausende sterben laut UN jährlich an Überarbeitung, zeit.de 17.5.21

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Das richtige Hobby hilft auch im Job 
Donnerstag, 27. Mai 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit
Ob Hobbys mit der Arbeit konkurrieren oder sogar Fähigkeiten im Job unterstützen, hängt ganz davon ab, wie intensiv man sich Freizeitbeschäftigungen widmet und welche inneren Ressourcen sie aktivieren beziehungsweise beanspruchen. Eine britisch-französische Studie zeigt: Wer ein Hobby intensiv betreibt, das Fähigkeiten anspricht, die im Beruf nicht im Vordergrund stehen, kann von seiner Freizeitbeschäftigung auch bei der Arbeit profitieren. Die Wichtigkeit des Hobbys evaluierten die Wissenschaftler dabei mit Fragen danach, ob die Aktivität ein wichtiger Ausdruck dessen sei, was eine Person ausmache, ob sie etwas mit ihrer Betätigung erreichen wolle oder auch, wie intensiv die Freizeitbeschäftigung betrieben wurde. Weiter wurde untersucht, ob die mentalen und physischen Fähigkeiten des Hobbys ähnliche waren wie die der Berufstätigkeit. Über sieben Monate wurden die Studienteilnehmenden dann befragt, wie sie mit ihrer Arbeit zurechtkamen. Insgesamt zeigte sich dabei: Menschen, die ambitioniert einem Hobby nachgehen, das andere Fähigkeiten aktiviert als ihre übliche Arbeit, zeigten sich beflügelter als jene, die im Job und privat ähnlichen Aktivitäten frönten. Die Abwechslung und die Aktivierung durch berufsfremde Impulse scheinen also Potentiale freizusetzen, während zu viel des Gleichen eher die begrenzten Ressourcen in einem Feld überlastet.
Wie Hobbys auch im Beruf nützlich sein können, WiWo 15.5.21

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Wie Menschen im Job wachsen 
Mittwoch, 26. Mai 2021 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit
Arbeit als zeitlich wesentlicher Faktor im Erwachsenenleben hat Auswirkungen auf die Persönlichkeit. Dabei finden sich je nach Berufsphase unterschiedliche Wirkungen. In der Auswertung von Daten des Soziooekonomischen Panels, für die die Daten von 6.000 Erwachsenen in den Blick genommen wurden, zeigte sich, dass für junge Menschen der erste Job signifikante Wirkungen zeitigt. Sie werden durch den Einstieg ins Arbeitsleben tendenziell gewissenhafter, verträglicher und extravertierter. Die Gewissenhaftigkeit erreicht laut Studie in den Anfangsjahren des Berufslebens ein Allzeithoch und sinkt, je näher das Rentenalter rückt, wieder ab, ein Phänomen, dass die Forschung den Dolce-Vita-Effekt nennt. Offenheit und emotionale Stabilität hingegen stehen in einem Zusammenhang mit beruflichen Erfolgen. Wer im Job etwas erreicht, wird über die Zeit emotional stabiler, kann besser mit Stress umgehen, ist entspannter und weniger besorgt.
Arbeiten verändert die Persönlichkeit, spektrum.de 15.5.21

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Chefs führen direktiver als sie glauben 
Dienstag, 25. Mai 2021 - Studien, Arbeit, Management
Chefs wissen, was gute Führung auszeichnet - und sie glauben allzu oft, dass sie die entsprechenden Führungsstile auch anwenden. Viele Mitarbeiter sehen das indes völlig anders. Eine Studie der Personalberatung Kienbaum und der Stellenbörse Stepstone mit 13.500 Fach- und Führungskräften zeigt eindrücklich, welche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit besteht. Die Mitarbeiter wurden in der Untersuchung danach gefragt, welche Führungsstile sie bevorzugen und wie sie von ihren Vorgesetzten geführt werden. Die Chefs sollten Angaben zum eigenen Führungsverhalten machen. In der Gunst der Mitarbeiter steht die transformationale Führung mit 94 Prozent an erster Stelle, gefolgt von strategischer Führung (88 Prozent) und ethischer Leadership (84 Prozent). Laut Studie waren die Mitarbeiter, die nach den bei ihnen beliebten Prinzipien geführt werden, zufriedener mit ihrer Arbeit, zeigten sich innovativer und dachten seltener darüber nach, den Job zu wechseln. Die transformationale und die ethische Führung führten außerdem zu einer höheren Identifikation mit dem Unternehmen und inspirierten zu höherem Engagement. Die Führungskräfte verorteten sich selbst zum großen Teil in den drei beliebtesten Kategorien, was ihre Mitarbeiter hingegen völlig anders wahrnahmen. 54 Prozent von ihnen gaben nämlich an, eher direktiv geführt zu werden. 29 Prozent wurden nach eigenen Angaben strategisch geführt, 21 Prozent transformational. In den Genuss der ethischen Dimension von Führung kamen hingegen lediglich 9 Prozent der Mitarbeiter. Die Lücke ist also beträchtlich und viele Chefs täten sicher gut daran, ihre Selbstwahrnehmung von Zeit zu Zeit mit der Wahrnehmung ihrer Mitarbeiter abzugleichen.
Was Deutschlands Chefs alles falsch machen, WiWo 13.5.21

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Warum Armut ein ernstzunehmendes Politikum ist 
Freitag, 21. Mai 2021 - Lebensart, Wissenschaft, Arbeit
Auf den ersten Blick scheinen wir wirtschaftlich vergleichsweise gut durch die aktuelle Krise zu kommen. Doch gerade an den Rändern der Erwerbsgesellschaft bei Menschen mit ohnehin schon niedrigem Arbeitseinkommen wird es bereits eng. "In der Corona-Krise waren diejenigen in den unteren Einkommensgruppen häufiger von Einkommensverlusten betroffen. Dafür gibt es mehrere Faktoren: Viele geringfügige Beschäftigungen sind in der Pandemie weggebrochen. Andere Geringverdiener arbeiten in Branchen wie dem Gastgewerbe, die in der Pandemie besonders häufig von Kurzarbeit betroffen sind. Wer mit seinem Einkommen nur knapp über der Armutsschwelle liegt, und dann über Monate zehn oder zwanzig Prozent weniger verdient, droht abzurutschen und gerät auf jeden Fall in eine sehr belastende Situation", erklärt die Soziologin Bettina Kohlrausch in einem Interview mit der Zeit. Das habe unmittelbare politische Auswirkungen: "Wir sehen in unseren Daten, die auf einer repräsentativen Befragung von circa 6.000 Erwerbspersonen beruht, dass diejenigen, die Einkommensverluste in der Corona-Pandemie erlitten haben, eher bereit sind, Verschwörungstheorien anzuhängen. Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Einkommensverlusten in der Pandemie und rechtspopulistischen Einstellungen." Hinzu komme, dass die Wahlbeteiligung in den unteren Einkommensgruppen bereits deutlich zurückgegangen sei. "Wer Armut bekämpft, festigt am Ende auch die Grundlage unserer Demokratie", so das Plädoyer der Soziologin, Armut nicht nur als wirtschaftliches Phänomen zu betrachten.
"Homeoffice ist ein Privileg der Reichen", zeit.de 12.5.21

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Risse in der Unternehmenskultur 
Donnerstag, 20. Mai 2021 - Studien, Arbeit, Management
Was kommt nach dem Home Office? Diese Frage sollte Unternehmen jetzt besonders beschäftigen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass ungefähr 80 Prozent der von Zuhause Arbeitenden ihre Erfahrungen positiv bewerten. Und doch ist ihre Stimmungslage angespannt: "Die überwiegende Mehrheit beschreibt sich als besorgt (42 Prozent), deprimiert (12 Prozent) oder sogar wütend (7 Prozent)." Als "Haarrisse" in der Unternehmenskultur betrachtet die Studie, dass 50 Prozent der Befragten ihre sozialen Kontakte schlechter aufrechterhalten können und 41 Prozent Schwierigkeiten haben, die Beziehungen zu anderen Teams aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig schauen nur 56 Prozent positiv auf die Zukunft ihres Unternehmens. Die Studie rät Firmen deshalb, sich bereits jetzt gezielt mit diesen Bruchstellen zu beschäftigen: "Die emotionale Entkopplung durch mangelnde soziale Kontakte wie auch die strukturellen Benachteiligungen von weiblichen Erwerbstätigen und der jüngeren Generationen werden perspektivisch bei einer modernen Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik zu berücksichtigen sein. Gleichzeitig muss ein neues Führungsverständnis, aber auch Selbstverständnis der Mitarbeiter:innen in Richtung mehr Vertrauen und Selbstverantwortung gefördert werden."
Home-Office und Unternehmenskultur, Bertelsmann Stiftung 14.5.21

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Wie Wohlbefinden auch in widrigen Zeiten möglich ist 
Mittwoch, 19. Mai 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
In den letzten Monaten haben Psychologen viel darüber berichtet, wie die Zumutungen der Pandemie auf die Psyche durchschlagen. Die aktuelle Situation verdeutlicht, wie fragil und abhängig von äußeren Umständen das, was wir üblicherweise Wohlbefinden nennen, ist. In einem Interview mit dem Magazin moment by moment erklärt der Meditationsforscher Richard Davidson, wie wesentlich es deshalb ist, dieses Wohlbefinden bewusst zu kultivieren: "Viele der Herausforderungen, vor denen wir stehen, können wir nicht kontrollieren, wie das Virus oder die mit ihm verbundenen Probleme. Dazu gehören Herausforderungen wie Einsamkeit, das Bewusstsein unserer eigenen Sterblichkeit, viele negative Selbstgespräche oder das Gefühl von Sinnlosigkeit. Das sind Krisenzustände, die wir vom Center of Healthy Minds auf ein Versagen, Wohlbefinden zu kultivieren, zurückführen." Studien seines Instituts haben gezeigt, dass Menschen, die gelernt haben, durch Achtsamkeitsübungen ihr Wohlbefinden unabhängig von äußeren Umständen zu stärken, auch im gesellschaftlichen Miteinander besser mit den Pandemie-Herausforderungen umgehen: "Neue Daten unseres Zentrums zeigen, dass Menschen, die letztes Jahr vor der Pandemie in Fähigkeiten trainiert worden sind, die das Wohlbefinden fördern, jetzt eher Mund-Nasen-Masken tragen und ganz allgemein den Empfehlungen eher folgen. Und zwar, weil sie die Befolgung der Empfehlungen als einen sozialen Akt verstehen, als eine einfache Handlung, die anderen nützt." Achtsamkeitsübungen sind laut Davidson deshalb so hilfreich, weil sie es Menschen ermöglichen, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern und besser wahrzunehmen, was in ihrem Geist vor sich geht. "Es hat sich herausgestellt, dass Menschen signifikant weniger glücklich sind, wenn sie abgelenkt sind und ihre Metabewusstheit nicht einsetzen können. Sie hat also einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden", so Davidson.
Never Give Up. Mit Mut, Hingabe und Selbstvertrauen den eigenen Weg gehen, moment by moment 1.2021

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