Das Business der Zukunft ist authentisch 
Mittwoch, 4. Juni 2008 - Studien
IBM wirft in seiner Studie "The Enterprise of the Future" einen Blick darauf, wie Unternehmen sich in den kommenden Jahren entwickeln sollten, um weiterhin am Markt erfolgreich zu sein. Ein grundsätzlicher Parameter, den die Forscher auf der Basis einer Befragung von rund 1.000 Unternehmensführern weltweit ausmachen, ist der Wandel von eher philantropischen Verantwortungsmaßnahmen hin zu originärer Authentizität, im englischen Original der Studie durch das Wortspiel "Genuine, not just generous" abgebildet. Das bedeutet, dass künftig nicht allein Fragen der Compliance auf der Unternehmensagenda stehen werden, sondern die Firmen von Grund auf gesellschaftliche Belange in ihren Entscheidungen und Handlungen berücksichtigen (sollten). Die Studie zeigt auch, dass längst nicht alle Unternehmen für die anstehenden Wandlungsprozesse optimal gerüstet sind. Der so genannte "Change Gap", die Differenz zwischen der Erwartung von Wandel und der Fähigkeit, damit konstruktiv umzugehen, ist seit der letzten IBM-Studie von 2006 von acht Prozent auf 22 Prozent gestiegen. 2006 erwarteten 65 Prozent der Befragten substanzielle Veränderungen in ihrem Umfeld und 57 Prozent konnten sich auf gelungene Wandlungsprozesse in der Vergangenheit berufen. Bei der aktuellen Erhebung stieg die Change-Erwartung auf 83 Prozent. Ihr steht jedoch nur eine leichte auf 61 Prozent gestiegene positive Change-Erfahrung gegenüber. Besonders interessant ist der Wandel bei den Einflusssphären, denen besondere Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung zugesprochen werden. Standen hier in der IBM-Untersuchung von 2004 noch die Marktfaktoren mit 84 Prozent an der Spitze und die Mitarbeiterfähigkeiten erst bei 42 Prozent, haben sich beide Aspekte 2008 angeglichen und liegen nun beide bei 48 Prozent, was nichts anderes heißt, als dass Markt und Mensch in Zukunft gleichermaßen relevant sind für den Unternehmenserfolg. Die Fähigkeit, mit Wandel konstruktiv umzugehen, beeinflusst die Unternehmensperformance bereits jetzt erheblich. So wiesen in der IBM-Studie die Outperformer mit 19 Prozent einen deutlich geringeren "Change Gap" auf als die Low Performer (29 Prozent).
IBM-Studie "The Enterprise of the Future"

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Positive Gefühle machen erfolgreich 
Dienstag, 3. Juni 2008 - Arbeit
Das Weiterbildungsmagazin ManagerSeminare widmet in seiner aktuellen Ausgabe einen Beitrag dem Thema Erfolg durch positive Gefühle. Der Broaden-and-Build-Theorie zufolge wirken positive Gefühle auf zwei Ebenen: Sie erweitern das Gedanken- und Handlungs-Repertoire (to broaden=erweitern) und das Erleben positiver Gefühle erhöht die personellen Ressourcen, so dass man mehr Energie, Ausdauer und Überzeugungskraft hat (to build=aufbauen). Doch wie erweckt man positive Gefühle? Jedenfalls nicht, indem man krampfhaft versucht, positiv zu denken. Die Emotionsforschung zeigt: Vor allem, wenn wir uns anstrengen und damit Erfolg haben, entstehen im Gehirn positive Emotionen. "Glücklich macht uns das Engagement für eine Sache, die uns zudem wertvoll erscheint und der wir Sinn beimessen", heißt es in dem Beitrag. Sprich: Das Rackern allein ist es auch nicht, das uns zufrieden werden lässt, sondern die positive Ausrichtung, die wir unseren Aktivitäten geben. Der Artikel gibt weitere Hinweise, wie man positive Gefühle stimulieren kann: indem man Bequemlichkeit vermeidet, sich nicht an Äußerlichkeiten orientiert, keine Vergleiche anstellt zu Vergangenheit oder Zukunft, Dankbarkeit zeigt, herausfindet, was einen glücklich macht und Neuland entdeckt, also für Abwechslung im eigenen Leben sorgt. Ein Vorurteil, mit dem der Beitrag aufräumt: Positive und negative Gefühle können vom Menschen durchaus zeitgleich empfunden werden. Das hat praktische Konsequenzen: Wer nur versucht, keine negativen Gedanken mehr zu haben, empfindet noch lange nicht positiv.
"Erfolgreich durch positive Emotionen", ManagerSeminare Juni 2008


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Scheitern bringt das Gehirn auf Touren 
Montag, 2. Juni 2008 - Management
Erfolg als positive Einbahnstraße zu sehen, kann durchaus gefährlich sein, denn wer immer wieder die gleichen Denkmuster aktiviert und damit auch zum Ziel kommt, tut seinem Gehirn damit nicht unbedingt einen Gefallen. Das sagt der Neurobiologe Gerald Hüther in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Neue Vernetzungen entstehen im Gehirn nur, wenn man auch einmal mit bisher bewährten Strategien scheitert und deshalb neue Wege finden muss. Doch wie schafft man das? "Indem man nicht wie ein Besessener versucht, mit den immer gleichen Denkmustern immer schneller voranzukommen, sondern sich selbst bei diesem Rennen zuzuschauen lernt, sich selbst beobachtet und sich fragt, wohin man eigentlich unterwegs ist. Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Selbsterkenntnis nennt man diese Kunst, die man allerdings auch wieder nur dadurch erlernen kann, dass man mit seinen allzu engen Vorstellungen so lange gegen die Wand rennt, bis es endlich im Frontalhirn zu dämmern beginnt", sagt Hüther. Ein anderer Aspekt, den der Neurobiologe aufgreift, ist das Thema Druck. Druck sei zwar eine effiziente Methode, um kurzfristig maximale Leistungen aus Mitarbeitern herauszuholen, funktioniere aber langfristig nicht - weil der Druck immer größer werden müsse, um noch mehr Leistungen zu stimulieren, aber auch, weil er negative Gefühlsmuster in den betroffenen erzeugt. Unter Druck reagiert das Gehirn mit bestimmten Erregungsmustern, die dann grundsätzlich mit dem Thema Arbeit verbunden werden und auf Dauer die Leistungsfähigkeit eher lähmen denn erhöhen.
"Der Dompteur reibt sich auf", FAZ 24.5.2008



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Jeder siebte Deutsche zweifelt an seiner Berufswahl 
Freitag, 30. Mai 2008 - Studien
Die Unzufriedenheit mit dem Job scheint bei vielen Deutschen auch mit einer falschen Ausbildungs- und Berufswahl zusammenzuhängen. Laut einer Studie des Personaldienstleisters Kelly Services glauben 15 Prozent der 2.000 befragten Deutschen, sie hätten sich für den falschen Beruf entschieden. 31 Prozent hätten sich gerne noch weiter ausgebildet oder ihr Studium fortgesetzt. 38 Prozent sind im Nachhinein der Meinung, dass eine andere Fachrichtung ihnen aus heutiger Sicht mehr liegen würde. 20 Prozent der Befragten waren sich nicht sicher über ihren eigentlichen Berufswunsch. Fast die Hälfte aller Befragten (43 Prozent) fühlt sich durch die schulische Bildung nicht ausreichend auf das Arbeitsleben vorbereitet, bei 21 Prozent gilt dies auch für die Ausbildung.
Studie von Kelly Services


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Manager sind viel zu oft Getriebene 
Donnerstag, 29. Mai 2008 - Management
"Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass wir keine Zeit mehr haben, zu Ende zu denken", mahnte einst Alfred Herrhausen. In einer Verlagsbeilage wirft die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter anderem einen Blick darauf, dass immer mehr Führungskräfte im Tagesgeschäft nur noch wie Gehetzte reagieren, die von äußeren Zwängen getrieben werden. Doch warum ist das so? "Die Hauptursache für den Leidensdruck zeitgenössischer Manager sehe ich darin, dass sie sich nicht mehr abgrenzen können, dass sie sich zu sehr dem Marktgeschehen ausliefern", sagt Johannes Czwalina, Gründer und Leiter der Czwalina Consulting AG in Riehen bei Basel. Aus Sicht des Beraters sind die Führungskräfte längst vom Bock durch den (Markt-)Garten Getriebene. Diese Passivität, die aus der Annahme resultiert, der Markt mit seinen Herausforderungen bestimme alleine die Regeln, führt dazu, dass Manager ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten kaum noch erkennen oder aktiv wahrnehmen. "Mir geht es um die Erkenntnis, dass der Markt nicht eine Wirklichkeit mit einer eigenen Identität ist, sondern ein Werk vom Menschen im Dienst des Menschen. Dass der Markt als Ersatz eingetauscht wird für alles, was unser Leben sonst lebenswert macht. Diese Tragik wird uns bewusst, wenn wir merken: Nicht der Markt zwingt uns, wir zwingen uns", hält Czwalina der bei vielen Führungskräften verbreiteten Perspektive eines Ausgeliefert-Seins entgegen.
"Zeit zum Nachdenken", FAZ 21.5.2008


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Uniformes Denken auf den Führungsetagen 
Mittwoch, 28. Mai 2008 - Arbeit
Anlässlich der Berufung von Martin Blessing an die Spitze der Commerzbank wirft die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Blick auf die neue Generation 40plus, die zunehmend die Führungsetagen prägt und zeigt damit ungewollt, warum so viele große Unternehmen sich häufig durch "me too"-Strategien und einen eher kühlen Umgang mit Zwischenmenschlichem positionieren. "Ich habe das Gefühl, dass diese Generation extrem nüchtern, analytisch und sachorientiert arbeitet", zitiert das Blatt etwa Stefan Eikelmann, Leiter der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Das kommt nicht von ungefähr, denn viele der Mittvierziger, die jüngst Einzug in den Vorstandsbüros gehalten haben, sind vor Beginn ihrer Unternehmenskarriere durch die McKinsey-Schule gegangen. Der Artikel wirft auch ein Licht auf die sich stetig verschärfenden Arbeitsbedingungen. Dazu Eikelmann: "Früher hatten viele Vorstandsvorsitzende einen Neun-Stunden-Tag. Von der jungen Generation hat das keiner." Der Grund: Wer alleine 40 Stunden pro Woche im Flieger sitzt, um sich um Kunden und Niederlassungen in aller Welt zu kümmern, braucht ja auch noch ein bisschen Zeit für die Schreibtischarbeit.
"Generation 40plus auf Führungsetagen", FAZ 19.5.2008


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Das ewige Dilemma der schwindenden Mitte 
Dienstag, 27. Mai 2008 - Arbeit
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wirft einen Blick auf die Problematik der in Deutschland stetig schrumpfenden Mittelschicht. Gehörten 1986 noch 63 Prozent der Bevölkerung zu denjenigen, die ein Einkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medians aller Einkommensschichten erlangen konnten (das ist aus wirtschaftlicher das Kennzeichen der Mittelschicht), waren es 2006 nur noch 54 Prozent. Im selben Zeitraum stieg die armutsgefährdete Schicht um vier auf 25 Prozent, die einkommensstarke von 17 auf 21 Prozent. Gerade der schwierige Arbeitsmarkt macht es Absteigern besonders schwer, sich wieder im Mittelfeld zu etablieren. Sie brauchen meist vier bis fünf Jahre, um sich wieder in die Mittelschicht hochzuarbeiten. Eines bleibt bei dieser Betrachtung jedoch leicht außen vor: Die Zahl der Absteiger in die untere Schicht liegt gegenüber 1986 genau so hoch wie die Zahl derjenigen, die in die einkommensstarke Schicht aufgestiegen sind - unter dem Strich scheint es also auch für einen Teil der Bevölkerung neue Chancen zu geben. Über die spricht in Deutschland aber kaum jemand.
"Mitten in Deutschland", FAS 18.5.2008


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Neid als wirtschaftlicher Problemfaktor 
Montag, 26. Mai 2008 - Arbeit
Die zunehmenden sozialen Unterschiede innerhalb der Bevölkerung beschäftigen die Politik seit Monaten verstärkt. Einerseits geht es vielen Deutschen heute materiell betrachtet besser denn je, andererseits fließt viel Energie in eine Neiddiskussion - denen, die mehr haben, als man selbst, gönnt man es schlicht nicht. Die neuere ökonomische Forschung zeigt einmal mehr, wie stark aufgeprägt diese Neidgefühle inzwischen sind. Bei einem Experiment boten Forscher den Probanden eine Verbesserung ihres Einkommens um 500 Euro an, während die anderen Teilnehmer leer ausgehen sollten, oder sie konnten 1.000 Euro erhalten, sollten dafür aber in Kauf nehmen, dass die anderen das Doppelte erhalten. Die meisten Teilnehmer entschieden sich für die 500 Euro. Da stellt sich doch die Frage: Können wir nur glücklich sein, wenn wir mehr haben als andere? Wie wenig zielführend diese durch das Experiment wieder einmal belegte Grundhaltung ist, zeigen dagegen die weltweit zunehmenden Glücksstudien, denn hier kristallisiert sich immer wieder heraus, dass mehr Geld, sind die Grundbedürfnisse einmal befriedigt, nicht wirklich glücklicher macht - eine Erkenntnis, die der Forscher Abraham Maslow auch mit seiner Bedürfnispyramide belegte. Wir leben also in einem Paradox, indem wir nach dem streben, was uns nicht wirklich befriedigt, und sind lieber bereit, im Stillstand zu verharren.
"Warum brauchen wir Belohnungen, um uns anzustrengen?", FAS 18.5.2008


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