Unternehmen leben künftig von Kollaboration 
Dienstag, 17. Juni 2008 - Management
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung arbeitet in einem Beitrag, angelehnt an das gleichnamige Buch von Internet-Guru Don Tapscott, die wichtigsten Prinzipien der Wikinomics heraus. Unter Wikinomics versteht Tapscott den wirtschaftlichen und organisatorischen Wandel, der mit der verstärkten Nutzung von Technologien und Prinzipien des Internets einher geht. Dieser Wandel führt zu neuen Innovationskulturen. Zu den Vorreitern gehören beispielsweise Procter & Gamble, die aus der Not - einer nachlassenden Innovationsfähigkeit im eigenen Hause - eine Tugend machten und mit dem Programm "Connect & Develop" inzwischen erfolgreich die Innovationskompetenz externer Experten einbeziehen. Rund die Hälfte aller Neuschöpfungen erfolgt bei P&G inzwischen durch Input von außen. Um Innovationskulturen wie diese aufzubauen, muss das Thema Führung neu gedacht werden, denn Unternehmen können sich nicht mehr wie bisher als Festung verstehen, sondern sind darauf angewiesen, äußere Impulse zu integrieren. Tapscott rät deshalb dazu, gängige Web 2.0-Technologien wie Wikis oder Social Networks verstärkt zu nutzen, um die dort herrschende Kultur des Austauschs besser kennenzulernen.
"Business-Webs ersetzen Unternehmen", FAZ 9.6.2008


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Ist sozialstaatliche Umverteilung egozentrisch? 
Montag, 16. Juni 2008 - Arbeit
Vorige Woche warf der ordnungspolitisch orientierte Philosoph Wolfgang Kersting, Direktor des Philosophischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, in der FAZ eine interessante Frage auf, nämlich ob das sozialstaatliche Umverteilungssystem nicht auf seine Weise dieselben egozentrischen Mechanismen in Kraft setzen, die von Marktkritikern immer dem freien Markt vorgeworfen werden. "Aber die irren sich beträchtlich, die im Sozialstaat eine Höhle erblicken, in der die Moral in der kalten Jahreszeit des Kapitalismus überwintert. Der Sozialstaat ist kein Ort ethischer Exzellenz, er erzieht nicht zur Moral. Seine Anreizsysteme begünstigen den Egoismus nicht minder als der Markt. Die Menschen betreiben ihre Versorgungskarrieren im Sozialstaat mit der gleichen egozentrischen Konzentration wie ihre Erfolgskarrieren auf dem Markt, nur müssen sie nicht das disziplinierende Selbstverantwortlichkeitspensum ableisten, das der Markt jedem abverlangt", schreibt Kersting. Auch wenn der Sozialstaat natürlich seine Existenzberechtigung darin findet, den wirklich Schwachen unter die Arme zu greifen, stellt sich meiner Meinung nach berechtigterweise die Frage, ob staatlicher Interventionismus nicht in der Tat Eigeninitiative lähmt und die BürgerInnen geradezu in eine passive Versorgungshaltung dirigiert. Veränderungswillen und Mut jedenfalls werden wenig gefördert im gegenwärtigen System. Die, die einfach etwas bewegen wollen, erhalten wenig Unterstützung. Man kann sich natürlich fragen, ob sie sie überhaupt benötigen, denn, das zeigt die Praxis auch: Wer sich einem Ziel wirklich verpflichtet fühlt, wird es so oder so anstreben.
"Sozialstaatliche Freiheitsgefährdung", FAZ 7.6.2008



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Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie 
Freitag, 13. Juni 2008 - Success Stories
In der öffentlichen CSR-Diskussion wird Unternehmen immer wieder vorgeworfen, dass sie das Thema soziale Verantwortung nicht wirklich in der Unternehmensstrategie verankern. Dass es auch anders geht, illustriert Dr. h.c. August Oetker im Gespräch mit dem Magazin Visavis. "Unsere Strategie ist niemals bloß auf die Erzielung kurzfristiger Erfolge, sondern immer auf den dauerhaften Bestand ausgerichtet. Wir haben ein Ziel – die geschaffenen Werte in allen Bereichen langfristig zu sichern und zu erweitern. Daraus leiten wir unsere Verantwortung ab. Wir kommunizieren CSR nicht mit Leitlinien oder Regeln, sondern nachhaltiges Handeln ist bei uns seit Langem ungeschriebene, aber kontinuierlich gelebte Praxis", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Dr. Oetker GmbH. Dazu gehört für Oetker, gesetzliche Umweltbestimmungen nur als Mindeststandard zu verstehen und die in deutschen Unternehmensbereichen erreichten Standards auch auf ausländische Schwestergesellschaften zu übertragen. Umweltschutzmaßnahmen beziehen sich dabei auf den gesamten Produktlebenszyklus von der Entwicklung bis zur Entsorgung. "Um akzeptiert zu werden, ist mehr notwendig, als bloß Gesetze einzuhalten. Vielmehr sieht man unternehmerische Tätigkeiten und Produkte verstärkt in einem Gesamtzusammenhang, in dem die Schaffung ökonomischer Werte danach beurteilt wird, ob sie dauerhaft und zugleich mit dem ökologischen und sozialen Gefüge vereinbar sind", so Oetker.
"Langfristige Ziele im Blick", Visavis 3.6.2008



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Kühler Rationalismus als Management-Schwäche 
Donnerstag, 12. Juni 2008 - Management
Das Manager Magazin beklagt in einem Beitrag die recht einseitige Ausrichtung von Führungskräften. Ein Professionalisierungsschub im Management habe dazu geführt, dass viele Manager sich recht einseitig auf Analyse und Restrukturierung fokussieren. Dieser typisch angelsächsische, kühl-analytische Managementstil führt häufig dazu, dass Unternehmen allein mit einem mechanischen Ansatz betrachtet werden, so dass die Dynamik des sozialen Systems Unternehmen außer Acht gelassen werde. Das Magazin beruft sich unter anderem auf eine Studie der Personalberater von Heidruck & Struggles: "Zwar sind die Deutschen hervorragende Analytiker, und auch in der Umsetzung zeigen sie die stoische Unbeirrbarkeit eine Biathleten beim Scheibenschießen. Doch der Managertypus des Lerners, der flexibel ist, offen für Neues, der Marktentwicklungen und soziale Trends erkennt - ausgerechnet der ist unter deutschen Managern unterdurchschnittlich repräsentiert." Dieses Manko wird auch in immer mehr Unternehmen erkannt. "Die Instrumentengläubigkeit fördert die Illusion, es gäbe Patentrezepte", zitiert das Magazin den Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger. "Ein Manager muss in oft paradoxen Situationen widersprüchliche Interessen bedienen. Mit abgegrabbelten Lösungsreflexen kommt man da nicht weit", äußerte Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität Friedrichshafen, gegenüber dem Manager Magazin. Vor allem die auf Fallstudien fokussierte MBA-Ausbildung, auch als "Management by Analysis" verspottet, festigt jedoch genau diese Tendenz, da es hier wenig um operative Umsetzung oder gar die Auseinandersetzung mit echten Menschen gehe.
"Die Manager-Klone", Manager Magazin 7.5.2008


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Deutsche CEOs rotieren 
Mittwoch, 11. Juni 2008 - Studien
Der Chefsessel wird vor allem in deutschen Unternehmen leicht zum Schleudersitz. Das zeigt eine Studie von Booz & Company, in der die Fluktuation unter den CEOs in 2.500 der weltweit größten börsennotierten Konzerne und 300 der größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum untersucht wurde. In den letzten zehn Jahren mussten in Europa 37 Prozent aller CEOs ihren Sessel räumen (USA: 27 Prozent). In Deutschland verloren allein im vergangenen Jahr 19,7 Prozent der CEOs ihren Posten (Europa: 17,6 Prozent). Der weltweite Schnitt lag bei 13,8 Prozent. Besonders groß ist die Rotation in der Telekombranche (40 Prozent der CEOs wechselten hier), in der Industrie (32 Prozent) und der IT (28 Prozent).
"Deutsche Chefs auf Schleudersitzen", FTD 27.5.2008


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Mobilität gegen den Abstieg 
Dienstag, 10. Juni 2008 - Studien
Trotz großer Heimatverbundenheit sind die Deutschen sehr mobil, um den Erfordernissen des Arbeitsmarkts zu genügen. Die Hälfte aller Arbeitnehmer und Selbstständigen ist schon einmal aus beruflichen Gründen umgezogen, pendelt täglich über weite Entfernungen zum Arbeitsplatz, lebt aus beruflichen Gründen in einer Fern- oder Wochenendbeziehung, war im Ausland tätig oder geht häufig auf längere Dienstreisen, so das Ergebnis einer repräsentativen Studie über berufsbedingte räumliche Mobilität in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern, die von Norbert Schneider, Professor für Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, geleitet wurde. Aufgrund ihrer regionalen Verbundenheit liegt der Mobilitätsschwerpunkt der Deutschen eher beim regelmäßigen Pendeln. Nur 20 Prozent der Berufstätigen sind schon einmal in eine andere Region in Deutschland oder in ein anderes Land umgezogen. Dabei wird Mobilität heute weniger aus dem Wunsch heraus, die eigene Karriere voranzutreiben, gelebt, sondern eher aus Angst, nicht abzusteigen. So sehen die Deutschen ihr unterwegs Sein denn auch eher skeptisch. Nur ein Drittel der Befragten empfindet Mobilität als Chance, 55 Prozent als notwendiges Erfordernis und 12 Prozent erleben sie sogar als Zwang.
"Vom sozialen Abstieg bedroht", SZ 30.5.2008


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Unternehmen sparen mit Ideen Milliarden 
Montag, 9. Juni 2008 - Management
Eine neue Erhebung des Instituts für Betriebswirtschaft zeigt: Wenn Unternehmen mit einem gezielten Ideenmanagement die Inspirationen ihrer Mitarbeiter abrufen, können sie Milliarden sparen. Welche Dynamik Ideenmanagement entwickeln kann, zeigt das Beispiel der Deutschen Post AG. Als die Post damit vor neun Jahren anfing, gingen 17.800 Verbesserungvorschläge ein, die zu Einsparungen von 300.000 Euro im Jahr führten. Heute sind es rund 200.000 Ideen und das damit verbundene Einsparvolumen liegt bei 257 Millionen Euro. In den 290 Unternehmen, die sich an der diesjährigen DIB-Untersuchung beteiligten, wurden mit Ideenmanagement insgesamt 1,49 Milliarden Euro gespart - eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Im Schnitt sparte also jedes Unternehmen mehr als fünf Millionen Euro. Die Zahl der eingereichten Ideen stieg von 1,27 Millionen auf 1,4 Millionen.
"Zu viele Ideen liegen brach", FAZ 31.5.2008


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Bei Öko- und Ethik-Investments hängt Europa hinterher 
Freitag, 6. Juni 2008 - Success Stories
In den Vereinigten Staaten fließt bereits jeder zehnte investierte Dollar in ökologisch oder ethisch motivierte Investments. Im europäischen Raum sind es dagegen erst knapp ein Prozent aller Anlagen, so Max Deml, Chefredakteur des Fachdienstes Öko-Invest, in einem Beitrag für Forum Nachhaltig Wirtschaften. Im deutschen Sprachraum hat sich allerdings das Marktvolumen für ethisch-ökologisch ausgerichtete Fonds in den letzten sechs Jahren immerhin verzehnfacht und liegt gegenwärtig bei mehr als 25 Milliarden Euro.
"Grüne Fonds erblühen", CSR-News 14.5.2008


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