Krise setzt Managern zu 
Donnerstag, 4. Juni 2009 - Studien
Die Wirtschafts- und Finanzkrise setzt immer mehr Managern zu, so das Ergebnis einer Umfrage der Personalberatung Heidrick & Struggles unter 1.000 Führungskräften. Bei 80 Prozent der Managern hat sich der berufliche Leistungsdruck seit Ausbruch der Krise erhöhrt. Knapp die Hälfte von ihnen arbeitet heute mehr als vor einem Jahr. Ein Drittel der Befragten sieht auch negative Auswirkungen auf ihre privaten Lebensumstände. 87 Prozent der Führungskräfte sehen einen Imageverlust der Manager in der Öffentlichkeit, 60 Prozent spüren einen erhöhten Rechtfertigungsdruck. "Viele Führungskräfte spüren erstmals, dass persönlicher Erfolg in der Wirtschaft nicht mehr automatisch zu hohem Ansehen führt", kommentiert Wolfgang Walter, Partner von Heidrick & Struggles.
Krise belastet Manager - auch privat, Spiegel online 24.5.2009


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Jeder dritte Deutsche steht ständig unter Strom 
Mittwoch, 3. Juni 2009 - Studien
80 Prozent der Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, rund 30 Prozent von ihnen stehen unter Dauerdruck - so das Ergebnis einer Studie der Techniker Krankenkasse. Dieses Leben im Stand-by-Modus macht nach Ansicht der Experten krank. So leidet bereits jeder Fünfte unter gesundheitlichen Stressfolgen - von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt. Stressfaktor Nummer 1 ist die Arbeit. Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit, ist gehetzt und arbeitet unter Termindruck - insbesondere Führungskräfte. Bei ebenso vielen Beschäftigten zeigen sich die Folgen bereits, denn sie fühlen sich stark erschöpft oder sogar ausgebrannt. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse illustriert, dass diese Überlastung sich in hohen Fehlzeiten niederschlägt. 2008 waren deutsche Arbeitnehmer fast zehn Millionen Tage wegen Burn-out-Symptomen krank geschrieben. Umgerechnet entspricht das einer Fehlzeit von einem Jahr bei 40.000 Arbeitskräften. Die Zahl der Burn-out-Krankschreibungen ist in den letzten fünf Jahren um 17 Prozent gestiegen.
Stress-Studie der Techniker Krankenkasse


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Zu viel Arbeit raubt den Schlaf 
Dienstag, 2. Juni 2009 - Studien
Wer zu viel arbeitet, leidet häufiger unter Schlafstörungen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmet dieser Problematik einen Beitrag und geht auf die Faktoren ein, die Arbeitnehmern den Schlaf rauben. Wie viel Schlaf man braucht, ist höchst individuell. Manchen Menschen reichen vier Stunden pro Nacht, andere sind vielleicht erst nach neun Stunden fit. Im Schnitt schlafen die Deutschen acht Stunden und zehn Minuten und Abweichungen von diesem Wert sind durchaus normal. Bedenklich für die Gesundheit wird es erst, wenn man nach der Nachtruhe wie gerädert aufwacht oder Probleme hat mit dem Ein- oder Durchschlafen. Und hier zeigt ein Blick auf die Statistik, dass Vielarbeiter deutlich öfter von Schlafstörungen betroffen sind als Menschen mit geringer bis durchschnittlicher Arbeitszeit. Während unter den Teilzeitarbeitern mit einem Arbeitsvolumen von bis zu 19 Wochenstunden nur zehn Prozent der Arbeitnehmer über Schlafstörungen klagen, verdoppelt sich dieser Wert bei einer 40-Stunden-Woche bereits auf 20 Prozent. Chronische Vielarbeiter sind noch stärker betroffen. Bei einem Arbeitsvolumen von bis zu 59 Wochenstunden klagen bereits 25 Prozent der Befragten über Schlafprobleme. Und unter den Arbeitnehmern, die sogar mehr als 65 Stunden pro Woche arbeiten, sind es sogar 30 Prozent. Weitere Studien zeigen, dass unausgeschlafene Arbeitnehmer, auch wenn sie deutlich mehr Stunden pro Woche am Arbeitsplatz verbringen, längst nicht produktiver sind als ausgeschlafene Durchschnittsarbeiter, denn Schlafmangel führt zu Konzentrationsschwierigkeiten, Effizienzeinbußen und höheren Fehlerraten. Und diese Produktivitätskiller kosten die Wirtschaft jährlich Milliarden.
Verfolgt bis in den Schlaf, FAZ 23.5.2009


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An den Grenzen der Belastbarkeit 
Freitag, 29. Mai 2009 - Management
Für die Studie "Arbeit und Leben in Organisationen 2008" befragten Sozialpsychologen der Universität Frankfurt und der Technischen Universität Chemnitz 1.000 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Supervision, um Einblicke in die drängendsten Probleme von Organisationen zu erhalten. Das Fazit der Forscher ist ernüchternd, denn viele Organisationen zeigen sich von den immer mehr zunehmenden Veränderungsprozessen geradezu gebeutelt: "Der ökonomische Druck der letzten Jahre und der daraus entstehende ständige Reformzwang hat zu einer höchst problematischen 'Blase' sich verdichtender Probleme in Organisationen geführt, die lange Zeit kaum wahrgenommen wurde, nun aber 'platzen' könnte", befürchtet Rolf Haubl, Professor für psychoanalytische Sozialpsychologie an der Uni Frankfurt. Beschäftige könnten den permanenten Umbau oft nicht mehr nachvollziehen, was dazu führe, dass sich viele Mitarbeiter nicht mehr mit ihrer Organisation identifizieren können und sie sich gleichzeitig gezwungen sehen, professionelle Standards und Arbeitsqualität zu verletzen, um kurzfristige ökonomische Zielmargen zu erfüllen. Führungskräfte werden in diesem Prozess oft zu Antreibern und geben als drängende Change-Agents den Druck von oben nach unten weiter. "Die Beschäftigten beklagen, dass ihre Chefs oft die notwendigen Führungskompetenzen nicht mit bringen, um den Wandel für die Mitarbeiter erträglich zu unterstützen - kurz: Führungskräfte scheinen in vielen Bereichen selber überfordert", erläutert Dr. Bettina Daser, Sozialpsychologin im Frankfurter Team von Prof. Haubl. Eine Verdichtung und Beschleunigung von Arbeitsprozessen erhöht dabei die Belastungen der Beschäftigten und kann dazu führen, dass diese ihre physische und psychische Gesundheit aufs Spiel setzen.
Das Betriebsklima und die Grenzen der Belastbarkeit, idw 18.5.2009


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Plädoyer für eine Demokratisierung der Wirtschaft 
Donnerstag, 28. Mai 2009 - Arbeit
Die taz lässt in einem Interview den an der FH Gelsenkirchen lehrenden Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Josef Bontrup zu Wort kommen und spricht mit ihm über die Möglichkeiten einer Demokratisierung der Wirtschaft. Bontrup plädiert dafür, die "Produktionsfaktoren Arbeit, Naturgebrauch und Kapitel" rechtlich gleichzustellen anstatt sie wie bisher gegeneinander auszuspielen. Außerdem spricht sich der Ökonom für eine echte Partizipation aus, "damit die Menschen in den Unternehmen, die den Mehrwert schaffen, über die Erwirtschaftung und die Verwendung der Wertschöpfung wirklich gleichberechtigt mitentscheiden können". Auf die Frage der taz, ob man angesichts zunehmender Prekarisierung und mit Blick auf Millionen von Menschen, die aufgrund von Arbeitslosigkeit keinen Zugang mehr zur unternehmerischen Sphäre habe, über mehr Mitbestimmung eine Wirtschaftsdemokratie schaffen könne, antwortet Bontrup: "Anders herum ist es richtig: Weil wir keine demokratisierte Wirtschaft haben, hat es das Kapital überhaupt vermocht, für eine gigantische Umverteilung von unten nach oben zu sorgen und dass durch eine Prekarisierung immer mehr Menschen an den Rand gedrängt werden. Hätten wir eine demokratisierte Wirtschaft, wäre das gar nicht möglich gewesen."
"Wir machen so weiter - unfassbar", taz 18.5.2009


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Innerer Krieg in Zeiten der Krise 
Mittwoch, 27. Mai 2009 - Management
Das Handelsblatt hat mit dem Unternehmensberater Andreas Salcher darüber gesprochen, warum es im Berufsleben wichtig ist, mit Kränkungen adäquat umzugehen, und wie man seine diesbezügliche emotionale Intelligenz trainieren kann. Aus Sicht des Beraters entfacht die gegenwärtige Krise für viele vor allem männliche Arbeitnehmer unabhängig von der konkreten Frage eines Jobverlusts existenzielle Krisen: "Männer definieren sich oft über Macht, weniger über ihre Persönlichkeit. Sie sind dann durchaus leicht verletzlich. Gerade jetzt in Krisenzeiten erlebe ich täglich viele Fälle, die sich gekränkt fühlen. Obwohl es ja eigentlich "nur" um den Beruf geht, fallen bei solchen Leuten die Lebensziele in sich zusammen. Medizinisch betrachtet sind es dieselben Symptome wie bei Kriegsverletzten. Machtgier ist ja nichts anderes als das Kompensieren von fehlender Liebe. Das steckt grundsätzlich in jedem Menschen drin. Leider scheitern die meisten Manager nicht an ihren Fähigkeiten, sondern an dem Mangel von emotionaler Intelligenz." Salcher rät Führungskräften, an ihrer emotionalen Intelligenz, die sich im Gegensatz zur kognitiven sehr gut entwickeln lässt, zu arbeiten, um mit Kränkungen konstruktiv umgehen zu können. "Wir müssen Niederlagen in unser Leben integrieren. Dabei spielt die Schwere der Verletzungen gar keine Rolle. Das hat mit Selbstvertrauen zu tun. Man darf unangenehmen Erfahrungen nicht ausweichen, sondern muss aus ihnen lernen. Das unterscheidet Sieger von Verlierern", so der Unternehmensberater.
"Erfolg hat, wer Kränkungen wegstecken kann", HB 17.5.2009


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Mitarbeiter als Discount-Ware 
Dienstag, 26. Mai 2009 - Arbeit
Eine Werbeaktion der Zeitarbeitsfirma S&F Dienstleistungen wirft ein neues Licht auf den gegenwärtigen Umgang mit dem so genannten Human Capital. Bei einer "großen Rabatt-Aktion" warb das Unternehmen mit dem Slogan "Alle müssen raus" - und bot Firmen 15 Prozent Abschlag auf die Tarife der Zeitarbeiter (zulasten der Zeitarbeitsfirma, nicht der Mitarbeiter). Ein Vorgehen, das in der Öffentlichkeit weitgehend auf Unverständnis stieß. Wenn nicht mehr nur Elektrogeräte billig verscherbelt werden ("Ich bin doch nicht blöd"), sondern die Discount-Mentalität der Kunden auf den Umgang mit Menschen übergreift, ist Schluss mit lustig. Dabei hatten es die Verleiher nur gut gemeint, denn sie wollten für ihre Mitarbeiter auch in Zeiten der Krise Arbeitsgelegenheiten schaffen. Die IG Metall konterte: "Das kann nicht das Wirtschaftsmodell der Zukunft sein."
Der Mensch als Ware, SZ 16.5.2009


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Kämpfen, kämpfen und noch mal kämpfen 
Montag, 25. Mai 2009 - Management
Die Wirtschaftswoche widmet einen großen Beitrag den Karrieren von Managern mit körperlicher Behinderung. Sie beraten internationale Top-Konzerne, sind - obwohl fast gehörlos - erfolgreiche Mediziner oder schaffen es im Mittelstand - im Rollstuhl sitzend - bis an die Firmenspitze. Den Ausnahmeerscheinungen im Management ist eines gemeinsam: Alle der portraitierten Führungskräfte haben sich trotz ihrer Behinderung nach vorne gekämpft. Sie bringen das mit, was laut Wirtschaftswoche Führungspersönlichkeiten auszeichnet: "Selbstbewusstsein, Motivation, Disziplin und Kampfgeist." Im Artikel ist viel die Rede von Knochenarbeit, besonderer Leistungsbereitschaft und Durchsetzungsstärke. Und die Einblicke in den Arbeitsalltag dieser Führungskräfte mit Handicap zeigen, dass dieser vor allem durch eines geprägt ist: Durch Kampf - gegen die Vorurteile anderer und die eigenen Schwächen. So eindrucksvoll diese Manager-Biographien sind, stimmen sie doch auch nachdenklich, denn sie beschwören ein Kämpfernaturell, das ein gewisses Maß an Harmonie in der Arbeitswelt schlicht illusionär erscheinen lässt. Und macht die erfolgreichen Kämpfer zu Vorbildern, neben denen Manager, die lieber mit mehr Balance arbeiten möchten, leicht als Jammerlappen erscheinen. So gut gemeint solche Vorbilder-Storys von der "Front" auch sind, tragen sie doch auch dazu bei, dass sich bestimmte Bilder in den Köpfen verfestigen: Ein guter Manager ist nur, wer ständig kämpft. Und man muss sich fragen: Wäre ein auf den Rollstuhl angewiesener Chef auch für eine Story gut, wenn er sich nicht den ganzen Tag durchboxen muss?
Karriere mit Handicap, WiWo 11.5.2009


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