Führung in Krisenzeiten: Opfer oder Ermöglicher? 
Montag, 6. Juni 2011 - Studien
Die Initiative für wirtschaftliche Weiterentwicklung transectors hat den Umgang mit der Wirtschaftskrise innerhalb des Top-Managements untersucht. Befragt wurden 500 Top-Manager aus der ersten und zweiten Führungsebene aus Konzernen und mittelständischen Unternehmen. Dabei haben die Wissenschaftler sieben Typen der Krisenbewältigung ausgemacht. Die "Opfer" (17,8 Prozent) assoziieren mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung vor allem Ohnmacht, Verlust und Scheitern. Die "Macher" (20,6 Prozent) stellen sich zwar aktiv den regressiven Tendenzen am Markt entgegen, sehen aber ähnlich wie der Opfer-Typ vor allem Bedrohungsszenarien. Die "Dogmatiker" (12,3 Prozent) begegnen der Krise mit Verzicht, betrachten sie als Strafe und sind im Hinblick auf ihren Angstpegel ähnlich angstbehaftet wie die beiden ersten Typen. Die "Gewinner" (15,8 Prozent) sehen zwar auch die Herausforderung des wirtschaftlichen Überlebenskampfes, betrachten die gegenwärtige Wirtschaftssituation aber vor allem als Chance. Die "Kommunikatoren" (10,3 Prozent) nutzen die Situation, um neue Solidarität herzustellen. Die "Aufklärer" (12,3 Prozent) sehen in der Krise einen Reinigungsprozess, in dessen Rahmen sich das Wirtschaftssystem erneuern kann und muss. Die "Ermöglicher" (10,9 Prozent) wiederum erkennen in der Krise ein Tor zu einer "höheren Ordnung", einen Prozess, der zwar schmerzhaft ist, aber auch zu einem qualitativ verstandenen Wachstum führen wird.
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Jobfrust und Sinnlosigkeit 
Freitag, 3. Juni 2011 - Studien
Eine Städte-Studie des Instituts Research Now in den zehn größten deutschen Städten sowie in Dresden und Leipzig mit 1.200 Männern und Frauen zeigt, in welchen Regionen die Arbeitnehmer als zufriedensten sind, ihren Job als sinnvoll betrachten, ein kollegiales Arbeitsklima vorfinden oder sich unterfordert fühlen. Die Abweichungen vom Durchschnitt sind dabei von Stadt zu Stadt zum Teil erheblich. Bundesweit sind beispielsweise 16 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrem Job - die Kölner sind mit 28 Prozent dabei am zufriedensten, in Stuttgart hingegen sind es nur 5 Prozent. Immerhin 8 Prozent der Befragten empfinden ihren Job als sinnlos - in Dresden sind es nur 2 Prozent, in Düsseldorf hingegen 14 Prozent. Die Düsseldorfer sind auch die Spitzenreiter, was eine Unterforderung im Job angeht - während der Bundesdurchschnitt hier bei 26 Prozent liegt, fühlen sich 41 Prozent der Düsseldorfer unterfordert, in Dresden hingegen lediglich 16 Prozent. Probleme mit Kollegen sind für 11 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ein Thema - in Bremen gar für 16 Prozent, in Dortmund hingegen lediglich für 3 Prozent.
Der Jobfrust-Pegel der Deutschen im Städtevergleich, Welt 19.5.11

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Frauen verdienen weniger als Männer - und das hat Gründe 
Mittwoch, 1. Juni 2011 - Arbeit
Im Zuge der aufgeflammten Diskussion um mehr Gleichberechtigung von Frauen im Erwerbsleben wird auch immer wieder darüber diskutiert, dass Frauen im Schnitt ein Viertel weniger verdienen als Männer. Auf Spiegel online geht Arbeitsmarktforscher Joachim Möller der Frage auf den Grund. Laut Statistiken liegt das Fraueneinkommen etwa um 23 Prozent unter dem von Männern, doch der Teufel steckt im Detail. Eine wichtige Ursache für die Diskrepanz zwischen Männer- und Fraueneinkommen liege laut Möller in der Berufswahl von Frauen - sie arbeiten häufig in Branchen, in denen die Gehälter insgesamt niedriger liegen. Rechnet man diesen Aspekt aus der Lohndifferenz heraus, bleibe ein grundsätzlicher Gehaltsunterschied von etwa 12 Prozent. Da Männer mehr Überstunden machen als Frauen, ist ein Teil dieser 12 Prozent Unterschied der geringeren Arbeitszeit von Frauen geschuldet. Hinzu komme, dass Männer häufiger in Positionen wie Gruppen- oder Teamleiter tätig sind, was ebenfalls zu einer höheren Bezahlung führt. Laut Spiegel beruht die geringere Entlohnung von Frauen damit weniger auf einer finanziellen Ungleichbehandlung im Einzelfall, sondern ist das Resultat gesellschaftlicher Strukturen.
Frauen bekommen nur drei Viertel des Lohns - stimmt's?, Spiegel online 17.5.11

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Chefetage hat wenig Zeit zum Denken 
Dienstag, 31. Mai 2011 - Management
In einer Glosse geht die Süddeutsche Zeitung der Frage auf den Grund, welchen Stellenwert das Nachdenken in Unternehmen hat - und kommt dabei zu ernüchternden Ergebnissen. Rajesh Chandy von der London School of Economics schätzt, dass Top-Führungskräfte drei bis vier Prozent ihres Tages damit verbringen, über langfristige Firmenstrategien nachzudenken. Bezogen auf einen 12-Stunden-Arbeitstag sollte also immerhin eine halbe Stunde Strategieplanung herausspringen, rechnet die SZ vor. Für viele Beschäftigte laut SZ ein eher unglaubwürdiges Ergebnis, erleben sie es doch allzu oft, dass die lieben Vorgesetzten sich hauptsächlich mit Strategien beschäftigen, wie sie ihre eigene Macht absichern. Nicht besser sieht es bei den Mittelmanagern aus. In einer Studie der Beratungsfirma Coretelligence äußerten mehr als 60 Prozent der Befragten, dass ihnen ihr Job kaum Möglichkeiten zu konzeptionellem Denken biete, weil sie im Tagesgeschäft zu eingespannt seien und in der Informationsflut untergingen. 58 Prozent erklärten zudem, dass neue Denkansätze in ihrem Unternehmen ohnehin nicht honoriert würden. Nachdenken? In vielen Firmen also eher Fehlanzeige ...
Chefs im Alltag: Alles außer nachdenken, SZ 16.5.11

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Puma als Vorreiter auf dem Weg zu Ökobilanzen 
Montag, 30. Mai 2011 - Management
Der Sportartikelhersteller Puma setzt ein Zeichen im Hinblick auf die Transparenz von Umwelteingriffen, die durch die Aktivitäten des Unternehmens entstehen. In seiner Geschäftsbilanz 2010 beziffert der Konzern erstmals die gesamten Umweltkosten, die in seiner Wertschöpfungskette anfallen. Die Umweltkosten des Konzerns selbst liegen bei 7,2 Millionen Euro - weitere 87,2 Millionen Euro fallen bei den Zulieferern an. Für eine Tonne CO2-Ausstoß wurden 66 Euro veranschlagt, für einen Kubikmeter verbrauchtes Wasser im Schnitt 0,81 Euro. Hier wurden auch die sozialen Kosten einbezogen, so dass der Wasserverbrauch in Regionen mit geringen Wasservorkommen deutlich höher gewichtet wird. Puma will in der nächsten Zeit weitere Umweltkriterien in seine Bilanzierung einbeziehen und sukzessive die Umweltauswirkungen seiner Geschäftsaktivitäten minimieren. Zwar lassen sich in vielen Bereichen Umweltkosten noch nicht fundiert beziffern, doch Umweltverbände loben den Schritt von Puma als Pionierleistung. Immerhin wird auf diese Weise erstmals offiziell in einer Konzernbilanz eingeräumt, dass das Wirtschaften eines Unternehmens durchaus seinen Preis hat.
Der wahre Preis der Turnschuhe, taz 16.5.11

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Entwicklung ist wichtiger als Geld 
Freitag, 27. Mai 2011 - Studien
Allein mit Geld lässt sich der Nachwuchs für Unternehmen in der heutigen Zeit wohl nicht mehr rekrutieren, wie eine Untersuchung der Managementberatung Kienbaum im Auftrag des Familienunternehmens Haniel zeigt. Befragt wurden 279 Absolventen zu ihren Vorstellungen des Berufseinstiegs. Wichtigstes Argument für die Wahl eines Arbeitgebers ist für 70 Prozent, dass ihnen Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. 60 Prozent setzen auf eine kollegiale Atmosphäre, 57 Prozent wollen eine gute Work-Life-Balance. Erst an vierter Stelle nennen 49 Prozent der Befragten die Vergütung - gefolgt von Internationalität (44 Prozent) und zukünftigen Karriereoptionen (38 Prozent).
Berufsanfängern ist Geld nicht so wichtig, FTD 20.5.11

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Fair Trade legt um 27 Prozent zu 
Donnerstag, 26. Mai 2011 - sonstiges
Fairer Handel scheint ein Thema zu sein, das den Deutschen unter den Nägeln brennt. Im vergangenen Jahr legte der Handel mit Fairtrade-Produkten hierzulande um 27 Prozent zu. Es wurden Waren im Wert von etwa 340 Millionen verkauft. Umfragen zufolge kennen bereits 77 Prozent der Bevölkerung das Siegel für fairen Handel, 93 Prozent davon finden es glaubwürdig. Bereits mehr als 180 Unternehmen bieten Fairtrade-Produkte in mehr als 30.000 Supermärkten und Bioläden an. In der Gastronomie sind es rund 18.000 Einrichtungen, die fair Gehandeltes auf den Tisch bringen.
Fairtrade wächst um 27 Prozent, Glocalist 4.5.11

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Geld oder Freunde? Für jede Kultur bedeutet Erfolg etwas anderes 
Mittwoch, 25. Mai 2011 - Studien
Die ESSEC Business School und das französische Marktforschungsinstitut CSA haben in einer weltweiten Studie mit 3.000 Teilnehmern untersucht, was Menschen unter Erfolg verstehen. Die regionalen Unterschiede bei den Antworten zeigen, welche Facetten sich hinter dem Begriff verbergen - und spiegeln unterschiedliche politische, kulturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen der Regionen wider. Deutschen Führungskräften scheint es an Selbstbewusstsein nicht zu mangeln: 82 Prozent von ihnen betrachten sich als sehr oder ziemlich erfolgreich. Erfolg verbinden die Deutschen vor allem mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Für 96 Prozent sind wahre Freunde das wichtigste, gefolgt von einem glücklichen Familienleben, einer erfüllten Freizeit und Partnerschaft. Nur jeder Dritte wäre in Deutschland bereit, für den Erfolg Opfer zu bringen, wenn dies dazu führt, dass Familie, Freunde, das Liebesleben oder die Gesundheit darunter leiden. Für Chinesen bemisst sich Erfolg hingegen hauptsächlich in barer Münze - 79 Prozent von ihnen betrachten ihr gespartes Vermögen als Zeichen ihres Erfolges. In Marokko betrachten drei Viertel der Befragten ein eigenes Unternehmen als wichtiges Erfolgsmerkmal - in Westeuropa trifft dies hingegen nur auf etwa 40 Prozent der Befragten zu.
Erst die Karriere, dann die Liebe - oder umgekehrt? FTD 17.5.11

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