Warum Schimpfen nichts bringt 
Montag, 15. Juni 2015 - Management
Wer kennt das nicht: Eine Aufgabe so richtig vermasselt und der Chef tobt ... Dieses klassische zur Rechenschaft Ziehen ist im Business weit verbreitet. Weil viele Führungskräfte glauben, sie müssten ihren Mitarbeitern deren Verantwortlichkeit für Fehlschläge noch verdeutlichen. Ein Beitrag im Harvard Business Manager zeigt, warum solche Reaktionen kontraproduktiv sind. Mitarbeiter wissen meist nur zu genau, wenn sie etwas vermasselt haben oder hinter dem von ihnen Erwarteten zurück geblieben sind. Zu rüde Kritik treibt sie nur noch weiter in dieses Gefühl des Versagens. Wenn es Chefs indessen gelingt, in solchen Momenten Ruhe zu bewahren, wächst die Chance, dass sie auch eine Möglichkeit finden, Wege zum Bessermachen aufzuzeigen. Während das typische Abkanzeln demotiviert, kann es hilfreicher sein, einfach gemeinsam nach nächsten konstruktiven Schritten zu suchen. Dann handelt nicht die Angst, sondern die Kompetenz.
Schreien ist keine Lösung, HBM 2.6.15

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Schlechte Arbeit geht auf die Gesundheit 
Freitag, 12. Juni 2015 - Studien
Das Bundesarbeitsministerium ließ 5.000 sozialversicherungspflichtige befragen, wie es um die von ihnen gewünschte und um die real erlebte Arbeitsqualität steht. Die Befragten konnten dabei auf einer Skala jeweils 0 bis 100 Punkte vergeben. Guter Lohn ist den Deutschen sehr wichtig (91 Punkte), doch die Zufriedenheit mit der Bezahlung hat Spielraum nach oben (64 Punkte). Im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen Wunsch und Wirklichkeit im Verhältnis 87 zu 67 - wobei jede zweite Frau hier dem Wunsch 100 Punkte gab. Das Familienbewusstsein der Arbeitgeber wird gerade mal mit 50 Punkten bewertet. 17 Prozent der Befragten bemängeln, dass sich Arbeits- und Freizeit zunehmend überschneiden, unter den Führungskräften sogar 29 Prozent. Wie wichtig positive Arbeitsqualität ist, zeigt der Blick auf die Gesundheit. Lediglich 14 Prozent derjenigen, die unter schlechten Bedingungen arbeiten, betrachten ihre Gesundheit als sehr gut. Unter denen mit guten Arbeitsbedingungen sind es 42 Prozent.
Die Problemzonen der Arbeitnehmer, Spiegel online 3.6.15

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Zwischen digitaler Erleichterung und Stress 
Donnerstag, 11. Juni 2015 - Studien
Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos ging mit der Befragung von 13.600 Angestellten aus 14 Ländern der Frage nach, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Arbeitswelt hat. 47 Prozent finden, dass sich durch die Digitalisierung die Eigenständigkeit bei der Arbeit verbessert hat. In den Augen von 45 Prozent verbessert sie die Zusammenarbeit und 43 Prozent empfinden durch sie auch eine bessere Lebensqualität. Doch es gibt auch Kehrseiten. 74 Prozent werden durch die digitale Erreichbarkeit auch in der Freizeit mit Arbeitsaufgaben kontaktet. Der gefühlte Stresslevel liegt auf einer Skala von 1 bis 10 bei 6,6.
Was die Digitalisierung mit uns macht, WiWo 2.6.15

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Reiche geben 
Mittwoch, 10. Juni 2015 - sonstiges
Bei den Großverdienern in den Vereinigten Staaten scheint sich ein neuer Trend zu entwickeln - Spenden wird zum Sport der Begüterten. Letzte Woche machte Apple-Chef Tim Cook Schlagzeilen, weil er 50.000 seiner Apple-Aktien im Wert von mehr als 6,5 Millionen Dollar spendete. Bekannt wurde die Spende, da die Weitergabe solcher Aktienpakete von der US-Börsenaufsicht dokumentiert wird, unbekannt ist hingegen, an wen sie ging. Cook deutete bereits an, sein gesamtes Vermögen spenden zu wollen, wenn er die College-Ausbildung seines heute zehnjährigen Neffen finanziert habe. Cook wurden bei seinem Antritt 2011 eine Million Apple-Aktien bis 2021 in Aussicht gestellt - seinerzeit ein Wert von 380 Millionen Dollar, heute aufgrund des höheren Kurses der Apple-Aktie 900 Millionen Dollar. Auch Pimco-Gründer Bill Gross gehört zu den Großspendern. Er stiftete kürzlich 700 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke und plant, auch sein verbleibendes Vermögen von zwei Milliarden Dollar noch zu spenden. Zeichnet sich hier bei den Superreichen ein grundlegender Einstellungswandel ab? Vielleicht. Aktionen wie diese werfen die Frage auf, welchen Sinn Systeme machen, die erst Ungleichgewichte herstellen und die Akteure, die dazu beitragen, dass diese entstehen, dann wieder versuchen, sie zu beheben.
Tim Cook spendet Apple-Aktien, HB 31.5.15

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Macht Misstrauen ärmer? 
Dienstag, 9. Juni 2015 - Studien
Verdienen misstrauische Menschen weniger Geld als vertrauensvolle, weil ihnen Vertrauen fehlt, oder sind sie misstrauisch, weil sie weniger verdienen? Diese Frage stellt die Wirtschaftswoche in Anbetracht einer Studie von Sozialpsychologen der Universität Köln. Die Forscher hatten die Daten von 16.000 Menschen aus dem Sozioökonomischen Panel für die Jahre 2003 und 2012 miteinander vergleichen und kamen zu der Feststellung, dass diejenigen, die ihre Mitmenschen für aufrichtig halten, in dem Zeitraum ihr Gehalt um durchschnittlich 240 Euro steigern konnten, während jene, die ihren Mitmenschen misstrauten, deutlich geringere Gehaltszuwächse verbuchen konnten. Der Einwand der WiWo: Die "Vertrauensseligen" verdienten im Schnitt 1.000 Euro mehr als die "Misstrauischen". Man könne daraus auch schließen, dass die, die schon viel haben, auch mehr bekommen. Oder dass jene, die finanziell besser ausgestattet sind, einfach ihre Mitmenschen positiver wahrnehmen. Ein schönes Beispiel dafür, dass statistische "Beweise" immer nur so gut sind wie ihre Begründungszusammenhänge.
Bekommen misstrauische Menschen weniger Geld? WiWo 31.5.15

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Aggression as usual 
Montag, 8. Juni 2015 - Management
Ein schönes Beispiel dafür, wie wenig wir die inhärenten Gepflogenheiten der Arbeitswelt noch hinterfragen, ist ein Interview von Zeit online mit dem Trainer Jens Weidner über Aggression in der Führung. Im Gespräch erklärt der Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie, wie "positive Aggression" dazu diene, "die eigene Stärke zu demonstrieren". "Das passende Verhältnis im Verhalten ist 80 Prozent Gutmensch und 20 Prozent Mephisto", so Weidner. Dabei sei es häufig gar nicht notwendig, wirklich auf den Tisch zu hauen, denn: "Wenn das Gegenüber weiß, dass sein Konkurrent auch kritisch, streng, böse werden kann, reicht das schon als Drohung aus. Dieses Phänomen nennt man das Machtparadoxon. Darum halten sich auch häufig despotische Chefs über sehr lange Zeit, auch wenn sie eigentlich unbeliebt sind." Denkt man ein bisschen hinter das Gesagte, fällt auf, dass Business anscheinend nur als Konkurrenzveranstaltung denkbar ist. Wer erfolgreich sein möchte, muss immer bereit sein zum Angriff. Und gerade die Trainerkaste trägt im Zweifel nicht unerheblich dazu bei, dass diese Verhaltensmuster sich vervielfältigen. Darauf angesprochen, dass die Generation Y deutlich "weicher" sei als heute altgediente Führungskräfte, kontert Weidner, dass auch die Jungen über die Zeit sich "Neigungen zulegen müssen", die die Älteren bereits praktizieren. Auf die Idee, dass Standhaftigkeit, Zielorientierung und Umsetzungsfähigkeit vielleicht nicht nur auf die harte Tour zustande kommen können, kommt anscheinend in dem Gespräch niemand.
"Führungskräfte benutzen Handlanger", Zeit online 28.5.15

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Die Hassliebe der Deutschen zu Google 
Freitag, 5. Juni 2015 - Studien
Google macht uns Angst, doch hält uns das nicht davon ab, die Online-Services des Technologie-Giganten dennoch täglich zu nutzen. Stern und RTL ließen 2.500 Deutsche befragen, was sie von Google halten. 38 Prozent empfinden das Unternehmen als "bedrohlich", 86 Prozent als "mächtig" und 78 Prozent als "allgegenwärtig" - mit Blick auf den Marktanteil von über 90 Prozent bei Internetsuchen hierzulande eine realistische Wahrnehmung. Nur 26 Prozent halten das Unternehmen für "vertrauenswürdig", nur 24 Prozent glauben, ihre Daten wären via Google "sicher". Und dennoch geht von dem Giganten ein Reiz aus, dem man sich anscheinend nur schwer entziehen kann. 60 Prozent betrachten das Unternehmen als "visionär", 43 Prozent als "sympathisch" und 42 Prozent als "unverzichtbar".
In Deutschland wird google geliebt und gefürchtet, Welt 27.5.15

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Narzissmus entsteht bereits im Kindesalter 
Mittwoch, 3. Juni 2015 - Wissenschaft
In einem Beitrag über Narzissmus geht die FAZ der Frage nach, welchen Anteil Eltern mit ihrer Erziehung daran haben, wenn Menschen eine übertriebene Selbstliebe entwickeln. In einer Studie zeigte sich, dass die Kinder, deren Eltern ihnen regelmäßig zeigten und sagten, dass sie etwas Besonderes seien, über die Zeit ein entsprechendes Selbstbild entwickelten. Langzeitstudien mit Studenten wiederum legen nahe, dass in den letzten 25 Jahren deren Werte auf der Narzissmus-Skala immer höher ausfielen. "Vielleicht sind die Jugendlichen heute einfach ehrlicher, wenn sie die entsprechenden Fragebögen ausfüllen. Für viele Autoren und Forscher hat der zunehmende Narzissmus jedoch kulturelle Gründe. Es fallen Schlagworte wie Leistungsdruck, Selbstoptimierung, Individualisierung. Im Grunde meinen alle das Gleiche. Eine Gesellschaft, die immer versucht, das Maximum aus dem Einzelnen herauszuholen, fördert eine übersteigerte Selbstliebe. Bei den Kindern, die das Gefühl haben, etwas Besonderes sein zu müssen. Und bei den Eltern, die das Gefühl haben, ihre Kinder zu etwas Besonderem machen zu müssen", so die Einschätzung der FAZ. Bestes Gegenmittel gegen diese Tendenzen - menschliche Wärme. Interesse und Zuneigung ermöglichen es Kindern, selbst herauszufinden, wer sie sind - und an der Reibung am Leben zu wachsen.
Denn Narzissmus hält ein Leben lang, FAZ 26.5.15

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