Führungskräfte arbeiten auch nur wie Normalangestellte 
Freitag, 29. Juni 2018 - Studien, Arbeit, Management
Top-Manager sind auch nur Menschen, zumindest wenn es darum geht, wie viel sie arbeiten. Eine Studie der Harvard Business School hat das Arbeitspensum von 27 großen und überwiegend börsennotierten Unternehmen untersucht und kommt zu dem Schluss, dass die großen Bosse auch nicht so viel mehr tun als viele Angestellte. Sie kamen an Wochentagen auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von 9,7 Stunden (arbeiteten allerdings an den Wochenenden auch etwa vier Stunden pro Tag). Das funktioniert anscheinend vor allem deshalb, weil die Management-Ebenen unter ihnen die Racker-Jobs machen. Die Chefs jedenfalls hatten laut Studie genügend Muße, um auf sieben Stunden Schlaf zu kommen. Den werden sie auch brauchen, bei durchschnittlich 37 Meetings pro Woche.
Top-Manager opfern auch nicht mehr als andere, SZ 22.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wie Zeitdruck uns um den Verstand bringt 
Dienstag, 26. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Zeitdruck ist wie eine Droge. Er raubt uns im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand. Das legt zumindest eine Untersuchung der Business-Professorin Meng Zhu nahe. Sie stellte in verschiedenen Testszenarien fest, dass Probanden, sobald Zeitdruck im Spiel ist, zu irrationalen Verhaltensweisen neigen. Dass etwas dringlich ist oder ein zeitliches Verfallsdatum hat, scheint unser Urteilsvermögen nachhaltig zu untergraben. Im Business kann das dazu führen, dass das wirklich Wichtige aufgrund des vermeintlich Dringlichen aus dem Blick gerät. In Umgebungen, in denen Deadlines zur Tagesordnung gehören, wird das bedenklich, denn wenn alle nur noch ihren Terminen hinterherjagen, bleibt kaum noch jemandem Zeit, mal darüber nachzudenken, ob all das überhaupt noch Sinn macht.
"Dealines halten uns von wichtigeren Aufgaben ab", Zeit.de 13.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Saures fördert Risiko-Affinität 
Donnerstag, 21. Juni 2018 - Lebensart, Studien
Unser Geschmackssinn scheint unser Alltagsverhalten mehr zu beeinflussen, als uns bewusst ist. Wissenschaftler verabreichten ihren Probanden Getränke der fünf Geschmacksrichtungen und testeten danach mit einem Computerspiel deren Neigung, Risiken einzugehen. Dabei zeigte sich: Die Testpersonen, die zuvor etwas Saures getrunken hatten, gingen die größten Risiken ein. Es ist der erste empirische Beleg dafür, dass saure Geschmacksanreize ein risikoreiches Verhalten fördern. Der Effekt hielt im Versuch bis zu 20 Minuten an. Ich frage mich, was wir daraus lernen können. Vielleicht, dass Busfahrer und Piloten besser keinen Zitronensaft trinken sollten?
Sauer macht risikofreudig, wissenschaft.de 8.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ein gestylter Arbeitsplatz scheint vielen wichtig zu sein 
Dienstag, 19. Juni 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
In angenehmer Umgebung arbeitet es sich besser. Das findet vor allem die jüngere Generation der Arbeitnehmer. Manche von ihnen lehnen Jobs sogar ab, weil der mögliche Arbeitsplatz nicht ihren Wünschen entspricht. Der Co-Working-Space-Anbieter Mindspace fand in einer Erhebung heraus, dass in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen jeder Fünfte schon einmal einen Job abgelehnt hatte, weil ihm das Bürodesign missfallen hat. Zwölf Prozent dieser Altersgruppe kündigten aus diesen Gründen schon einmal ein Arbeitsverhältnis. Bei den älteren Arbeitnehmern ist die Toleranz gegenüber weniger durchgestylten Büroräumen größer. Die Hälfte der Befragten aller Altersgruppen findet, sie arbeite in einem angenehmen Umfeld. Nur 19 Prozent meinen allerdings auch, dass die Arbeitsplätze im Sinne der Mitarbeiter designt worden seien. Knapp 18 Prozent finden ihre Arbeitsumgebung eher öde. Sieben Prozent gaben an, man sehe es ihrem Arbeitsplatz dann, dass der Arbeitgeber sich keinerlei Gedanken über Wohlbefinden oder auch Produktivität seiner Mitarbeiter mache.
Immer mehr Arbeitnehmer kündigen, weil ihnen das Büro nicht gefällt, Wiwo 7.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die beste Zeit zum Pläne machen 
Montag, 18. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wer Pläne macht, ist oft besser gewappnet für so manche Herausforderung des Lebens und Ziele erreicht man meist auch leichter, wenn man vorher überlegt, welches der beste Weg ist. Im Business gehört das Planen ohnehin zum Alltag. Psychologen haben nun herausgefunden, dass nicht jede Zeit die beste ist, um Pläne zu schmieden. In mehreren Labor- und Feldversuchen beobachteten sie, dass Menschen, die sich ausgelaugt und mental erschöpft fühlen (durch Aufgaben, die sie zuvor zu bewältigen hatten), deutlich weniger geneigt sind, in dieser Situation Dinge zu planen als jene, die sich ausgeruht und frisch fühlen. In Arbeitskontexten könnte dies bedeuten, dass es keine gute Idee ist, Mitarbeiter am späten Nachmittag zu Planungsmeetings zusammenzutrommeln. Im Privatleben macht es wohl ebenfalls Sinn, sich bewusst günstige Zeitfenster zu suchen, wenn man etwas planen muss oder möchte.
Entspannt planen, Psychologie heute 7.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
To-Do-Listen machen das Einschlafen leichter 
Donnerstag, 14. Juni 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Wer kennt das nicht - kaum liegt man im Bett, gehen einem Gedanken an den nächsten Tag durch den Kopf und daran, was alles zu erledigen sein wird. An Schlaf ist dann erst mal nicht zu denken. Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, ob das Schreiben von To-Do-Listen dabei hilft, besser einzuschlafen. 28 Teilnehmer der Studie sollten eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eine To-Do-Liste aufstellen mit allem, was am kommenden Tag anstand. 29 Versuchspersonen erstellten hingegen eine Liste mit den Dingen, die sie am Tag erledigt hatten. Im Schlaflabor zeigte sich dann: Die Probanden mit den To-Do-Listen schliefen im Schnitt bereits nach 16 Minuten ein, je ausführlicher ihre Listen waren, umso schneller. Jene, die ein Memo über ihren Tag verfasst hatten, brauchten im Schnitt 25 Minuten. Die Studie scheint also zu belegen, dass To-Do-Listen eine entlastende Funktion haben uns Menschen leichter in den Schlaf in den Schlaf finden lassen. Andererseits: Wie lange die Teilnehmer wohl mit ihrer To-Do-Liste verbracht haben? Sie mögen vielleicht neun Minuten des Wachseins im Bett gespart haben, haben dafür aber auch Zeit für das Listenschreiben gebraucht. Unter dem Strich also wohl eher eine Scheinverbesserung.
To-Do-Liste hilft beim Abschalten, spektrum.de 4.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Macht Achtsamkeit unproduktiv? 
Mittwoch, 13. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Im Business ist Achtsamkeit nicht zuletzt deshalb in aller Munde, weil man sich von ihr nicht nur mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden für die Mitarbeiter erhofft, sondern, gestützt durch deren wachsende Zufriedenheit auch eine bessere Arbeitsleistung. Manche Studien scheinen in der Tat zu belegen, dass Mitarbeiter, die meditieren, fokussierter sind und viele Aufgaben besser bewältigen. Eine Studie der Católica Lisbon School of Business & Economics und der Carlson School of Management, University of Minnesota, zeigt nun: Meditation kann der Motivation das Wasser abgraben. In der Untersuchung zeigte sich, dass Menschen, die Achtsamkeit praktizierten, weniger geneigt waren, Aufgaben anzugehen. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass Achtsamkeit einen Zustand der Akzeptanz fördere, während es, um anzupacken und Probleme zu lösen, durchaus eines gewissen Maßes an Unzufriedenheit erfordere, um den Hintern hochzubekommen.
Zu viel Meditation raubt die Motivation, SZ 3.6.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Angestellte legen sich ins Zeug 
Dienstag, 12. Juni 2018 - Studien, Arbeit
Jeder sechste Arbeitnehmer weltweit arbeitet deutlich engagierter, als es von ihm erwartet wird, so die Erkenntnisse einer Erhebung des Analysehauses CEB. Die Deutschen liegen dabei packen dabei minimal öfter als der internationale Durchschnitt stärker an, als es nötig wäre, in Ländern wie den USA, Australien, Kanada und der Schweiz ist der Hang zu besonderem Engagement noch ausgeprägter. 40 Prozent der Deutschen leisten immerhin etwas mehr, als von ihnen verlangt wird, 42 Prozent erfüllen schlicht die Norm. Lediglich zwei Prozent belegt die Studie mit dem Unwort "Underperformer".
Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten härter, Manager Magazin 24.5.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter