Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 27. Juli 2020 - sonstiges
think.work.different geht in die Sommerpause. Gut erholt nach einem Retreat sind wir dann ab 17. August wieder mit frischen Nachrichten für Sie da.

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Für eine Ökonomie mit Zukunft 
Freitag, 24. Juli 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Das Netzwerk Economists for Future, eine weltweite Initiative von Ökonomen und Change-Aktivisten, fordert in einem Aufruf: „Ökonomische Bildung reformieren“. Ziel der Initiative ist es, Themen wie Ungleichheit, Biodiversität und Klima stärker in der Wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung zu etablieren. "Allein in Deutschland lernen über 600.000 Studierende Semester für Semester hochgradig abstrakte, einseitige und weltanschaulich problematische Vorstellungen über Ökonomie", so Lukas Bäuerle, Sprecher von Economists for Future, gegenüber der taz. Der Aufruf wird noch deutlicher: "Was hier über Wirtschaft beigebracht wird, hat keinerlei Bezüge zu realen ökonomischen Prozessen oder Erfahrungen." Die im Fach verbreiteten abstrakten Denkmethoden verhinderten, dass Studierende Wirtschaft wirklich verstehen lernten.
Eine andere Ökonomik nach Corona, taz 16.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Achtsamkeit oder Selbstoptimierungs-Totalitarismus? 
Donnerstag, 23. Juli 2020 - Bewusstsein, Lebensart
Je mehr Achtsamkeit zu einem Trend geworden ist, umso eher wird sie auch zu einem kommerziellen Markt. In einem Artikel für den Humanistischen Pressedienst betrachtet die Schriftstellerin Nadine Pungs sehr kritisch die Auswüchse der Branche. Mit Ratgebern, Kursen und Beratungen werde Menschen oft genug nicht zu mehr Entspannung verholfen. Im Gegenteil: "Statt Stress zu reduzieren, führt Achtsamkeit häufig zu Stress, indem sie einen Totalitarismus der Selbstoptimierung erschafft. Das Problem: Die Anti-Stress-Kurse sind auf Erfolg ausgerichtet, und somit bestätigen sie am Ende das System." Punge kritisiert den immer mehr um sich greifenden "Bewusstseinszirkus", in dem der starke Fokus auf persönliche Psychohygiene dazu führe, dass systemische Mängel außen vor bleiben: "Mindfulness und Neoliberalismus sind Geschwister. Die eigentlichen Ursachen für den Stress sind hingegen meistens irrelevant. Anstatt Arbeitsbedingungen kritisch zu beleuchten und artgerechte Verhältnisse zu installieren, richten die Unternehmen lieber betriebsinterne Fitnessstudios ein oder schicken ihre Leistungsträger in steuerlich absetzbare Achtsamkeitstrainingscamps. Wenn der Job schon jeglichen Sinn entbehrt, so soll er wenigstens lohnend ausgeglichen werden." Der Autorin geht es nicht darum, Achtsamkeit per se zu verdammen. Doch warnt sie davor, wie instrumentalisierte Mindfulness vielleicht unsere Isolation fördert und Solidarität untergräbt: "Das Gefühl für gemeinschaftliche Werte verliert dagegen an Bedeutung. Kein Wandel wird mehr vorangetrieben, keine Utopien entwickelt. Denn das Individuum ist mit sich selbst beschäftigt, um reibungslos zu funktionieren, um stressresistenter zu agieren."
Fuck you, carpe diem! Humanistischer Pressedienst, 14.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ein Drittel der Vermögen in den Händen von einem Prozent 
Mittwoch, 22. Juli 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit
In Deutschland geben wir uns gerne der Illusion hin, dass bei uns die finanzielle Ungleichheit deutlich geringer ausgeprägt ist als im internationalen Vergleich. Doch neue Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sprechen eine andere Sprache. Ihnen zufolge liegen 35 Prozent der deutschen Vermögen in den Händen von lediglich einem Prozent der Bevölkerung. Bisher war man von 22 Prozent ausgegangen. Für die reichsten zehn Prozent wurden die Zahlen ebenfalls korrigiert - sie besitzen nicht, wie bisher angenommen, 59 Prozent der Vermögen, sondern sogar zwei Drittel. Am unteren Ende der Vermögensskala zeigt sich, dass die Hälfte der Bevölkerung gar kein Vermögen hat oder maximal 22.800 Euro, der Durchschnitt liegt bei 3.700 Euro. In Krisenzeiten, in denen die Arbeitslosigkeit steigt und Löhne beispielsweise durch Kurzarbeit geringer ausfallen, wird deutlich, wie prekär diese Ungleichheit ist, denn finanziell leiden unter der Krise vor allem jene, die ohnehin schon wenig oder gar nichts besitzen.
Vermögen in Deutschland viel ungleicher verteilt als bisher angenommen, spiegel.de 14.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Es lebe das Home Office 
Dienstag, 21. Juli 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die Pandemie hat selbst in Unternehmen mit eher starren Strukturen dazu geführt, dass das Home Office eine neue Blüte erlebt, denn: Lieber zu Hause arbeiten als gar nicht. Die Massenmigration vom Büro in die eigenen vier Wände hat viele Firmen zu spontanen Investments veranlasst, so dass nun bereits ganz andere Rahmenbedingungen bestehen als vor der Corona-Krise. Und viele Mitarbeiter haben die damit verbundene Flexibilität zu schätzen gelernt - genauso wie ein großer Teil der Arbeitgeber. In einer Umfrage des Ifo-Instituts bekräftigten 54 Prozent der befragten Unternehmen, auch in Zukunft auf Home Office setzen zu wollen. Eine Erhebung des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) bei 500 Unternehmen ergab, dass 42 Prozent von ihnen beabsichtigen, die Möglichkeiten der Arbeit von zu Hause aus künftig auszuweiten.
Mehrheit der deutschen Unternehmen setzt dauerhaft auf Homeoffice, zeit.de 13.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Pausen machen produktiver 
Montag, 20. Juli 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Es ist immer wieder dasselbe - vor allem, wenn wir glauben, besonders viel zu tun zu haben, verkneifen wir uns oftmals eine Pause, in der Hoffnung, dann schneller alles Nötige erledigt zu haben. Doch das ist ein Trugschluss, denn die Forschung zeigt immer wieder: Wer zu lange durcharbeitet, ohne mal zu verschnaufen, wird nicht nur müde, sondern auch deutlich unproduktiver. Pausen hingegen sind keine verlorene Zeit, sondern können zum Performance-Booster werden. Und doch hat die Unsitte des Durcharbeitens bei vielen Methode. In einer Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) mit 17.000 Befragten gaben ganze 26 Prozent an, die gesetzlich vorgesehenen Arbeitspausen (30 Minuten bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden, 45 Minuten bei neun Stunden) ausfallen zu lassen, weil zu viel zu tun ist. Arbeitspsychologen raten sogar zu mehr Pausen - fünf Minuten pro Stunde oder bei längerwierigen Tätigkeiten alle zwei Stunden zehn Minuten. Solche Kurzpausen sind wie ein Reset für Körper und Geist und Studien belegen, dass nach einer kleinen Pause die Arbeit leichter und schneller von der Hand geht.
Mach mal Pause!, spektrum.de 13.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Geld führt zu mehr Geld - zumindest vor der Pandemie 
Freitag, 17. Juli 2020 - Lebensart, Studien
Die Reichen werden immer reicher - was für manche wie das ewige Mantra unverbesserlicher Altlinker klingen mag, entspricht leider auch in Deutschland der Realität, zumindest jener, die der World Wealth Report für die Entwicklung im Jahr 2019 abbildet. Dieser zeigt, dass hierzulande 1,46 Millionen Menschen ein Vermögen von einer Million Dollar oder mehr besitzen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 8,6 Prozent entspricht. Manche mag es wundern, zumal das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr gerade einmal bei 0,6 Prozent lag. Doch wer viel Geld hat, investiert in Zeiten, in denen es keine Zinsen mehr gibt, eben in Immobilien oder Aktien - und hier ging es 2019 eben weiter bergauf. Deutschland ist im Reichen-Ranking auf Platz drei - nach den USA und Japan. Was die Zunahme des Reichtums angeht, liegt es im internationalen Schnitt, denn weltweit stieg die Zahl der Dollarmillionäre um neun Prozent. Ob dieser Trend sich in der Pandemie hält, ist natürlich noch die Frage. Doch an den Aktienmärkten kehrt bereits wieder Bewegung ein ...
Zahl der deutschen Dollarmillionäre steigt weiter, spiegel.de 9.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Stereotype sitzen verdammt tief 
Donnerstag, 16. Juli 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Männer eher für klug zu halten und Frauen stattdessen im Kreis der Familie zu sehen - selbst wenn viele Menschen, fragt man sie nach solchen Vorteilen, meinen, sie sehen das nicht so, in Wahrheit sitzen diese Stereotype tiefer, als wir denken. Eine Harvard-Studie machte mit 3.600 Proband*innen aus 80 Ländern so genannte Implizite Assoziationstest, bei denen sie Bilder und Begriffe sortieren sollten. Eine schnelle Reaktionszeit deutet dabei darauf hin, dass die Beziehung von Bild und Text der Versuchsperson sehr nahe ist. In dem Experiment offenbarte sich, dass besonders schnelle Reaktionen beispielsweise bei der Kombination des Bildes eines Mannes mit Begriffen wie stark oder brillant kamen oder auch bei Frauenbildern und dem Begriff Familie. Und dieser Zusammenhang zeigte sich in allen Altersgruppen, Geschlechtern und Kulturen ... Es scheint also, dass wir noch viel vor uns haben, wenn wir solche Stereotype überwinden möchten.
Männer halten wir eher für genial als Frauen, spektrum.de 6.7.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter