Sind deutsche Top-Manager leistungsorientierte Gutmenschen? 
Mittwoch, 30. August 2006 - Studien
Manager haben mehr Werte, als die breite Bevölkerung wahrnimmt - so das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts Sinus Sociovision, für die 174 Vorstände aus Dax- und Mdax-Unternehmen sowie geschäftsführende Gesellschafter namhafter Familienunternehmen befragt wurden. Nur 15 Prozent der Bevölkerung haben Vertrauen in die Aussagen von Führungskräften aus der Wirtschaft. Die Innenperspektive des Managements ist jedoch eine andere. So kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Werteprioritäten der Führungskräfte sich deutlich von denen der Durchschnittsbevölkerung unterscheiden. Während für die Allgemeinbevölkerung an erster Stelle Treue und Freundschaft stehen, sind Managern Verantwortung und Pflichtbewusstsein am wichtigsten. Auch Zivilcourage und Toleranz werden von den Vorständen weit vorne genannt, während sie sich bei der Bevölkerung überhaupt nicht unter den wichtigsten Werten finden. 90 Prozent der Befragten empfinden die Entlassung von Mitarbeitern als große Belastung und ein Drittel findet es nicht in Ordnung, wenn Unternehmen trotz hoher Gewinne Personal abbauen (zwei Drittel sehen dies explizit nicht so). Nur 14 Prozent der Führungskräfte sagen, dass christliche Wertvorstellungen für sie keine Rolle spielen (Allgemeinbevölkerung: 41 Prozent). Leistung ist für die Führungskräfte wichtiger als das persönliche Leben. So äußerten nur fünf Prozent der Top-Manager, dass Freizeit für sie eine sehr große Bedeutung hat, während dies bei 40 Prozent der Normalbevölkerung der Fall ist. Die deutliche Diskrepanz zwischen der Manager-Perspektive und den Einstellungen der Bevölkerung zeigt sich auch im Hinblick auf die Zukunftsperspektiven der deutschen Gesellschaft: "Eine im stetigen Wandel befindliche und auf Eigenverantwortung der Individuen basierende Informations- und Wissensgesellschaft, in der die alten Gewissheiten nicht mehr gelten, wird vom Management für das wahrscheinlichste, aber auch sympathischste Zukunftsmodell gehalten. In der Beliebtheit abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt das in der Gesamtbevölkerung klar favorisierte Modell einer harmonischen, der sozialen Gemeinsamkeit und Solidarität verpflichteten Gesellschaft."
Studie Sinus Sociovision

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Work-Life-Balance: Motor für wirtschaftliches Wachstum 
Dienstag, 29. August 2006 - Studien
Work-Life-Balance ist ein Faktor, der sich für Unternehmen rechnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie. Investitionen in Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und beispielsweise die Rückkehrzeit von jungen Eltern ins Unternehmen verkürzen, wiesen in einer Modellrechnung eine Rendite von 25 Prozent auf, denn durch solche Maßnahmen lassen sich die Kosten für die Überbrückung der Abwesenheit von Mitarbeitern und für die Einarbeitung von Vertretern deutlich senken. Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten sowie Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und Gesundheitsprävention entfalten der Studie nach auch erhebliche positive makroökonomische Wirkungen. So kommen Modellrechnungen zu dem Schluss: "Innerhalb des Zeitraums von 2006 bis 2020 kann allein durch die Ausweitung von Work-Life-Balance-Maßnahmen im dargelegten Umfang ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt von 248 Milliarden Euro erzielt werden. Die Steigerung der Produktivität pro Erwerbstätigenstunde um 1,6 Prozent stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im internationalen Vergleich wesentlich."
Prognos-Studie "Work-Life-Balance"

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Mitarbeiter als Botschafter des guten Rufs 
Dienstag, 22. August 2006 - Studien
Die Reputation in Unternehmen hängt zu einem nicht zu unterschätzenden Teil von den Mitarbeitern ab, so das Ergebnis einer Studie von Prof. Dr. Sabrina Helm, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategisches Marketing an der Privaten Universität Witten/Herdecke. Die Befragung von 439 US-amerikanischen Arbeitnehmern namhafter Unternehmen zeigt dabei eine Doppelrolle, die Mitarbeiter bei der Reputationsbildung spielen. Einerseits werden sie in ihren Einstellungen und Verhaltensweisen selbst durch den Ruf des Unternehmens geprägt, so dass eine positive Reputation die Zufriedenheit und die Verbundenheit der Mitarbeiter mit der Firma steigern kann. Andererseits tragen sie selbst aktiv zur Reputationsbildung bei. Die Marketing-Expertin rät deshalb Unternehmen, Mitarbeiter gezielter dabei zu unterstützen, Botschafter des guten Rufs zu werden. So sollte die Belegschaft rechtzeitig über geplante Vorgänge und Ziele informiert werden und ausreichend Möglichkeiten haben, unzufriedenen Kunden entgegenzukommen.
Pressemitteilung "Botschafter des guten Rufs", 14.8.06

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Werte: Mittelständler setzen vor allem auf Fachkompetenz 
Freitag, 18. August 2006 - Studien
Welche Wertevorstellungen sind für deutsche Manager am Wichtigsten? Diese Frage stellte das RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V. im Rahmen eines Kooperationsprojektes 200 Führungskräften (60 Prozent Mittelstand, 23 Prozent Großunternehmen). Für die große Mehrheit von 60,7 Prozent sind die Fachkompetenzen eines Managers nach wie vor am Wichtigsten. Auf Rang 2 der Nennungen folgt mit 59,2 Prozent das Verantwortungsbewusstsein. Typische Soft Skills dagegen, denen in Konzepten authentischer Führung mehr Bedeutung beigemessen wird, folgen auf den hinteren Rängen: Soziale Kompetenz (37,8 Prozent), Ehrlichkeit (35,3 Prozent), Kreativität (27,4 Prozent), Kooperationsbereitschaft (23,4 Prozent), Loyalität (15,9 Prozent), Mut (12,4 Prozent) und Hilfsbereitschaft (2 Prozent).
Ausschnitt aus dem Projektbericht, RKW 2006

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BMU-Studie: Nachhaltigkeit spart bares Geld 
Montag, 14. August 2006 - Studien
Schon fast 10.000 Unternehmen in Deutschland betreiben aktives Umweltmanagement - und profitieren damit durch deutliche Kosteneinsparungen, so eine Mitteilung des Bundesumweltministeriums. So sind etwa 2.000 Standorte mit dem europäischen Gütesiegel EMAS ausgezeichnet, mehr als 5.000 Firmen haben ihr Umweltmanagement nach der Norm ISO 14001 zertifizieren lassen und fast 3.000 Unternehmen nutzen ähnliche Ansätze. Die Zeiten, in denen ein schonender Umgang mit Umwelt und Ressourcen als kostspielige Spielerei galten, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. "Unternehmen machen sich fit für die Zukunft, nutzen Innovationen, schonen Ressourcen und sparen nebenbei noch eine Menge Geld", so das Fazit von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Die detaillierte Studie zum Umweltmanagement ist über die Webseite des Bundesumweltministeriums erhältlich.
"Umweltmanagement stärkt Wettbewerbsfähigkeit", BMU 7.8.06


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Umfrage: Manager wollen Gefahr des Jobverlusts nicht sehen 
Freitag, 11. August 2006 - Studien
Völlige Ignoranz oder schlichter Selbstschutz? Eine Umfrage der Unternehmensberatung Saaman Consultants unter 1.000 Führungskräften zeigt ein zwiespältiges Bild. Obwohl die Gefahr für Manager, ihren Job zu verlieren, selten größer war als gegenwärtig, glauben nur 13 Prozent der Befragten, dass sie ihren eigenen Arbeitsplatz verlieren könnten. Immerhin 27 Prozent gaben an, dass sie sich in der Vergangenheit diesbezügliche Sorgen gemacht hätten. Aus Unternehmenssicht positiv: 88 Prozent der Befragten benoten ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber als gut oder sogar sehr gut. Nur jeder zwanzigste Manager sagt von sich selbst, er hat innerlich gekündigt.
"Manager ignorieren Gefahr von Jobverlust", Spiegel online 23.7.06

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Trendstudie: Neuro-Enhancement und Emotional-Management 
Mittwoch, 9. August 2006 - Studien
Wellness war gestern. Zu den kommenden Trends im Gesundheitsmarkt gehören "Neuro-Enhancement" und "Emotional-Management" - so die aktuelle Studie "Gesundheitstrends 2010" des Kelkheimer Zukunftsinstituts. Hinter dem marketinggerechten Wording der Zukunftsforscher stecken durchaus ernsthafte Bezüge zur Arbeitswelt. Zwar vermeldete der BKK-Bundesverband Mitte 2006 den niedrigsten Krankenstand bei Arbeitnehmern seit 30 Jahren, doch wurde zugleich eine Steigerung der Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um mehr als 50 Prozent gemessen. Tendenz steigend. Allein in Deutschland sind, so das Zukunftsinstitut, 2,8 Millionen Männer und 5 Millionen Frauen depressiv erkrankt. Doch nicht nur vor dem Hintergrund dieses zunehmenden Krankheitsbildes kommt der individuellen Vorsorge im Hinblick auf die persönliche psycho-soziale Gesundheit eine wachsende Bedeutung zu. "Die Beschäftigung mit dem, 'was ich wirklich will' und damit dem eigenen Seelenfrieden - ob in Beruf oder Privatem - wird vor allem für die Kreative Klasse zu einem der Schlüsselthemen der nächsten Jahre. Ständig müssen sich die ihr Zugehörigen beruflich selbst neu erfinden und stellen damit auch immer wieder an ihren Alltag neue Herausforderungen", heißt es in der Trendstudie. Das von den Zukunftsforschern beschriebene Lösungsszenario beinhaltet Selbstreflexion, Meditation, Coaching, Lebensberatung, Entlastung und Balance als Ansätze, um innere Ausgeglichenheit immer wieder aufs Neue herzustellen.
Zukunftsinstitut: "Gesundheitstrends 2010"

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CSR: Medienkonzerne noch relativ planlos 
Mittwoch, 2. August 2006 - Studien
Die führenden deutschen Medienhäuser haben zwar die gesellschaftliche und unternehmerische Relevanz von Corporate Social Responsibility bereits erkannt, schöpfen das damit verbundene strategische Potential aber bei weitem noch nicht aus - so das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Universität Hohenheim. Die Medienunternehmen zeigen sich bereits sehr engagiert und fassen die unterschiedlichsten Maßnahmen unter dem CSR-Begriff zusammen, beispielsweise setzt die Axel Springer AG vor allem auf Nachhaltigkeit, während bei Bertelsmann die unternehmerische Verantwortung im Mittelpunkt steht. Insgesamt treten die Verlage durch einen bunten Mix von Projekten und Maßnahmen auf, darunter Aktionen wie "Ein Herz für Kinder", "Mut gegen rechte Gewalt" oder der Henri-Nannen-Preis. Die Aktivitäten bei Bertelsmann haben eine Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, und mit einem verbindlichen Werte- und Zielsystem des Unternehmens korrelieren. Bei Burda sieht man CSR eher als strategisches Investment, das aktiv zum Unternehmenswert und zur Wertschöpfungskette des Unternehmens beiträgt. Ein Defizit zeigt sich jedoch laut Studie in allen Medienkonzernen: "Die CSR-Maßnahmen sind oft unkoordiniert, losgelöst vom Unternehmenszweck und werden nicht zentral gesteuert."
Universität Hohenheim, Institut für Kommunikationswissenschaften

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