Erschöpfung lähmt - nicht nur die Seele, auch die Wirtschaft 
Montag, 21. August 2006 - Wissenschaft
Während in den Jahren 1991 bis 2004 die Zahl der Krankschreibungstage in Unternehmen auf sagenhafte 47 Prozent gesunken ist (Quelle: BKK-Gesundheitsreport 2005), zeigt sich parallel dazu ein neues, beunruhigendes und für die Betroffenen existenzielles Phänomen: Im gleichen Zeitraum stiegen die Fehltage aufgrund psychischer Störungen nämlich um 28 Prozent und lagen 2004 bei 119 Tagen/100 Versicherte. Besonders betroffen sind Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten (175 Krankschreibungstage/100 Versicherte), in der öffentlichen Verwaltung (161) sowie in Organisationen und Verbänden (158). Auch in Banken und Versicherungen (116), der Datenverarbeitung (97), der Dienstleistungsbranche (96) und im Handel (91) zeigt sich der seelische Verschleiß der Mitarbeiter deutlich (Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2005). Diese Entwicklungen sind nicht nur der Spiegel eines wachsenden persönlichen Leids, sie führen auch zu wirtschaftlichen Folgeschäden. Denn die psychische Überbelastung beeinträchtigt neben dem persönlichen Wohlbefinden auch die individuelle Arbeitsfähigkeit. 2004 erfolgten zudem 32 Prozent der Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen (dagegegen nur in 18 Prozent der Fälle aufgrund von Problemen im Bereich Skelett, Muskeln, Bindegeweben und in 14 Prozent der Fälle aufgrund von Krebsleiden)(Quelle: VDR-Statistik Rentenzugang 2004).
Alle Daten wurden dem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung entnommen:
"Wenn die Erschöpfung auf die Seele schlägt", FAS 20.8.06

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Innovationsmanagement: In vielen Unternehmen Fehlanzeige 
Dienstag, 1. August 2006 - Wissenschaft
In einer aktuellen Studie der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel gaben 80 Prozent der befragten Unternehmen an, kein Innovationsmanagement zu betreiben. Die Business School will mit dem Best Paper Award Innovation Management dieses wichtige Thema vorantreiben und Firmen dazu animieren, Wettbewerbs- und Ertragsvorteile nicht zu verschenken. Mitte Juli wurden die Forschungsprojekte von sechs Wissenschaftlern zum Thema Innovationsmanagement ausgezeichnet. Die Arbeiten beleuchten die Möglichkeit, Ideenwettbewerb als Methode zur aktiven Kundenintegration zu nutzen und evaluieren strategische und operative Aktivitäten als kritische Erfolgsfaktoren.
Best-Paper-Award Innovation Management
Bericht der FTD vom 29.7.06 zu den Arbeiten des Awards

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Abschied vom Konsumzeitalter 
Montag, 17. Juli 2006 - Wissenschaft
Der Trendforscher Matthias Horx rät in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Unternehmen, sich schon einmal auf den Abschied vom Konsumzeitalter einzustellen. Laut Horx sollten Firmen die Wertschöpfungskette neu durchdenken und nicht über Produkte, sondern über integrierte Dienstleistungen auf Kundenfang gehen. Als Beispiel, wie ein solcher "Deep Support", der sich auf dem Radar der Zukunftsforscher bereits als Trend zeigt, aussehen könnte, nennt er unter anderem den Online-Buchhändler Amazon, dessen Produkt nicht nur Bücher seien, sondern die Bereitstellung von verknüpftem Content. Aus Sicht der Trendforscher liegt in genau dieser Beziehung zwischen Service und Produkt eine große Chance für zukunftsweisende Angebote am Markt. Der Ausweg aus der Innovationsfalle liegt laut Horx nicht in Prozessen der Rationalisierung und Systemoptimierung, sondern in der Verbreitung eines kreativen Geists, der mit neuen Ideen und Ideentransfers aus anderen Branchen neue Potenziale erschließt.
"Das Konsumzeitalter geht zu Ende", FAZ 15.7.2006

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Idea Engineering - Auswege aus der Innovationskrise 
Mittwoch, 12. Juli 2006 - Wissenschaft
Innovationen sind für Unternehmen der beste Motor, um konkurrenzfähig zu sein. Doch wie können Firmen die Kreativität ihrer Mitarbeiter anzapfen, ohne sich in unkoordinierten Brainstormings zu verlieren? Das an der Universität Magdeburg entstandene "Idea Engineering" verspricht ein strukturiertes Setting, mit dem sich in kürzester Zeit neue Ansätze entwickeln lassen. Sein Vorteil: Im Zuge klar definierter Prozesse werden die kreativen Energien so gelenkt, dass am Ende praktikable Lösungen entstehen. Der Ansatz im "Idea Engineering" betrachtet dabei das Generieren von Ideen als Ingenieursaufgabe und misst den Output deshalb im Hinblick auf seine Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit, Transparenz, Effizienz, Fundiertheit und Optimierbarkeit. Diese Parameter stellen dabei keine Kreativitätsbremse dar, sondern gewährleisten vielmehr den Praxistransfer der vorstellbaren Lösungen. Unternehmen wie Siemens, BMW und Microsoft haben das Magdeburger System bereits erfolgreich eingesetzt.
Webseite "Idea Engineering"

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Wertvoller Erfolg: Führung zwischen Realität und Idealismus 
Freitag, 30. Juni 2006 - Wissenschaft
Das Institut für angewandtes Wissen (iaw-Köln) betrachtet das Spannungsfeld von werteorientierter Unternehmensführung und Erfolgserwartung. In den Augen der Forscher befinden sich Manager hier in einem permanenten Spannungsfeld, denn: "Vor allen geschriebenen Leitlinien kommen im Ernstfall die Kennzahlen." Das vom iaw vorgeschlagene Prinzip des "Wertvollen Erfolgs" versucht, diesen Gegensatz von Realität und Idealismus zu überwinden. Eine Werte-Erfolgs-Balance soll es erleichtern, die zwei konkurrierenden Fragen
- Wie werden wir als Team erfolgreich, im Sinn des Unternehmens?
- Wie erreichen wir dies als Gemeinschaft und bleiben dabei menschlich?
miteinander zu versöhnen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Phase der Umsetzung von Werten im Unternehmensalltag gelegt, denn nur, wenn die strukturellen Hemmnisse, die ein werteorientiertes Verhalten erschweren, abgebaut werden, ist nachhaltiger Erfolg zu erwarten. Das iaw hat deshalb ein vierstufiges Modell erarbeitet, um den Wertewandel in Unternehmen leichter gestaltbar zu machen. Gute Methoden allein sind jedoch für einen Erfolg nicht ausreichend. "Das wichtigste Instrument bleibt ein sehendes Auge und ein wacher Verstand", so die Forscher.
Werte-Erfolgs-Balance des iaw-Köln

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Unkenrufe an der Börse - und Ideen für ein neues Währungssystem 
Mittwoch, 28. Juni 2006 - Wissenschaft
"Der Dax wird langfristig unter 2000 Punkte fallen", orakelte kürzlich Analyst Heribert Müller in der FAZ. Auf Basis der Elliott-Wellen-Theorie, mit Fibonacci und Goldenem Schnitt, rechnet Müller vor, dass die Talfahrt bis etwa 2018 anhalten werde. Immer schneller, immer tiefer, möchte man meinen, fällt der Dax. Frisst die Globalisierung ihre eigenen Kinder? Die technische Analyse betrachtet Wellen, Wendemarken und Tiefpunkte und weniger das tatsächliche Geschehen. Anders der Währungsspezialist Bernard Lietaer, einer der Väter des Euros. Der Ökonom warnt bereits seit Jahren, dass das gegenwärtige Währungssystem völlig instabil ist, da das zirkulierende Geld nicht mehr an eine materielle Wirklichkeit gebunden ist. Wenn die Luft aus dem Ballon entwichen ist, ist er eben leer. Da nutzen die besten Zahlen nichts mehr. Lietaer hat sich deshalb zum Vorreiter einer neuen Weltwährung, dem Terra, gemacht. Dieser soll auf einem Warenkorb aus Gütern und Dienstleistungen basieren und damit inflationssicher sein. Wenn die technische Analyse mit ihren Prognosen richtig liegt, wird es höchste Zeit.
Beitrag von Heribert Müller in der FAZ
Interview mit Bernard Lietaer in Brandeins
Terra-Projekt

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Innovation + Nachhaltigkeit = EcoTopTen 
Freitag, 23. Juni 2006 - Wissenschaft
Das so genannte Top-Runner-Programm, das vom Bundestag im vergangenen Jahr mit einem Beschluss für Deutschland adaptiert wurde, formuliert im besten Sinne eine sportliche Herausforderung für Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe. Sein Ziel: eine hundertprozentige Marktdurchdringung mit der jeweils energieeffizientesten Technologie zu erreichen. Grundgedanke des Programms ist es, Produktinnovationen für den Massenmarkt zu fördern, die nicht nur technologisch fortschrittlich sind, sondern dabei auch ressourcenschonend produziert werden und für den Endkunden nicht deutlich teurer sind als herkömmliche Waren. Die Initiative "EcoTopTen" nimmt diesen Ansatz bereits auf und lässt vom Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt und dem Öko-Institut in Freiburg Produkte im Hinblick auf ihre ökologischen und ökonomischen Herstellungs- und Folgekosten untersuchen. Da nicht nur die Anschaffungs-, sondern auch die Verbrauchskosten in eine Bewertung einfließen, wird der Blick des Verbrauchers weniger von Dumping-Preisen getrübt. Die bisherigen Produkttests von "EcoTopTen" zeigen außerdem, dass ökologisch verträgliche Produkte nicht unbedingt teurer sind, als nicht nachhaltig produzierte Waren. Für Unternehmen, die Corporate Social Responsibility auch auf der Produkt- und Marketing-Ebene verankern möchten, ein interessanter Ansatzpunkt, um ihre Produktionsprozesse vollständig zu überdenken und gegebenenfalls zu modifizieren.
EcoTopTen

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Nachhaltige Investments bei 13 Milliarden Euro 
Dienstag, 20. Juni 2006 - Wissenschaft
Das Volumen nachhaltiger Investments ist im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) im ersten Quartal 2006 auf knapp 13 Milliarden Euro gestiegen, berichtet oekom research in seinem aktuellen Newsletter und bezieht sich dabei auf eine Studie des Sustainable Business Institute der privaten Universität Oestrich-Winkel. Die Anzahl der registrierten Publikumsfonds stieg laut der Untersuchung inzwischen auf 123. 8,2 Milliarden Euro sind dabei derzeit in Aktienfonds investiert, 2,2 Milliarden Euro in Mischfonds und 1,9 Milliarden Euro in Rentenfonds.
oekom research - Newsletter Mai 2006
Sustainable Business Institute

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