Empathie ist auch Kopfsache 
Mittwoch, 3. August 2016 - Studien
Sich in die Gefühlslage anderer Menschen hineinzuversetzen, werden wohl die meisten Menschen intuitiv als eine emotionale Kompetenz betrachten. Eine Studie der Harvard University mit 900 Probanden zeigt indes, dass Empathie auch Kopfsache ist. Die Probanden wurden in Zweiergruppen eingeteilt und sollten ein fiktives Bewerbungsgespräch führen. Anschließend wurden sie mittels Fragebogen befragt, wie sich das jeweilige Gegenüber dabei gefühlt habe. In weiteren Tests untersuchten die Forscher, ob die Probanden eher emotional oder rational tickten, durch Trickfragen wie auch Reflektionen, die entweder stärker nach Gefühlen oder nach Logik fragten. Dabei zeigte sich, dass jene Probanden, die einen guten Zugang zur analytischen Dimension hatten, ihre Gegenüber jeweils treffender einschätzten als jene, die eher auf ihr Bauchgefühl setzten.
Wenn das Bauchgefühl trügt, spektrum.de 22.7.16

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Geld als wesentlicher Antrieb im Job 
Dienstag, 2. August 2016 - Studien
Spannende Aufgaben, Selbstentfaltung, nette Kollegen - in vielen Umfragen werden diese Faktoren als besonders wichtig im eigenen Job genannt, oft noch vor den Verdienstaussichten. Doch auch das liebe Geld ist wieder im Kommen, so das Meinungsforschungsinstitut Toluna, das im Auftrag der Credit Plus Bank 1020 Erwachsene zum Thema befragte. In der Umfrage hatte das Geld jedenfalls die höchste Priorität - 27 Prozent gaben an, dass der Job für sie nur Gelderwerb sei oder ihre Motivation vor allem darin bestehe, ihr Einkommen zugunsten eines höheren Lebensstandards zu verbessern. für 24 Prozent zählen vor allem Arbeitsinhalte, weil es ihre wesentliche Motivation ist, Aufgaben zu meistern und Ergebnisse zu liefern, auf die sie stolz sein können. Für 17 Prozent hat der Job viel mit einem abwechslungsreichen Alltag zu tun. Für 13 Prozent ist die Hauptmotivation, den Tag mit Kollegen zu verbringen und im Team zu arbeiten. Die Anerkennung vom Vorgesetzten ist nur für 6 Prozent maßgeblich.
Das Geld wird den Arbeitnehmern wieder wichtiger, FAZ 22.7.16

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Meditation hilft, den Blick auf die Welt zu verändern 
Montag, 1. August 2016 - Arbeit
Der Focus erinnert seine Leser wieder einmal daran, wie gut es doch sein kann zu meditieren. In einer Kolume erklärt die Hypnosetherapeutin Kim Fleckenstein: "Meditation kann Ihnen dabei helfen, Ihren Blick auf Situationen und Menschen zu verändern. Sie lernen, Umstände zu akzeptieren, die Sie nicht ändern können. Und erkennen, was Sie stattdessen sinnvoller bewegen sollten." Fleckenstein beruft sich auf Studien, denen zufolge bereits drei Meditationseinheiten à 20 Minuten pro Woche ausreichen, "um das eigene Wohlbefinden zu steigern und ungenutzte Ressourcen zu aktivieren". An Tipps wie diesen ist natürlich etwas dran, denn wer selbst regelmäßig meditiert, weiß um die positiven Wirkungen. Zu meditieren, um etwas zu erreichen, ist allerdings auch eine zweischneidige Angelegenheit. In den spirituellen Traditionen steht dabei immer eine Überwindung der Ich-Bezogenheit im Mittelpunkt - und genau diese verändert den Blick auf die Welt und das Leben. Ob ein starkes Ich, das durchs Meditieren noch stärker werden will, einen ähnlichen Prozess durchläuft, ist eher fragwürdig.
Drei Mal pro Woche 20 Minuten: So macht Meditation glücklich und erfolgreich, Focus 20.7.16


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Zukunft jenseits des Normalfalls 
Freitag, 29. Juli 2016 - Wissenschaft
Thomas Straubhaar, Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Hamburg, wirft in einer Kolumne für die Welt einen Blick darauf, wie der immer schneller werdende Wandel und die wachsende Unberechenbarkeit von Ereignissen an den Grundlagen der Ökonomik rütteln. "Es war immer schon riskant, aus der Geschichte für die Zukunft lernen zu wollen. Denn eigentlich wiederholt sich Vergangenes nicht wirklich", räumt Straubhaar ein - die ökonomischen Modelle und Vorhersagen haben allerdings schon immer genau das versucht. Die Globalisierung wie auch die permanente Gleichzeitigkeit von Entwicklungen, die sich dank Internet geradezu in rasender Geschwindigkeit verbreiten, durchkreuzen diese Pseudo-Berechenbarkeit. "Was aber, wenn es keinen Normalfall mehr gibt, an dem sich die Zukunft verankern lässt? Wenn die Gesetzmäßigkeiten der Vergangenheit unwirksam werden, weil nichts mehr sein wird, wie es war?", fragt der Ökonom. Die Möglichkeit, die vorherrschende Dynamik wenn schon nicht kontrollieren zu können, so doch wenigstens für sie gewappnet zu sein, will Straubhaar nicht gänzlich negieren, weshalb er rät: "Für die wirtschaftspolitische Praxis folgt, dass sie weniger auf Prognosen und mehr auf Szenarien setzen sollte, die allerlei Brüche und radikale Umwälzungen durchspielen müssten. So, dass beim Scheitern eines Plan A in der Realität nicht nur ein Plan B, sondern auch ein aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich eintretender Plan C oder D rasch Orientierung bieten." Statt Vorhersage also eher eine neue Form des sich Einstellens auf Unwägbarkeit. Damit müsste auch eine neue Agilität in der Wirtschaftspolitik Einzug halten: "Wenn die Zukunft weniger denn je vorhersehbar ist, sollten wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht ein für allemal perfekt für die Ewigkeit geplant werden, sondern brauchbar, rasch umsetzbar und flexibel veränderbar sein."
Die Vergangenheit taugt nicht mehr als Kompass, Die Welt 20.7.16

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Grundeinkommen - ein Weg der Freiheit und Vernunft 
Donnerstag, 28. Juli 2016 - Arbeit
Sascha Liebermann, Professor für Soziologie an der Alanus Hochschule und Mitbegründer der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung" betrachtet im Nachgang der Schweizer Abstimmung über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) grundlegende gesellschaftliche Perspektiven, die sich durch ein BGE wie auch die Diskussion darüber wandeln können. Er sieht im Grundeinkommen eine "umfassende Anerkennung der Bürger in einem Gemeinwesen", was die Idee des Solidarverbandes stärke. "Die Möglichkeit, etwas tun zu können, das einem gemäß ist, das man wirklich tun will, ohne auf das Einkommen schauen zu müssen, erhöht zugleich die Chance, dass etwas Vernünftiges dabei herauskommt", meint Liebermann. Darüber hinaus könnte das BGE das demokratische Selbstverständnis erheblich verbessern. Liebermann verweist hier auf den Widerspruch, dass die Volkssouveränität politisch betrachtet bedingungslos sei, im konkreten Wechselspiel zwischen Politik und Bürgern indes durch verschiedene Haltungen auch aufgeweicht werde: "Wenn wir die Verfasstheit der Demokratie in Deutschland wie anderswo betrachten, fällt eines auf: In ihrem Zentrum steht der Volkssouverän, vom dem alle Gewalt ausgeht. Den Volkssouverän bilden die Staatsbürger. Diese Stellung, Staatsbürger zu sein, wird bedingungslos vorgesehen, sie ist also von keiner Leistung abhängig. Ausdruck findet dies auch in den Grundrechten. In der Konsequenz heißt das, die politische Ordnung, in der wir leben, traut den Bürgern viel zu, sie vertraut auf sie und erkennt sie als ihre Legitimationsquelle. Das ist nicht im Einklang mit der Haltung, die den Bürgern in der öffentlichen Diskussion entgegengebracht wird. Das Misstrauen ist groß, ihre Mündigkeit wird in Zweifel gezogen. Direkte Demokratie wird deswegen für gefährlich gehalten, wie dies jüngst der Bundespräsident getan hat. In der Sozialpolitik sieht es nicht anders aus, sie geht davon aus, Bürger müssten 'aktiviert' werden, was eine anmaßende Unterstellung ist."
Interview der Alanus Hochschule

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Deutsche sehen Arbeitsmarkt sehr optimistisch 
Mittwoch, 27. Juli 2016 - Studien
Die Arbeitnehmer in Deutschland sehen ihre Möglichkeiten am Arbeitsmarkt gegenwärtig sehr optimistisch, das geht aus dem JobConfidence-Index der Personalvermittlung PageGroup hervor, für den europaweit 16.000 Arbeitnehmer aus zwölf Ländern befragt wurden. 63 Prozent gehen davon, dass sich die Arbeitsmarktsituation im Laufe des Jahres 2016 zu ihren Gunsten verbessern wird. Unter "bsser" fällt dabei beispielsweise eine bessere Work-Life-Balance, mehr Geld, eine Beförderung oder zumindest ein spannenderes Aufgabenfeld oder eine Weiterbildung. Besonders hoch ist der Optimismus bei den jungen Arbeitnehmern, während er mit dem Lebensalter abnimmt - was wohl auch daran liegt, dass Ältere sich voll bewusst sind, dass das eigene Alter irgendwann in der Logik des Arbeitsmarktes auch zum Hemmnis werden kann. 57 Prozent der unter 30-Jährigen sind überzeugt, dass sie maximal drei Monate brauchen würden, um einen neuen Job zu finden. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es noch 42 Prozent, bei den über 49-Jährigen noch 39 Prozent. Die Arbeitnehmer über 49 Jahren sehen sowohl die Chance auf Beförderung (47 Prozent) als auch auf Gehaltserhöhungen (41 Prozent) zunehmend schlechter. Mit einer besseren Work-Life-Balance rechnet allenfalls noch ein Drittel von ihnen.
Wie die Deutschen ihre Job-Chancen bewerten, WiWo 18.7.16

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Die Ambivalenz des Sinns bei der Arbeit 
Dienstag, 26. Juli 2016 - Arbeit
Der Unternehmensphilosoph und Experte für Sinn und Begeisterung Dominic Veken erklärt in einem Interview mit Good Impact, warum sinnstiftendes Unternehmertum viel mit der von sozialen Bewegungen bekannten Dynamik zu tun hat. Ein "gemeinsamer Geist" oder auch "gemeinsamer Spirit" ist in seinen Augen die Basis, weil er "einen gemeinsam antreibt, eine gemeinsame Überzeugung, an die man glaubt, und für die man bereit ist, zu kämpfen, aufzustehen und den Markt umzukrempeln". So wie Organigramme für die Hippie-Bewegung undenkbar waren, seien alte Hierarchien und Strukturen heute für Unternehmen eher eine Bürde denn hilfreich. In Vekens Augen wird Selbstbestimmung heute, nicht nur mit Blick auf die Sinnfrage, zur Notwendigkeit: "Die Beweglichkeit, die dadurch entsteht, ist in den heutigen Märkten des Wandels ganz entscheidend für den Erfolg." Der Zusammenhalt des unternehmerischen Ganzen liegt in den Augen des Philosophen nicht mehr in der Struktur, sondern in gemeinsamen Werten - und zwar in solchen, die nicht abstrakt bleiben, sondern real geteilt und gelebt werden. "Man muss eine tiefe Überzeugung herauskristallisieren und diese quasi in einer archäologischen Arbeit freigraben. Denn in den meisten Unternehmen gibt es schon eine Überzeugung, nur lebt danach kaum noch jemand, weil die einfach nicht bewusst und nicht sichtbar ist", so Veken. Beigeisterung, verstanden als "Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein", stelle sich dann meist von selbst ein.
"Sinn spürt man", Good impact 15.7.16

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Wirtschaft muss wieder Werte schaffen 
Montag, 25. Juli 2016 - Management
Die Wirtschaftswoche hat in einem Interview mit dem Philosophen und Unternehmer Friedrich Glauner die Frage eruiert, ob Nachhaltigkeit gegenwärtig für Unternehmen nicht nur nice-to-have ist, sondern eher sogar die Basis für ihr künftiges überleben. "Die Gewinner, die wie Uber oder Amazon, komplette Märkte dominieren, treiben die Abwärtsspirale aus Konzentration, Preisdruck und Ressourcenraubbau voran. Es kommt zu immer größeren Chancen und Wohlstand – aber nur für einige Wenige. Nämlich den sogenannten Einhörnern, also den Milliarden schweren Start-ups. Gleichzeitig fällt eine breite Basis von bestehenden Unternehmensmodellen einfach weg. Folgen dieser Entwicklung sind eine Zunahme der Ungleichheit und gesellschaftliche Verwerfungen, wie wir sie im Amerika von Donald Trump oder bei den Brexitiers sehen können", beschreibt Glauner den disruptiven Ist-Zustand der Business-Welt. Eine Überlegensstrategie könne es sein, "Geschäftsmodelle zu entwickeln, die diese Abwärtsspirale durchbrechen, indem sie die Marktteilhabe vieler ermöglichen und Mehrwert für alle schaffen". Die Frage, welche Werte für eine nachhaltige Wirtschaft leitend sein könnten, hebt der Philosoph auf die Ebene "universeller Werte des Weltethos", beispielsweise Wahrhaftigkeit, Gewaltfreiheit, Fairness und Partnerschaftlichkeit. "Ich spreche in dem Zusammenhang von ethikologischen Geschäftsmodellen. Also Unternehmen, die diesen Ethos im Umgang mit Menschen achten und die im umfassenden Sinn natürlicher Ressourcenschöpfung ökonomischen, sozialen und ökologischen Mehrwert stiften", so Glauner.
"Unternehmen müssen Nutzen stiften", WiWo 14.7.16


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