Firmen ignorieren die Kreativität der Mitarbeiter 
Dienstag, 16. September 2008 - Studien
Eine Umfrage der Leipzig Graduate School of Management zeigt: Viele Firmen ignorieren die Kreativitätspotenziale ihrer Mitarbeiter. Laut der repräsentativen Befragung von insgesamt 1.263 Bürgern im gesamten Bundesgebiet weisen 59,3 Prozent ein mittleres Kreativitätspotenzial ("Kreatives Mittelmaß"), 6,7 Prozent ein geringes ("Kreativitätsmuffel") und 34 Prozent der Befragten ein hohes Kreativitätspotenzial ("Kreative Avantgarde") auf. Innerhalb der "Avantgarde" zeigen sogar 0,2 Prozent der Bundesbürger eine extrem hohe kreative Veranlagung ("Kreativitätsfreaks"). Erfasst wurde das Kreativitätspotenzial mittels 30 Indikatoren gemäß dem in "Creative Personality Scale Test". Hier schätzen sich kreative Menschen unter anderem als kompetent, individualistisch, erfinderisch, nachdenklich, selbstbewusst und unkonventionell ein. In einem zweiten Schritt fragen die Forscher, wie dieses Potenzial im Arbeitsalltag genutzt werden könne. Die Ergebnisse sind ernüchtern. Lediglich 3,4 Prozent der Befragten betrachten ihr Arbeitsumfeld als die Kreativität sehr gut fördernd, immerhin noch 31,7 Prozent schätzten es als gut fördernd ein. Die große Mehrheit, nämlich 64,9 Prozent der Befragten, gab dagegen an, in einem die Kreativität nur mittelmäßig bis sehr gering förderndem Umfeld zu arbeiten.
Studie der Leipzig Graduate School of Management


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Macht Ethik aus ökonomischer Sicht Sinn? 
Montag, 15. September 2008 - Management
Im Zuge der immer populärer werdenden Diskussion über Corporate Social Responsibility mehren sich inzwischen kritische Stimmen, die den ökonomischen Sinn eines sozialen Engagements von Unternehmen hinterfragen. Das Centrum for Corporate Citizenship Deutschland befragte im vergangenen Jahr 501 kleine und große Firmen. Lediglich 40 Prozent unter ihnen waren der Ansicht, dass gesellschaftlicher Einsatz von Unternehmen sich positiv in der ökonomischen Bilanz niederschlägt. Für die USA nennt das Forschungsinstitut Sinus Sociovision die Vergleichszahl von 63 Prozent, wobei bei den Großunternehmen dort sogar 83 Prozent von positiven bilanziellen Folgen überzeugt sind. Der Anstoß zu entsprechenden Imagemaßnahmen kommt zu 64 Prozent direkt von der Unternehmensführung, während die Öffentlichkeitsarbeiter und Marketingmitarbeiter der Unternehmen hier deutlich zurückhaltender sind. Diese Skepsis der Experten, die meist mit der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen betraut werden, scheint nur allzu berechtigt zu sein, denn in den Augen der Verbraucher wirken viele CSR-Maßnahmen immer noch wie ein Feigenblatt. Eine Studie von Icon Added Value aus dem vergangenen Jahr zeigt beispielsweise, dass 35 Prozent der Verbraucher die Verantwortung hinter den CSR-Maßnahmen nicht erkennen können. 43 Prozent sind der Meinung, dass die Firmen "einigermaßen" Verantwortung übernehmen, und nur 11 Prozent der Befragten sehen gar eine hohe unternehmerische Verantwortung. Die Forscher von Sinus Sociovision kommen zu dem Schluss: "Wer sich nicht authentisch auf CSR einlässt, sondern sich lediglich ein grünes Feigenblatt für seine Imagepflege erkaufen will, für den sind Investitionen in teure Medienkampagnen wahrlich ökonomischer Unsinn. Wer hingegen glaubwürdig kommuniziert, zählt heute schon zu den Gewinnern; künftig gilt dies noch viel mehr. Der Verweis auf "Nachhaltigkeit" und "soziale Verantwortung" hat eine erhebliche Bedeutung für Markenstärke und Ausgabebereitschaft der Kunden, wenn er mit den Produkten und deren Nutzen unmittelbar verknüpft wird. Denn die Dynamik des aktuellen Wertewandels zeigt auch: Die Empfindsamkeit gegenüber diesen Themen in der Gesellschaft nimmt zu – nicht ab. Grund genug, sich des Themas der sozialen Verantwortung und des ethischen Handelns anzunehmen. Zwar unbedingt mehr als heute – aber bitte auch anders."
"Ist Wirtschaftsethik ökonomischer Unsinn?", NL Sinus Sociovision


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Schlechte Führung sanktionieren 
Freitag, 12. September 2008 - Management
Management-Berater Reinhard K. Sprenger legt in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche den Finger in eine offene Wunde vieler Unternehmen: Der Motivationsmangel vieler Mitarbeiter und letztlich deren innere oder gar faktische Kündigung seien in den meisten Fällen schlechter Führung durch die Vorgesetzten geschuldet. Erst wenn Manager für ihr schlechtes Führungsverhalten wirklich verantwortlich gemacht würden, könne man dem Problem Herr werden. "Menschen kommen zu Unternehmen, aber sie verlassen Vorgesetzte. ... Es ist kein Phänomen der Makroebene, sondern der Mikroebene. Menschen müssen Wertschätzung spüren; sie müssen erleben können, dass ihre Meinung zählt", schreibt Sprenger. Sein Ratschlag: "Bei einer hohen Fluktuationsrate müssen wir bereit sein, uns von Managern zu trennen, die dafür verantwortlich sind."
"Wer schlecht führt, fliegt", WiWo 5.9.2008


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Nachholbedarf in Sachen Produktivität 
Donnerstag, 11. September 2008 - Studien
Das Schwächeln der deutschen Wirtschaft hängt unter anderem mit der nachlassenden Produktivität im internationalen Vergleich zusammen, so das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. So fällt Deutschland seit 20 Jahren beim Produktivitätswachstum stetig zurück. Die DIW-Forscher untersuchten die Arbeitsstundenproduktivität innerhalb der OECD-Länder der Jahre 1995 bis 2006. Das Produktivitätswachstum ging in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1,9 Prozent in den Jahren 1995 bis 2000 auf 1,4 Prozent in den Jahren 2001 bis 2006 zurück. Zwar liegt der Wert immer noch höher als in der Eurozone (1,2 Prozent), jedoch niedriger als in den G7-Ländern (1,9 Prozent). Länder wie die USA oder Großbritannien schneiden mit 2,2 Prozent deutlich besser ab. Die Forscher nennen als Hauptgründe für das Zurückfallen der deutschen Wirtschaft den verhältnismäßig zurückhaltenden Einsatz von Informationstechnologie und mahnen zudem mehr Investitionen in Humankapital, Qualifikation und Bildung an sowie die Erschließung neuer Wachstumsfelder.
Pressemitteilung des DIW


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Warum Gefühl im Job so wichtig ist 
Mittwoch, 10. September 2008 - Management
Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet in einem Artikel die Bedeutung von Gefühlen im Berufsleben. Dem gängigen Vorurteil "Über Gefühle spricht man im Beruf nicht" halten verschiedene im Beitrag zitierte Berater entgegen, dass Emotionen in bestimmten Situationen sogar ausschlaggebend sein können. "Wenn wir Emotionen zeigen, wirken wir authentisch - und wer authentisch rüberkommt, überzeugt auch mehr", sagt etwa der Trainer Ingo Vogel. In Verkaufsgesprächen können Gefühle sogar zum Mehrwert werden, denn Kunden schätzen durchaus die Verbindung auf der persönlichen Ebene, so dass Verkäufer, die nicht stromlinienförmig und emotional distanziert agieren, oft die besseren Karten haben. "Je schwächer sie emotional sind, umso eher redet man nur noch über den Preis", so Vogels Erfahrung. Hingegen sei es gerade, wenn ein Produkt kaum Alleinstellungsmerkmale aufweise, wichtig, über die Persönlichkeit zu überzeugen.
"Und noch einmal mit Gefühl", SZ 29.8.2008


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Unternehmen in der Innovationsfalle 
Dienstag, 9. September 2008 - Studien
Innovationen sind für Unternehmen ein zwiespältiges Thema, wie eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group zeigt. Zwar sehen 66 Prozent der 3.000 international befragten Führungskräfte als eines der drei wichtigsten Themen an, mit dem sie befasst sind, doch ist die Unzufriedenheit über den Return der Innovationsbemühungen groß. Waren 2006 noch 52 Prozent der Befragten mit den finanziellen Ergebnissen, die ihre Innovationsanstrengungen zeitigten, zufrieden, sind es 2008 nur noch 43 Prozent. Einher mit dieser Unzufriedenheit geht eine gesunkene Bereitschaft, die Ausgaben für Innovationen zu erhöhen. 2008 kündigten nur noch 63 Prozent der Befragten Erhöhungen in diesem Bereich an, während es 2006 noch 72 Prozent waren. Das von der Boston Consulting Group aufgestellte Ranking der innovativsten Unternehmen zeigt jedoch, dass sich langfristige Innovationsstrategien auszahlen. 2008 wurde die Liste nämlich wie auch im Vorjahr von Apple, Google und Toyota angeführt, was zeigt, dass einmal etablierte innovative Unternehmensstrategien längerfristig tragen.
Studie der Boston Consulting Group


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Filmfest "Wie schön kann Wirtschaft sein" 
Montag, 8. September 2008 - Veranstaltungen
Wirtschaft ist oft spannender als ein Krimi, und Firmenpleiten, Dax-Talfahrt oder Wirtschaftskriminalität halten nicht nur Banker und Anleger in Atem. Die schönen Seiten der Wirtschaft jenseits kalter Profitmaximierung sind in den Medien dagegen viel seltener ein Thema. Eine Münchner Initiative will das ändern und lädt vom 17. bis 19. Oktober 2008 zum Verbindungsfilmfest nach München. Auf dem Programm stehen zahlreiche spannende Filmproduktionen, die die "andere" Seite der Wirtschaft ins Zentrum rücken und kreative Ideen, ungewöhnliche Initiativen und vor allem tatkräftige Macher vorstellen. So zeigt ein Film über den amerikanischen Zen-Meister Bernhard Glassman, wie buddhistische Prinzipien die Wirtschaft befruchten können. Ein Film stellt die ägyptische Unternehmensgruppe Sekem vor, deren Gründer Ibrahim Abouleish mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Beitrag zeigt, wie die Glashütte Theresienthal nach ihrer Insolvenz wieder auf die Beine kam, und ein weiterer, wie Wirtschaft sich an menschlichen Bedürfnissen statt an abstrakten Profiten orientieren kann. Die Initiatoren des Filmfests möchten mit dem dreitägigen Event einen Anstoß zum Austausch geben und Menschen, denen ein nachhaltigeres, ganzheitliches Wirtschaften am Herzen liegt, zusammenbringen.
Verbindungsfilmfest


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Handbuch der Ideen für eine bessere Zukunft 
Freitag, 5. September 2008 - Bücher
Unter dem Titel "Handbuchs der Ideen für eine bessere Zukunft" hat der Knesebeck Verlag die deutsche Übersetzung von "WorldChanging"herausgebracht, einer Übersicht nachhaltiger Projekte. Die "Bibel der Nachhaltigkeit" für bewusstes Leben im 21. Jahrhundert beinhaltet 471 Beiträge von 53 internationalen Autoren, die wegweisende Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Ökologie und Konsum vorstellen. Das Buch bietet einen spannenden Überblick über nachhaltig orientierte Entwicklungsprojekte und zahlreiche Anregungen zum Nachahmen. Es kann jedoch einem für Sammelbände typischen Problem nicht entgehen: die einzelnen Beiträge sind zwar nach thematischen Oberthemen gruppiert und es existieren verschiedene kleinere Einleitungen, jedoch wirkt das Buch nicht aus einem Guss. Es ist weniger ein Lesebuch, sondern lädt, das merken die Herausgeber im Vorwort auch an, eher zu "Erkundungen" ein. Ein wenig ärgerlich ist, dass es zu den einzelnen Projekten keine direkten Linkverweise gibt, über die man Zugriff auf weiterführende Informationen bekommen könnte. Zwar verweisen alle Themenbereiche auf die entsprechenden Rubriken der amerikanischen WorldChanging-Webseite, doch dort die Beiträge (die online teils Links aufweisen) wiederzufinden, gleicht der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Nichtsdestotrotz ein spannendes Buch zum Stöbern, das zum Nachdenken anregt.
Verlagsseite zum Buch
WorldChanging


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