Der Feind in den eigenen Reihen 
Montag, 31. Oktober 2011 - Management
Zwar scheint die Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität zu sinken, da immer mehr große Unternehmen systematisch Anti-Korruptionsprogramme ins Leben rufen, doch ist dies noch lange kein Grund zur Entwarnung. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers, für die 830 Unternehmen befragt wurden, sank der Anteil der von Unterschlagung, Korruption oder Industriespionage betroffenen Firmen in den letzten zwei Jahren von 61 auf 52 Prozent, doch erhöhte sich parallel das Schadensvolumen pro Fall von durchschnittlich 5,6 auf 8,4 Millionen Euro. In drei Prozent der befragten Firmen beliefen sich durch Kriminalität entstandene Schäden sogar auf jeweils mehr als 100 Millionen Euro. Alarmierend ist auch, dass jede zweite Wirtschaftsstraftat von Mitarbeitern der geschädigten Unternehmen begangen wird.
Top-Manager verursachen Großteil der Wirtschaftskriminalität, Spiegel online 25.10.11

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Boni untergraben Produktivität 
Freitag, 28. Oktober 2011 - Management
Die Süddeutsche Zeitung kritisiert in einer Kolumne einmal mehr, dass Bonuszahlungen wirtschaftlich betrachtet nicht nur im Kontext der Bankenkrise kontraproduktiv sind, sondern ganz grundsätzlich negative Effekte auf die Arbeitsleistung haben. Einer Studie der Duke Universität in North Carolina zufolge schnitten die Mitarbeiter, denen die höchsten Boni versprochen wurden, im Hinblick auf ihre Arbeitsproduktivität am schlechtesten ab. Der Beitrag kritisiert auch, dass Boni dazu beitragen, die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit zu untergraben.
Bonus tötet Arbeitsfreude, SZ 17.10.11

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Fatale Zahlengläubigkeit 
Freitag, 21. Oktober 2011 - Management
Der Volkswirt Thorsten Hild legt in einem Beitrag für den Freitag den Finger in die Wunde der Zahlengläubigkeit in der Wirtschaftswelt. Er kritisiert, dass wenig nachgefragt werde, wie die Zahlen, auf deren Basis politische Entscheidungen getroffen werden, überhaupt zustande kommen und welchen wirtschaftspolitischen Zielen sie überhaupt gerecht werden (sollen). "Dieser Kotau vor der Zahl macht denkfaul. Ökonomische Zusammenhänge, auch jene, die den Konjunkturmodellen zugrunde liegen, treten hinter die schiere Zahl zurück und werden nicht gebührend hinterfragt. ... Für die wirtschaftspolitische Praxis ist dies fatal. Es wird nämlich kein Stoff zum Nachdenken, zur Diskussion und zum wirtschaftspolitischen Handeln, ja, auch zum Durchdenken wirtschaftspolitischer Alternativen geliefert", so Hild. Wo reine Zahlen zum Maß aller Dinge werden, tritt die Lebensrealität zurück und es geht nur noch darum, vorformulierte Zielwerte zu erreichen. Ob diese allerdings einen Wert haben, fragt kaum jemand.
Gefangen in der Modellwelt, Der Freitag 11.10.11

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Es muss nicht alles perfekt sein 
Mittwoch, 5. Oktober 2011 - Management
Das Pareto-Prinzip erklärt uns, warum Perfektionismus oft nicht nur ein beschwerlicher Weg ist, sondern uns sogar unnötige Ressourcen kostet. Meist erreichen wir mit 20 Prozent Aufwand 80 Prozent eines gewünschten Ergebnisses - die restlichen 20 Prozent auf dem Weg zur Vollkommenheit kosten uns dann hingegen 80 Prozent Energie. Allein deshalb ist es häufig strategisch unklug, immer die 100 Prozent vollmachen zu wollen. In einem Artikel über die Perfektionismusfalle geht Jochen Mai von der Wirtschaftswoche unserem Perfektionismuswahn auf den Grund. Er ist - natürlich - nicht zuletzt auch ein typisch deutsches Phänomen. Wo Amerikaner sich über 80 Prozent freuen, fragt sich der Deutsche bei 98 Prozent, warum es mit den fehlenden zwei Prozent nicht geklappt hat. Diese Kompromisslosigkeit führt im Tagesgeschäft dann leicht zu Verbissenheit, Kontrollwut und Rechthaberei, denn auf der Suche nach dem, was noch fehlt, verfallen wir in einen Tunnelblick. Wer ständig auf dem, was noch nicht perfekt ist, rumreitet, düpiert Kollegen und Mitarbeiter, macht sich selbst unbeliebt und andere unzufrieden und lähmt letztlich das Unternehmen. 80 Prozent als Ziel in Erwägung zu ziehen, bedeutet nicht, sich mit Halbheiten zufrieden zu geben, denn die gebotenen 80 Prozent müssen am Markt natürlich als echter Mehrwert wahrgenommen werden. Wer hingegen auf Biegen und Brechen an den 20 Prozent feilt, wird nur allzu leicht von der Konkurrenz, die sich schneller traut, abgehängt. Unter dem Strich könnte ein bisschen mehr Entspanntheit also ganz gut tun - vielleicht auch deshalb, weil jenseits der Verbissenheit meist die besseren Ideen keimen und so die 100 Prozent vielleicht fast von allein greifbar werden.
Raus aus der Perfektionismusfalle, WiWo 16.9.11

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Wandel braucht Einfühlungsvermögen 
Freitag, 23. September 2011 - Management
Die Zahl der Change-Projekte, die im Sande verlaufen oder grandios scheitern, ist Legende. Während die Zeiten von Unternehmen immer mehr Wandlungsfähigkeit fordern, scheinen sie immer noch nicht darauf vorbereitet zu sein, wie man Veränderungen so anstößt, dass die Mitarbeiter auch mitziehen. Die Berliner School of Faciliating propagiert nun einen neuen Ansatz, der Führungskräfte in die Lage versetzen soll, konstruktiver mit dem Wandel umzugehen. Ihnen soll eine "Integrative Leadership" vermittelt werden, die auf gezielter Motivation und konstruktivem Feedback basiert. Wichtiger Aspekt auf der Agenda: Selbstreflektion. Denn Chefs, die die eigenen Gefühle - und nicht zuletzt Unsicherheiten - auf dem Radar haben, können sich auch besser in die Emotionen ihrer Mitarbeiter hineinversetzen und diese gezielt adressieren. Wertschätzung in Prozessen, der Blick auf innere Blockaden und die Berücksichtigung vorhandener Gefühlslagen sind es nach Meinung der Faciliating-Berater, die Wandel möglich und erfolgreich machen.
Wie man störrische Angestellte versöhnlich stimmt, SZ 10.9.11

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Gelebte Selbstverantwortung 
Donnerstag, 15. September 2011 - Management
Die Süddeutsche Zeitung wirft in einem Portrait der Offenbacher Mediengruppe CPP einen Blick auf Perspektiven der Selbstbestimmung in Unternehmen. Bei CPP arbeiten alle Mitarbeiter zu einem Einheitslohn, den sie einmal im Jahr gemeinsam in Abhängigkeit von der Ertragssituation der Firma beschließen. Über Neueinstellungen wird einvernehmlich entschieden und alle Mitarbeiter haben ein Vetorecht. Der hohe Beteiligungsgrad gibt den Mitarbeitern Gestaltungsfreiheiten und den Unternehmensgründern ist es wichtig, dass Verantwortung aus der gelebten Praxis erwächst. "Wenn man Mitarbeitern die Verantwortung gibt, sind sie viel sorgfältiger und vernünftiger, als man ihnen so nachsagt. Viele Beschäftigte geben die Freiheiten des 21. Jahrhunderts an der Tür ihres Arbeitgebers ab. Sie lassen sich behandeln wie Kinder. Das ist Irrsinn", meint CPP-Chef Gernot Pflüger.
Gleicher Lohn für alle, SZ 6.9.11

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Fairness-Preis für GLS-Vorstand 
Dienstag, 13. September 2011 - Management
Der Vorstandssprecher der GLS-Bank Thomas Jorberg wird mit dem Deutschen Fairness Preis 2011 ausgezeichnet. Der Preis wird Ende Oktober von der Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main verliehen. Die Stiftung versteht die Ehrung auch als politisches Signal, denn Jorberg engagiere sich seit vielen Jahren für eine zukunftsweisende Gesellschaftsentwicklung. Erst ist u.a. Gründungsmitglied der Global Alliance for Banking on Values. Die GLS-Bank wiederum ist eine sozial-ökologisch ausgerichtete Universalbank und wurde 2011 zum zweiten Mal in Folge zur "Bank des Jahres" gewählt.
Pressemitteilung der GLS-Bank

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Öfter mal improvisieren 
Montag, 5. September 2011 - Management
Der Schauspiler und Trainer Frederik Malsy rät Führungskräften und Mitarbeiter, im Joballtag öfter einmal zu improvisieren, um ihre Kreativität zu wecken, ihre Schlagfertigkeit zu fördern und zu besserem Teamwork zu finden. "Improvisation bedeutet, Spontanes entstehen zu lassen und der Kreativität Raum zu geben. Man folgt dabei bestimmten Regeln, die den respektvollen Umgang miteinander fördern: Beim Improvisieren muss man aufeinander achten und auf das eingehen, was der andere sagt", erklärt Malsy und es augenscheinlich, dass die von ihm genannten Qualitäten im business as usual häufig zu kurz kommen. Offenheit ist dabei nicht nur der Schlüssel, um in den Workshops des Schauspielers in den Flow zu kommen, sondern die durch Unvoreingenommenheit gewonnenen Erfahrungen lassen sich später auch auf das Arbeitsleben übertragen: "Es geht darum, offen zu kommunizieren, die Kollegen wertzuschätzen und neugierig auf ihre Ideen zu sein. Wenn wir immer Nein zu allem sagen, kann sich daraus nichts Neues ergeben. Improvisation hilft, sich auf Menschen und Situationen einzustellen und leichter miteinander ins Gespräch zu kommen."
Aus dem Ärmel geschüttelt, Zeit Online 24.8.11

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