Kleine, unentdeckte Lügen heben die Stimmung 
Freitag, 11. Oktober 2013 - Studien
Lügen mögen kurze Beine haben, doch wenn Menschen bei kleineren Schummeleien nicht erwischt werden, kann dies die Stimmung der Mogler sogar heben. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. Probanden sollten 20 Mathematikaufgaben lösen und bekamen für jedes richtige Ergebnis einen Dollar. Bei einem Durchlauf hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die korrekten Ergebnisse vorab einzusehen und konnten so ihre eigenen Ergebnisse entsprechend korrigieren, sprich mogeln. Zuvor waren alle Teilnehmer des Tests befragt worden, wie sie zu reagieren glaubten, wenn sie schummelten. Die meisten Befragten gingen davon aus, dass die Mogelei bei ihnen zu einem schlechten Gewissen führen werde. Erstaunlicherweise geschah jedoch das Gegenteil. Die Schummler fühlten sich wie Gewinner, zeigten ein stärkeres Selbstbewusstsein und fühlten sich zufriedener. Die Ehrlichen hingegen hatten an ihren schlechteren Ergebnissen zu knabbern, ärgerten sich über die geringere Summe, die ihnen ausgezahlt wurde und zweifelten an sich. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Stimmungsbilder sich in Situationen einstellen, in denen Menschen, die mogeln, keine Angst haben müssen, dass die Schummelei entdeckt wird, und wenn durch das eigene Fehlverhalten anderen kein Schaden entsteht. Oder: Je unkonkreter und unsichtbarer die möglichen negativen Folgen unethischen Verhaltens sind, umso wahrscheinlicher wird es. Geschönte Geschäftszahlen im Business wären ein Paradebeispiel für diesen Zusammenhang.
Betrügen kann glücklich machen, Zeit online 2.10.13


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Arbeitgeber könnten Work-Life-Balance besser unterstützen 
Donnerstag, 10. Oktober 2013 - Studien
Eine weltweite Untersuchung der Unternehmensberatung Hay Group zeigt, dass viele Arbeitnehmer sich beim Herstellen eines vernünftigen Verhältnisses zwischen Arbeit und Freizeit von ihren Arbeitgebern nicht ausreichend unterstützt fühlen. Ausgewertet wurden die Antworten von fünf Millionen Angestellten aus 400 Unternehmen weltweilt. In Deutschland findet etwa die Hälfte der befragten Arbeitnehmer, dass ihr Unternehmen ein Umfeld für eine gute Work-Life-Balance schaffe, in Frankreich sind es 41 Prozent, in Spanien 56 Prozent. Zufriedener sind die amerikanischen Beschäftigten. 70 Prozent der Zentralamerikaner und 65 Prozent der Nordamerikaner meinen, ihr Arbeitgeber sorge für einen guten Ausgleich zwischen Job und Privatleben. Je besser die Balance, umso höher auch die Zufriedenheit mit der Bezahlung. So finden 58 Prozent der Studienteilnehmer, die mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden sind, ihre Arbeit fair bezahlt, während es unter den Mitarbeitern, deren Privatleben hinter dem Job zurückstehen muss, nur 36 Prozent sind.
Die Deutschen beklagen Mangel an Privatleben, WiWo 2.10.13


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Die Weisheit der Vielen richtig wecken 
Mittwoch, 9. Oktober 2013 - Management
Die Weisheit der Vielen ist im Business längst zu einem gefeierten Paradigma geworden. Studien zeigen indes, dass sie keinem Automatismus folgt - und es sogar Kontexte gibt, in denen sie kontraproduktiv sein kann. In Situationen, in denen mehrere Beteiligte ohne äußere Beeinflussung ihre Meinung abgeben, trifft der Durchschnitt dieser Äußerungen meist ins Schwarze. Werden die Einschätzungen jedoch im Gruppengespräch getroffen, wächst die Gefahr wechselseitiger Beeinflussung. Aufgrund eines impliziten sozialen Anpassungsdrucks gewinnen dann die Meinungen von besonders durchsetzungsstarken Mitwirkenden häufig mehr Gewicht, als ihnen gebühren sollte. Werden die Argumente wiederum in der Gruppe offen und ohne Dominanzverhalten diskutiert, verbessert dies wieder die Entscheidungsqualität. Für erfolgreiche Meetings gelte deshalb: Gleiches Rederecht für alle ohne einseitige Bevorzugung bestimmter Meinungsträger, kritische Diskussionen zur Abwägung und Zeit, das Gesagte wirken zu lassen, können die Ergebnisse stark verbessern.
Wie das Wir am besten entscheidet, Karrierespiegel 26.9.13


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Entspannung will gelernt sein 
Dienstag, 8. Oktober 2013 - Arbeit
Auch wenn das Thema Überlastung durch Stress längst zu weitreichenden Diskussionen in den Medien geführt hat, verändert sich die Arbeitswelt nur langsam, so dass der achtsame Umgang mit sich selbst und das gezielte Vermeiden von Überbeanspruchungen im Job nach wie vor eher Privatsache ist. Im Interview mit Zeit Online erklärt die Anti-Stress-Expertin Carola Kleinschmidt, dass es oft die überzogenen Ansprüche, die wir an uns selbst stellen, sind, die uns in die Stressspirale treiben: "Viele haben die verrückte Idee, dass sie sich erst entspannen dürften, wenn alles erledigt sei. Entspannung soll eine Belohnung sein. Aber womit will man denn fertig werden? Mit dem Leben? Wenn man das konsequent zu Ende denkt, dann dürfte man sich nie etwas Gutes tun." Da ein Zuviel an Stresshormonen im Gehirn vor allem das Angstzentrum stimuliert und dann vernünftige Entscheidungen zunehmend schwer fallen, rät die Expertin dazu, im Alltag immer wieder kleine Mini-Pausen - sei es ein kleiner Spaziergang, ein Kaffee zwischendurch oder einfach mal zehn Minuten Nichtstun - einzubauen, um Überbelastungen zu vermeiden. Schon diese kurzen Atempausen erleichtern es, wieder einen klaren Kopf zu bekommen und besser zu spüren, was einem wichtig ist. Diese Strategie der kleinen Schritte führe schon mittelfristig dazu, wieder zu einem besseren Gleichgewicht zu finden und sich nicht zu sehr von äußeren Ansprüchen vereinnahmen zu lassen.
"Gestresst zu sein, gehört zum guten Ton", Zeit online 26.9.13


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BWL braucht mehr Praxis 
Montag, 7. Oktober 2013 - Wissenschaft
Acht Wirtschaftsprofessoren der Universität Saarbrücken haben mit einem öffentlichen "Plädoyer für eine normative theorie- und praxisbezogene Betriebswirtschaftslehre" einen Vorstoß unternommen um darauf aufmerksam zu machen, dass die BWL immer stärker von reinem Zahlendenken und Statistik beherrscht werde, was zu Lasten einer auch praxisbezogenen Betrachtung wirtschaftlicher Zusammenhänge gehe. Als Gründe für diese stetige Verengung der Perspektive nennen die Unterzeichner eine Amerikanisierung des Faches. Da amerikanische Fachzeitschriften unter den Wissenschaftlern höhere Relevanz entfalten als beispielsweise deutsche und in der amerikanischen Forschung die Empirie einen besonders hohen Stellenwert habe, führe dies zu einer Fokussierung der Forschung auf eher statistische Betrachtungen. Anwendungsbezogene Forschung finde hingegen eher in deutschen Publikationen statt - diese werden in internationalen Rankings aber häufig gar nicht oder nur mit vergleichsweise geringer Punktzahl berücksichtigt. Die Saarbrücker Professoren fordern in ihrem Plädoyer, sich dieser Rahmenbedingungen nicht nur bewusst zu werden, sondern ihnen gezielt durch eine Lehre mit mehr Praxisnähe, unterfüttert durch entsprechende Forschung, zu begegnen. Es gehe um nicht weniger als das Verständnis der betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge - man könnte auch sagen um das Verstehen der Welt vor und hinter den Zahlen.
Wirtschaftsprofessoren kritisieren praxisferne Forschung und Lehre an deutschen Universitäten, wirtschaft.com 20.9.13


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Nette Kollegen, mieses Betriebsklima - oder umgekehrt 
Freitag, 4. Oktober 2013 - Studien
Eine Repräsentativ-Umfrage des Büroausstatters Sedus Stoll zeigt, dass die meisten Arbeitnehmer sich eines sehr guten Verhältnisses zu ihren Arbeitskollegen erfreuen, während das Betriebsklima insgesamt dahinter in den meisten Fällen zurückbleibt. 85 Prozent kommen gut bis sehr gut mit ihren Kollegen zurecht, während nur 1 Prozent dieses Verhältnis als schlecht bewertet. Das beste Verhältnis zu den Kollegen haben Angestellte im Rechtswesen, denn 84 Prozent betrachten es als sehr gut. In den Branchen Versicherung, Kommunikation/Medien und Gesundheit hingegen haben weniger als 50 Protest ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Kollegen. Kommunikations- und Medienmitarbeiter erfreuen sich dafür zu 85 Prozent eines guten bis sehr guten Betriebsklimas, in den Bereichen Bildung/Wissenschaft und Handel sind es sogar 87 Prozent. Schlechtere Stimmung herrscht hingegen in der Gesundheitsbranche (59 Prozent positiv), der IT (59 Prozent) und der öffentlichen Verwaltung (63 Prozent).
Büroklima-Index 18.9.13


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Veggie Day oder wenn Politik persönlich wird 
Mittwoch, 2. Oktober 2013 - Studien
Der Vorstoß der Grünen zur Einführung eines Veggie Days stieß in der Bevölkerung auf deutliche Kritik und dürfte die Partei bei der Bundestagswahl so manchen Prozentpunkt gekostet haben. Ein Grund für den von den Politikern wohl nicht erwarteten Gegenwind könnte sein, dass vermeintlich politische Fragen wie die ökologischen Auswirkungen des Fleischkonsums eben eine sehr persönliche Note haben. Das Institut für Demoskopie Allensbach eruierte die Haltungen der Deutschen zum Fleischverzehr, und die Zahlen legen nahe, dass vor allem ältere, männliche Fleischesser sich nicht gerne diktieren lassen, was auf den Teller kommt. In der Gesamtbevölkerung halten 46 Prozent den Veggie Day für eine gute Idee - 41 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. 55 Prozent der Frauen zählen zu den Befürwortern, aber nur 35 Prozent der Männer. Vor allem die jungen Deutschen mit hoher Schulbildung sehen den Vorstoß der Grünen positiv. Zustimmung und Ablehnung stehen in direktem Verhältnis zu den persönlichen Essgewohnheiten. So sind nur 22 Prozent derjenigen, die täglich Fleisch essen, für einen vegetarischen Tag pro Woche. Bei den Befragten, die mehrmals in der Woche Tier auf den Teller bringen, steigt die Zustimmung zum fleischfreien Tag auf 38 Prozent, unter denen, die gar nur einmal in der Woche Fleisch konsumieren auf 59 Prozent. Die Selten-Fleischesser hingegen befürworten einen Veggie Day zu 71 Prozent.
Allensbach-Bericht 19.9.13


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Zwei Drittel der jungen Arbeitnehmer sind erschöpft 
Dienstag, 1. Oktober 2013 - Studien
Erschöpfung durch Stress im Job betrifft längst nicht mehr nur altgediente Mitarbeiter, sondern wird auch bei Jüngeren immer mehr zum Normalfall. Die Schwenninger Krankenkasse befragte 1.000 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 34 Jahren nach ihrer Befindlichkeit. Jeder Dritte junge Arbeitnehmer fühlte sich an vier bis fünf Tagen in der Woche müde, jeder zweite gab an, sich oft gestresst zu fühlen. Für die Krankenkasse sind diese Einschätzungen ein Alarmzeichen. Sie fordert die Entwicklung gemeinsamer Strategien zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens und den Betrieben, denn je nach beruflicher Position ziehe ein Burn-out-Fall Kosten in Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro nach sich. 83 Prozent der jungen Arbeitnehmer wünschen sich von den Krankenkassen Unterstützung bei der Gesundheitsvorsorge.
Junge Arbeitnehmer können nicht mehr, WiWo 18.9.13


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