Gesunde Ernährung? In Deutschland eher Fehlanzeige ... 
Freitag, 29. Oktober 2021 - Lebensart, Wissenschaft
Wie wichtig gesunde Ernährung ist, ist allseits bekannt. Und die Politik müht sich ja auch irgendwie, schädliche Nahrungsmittel von uns möglichst fernzuhalten. Allerdings scheinen diese Bemühungen nur mäßig zu sein, wie eine Studie der LMU München und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie nahelegt. Die Wissenschaftler untersuchten 43 Länder im Hinblick auf den sogenannten Food Environment Policy Index (Food-EPI). Der Index bildet die politischen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Ernährung ab. In den 13 Bereichen mit insgesamt 47 Indikatoren, die der Index umfasst, hat Deutschland der Studie zufolge nur in zwei Bereichen kein schlechtes Ergebnis. Wie drängend hier bessere Bemühungen wären, zeigen andere Zahlen. Nach Angaben der Wissenschaftler sind 15 Prozent aller Todesfälle und mehr als 17 Milliarden Euro Gesundheitskosten pro Jahr mit unausgewogenen Ernährungsmustern verbunden. Mehr als ein Viertel der Deutschen habe starkes Übergewicht, rund zehn Prozent seien an Diabetes mellitus erkrankt. Es gibt also noch viel zu tun.
Studie bescheinigt Deutschland mangelhafte Ernährungspolitik, zeit.de 19.10.21

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Depressionen gleichen einer Pandemie 
Donnerstag, 28. Oktober 2021 - Psychologie, Studien
Im Kontext der "Aktionswoche Seelische Gesundheit" hat der Freitag dem Thema Depressionen einen Artikel gewidmet, der auf die pandemischen Ausmaße dieser Krankheit eingeht. Vielerorts haben sich bereits besorgte Psychologen zu Wort gemeldet, die darauf verweisen, dass die Lockdown-Beschränkungen und viele Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie die Zahl psychischer Erkrankungen haben ansteigen lassen. Unabhängig davon sind die Zahlen ohnehin schon enorm. Der Wissenschaftsjournalist Wolfgang C. Goede macht folgende Rechnung auf: "In Deutschland stehen gut 4 Millionen dauerhaft Depressionskranken insgesamt 4,3 Millionen Covid-Infizierte gegenüber, von denen über 4 Millionen wieder genesen sind (Statista 10/2021). 94.000 Corona-Todesfälle vergleichen sich mit jährlich 9.000 Suiziden. Grund dafür sind meist Depressionen." Und er fragt kritisch: "Warum wird die kritische Mentalgesundheit nicht zum Gesundheitsrisiko ersten Ranges erklärt? Warum hat die Weltgesundheitsorganisation WHO, zusammen mit EU-Gesundheitsautoritäten und den nationalen Gesundheitsministern, nicht den Welt-Seelen-Notstand ausgerufen? Die mentale Pandemie!" Eine Antwort liefert er auch: "Seelenschwäche schmeckt der Leistungs-, Wachstums-, Ego-Gesellschaft nicht. Sie ist ein Bremsblock, ein Malus, anrüchiger als dereinst Pest und Cholera – in Schule, Arbeit, Politik. "
Die Pandemie, über die man lieber schweigt, Freitag 41/2021

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Viel Schlaf muss nicht gut sein 
Mittwoch, 27. Oktober 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit
Mit der Rückkehr ins Büro müssen gegenwärtig viele Menschen ihr in den letzten Monaten lieb gewonnenen Routinen wieder ändern. Das Home Office hat es vielen Berufstätigen ermöglicht, aufgrund der wegfallenden Pendelei zum Arbeitsplatz morgens länger zu schlafen. Insgesamt hatten im Lockdown 64 Prozent der Deutschen ihre Schlafgewohnheiten verändert. Der Schlaf war in dieser Zeit nicht immer erholsam. Denn während den Hochzeiten der Pandemie hatte mehr als die Hälfte der Menschen Probleme mit dem Einschlafen und wachte morgens wie gerädert auf. Grund dafür waren Sorgen oder auch die Tatsache, dass wenig Abwechslung und Bewegung nicht zur wünschenswerten Bettschwere führten. Mit dem Abklingen der Pandemie regulierte sich allerdings bei vielen die Schlafqualität wieder. Bis jene, die nun wieder früher aus den Federn müssen, wieder zu ihrem alten Schlafrhythmus finden, könnte es hingegen ein bisschen länger dauern.
„Mehr Schlaf heißt nicht besserer Schlaf“, WiWo 15.10.21

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wer Energy Drinks konsumiert, fährt riskanter Auto 
Dienstag, 26. Oktober 2021 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Es klingt fast wie ein Klischee, wenn sich ein Zusammenhang zeigt zwischen dem Genuss von Energy Drinks und einer riskanten Fahrweise beim Autofahren. Aber genau diesen Zusammenhang legt eine Studie aus Estland dar, die die Daten von 800 Autofahrenden auswertete. Mit Fragebögen wurden Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erfasst. Die Wissenschaftler erfassten außerdem Faktoren wie Impulsivität und Aggressivität. Zusätzlich wurden Blut- und Gentests durchgeführt. Und letztlich alle Daten mit den Datenbanken von Polizei und Versicherungen verknüpft. Das Ergebnis: Menschen, die anstrengenden sportlichen Aktivitäten nachgehen, gerne Junkfood essen oder Alkohol drinken oder eben Energy Drinks konsumieren, neigen zu einem riskanteren Verhalten im Straßenverkehr. Ein konkretes Beispiel: Wer mindestens einmal pro Woche einen Energy Drink zu sich nimmt, neigt doppelt so oft zur Überschreitung von Tempolimits wie Menschen, die solche aufputschenden Getränke seltener konsumieren.
Wer ungesund lebt, fährt auch riskanter Auto, Forschung & Wissen 12.10.21

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mehrere Monate Meditation senken Stress nachhaltig 
Montag, 25. Oktober 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Studien zur Wirkung von Meditation bringen oft ein grundsätzliches Problem mit sich, denn die Wirkung der Übung wird meist durch Fragebögen erfasst. Da die Probanden wissen, dass sie meditiert haben, und auch, dass dies den Stress senken kann, ist es durchaus möglich, dass dieser Kontext ihr Antwortverhalten beeinflusst. Studienergebnisse können dann eventuell zu positive Wirkungen dokumentieren. Im Rahmen des ReSource-Projekts des Max-Planck-Instituts wurden bei den Teilnehmenden eines neun Monate dauernden Mentaltrainings aus diesem Grund die Cortisolwerte im Haar gemessen. Dabei zeigte sich: In den ersten drei Monaten sank der Cortisolspiegel langsam, nach sechs Monaten sogar insgesamt signifikant, im Schnitt um 25 Prozent. In den drei folgenden Monaten blieb er auf niedrigem Niveau. Die Wissenschaftlerinnen interpretieren diese Ergebnisse so, dass es durchaus mehrerer Monate Übungspraxis bedarf, damit Meditation wirklich eine den Stress mindernde Wirkung entfaltet.
Haaranalysen zeigen: Meditationstraining verringert Langzeitstress, idw 7.10.21

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zukunft? 90 Prozent der Deutschen fürchten drastische Veränderungen 
Freitag, 22. Oktober 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Zwei Drittel der Deutschen blicken ängstlich auf die gesellschaftliche Zukunft. Mangelndes Vertrauen in Staat und Institutionen sowie die Angst vor gesellschaftlicher Spaltung forcieren den Rückzug in private Nischen. Es wächst aber auch die Bereitschaft, allein oder mit Gleichgesinnten für eine lebenswerte Zukunft tätig zu werden. Das sind zentrale Erkenntnisse einer repräsentativen und tiefenpsychologischen Untersuchung des Kölner rheingold instituts in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Stiftung für Philosophie Identity Foundation in Düsseldorf. Durch die Allgegenwart schwerer Krisen ist die Bevölkerung verunsichert, das Vertrauen in eine bessere Zukunft ist fundamental erschüttert: Die Mehrheit der Deutschen befindet sich in einem "No- Future"-Modus. Gesellschaftlichen Herausforderungen und anstehenden Umbrüchen begegnet eine Mehrheit mit einer resignativen Grundhaltung. Sie glaubt nicht daran, dass die großen Probleme unserer Zeit gelöst werden könnent. Das Vertrauen, dass Staat, Politik, Institutionen und Parteien die Krisen lösen können, ist erodiert: Nur 26 Prozent stimmt das Wirken von Politik und Parteien optimistisch für die Zukunft. Die Wahrnehmung einer gesellschaftlichen Mehrheit: "Deutschland steht vor einem Niedergang" (61 Prozent). Allerdings gibt es auch Lichtblicke. In einzelnen Subkulturen zeigt sich ine Aufbruchsstimmung. Rund ein Drittel der Befragten engagiert sich für ökologischere Verhaltensweisen, reduziert den eigenen Konsum oder bringt sich in soziale Initiativen ein. "Die Aussichtslosigkeit, die viele Menschen empfinden und das mehrheitlich beklagte politische Versagen haben wir bereits in früheren unserer Studien festgestellt", sagt Paul J. Kohtes, Gründer der Philosophie- Stiftung Identity Foundation. "Womöglich stehen wir vor einem sehr grundsätzlichen gesellschaftlichen Perspektivwechsel und die Idee institutioneller Lösungen von oben ist ein Auslaufmodell. Interessant ist, dass inzwischen ein Drittel der Bevölkerung im Spirituellen Ermutigung findet, nicht als Weltflucht, sondern als Antrieb, sich dem Leben und seinen Herausforderungen tatkräftig zuzuwenden", so Kohtes.
Pressemitteilung der Identity Foundation

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mehr Menschen suchen nach Jobs im Home Office 
Donnerstag, 21. Oktober 2021 - Studien, Arbeit, Management
Viele Menschen scheinen Geschmack daran gefunden zu haben, von Zuhause aus zu arbeiten. Seit die pandemiebedingte Pflicht zum Home Office ausgelaufen ist, verbucht die Jobplattform Indeed bei den Stellensuchen eine erhöhte Nachfrage nach Arbeitsverhältnissen, die das Arbeiten von Daheim zulassen. Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie seien diese Anfragen um 120 Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt machen diese Suchen allerdings nur 1,5 Prozent aller Stellensuchen aus. Auch auf Arbeitgeberseite hat sich einiges getan. Sahen vor der Pandemie nur 4,6 Prozent der Stellenanzeigen Home Office vor, waren es im August diesen Jahres schon 9,7 Prozent.
Seit Aufhebung der Homeoffice-Pflicht: Suchanfragen nach remote Jobs haben sich mehr als verdoppelt, Business Insider 15.10.21

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Home Office schadet weder der Produktivität noch dem Commitment 
Mittwoch, 20. Oktober 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Vielen Arbeitgebern ist es immer noch unheimlich, wenn ihre Mitarbeiter zu lange im Home Office verbringen. Sie befürchten, dass unter der physischen Abwesenheit die Verbundenheit mit dem Unternehmen und auch die Produktivität leiden. Zwei Studien geben hier Entwarnung. Einer Studie vor der Pandemie zufolge etwa spürten 50 Prozent der seinerzeit von Zuhause aus Tätigen eine gute Work-Life-Balance und waren zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, während die andere Hälfte die Heimarbeit als schwierig empfand. Ausschlaggebend für die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden waren hier aber vor allem als fair wahrgenommene Arbeitsbeziehungen. Angestellte im Home Office bejahten insgesamt öfter Fragen, die auf eine positive Identifikation mit dem Arbeitgeber schließen lassen, als jene, die permanent im Büro arbeiteten. Eine Befragung von Führungskräften zur Produktivität im Home Office während der Pandemie wiederum zeigt: Nur in den wenigsten Fällen verschlechterte sich die Produktivität der Mitarbeiter, bei der Hälfte blieb sie gleich und 30 Prozent der von Daheim Arbeitenden waren dort sogar produktiver. Es spricht also viel fürs Home Office - wenn das Arbeitsklima insgesamt stimmt.
Sorgt das Homeoffice für weniger Engagement? FAZ 13.10.21

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter