Aus der Krise wenig gelernt 
Dienstag, 30. November 2010 - Studien
Ein Gros der Top-Manager ist sich sicher: Die Finanzwirtschaft und die Politik haben aus der jüngsten Krise nichts gelernt. Laut dem 21. Managerpanel der Personalberatung LAB & Company glauben dies 80 Prozent der Befragten Führungskräfte im Hinblick auf die Banken und 70 Prozent sehen auch in der Politik keine Läuterung. Ihr wird vorgeworfen, sich auf - häufig nicht ad hoc realisierbare - notwendige internationale Maßnahmen zurückzuziehen, anstatt zumindest auf nationaler Ebene schon einmal für bessere Kontrollen zu sorgen. In der Finanzbranche wittert man hingegen neue Blasen - nach den Immobilien seien nun die Rohstoffe und Nahrungsmittel dran. Immerhin 40 Prozent der Befragten sehen dagegen, dass im eigenen Unternehmen Lehren aus der Krise gezogen wurden - sie glauben, dass sich ihre Firmen nun stärker an Prinzipien wie Nachhaltigkeit orientieren.
Nichts aus der Finanzkrise gelernt? FTD 10.11.10

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Junge Manager haben's drauf 
Montag, 29. November 2010 - Studien
In einer gemeinsamen Aktion haben das Manager Magazin und das Karrierenetzwerk Xing mehr als 150.000 Teilnehmer zu den Qualitäten jüngerer und älterer Chefs befragt. Das Ergebnis: Während sich zwischen Mitarbeitern ohne Führungsaufgaben und der Chefetage deutliche Kompetenzunterschiede zeigen, spielt das Alter der Führungskräfte kaum eine Rolle. In Sachen Umsetzungskompetenz und der Fähigkeit zur Leitung liegen die älteren Chefs deutlich vor dem Führungsnachwuchs. Dieser hat den alten Hasen hingegen viel in Sachen "Umgang mit Unsicherheit" voraus - was die Experten darauf zurückführen, dass die neue Generation von Managern in Krisenzeiten ihre Position erreichte und damit von Anfang an mit der Wechselhaftigkeit am Markt, die durch die letzten Krisen noch verstärkt wurde, befasst waren. Die Stärke älterer Chefs ist es dagegen, ihre Mitarbeiter mehr zu fördern, weil sie aufgrund ihrer längeren Erfahrung nicht mehr so mit sich selbst beschäftigt sind. Die Routine kann aber auch zur Falle werden, denn sie verstellt bisweilen den Blick für Lösungen, die grundsätzlich neuer Natur sind. Andererseits ist die junge und flexible Generation oft nicht mehr in der Lage, Megatrends zu erfassen, da sie gelernt hat, in Ad-hoc-Situationen zu agieren, aber weniger mit dem Denken in Dekaden vertraut ist.
Junge Chefs führen erstaunlich gut, Manager Magazin 9.11.10

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Ein positives Bild reicht nicht 
Donnerstag, 25. November 2010 - Studien
Die Deutschen sind anscheinend offener für eine berufliche Selbstständigkeit, als gedacht. Zumindest legt dies eine repräsentative Studie des Direktvertriebsunternehmens Amway mit mehr als 12.000 Beschäftigten in elf Ländern nahe. Derzufolge haben 56 Prozent aller Deutschen ein positives Bild von der Selbstständigkeit, was verglichen mit der tatsächlichen Zahl der Selbstständigen (um die fünf Prozent) vergleichsweise viel ist - sich aber mit Blick auf andere Länder zugleich relativiert, denn Spitzenreiter bei der positiven Einschätzung des Selbstständig-Seins sind die Dänen mit 89 Prozent, gefolgt von den Franzosen mit 79 Prozent und den Briten mit 74 Prozent. Neben fehlendem Startkapital (71 Prozent) stellt die Angst vor dem Scheitern (58 Prozent) den wichtigsten Hinderungsgrund dar, den Sprung ins Unternehmertum zu wagen. Wichtigster Motivationsfaktor für eine Gründung sind die besseren Verdienstaussichten (52 Prozent) und die Möglichkeit, sein eigener Chef zu sein (49 Prozent). Auch Selbstverwirklichung und die Chance, eigene Ideen umsetzen zu können, ist für viele Deutsche (42 Prozent) ein Aspekt, der die Selbstständigkeit in positivem Licht erscheinen lässt. Wenn es aber um Taten geht, kneifen die meisten dann doch.
Jeder zweite Deutsche offen für Selbstständigkeit, FTD 16.11.10

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Wer im Hier und Jetzt ist, ist glücklicher 
Mittwoch, 24. November 2010 - Studien
Die Fähigkeit, vorauszuschauen, zu planen oder im Rückblick Geschehnisse zu analysieren gehört zu den wichtigen evolutionären Errungenschaften in der menschlichen Entwicklung. Sie hat jedoch ihren Preis, wie Forscher der Harvard University nun belegen konnten, denn: Der Geist, der sich auf der Zeitlinie auf Wanderschaft begibt, sich mit dem beschäftigt, was gestern war oder morgen sein wird, ist ein unglücklicher. Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie mit 2.250 Probanden eine App für das iPhone entwickelt, die die Studienteilnehmer zu verschiedenen Zeitpunkten aufforderte, darüber Auskunft zu geben, was sie gerade tun und ob sie mit den Gedanken bei dieser Tätigkeit sind oder abschweifen. Die Unkonzentrierten sollten schließlich noch Auskunft geben, ob sie an etwas Positives, Neutrales oder Negatives dachten. In 47 Prozent aller Fälle waren die Beteiligten mit ihren Gedanken nicht bei der Sache - und dies unabhängig davon, ob was sie gerade taten (hier bildete lediglich der Sex eine Ausnahme, denn hier war die Mehrheit der Studienteilnehmer eigenen Aussagen zufolge sehr präsent). Und es zeigte sich, dass die, die abschweiften, weniger glücklich waren als diejenigen, die sich voll auf das konzentrierten, was gerade anlag. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass das Abschweifen selbst die eigene Zufriedenheit untergräbt - unabhängig davon, ob man nun positiven oder negativen Gedanken nachhängt oder sich mit einer angenehmen oder eher unangenehmen Tätigkeit beschäftigt. Wer meditiert, weiß das aus eigener Erfahrung - wo kein Gedanke zwischen das Ich und das Hier und Jetzt tritt, beginnt eben wirkliche Zufriedenheit, manche sagen sogar das Glück.
Tagträume machen unglücklich, Spiegel Online 12.11.10

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Frauen verdienen mehr als gedacht, aber immer noch weniger 
Dienstag, 16. November 2010 - Studien
Hatte das Statistische Bundesamt in den letzten zwei Jahren noch einen Lohnabstand von 23 Prozent zwischen den Gehältern von Männern und Frauen errechnet, folgt nun die "Entwarnung", denn bei einer bereinigten Berechnung kommen die Bundesstatistiker nur noch auf Einkommensunterschiede in Höhe von acht Prozent, das Institut der Deutschen Wirtschaft auf 13 Prozent. Der Grund für die neuen Zahlen: Erstmals wurden strukturelle Faktoren wie die unterschiedliche Beschäftigungsdauer eingehend in die Datenanalyse einbezogen. Die Neuberechnung zeigt: Kinder bekommen, Angehörige zu pflegen oder gar ein paar Jahre im Dienste der Familie zu pausieren - das sind die Hauptpunkte, die Frauen finanziell das Genick brechen. Die geringeren Lohnunterschiede beziehen sich nun auf Frauen und Männer mit vergleichbarer Erwerbsbiographie. Ist das ein Grund zur Freude? Frauen, die sich nur eine Babypause von 18 Monaten leisten, verdienen immerhin "nur" vier Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Sachen Gender Mainstraming ist der Weg also noch weit ...
Von wegen benachteiligt, SZ 9.11.10

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Wie die IT-Branche sich verschleißt 
Donnerstag, 11. November 2010 - Studien
Eine Studie der TU Dortmund zeigt eindrücklich, wie hoch der Leidensdruck in der IT-Branche ist. In einer Online Untersuchung fanden die Forscher heraus, in welchem Maße die Angestellten und Freiberufler im Technologiesektor unter gesundheitlichen Problemen und Burn-out leiden. So klagen 65 Prozent der Alleinselbstständigen über arbeitsbedingte Muskel- und Skelettbeschwerden und 52 Prozent über psychische Probleme. Lediglich 30 Prozent der Freelancer und 40 Prozent der abhängig Beschäftigten gehen davon aus, die mit ihrem Job einhergehende Arbeitsbelastung bis zum Rentenalter von 65 Jahren durchzuhalten. 14 Prozent der Freiberufler fürchten sogar, bereits mit 50 Jahren am Ende ihrer Kräfte zu sein. Das positive Signal der Studie: Zwei Drittel der Alleinselbstständigen haben ein stark bis sehr stark positive Leistungsorientierung und empfinden den beruflichen Stress als angenehm.
Burn-out in der IT-Branche vor allem unter Freelancern weitverbreitet, Pressemitteilungen-online.de 15.9.10

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Emotionale Intelligenz macht besser 
Freitag, 5. November 2010 - Studien
War emotionale Intelligenz lange Zeit eher ein Thema der Psychologie, wird es immer mehr auch in der Wirtschaft aufgegriffen, denn immer mehr Studien zeigen: Führungskräfte, die emotional intelligent sind, mitfühlen und die Gefühle anderer adressieren können, sind erfolgreicher, treffen bessere Entscheidungen und führen mit mehr Feingefühl und damit zielführender. Die Universität Cleveland ließt in einer Fallstudie die Mitarbeiter einer Unternehmensberatung die emotionale Intelligenz ihrer Führungskräfte bewerten und verglich die Einschätzungen mit der Performance der Manager. Die Leader, denen von ihren Untergebenen eine hohe emotionale Intelligenz attestiert wurde, erwirtschafteten in den folgenden Quartalen die besten Ergebnisse. Jochen Menges, Betriebswirt an der University of Cambridge, untersuchte 156 deutsche Unternehmen auf den Faktor EQ. Die Firmen, in denen die emotionalen Kompetenzen besonders ausgeprägt waren, wiesen eine überdurchschnittlich gute finanzielle Situation auf, waren innovativer und verzeichneten geringere Krankenstände.
Softies auf Erfolgskurs, Die Zeit 29.10.10

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Unternehmen als Kreativitätsbremse 
Mittwoch, 3. November 2010 - Studien
86 Prozent aller Manager halten Kreativität für sehr wichtig im Job, doch die Realität in Unternehmen ist eine andere. Die Akademie der Wirtschaft Überlingen befragte 600 Führungskräfte dazu, welche Rolle Kreativität im Business spiele. 81 Prozent der Befragten halten sich selbst für kreativ, doch die Chancen, diese Fähigkeit auch einzusetzen, werden von ihnen als gering erachtet. So halten nur 17 Prozent der Befragten deutsche Unternehmen - also ihre Arbeitgeber - für kreativ. 51 Prozent der Manager wünschen sich mehr Zeit und 40 Prozent weniger Aufgaben, um genügend Freiräume für kreatives Wirken zu haben. Jeder Dritte wünscht sich, dass unkonventionelle Ideen im eigenen Unternehmen mehr Wertschätzung erfahren. Weniger Druck und ein besseres Feedback durch Vorgesetzte könnten in den Augen von 25 Prozent der Befragten die kreative Atmosphäre in Unternehmen verbessern. Immerhin jeder zweite Befragte findet, dass kreative Impulse im eigenen Unternehmen anerkannt werden. Allerdings sehen nur 41 Prozent bei ihrem Arbeitgeber eine gemeinsame Vision, die kreatives Denken und innovative Ideen fördert.
Leader zwischen Wunsch und dröger Wirklichkeit, FTD 21.10.10

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