Unternehmen als Kreativitätsbremse 
Mittwoch, 3. November 2010 - Studien
86 Prozent aller Manager halten Kreativität für sehr wichtig im Job, doch die Realität in Unternehmen ist eine andere. Die Akademie der Wirtschaft Überlingen befragte 600 Führungskräfte dazu, welche Rolle Kreativität im Business spiele. 81 Prozent der Befragten halten sich selbst für kreativ, doch die Chancen, diese Fähigkeit auch einzusetzen, werden von ihnen als gering erachtet. So halten nur 17 Prozent der Befragten deutsche Unternehmen - also ihre Arbeitgeber - für kreativ. 51 Prozent der Manager wünschen sich mehr Zeit und 40 Prozent weniger Aufgaben, um genügend Freiräume für kreatives Wirken zu haben. Jeder Dritte wünscht sich, dass unkonventionelle Ideen im eigenen Unternehmen mehr Wertschätzung erfahren. Weniger Druck und ein besseres Feedback durch Vorgesetzte könnten in den Augen von 25 Prozent der Befragten die kreative Atmosphäre in Unternehmen verbessern. Immerhin jeder zweite Befragte findet, dass kreative Impulse im eigenen Unternehmen anerkannt werden. Allerdings sehen nur 41 Prozent bei ihrem Arbeitgeber eine gemeinsame Vision, die kreatives Denken und innovative Ideen fördert.
Leader zwischen Wunsch und dröger Wirklichkeit, FTD 21.10.10

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Junge Arbeitnehmer hängen in der Luft 
Dienstag, 2. November 2010 - Studien
Die IG Metall spricht in einer neuen Studie zur Beschäftigungssituation junger Arbeitnehmer von der "Generation Prekär". In der Online-Befragung wurden 1.134 Personen zwischen 14 und 34 Jahren und 750 Personen, die älter als 35 Jahre sind, zu ihrer Beschäftigungssituation befragt. Mehr als die Hälfte der unter 24-Jährigen sei prekär beschäftigt - ein Zuwachs um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Leiharbeit und zeitliche Befristung von Arbeitsverträgen gehören für den Arbeitskräftenachwuchs längst zur Regel. Mehr als jeder vierte Arbeitnehmer unter 35 Jahren arbeitet gegenwärtig in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis, bei den 20- bis 24-Jährigen sind es sogar 36 Prozent. Auch die Einkommen lassen aus Sicht der Befragten zu wünschen übrig. So gehen 20 Prozent der unter 35-Jährigen einer Nebenbeschäftigung nach, 36 Prozent von ihnen, weil ihr eigentliches Einkommen zum Leben nicht ausreiche. Insgesamt 34 Prozent aller Befragten sind denn auch unzufrieden mit der eigenen Situation im Job. Dies trifft vor allem auf die Hochschulabsolventen zu, von denen 53 Prozent ihre Unzufriedenheit bekundeten.
Generation Prekär, SZ 18.10.10

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Nachhaltigkeit im Aufschwung 
Montag, 1. November 2010 - Studien
Immer mehr Führungskräfte bekennen, dass Nachhaltigkeit für sie das große Thema der Gegenwart ist. In der Studie "A new era of sustainability" befragte die Unternehmensberatung Accenture 766 Unternehmensführer, darunter 439 aus Europa. 93 Prozent der Top-Manager gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren ihr Kerngeschäft wesentlich prägen wird. Vier von fünf Befragten sind der Ansicht, dass die weltweite Finanzkrise die Bedeutung von Nachhaltigkeit weiter erhöht hat. Ebenso viele sehen Fragen der Nachhaltigkeit bereits als Teil ihrer Firmenstrategie. Die Perspektiven der Kapitalmärkte scheinen indes von diesem Erkenntniswandel noch wenig berührt. So sieht sich nur jedes zehnte Unternehmen mit dem Druck von Aktionären konfrontiert, die auf mehr Nachhaltigkeit drängen. Ein Drittel der Top-Manager geht hingegen davon aus, dass die Finanzmärkte nachhaltige Unternehmensziele noch zu wenig anerkennen.
Nachhaltigkeit bedeutet Top-Managern viel - nur Investoren nicht, CSR-News 20.10.10

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Jeder dritte Deutsche verweigert Job-Mobilität 
Freitag, 29. Oktober 2010 - Studien
Fest verwachsen mit der Heimat, diese Perspektive trifft auf jeden dritten deutschen Arbeitnehmer zu. So gaben in einer Umfrage des Karriereportals monster.de 33 Prozent der 4.500 Befragten an, dass sie für ihren Traumjob nicht umziehen würden, weil ihnen ihre Freunde und ihre gewohnte Umgebung wichtiger seien. 40 Prozent sind hingegen klar bereit, zugunsten der Karriere und erfüllender Arbeitsbedingungen einen Ortswechsel in Kauf zu nehmen. Weitere 27 Prozent wären zum Umzug bereit, wenn sie dadurch ihr Einkommen verbessern. Die Österreicher und Schweizer sind in dieser Frage deutlich mobiler - bis zu 50 Prozent der Arbeitnehmer in beiden Ländern wären bereit, für eine bessere Arbeitsstelle ihren angestammten Wohnort hinter sich zu lassen.
Umziehen für den Traumjob? FTD 16.10.10

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Zwischen Karma und Kapitalismus 
Donnerstag, 28. Oktober 2010 - Arbeit
Beim Jahreskongress der Deutschen Buddhistischen Union in Berlin stand in diesem Jahr das Thema "Verantwortlich handeln" auf der Agenda. Zahlreiche Experten entwickelten neue Blickwinkel auf die Wirtschaft, die sich auf buddhistische Prinzipien berufen und zu einem grundsätzlichen Umdenken herausfordern. "Wenn immer mehr Leute Bewusstheit in ihre Handlungen hineinlegen, wird sich die Wirtschaft verändern", sagt etwa Kai Romhardt, Dharmalehrer, Unternehmensberater, Coach und Autor des Buches "Wir sind die Wirtschaft". Karl-Heinz Brodbeck, Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der FH Würzburg, forscht seit 15 Jahren zur buddhistischen Wirtschaftsethik. "Als ich damals zum ersten Mal den Begriff der Gier verwendet habe, haben mich meine Fachkollegen angeguckt, als käme ich vom Mars", sagt Brodbeck. Der Wissenschaftler warnt vor einfachen Formeln, denn der Buddhismus stamme aus einer Zeit, in der eine Wirtschaft, wie wir sie heute kennen, gerade erst im Entstehen war. Dennoch können wir seiner Meinung nach durch die Reflektion über zentrale buddhistische Perspektiven, beispielsweise die "drei Gifte" Illusion, Gier und Hass, das in der Wirtschaft entstehende Leid besser erkennen und mildern.
Gegen den Karma-Kapitalismus, taz 18.10.10

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Aus Luft Geld machen 
Mittwoch, 27. Oktober 2010 - Management
In einem Interview mit dem Standard spricht der Wiener Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann über die Absurditäten des Wirtschafts- und Finanzsystems. Hörmann kritisiert die nicht hinterfragten systemischen Mechanismen, die seiner Meinung dazu führen, dass "aus Luft echtes Geld" wird. Da Geld aus seiner Sicht nur eine "gesellschaftliche Konstruktion" ist, fordert der Experte, neue Wege zu beschreiten, wenn es um die Erfüllung gesellschaftlicher Bedürfnisse geht. Er entwirft ein Szenario, in dem das Geldsystem durch ein neues System der wechselseitigen Verbundenheit ersetzt wird: "Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Wenn wir uns aber in eine neue Gesellschaft ohne Geld retten wollen, brauchen wir als Übergangphase mehrdimensionales Geld. Wir brauchen mehrere unabhängige Rechnungskreise in Form spezialisierter elektronischer Gutscheine. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen. Die Gemeinschaft muss ohne Wenn und Aber und ohne Gegenleistung Kinder, alte und kranke Menschen erhalten, und alle müssen mit diesem Grundlebensstandard versorgt werden, egal welche oder ob sie überhaupt eine Leistung vollbringen." Hörmann sieht als treibende Kraft dieses Wandels einen breiten gesellschaftlichen Konsens, der sich herausbilden müsse: "Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das "global brain". Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz."
"Banken erfinden Geld aus Luft", Der Standard 13.10.10

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Bekanntheit kreiert bizarre moralische Leitbilder 
Dienstag, 26. Oktober 2010 - Studien
Ist Josef Ackermann ein Beispiel für einen ehrbaren Kaufmann? Einer Umfrage von TNS Forschung im Auftrag des Spiegel glauben dies 12 Prozent von 1.000 Befragten. Angeführt wird die Liste der moralischen Instanzen von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, gefolgt von Ex-Bundespräsident Horst Köhler und der ehemaligen Familienministerin und heutigen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Intellektuelle wie Hans Magnus Enzensberger oder Jürgen Habermas rangieren auf der Moral-Hitliste hingegen unter ferner liefen - Enzensberger betrachten 8 Prozent der Befragten als moralische Instanz, auf Habermas entfielen 10 Prozent der Stimmen. Anscheinend ist Bekanntheit - selbst wenn sie wie im Falle Ackermanns häufig mit Negativschlagzeilen verbunden ist - ein Garant dafür, dass Menschen einem etwas zutrauen ... Oder umgekehrt: Was nutzt das beste Engagement, wenn schlicht niemand davon weiß?
Ein ehrbarer Kaufmann? ManagerSeminare Oktober 2010

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MBA-Nachwuchs fordert grundlegenden Wandel 
Montag, 25. Oktober 2010 - Studien
Wenn es nach den jungen Studierenden geht, steht den Business Schools ein grundlegender Wandel bevor, denn der Führungsnachwuchs will sich längst nicht mehr allein mit Hard Skills und einer obsoleten Karriere- und Kapitalismus-Denke begnügen. Das "Trendbarometer Executive Education", das von der Berliner Agentur SWOP und der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht wurde zeigt: Mehr als zwei Drittel der 700 befragten MBA-Studenten, Alumni und Interessierten wünschen sich nachhaltige Veränderungen an den Kaderschmieden. So fordern 74 Prozent eine stärkere Berücksichtigung von sozialer Verantwortung und CSR, 67 Prozent wollen neue Lehrinhalte wie Ethik und Nachhaltigkeit und 64 Prozent möchten ein stärkeres Gewicht auf Unternehmenskultur und Change Management legen. Auch die Work-Life-Balance wird für immer mehr High Potentials wichtig - 62 Prozent fordern eine stärkere Berücksichtigung des Ausgleichs zwischen Arbeit und Privatleben. 31 Prozent legen Wert auf ein grundsätzlich neues Leitbild in der Management-Lehre und 25 Prozent sprechen sich für die Einführung eines verpflichtenden Manager-Eids aus.
Studierende wollen Reform der Manager-Ausbildung, FTD 1.10.10

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