Kooperation als evolutionäre Grundtatsache 
Mittwoch, 10. November 2010 - Wissenschaft
Im Interview mit der Wirtschaftswoche erklärt der Psychiatrieprofessor Joachim Bauer, warum Zugehörigkeit und Akzeptanz, mithin Altruismus, ein Grundfaktor menschlicher Evolution ist. Am Beispiel von Kleinkindern, die auf ganz natürliche Weise mit anderen kooperieren, selbst wenn sie dadurch keinen Vorteil haben, kommt Bauer zu dem Schluss: "Die Evolution hat Kooperation entstehen lassen, bevor sie sich – nach ökonomischen Maßstäben – zu lohnen begann. Die Trennung zwischen Egoismus als Profit und Altruismus als Verlust kommt ursprünglich aus der Ökonomie. Man kann das Prinzip der Nutzenmaximierung aber nicht einfach so in die Biologie übertragen." Gier hingegen ist laut Bauer eher ein Phänomen der Ressourcenknappheit - erst die Angst, nicht genug zu bekommen, führe zu egoistischem Verhalten. Umgekehrt ist die altruistische Programmierung des Menschen ein wichtiger Glücksfaktor, denn jede altruistische Entscheidung führe im Gehirn dazu, dass Glückshormone ausgeschüttet werden. Es wäre also unter dem Strich vieles einfacher, wenn wir uns einfach öfter auf unsere natürliche Kooperationsfähigkeit besinnen, anstatt uns als isolierte Individuen wahrzunehmen, die stets mit anderen konkurrieren müssen.
"Der Mensch ist sozial", WiWo 29.10.10

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Meditation macht den Kopf fit 
Dienstag, 9. November 2010 - Wissenschaft
Aufmerksamer sein, besser Denken, sich seinen Gefühlen nicht so ausgeliefert fühlen - wer regelmäßig meditiert, kann leicht in den Genuss dieser Selbstoptimierung kommen. So zeigt eine Studie der Dalian University of Technology und der University of Oregon, dass Meditation schon nach kurzer Zeit im Gehirn nachweislich positive Spuren zeigt. Die Wissenschaftler trainierten StudentInnen im Integrative-Body-Mind-Training (IBMT), einer Methode, die auf Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert und Atemübungen, mentale Vorstellungsbilder und weitere Techniken einsetzt. Die Kontrollgruppe praktizierte in dem den insgesamt elf Stunden dauernden Übungseinheiten herkömmliche Entspannungsverfahren. Im anschließenden TEst wiesen die IBMT-Teilnehmer im Vergleich zur Kontrollgruppe positive Veränderungen in den Hirnregionen, die für die Verhaltens- und Aufmerksamkeitssteuerung sowie die Regulierung von Stimmungen und Emotionen zuständig sind, auf. So einfach kann Neurotuning sein!
Meditation stärkt die Selbststeuerung, Psychologie heute 2.11.10

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Abstruses Menschenbild 
Montag, 8. November 2010 - Arbeit
Die Welt schlägt mit einem Beitrag des Wirtschaftsphilosophen Gerd Habermann ein neues Kapitel in Sachen Sozialdarwinismus auf. Habermann kritisiert vehement die Hartz IV-Politik und propagiert ein ganz eigenes Bild von Menschenwürde: "Man ist nicht unfrei, wenn man ärmlich leben muss – Freiheit verstanden als Freiheit vom willkürlichen Herumkommandiertwerden durch andere Menschen!" Die Tatsache, dass viele ehrliche Arbeitssuchende sich zum Teil seit Jahren um neue Jobs bemühen, aber scheitern, weil der Arbeitsmarkt trotz der aktuellen Visionen einer neuen Vollbeschäftigung schlicht nicht genug her gibt, blendet er dabei aus - ebenso, dass auch diese Millionen Redlichen der Arbeitsagentur permanent Rede und Antwort stehen müssen, Bewerbungen schreiben sollen selbst dort, wo es keinen Sinn macht und kein Erfolg zu erwarten ist, und in Sachen sozialer Teilhabe am Rand der Gesellschaft stehen. Habermann kontert, dass die heutigen Zeiten geradezu komfortabel seien, denn: "Im 19. Jahrhundert galt es dagegen als menschenwürdig, gerade nicht auf öffentliche Kosten zu leben. Vor 1918 entzog man Unterstützungsempfängern sogar das Wahlrecht (übrigens auch den „Bankrotteuren“). Da sind wir heute milder." Bei aller Milde, Druck muss sein. "Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist und sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss. Den Empfängern solcher Geschenke ohne Gegenleistung darf es nicht erspart bleiben, diese Situation als schmerzlich zu empfinden. Eben dies spornt an, aus dieser unwürdigen Lage wieder herauszukommen", so Habermann weiter. Der Philosoph wettert gegen Ideen wie die des Grundeinkommens, die seiner Meinung nach die Almosenhaltung der BürgerInnen nur zementiere. Vor lauter Hetze gegen die Sozialbürokratie, die sich nach Habermanns Ansicht durch das Sozialsystem noch Karrieren zimmere, vergisst er dabei, dass es gerade das Anliegen des Grundeinkommens ist, diese abzuschaffen, denn wo niemand mehr gegängelt wird, um halbwegs überleben zu können, braucht es auch keine Verwalter des Fiaskos minimierter gesellschaftlicher Teilhabe ...
Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben! Die Welt 30.10.10

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Emotionale Intelligenz macht besser 
Freitag, 5. November 2010 - Studien
War emotionale Intelligenz lange Zeit eher ein Thema der Psychologie, wird es immer mehr auch in der Wirtschaft aufgegriffen, denn immer mehr Studien zeigen: Führungskräfte, die emotional intelligent sind, mitfühlen und die Gefühle anderer adressieren können, sind erfolgreicher, treffen bessere Entscheidungen und führen mit mehr Feingefühl und damit zielführender. Die Universität Cleveland ließt in einer Fallstudie die Mitarbeiter einer Unternehmensberatung die emotionale Intelligenz ihrer Führungskräfte bewerten und verglich die Einschätzungen mit der Performance der Manager. Die Leader, denen von ihren Untergebenen eine hohe emotionale Intelligenz attestiert wurde, erwirtschafteten in den folgenden Quartalen die besten Ergebnisse. Jochen Menges, Betriebswirt an der University of Cambridge, untersuchte 156 deutsche Unternehmen auf den Faktor EQ. Die Firmen, in denen die emotionalen Kompetenzen besonders ausgeprägt waren, wiesen eine überdurchschnittlich gute finanzielle Situation auf, waren innovativer und verzeichneten geringere Krankenstände.
Softies auf Erfolgskurs, Die Zeit 29.10.10

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Wissen als harter Business-Faktor 
Donnerstag, 4. November 2010 - Management
Zwar wird im Business immer noch vordergründig hauptsächlich auf die harten Zahlen gesehen, doch immer mehr Unternehmen erkennen, dass das Wissen der Mitarbeiter im Prinzip ihr wichtigstes Kapital darstellt. Waren Wissensbilanzen bis vor kurzem für die Firmen, die sie eingesetzt haben, eher ein Marketinginstrument, werden sie in immer mehr Unternehmen konsequent zum Management-Tool ausgebaut - das nicht nur die Entwicklung der internen Performance fördert, sondern auch immer häufiger zum Pluspunkt in Gesprächen mit den Banken wird. Am Beispiel der Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen zeigt die FTD, dass dabei nicht nur ein neues Bewusstsein über das intellektuelle Kapital des Betriebes das Ergebnis ist, sondern die Wissensbilanzen auch die internen Strukturen des Unternehmens positiv beeinflussen. Die Klinikgruppe, die mehrere Häuser leitet und auf die Behandlung psychosomatischer Krankheiten spezialisiert ist, erfasst seit 2006 das Wissen ihrer Mitarbeiter aktiv. "Der interne Effekt dieser Bilanz war für uns viel größer als in der Außendarstellung. Heute gehen wir systematisch bei der Expansion vor, investieren in die Weiterbildung von Führungskräften und haben eine Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet", so Geschäftsführer Joachim Galuska. Wichtige Aspekte der Wissensbilanz: Einflussfaktoren auf das intellektuelle Kapital wie Mitarbeiterqualifizierung, Innovationsfähigkeit, Erfahrung und Zufriedenheit erfassen; bewerten, ob dieses intellektuelle Kapital ausreicht, um die aktuellen Ziele zu erreichen; die Wirkungszuammenhänge zwischen den einzelnen Faktoren analysieren und Maßnahmen ableiten, wo Verbesserungen notwendig sind. Die Heiligenfeld Kliniken haben das Wissen ihrer Mitarbeiter genutzt, um ihren Expansionskurs voranzutreiben - so wurden im vergangenen Jahr drei Kliniken hinzugekauft. Die Bad Kissinger sind davon überzeugt, dass ihre Wissensbilanz maßgeblich zum Erfolg der Maßnahmen beiträgt.
Bilanz mit Köpfchen, FTD 22.10.10

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Unternehmen als Kreativitätsbremse 
Mittwoch, 3. November 2010 - Studien
86 Prozent aller Manager halten Kreativität für sehr wichtig im Job, doch die Realität in Unternehmen ist eine andere. Die Akademie der Wirtschaft Überlingen befragte 600 Führungskräfte dazu, welche Rolle Kreativität im Business spiele. 81 Prozent der Befragten halten sich selbst für kreativ, doch die Chancen, diese Fähigkeit auch einzusetzen, werden von ihnen als gering erachtet. So halten nur 17 Prozent der Befragten deutsche Unternehmen - also ihre Arbeitgeber - für kreativ. 51 Prozent der Manager wünschen sich mehr Zeit und 40 Prozent weniger Aufgaben, um genügend Freiräume für kreatives Wirken zu haben. Jeder Dritte wünscht sich, dass unkonventionelle Ideen im eigenen Unternehmen mehr Wertschätzung erfahren. Weniger Druck und ein besseres Feedback durch Vorgesetzte könnten in den Augen von 25 Prozent der Befragten die kreative Atmosphäre in Unternehmen verbessern. Immerhin jeder zweite Befragte findet, dass kreative Impulse im eigenen Unternehmen anerkannt werden. Allerdings sehen nur 41 Prozent bei ihrem Arbeitgeber eine gemeinsame Vision, die kreatives Denken und innovative Ideen fördert.
Leader zwischen Wunsch und dröger Wirklichkeit, FTD 21.10.10

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Junge Arbeitnehmer hängen in der Luft 
Dienstag, 2. November 2010 - Studien
Die IG Metall spricht in einer neuen Studie zur Beschäftigungssituation junger Arbeitnehmer von der "Generation Prekär". In der Online-Befragung wurden 1.134 Personen zwischen 14 und 34 Jahren und 750 Personen, die älter als 35 Jahre sind, zu ihrer Beschäftigungssituation befragt. Mehr als die Hälfte der unter 24-Jährigen sei prekär beschäftigt - ein Zuwachs um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Leiharbeit und zeitliche Befristung von Arbeitsverträgen gehören für den Arbeitskräftenachwuchs längst zur Regel. Mehr als jeder vierte Arbeitnehmer unter 35 Jahren arbeitet gegenwärtig in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis, bei den 20- bis 24-Jährigen sind es sogar 36 Prozent. Auch die Einkommen lassen aus Sicht der Befragten zu wünschen übrig. So gehen 20 Prozent der unter 35-Jährigen einer Nebenbeschäftigung nach, 36 Prozent von ihnen, weil ihr eigentliches Einkommen zum Leben nicht ausreiche. Insgesamt 34 Prozent aller Befragten sind denn auch unzufrieden mit der eigenen Situation im Job. Dies trifft vor allem auf die Hochschulabsolventen zu, von denen 53 Prozent ihre Unzufriedenheit bekundeten.
Generation Prekär, SZ 18.10.10

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Nachhaltigkeit im Aufschwung 
Montag, 1. November 2010 - Studien
Immer mehr Führungskräfte bekennen, dass Nachhaltigkeit für sie das große Thema der Gegenwart ist. In der Studie "A new era of sustainability" befragte die Unternehmensberatung Accenture 766 Unternehmensführer, darunter 439 aus Europa. 93 Prozent der Top-Manager gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren ihr Kerngeschäft wesentlich prägen wird. Vier von fünf Befragten sind der Ansicht, dass die weltweite Finanzkrise die Bedeutung von Nachhaltigkeit weiter erhöht hat. Ebenso viele sehen Fragen der Nachhaltigkeit bereits als Teil ihrer Firmenstrategie. Die Perspektiven der Kapitalmärkte scheinen indes von diesem Erkenntniswandel noch wenig berührt. So sieht sich nur jedes zehnte Unternehmen mit dem Druck von Aktionären konfrontiert, die auf mehr Nachhaltigkeit drängen. Ein Drittel der Top-Manager geht hingegen davon aus, dass die Finanzmärkte nachhaltige Unternehmensziele noch zu wenig anerkennen.
Nachhaltigkeit bedeutet Top-Managern viel - nur Investoren nicht, CSR-News 20.10.10

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