Huhn oder Ei? Outperformer sind Vorreiter in Sachen CSR 
Donnerstag, 11. Dezember 2008 - Success Stories
Die Frage, ob umfassende CSR-Aktivitäten das Unternehmenswachstum stimulieren oder ob umgekehrt Firmen, deren Performance überdurchschnittlich ist, sich ein besonderes CSR-Engagement eher leisten können, ist nach wie vor schwer zu beantworten. Eine CSR-Studie des britischen Economist unter 1.250 Führungskräften, darunter 300 CEOs, zeigt jedoch: die Outperformer weisen meist auch überdurchschnittliche CSR-Aktivitäten auf. Die Outperformer der Studie verzeichneten in den letzten drei Jahren einen Zuwachs ihres Aktienwertes in Höhe von 50 Prozent, während die Lowperformer hier Verluste von mehr als zehn Prozent hinnehmen mussten. Umweltziele und Menschenrechte in der Produktions- und Lieferkette zu berücksichtigen, war dabei für 40 Prozent der Outperformer wichtig, dagegen nur für 18 Prozent der Lowperformer. Eine ähnliche Tendenz zeigte sich bei der Reduzierung der Treibhausgase, die 38 Prozent der Outperformer auf ihrer Agenda haben, aber nur 24 Prozent der Lowperformer. Für fast die Hälfte der Outperformer (49 Prozent) ist es wichtig, Produkte auf den Markt zu bringen, die soziale und Umweltprobleme adressieren, dagegen nur für 35 Prozent der Lowperformer.
"Doing good: Business and the sustainability challenge", Economist Februar 2008


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Ressourcenschonend aus der Fülle schöpfen 
Montag, 1. Dezember 2008 - Success Stories
Cradle to Cradle heißt das neue Schlagwort, hinter dem sich ein neues, umweltschonendes Produktionsdenken verbirgt, welche natürliche Ressourcen immer wieder recycelt. Erdacht von dem Verfahrenstechniker Michael Braungart tritt das "Von der Wiege an die Wiege"-Konzept gerade einen Siegeszug in der Wirtschaft an. Kern des neuen C2C-Denkens ist es, Produkte so herzustellen, dass die Rohstoffe, die dabei verwendet werden, später wieder als Ausgangsmaterial für neue Produkte genutzt werden können. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über einige diesbezügliche Projekte renommierter Unternehmen. So hat Textilproduzent Trigema ein T-Shirt entwickelt, das kompostierbar ist. Die Kleidungsstücke aus Naturbaumwolle sind frei von Pestiziden und Düngemittelrückständen, die verwendeten Farbstoffe biologisch abbaubar und das in der Produktion verwendete Praffin ist umweltverträglich. Auch Hersteller wie Nike oder der Büromöbel-Anbieter Miller aus Michigan haben bereits Produkte im Angebot, die nach Ablauf ihres Lebenszyklus wiederverwertet werden können. Das neue Cradle-to-Cradle-Prinzip markiert den Einstieg in ein völlig neues Denken im Hinblick auf den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Nicht mehr die Knappheit von Rohstoffen steht im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit der Wiederverwertung. So könnten im Prinzip endlose Herstellungsprozesse entstehen, die Rohstoffe nicht endgültig verbrauchen, sondern in immer neuen Kreisläufen nutzen. Eine technologisch intelligente Lösung, die aus der Fülle schöpft, ohne sie zu reduzieren.
"Kompostierbares T-Shirt als Türöffner", FAZ 24.11.2008


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Neue Art der Kundenbindung 
Donnerstag, 4. September 2008 - Success Stories
Community Supported Agriculture heißt ein neues Modell, mit dem Landwirtschaftsbetriebe eine besondere Form der Kundenbindung eingehen. Die Kunden schließen sich nämlich zu einem Verein zusammen, der dem Anbieter in Form von festen Abnahmegarantien einen verlässlichen Absatz sichert. Im brandenburgischen Lübnitz beispielsweise wird das Landgut von einem 35 Mitglieder umfassenden Verein getragen, die pro Monat 90 Euro zahlen und dafür zwei Mal pro Woche vom Hof mit Lebensmitteln versorgt werden. Für die Bauern liegt der Vorteil darin, dass sie längerfristig planen können und seltener - oder in günstigen Fällen auch gar nicht - auf Kredite angewiesen sind.
"Kommune Biohof", taz 22.8.2008


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Deutsche Bank wird grün 
Montag, 14. Juli 2008 - Success Stories
Die Deutsche Bank hat das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf ihre Agenda gesetzt. Nach dem Umbau der beiden Zwillingstürme in Frankfurt am Main, die die Hauptverwaltung der Bank beherbergen, sollen die Hochhäuser zu den umweltfreundlichsten der Welt gehören. Im Zuge der Sanierung wurden die Gebäude komplett entkernt, und es gelang, 98 Prozent des anfallenden Bauschutts einem Recycling zuzuführen. Nach der Sanierung sollen die Gebäude 67 Prozent weniger Heizenergie verbrauchen, 55 Prozent weniger Strom und 43 Prozent weniger Wasser. Die CO2-Emissionen des Gebäudes sollen damit um mehr als die Hälfte verringert werden. Darüber hinaus hat die Bank ein Nachhaltigkeitsmanagement eingerichtet, das für kontinulierte Verbesserungsprozesse zuständig ist und die Sensibilität der Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner für Klimastrategien zu stärken.
"Es grünt auch bei der Deutschen Bank", FAZ 4.7.2008


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Integratives Qualitätsbewusstsein führt zum Erfolg 
Donnerstag, 19. Juni 2008 - Success Stories
Das Bio-Seehotel Zeulenroda zeigt, wie geschicktes Management ein Unternehmen, dessen Rahmenbedingungen nicht die besten sind, zum Erfolg führen kann. Im Thüringer Vogtland gelegen, verfügt das Hotel zwar über eine landschaftlich reizvolle Lage, doch spielt sich der Tourismus-Boom anderenorts ab. Dennoch gelang es Geschäftsführer Stephan Bode, das Bio-Seehotel zu einem Shootingstar zu machen. Zum zweiten Mal in Folge erhielt das Hotel gerade den 1. Platz beim Grand Prix der "Ausgewählten Tagungshotels zum Wohlfühlen". Sein Geheimnis: Integratives Qualitätsbewusstsein (IQB). Diese Perspektive setzt sich die Schaffung besonderer Qualität zum Ziel und berücksichtigt dabei die Potenziale aller Führungskräfte und Mitarbeiter und setzt auf Wertschätzung im Umgang miteinander. Es geht um die Entwicklung eines Bewusstseins für das große Ganze. Neben diesen menschlichen Werten setzt das Hotel auf Bio-Kost und schadstofffreie Naturmaterialien. Im vergangenen Jahr wurde das Hotel für diesen integrativen Ansatz auch mit dem internationalen "Spirit at Work Award" ausgezeichnet.
"Bio-Seehotel Zeulenroda mit IQB zum Erfolg geführt", CSR-News 12.6.2008


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Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie 
Freitag, 13. Juni 2008 - Success Stories
In der öffentlichen CSR-Diskussion wird Unternehmen immer wieder vorgeworfen, dass sie das Thema soziale Verantwortung nicht wirklich in der Unternehmensstrategie verankern. Dass es auch anders geht, illustriert Dr. h.c. August Oetker im Gespräch mit dem Magazin Visavis. "Unsere Strategie ist niemals bloß auf die Erzielung kurzfristiger Erfolge, sondern immer auf den dauerhaften Bestand ausgerichtet. Wir haben ein Ziel – die geschaffenen Werte in allen Bereichen langfristig zu sichern und zu erweitern. Daraus leiten wir unsere Verantwortung ab. Wir kommunizieren CSR nicht mit Leitlinien oder Regeln, sondern nachhaltiges Handeln ist bei uns seit Langem ungeschriebene, aber kontinuierlich gelebte Praxis", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Dr. Oetker GmbH. Dazu gehört für Oetker, gesetzliche Umweltbestimmungen nur als Mindeststandard zu verstehen und die in deutschen Unternehmensbereichen erreichten Standards auch auf ausländische Schwestergesellschaften zu übertragen. Umweltschutzmaßnahmen beziehen sich dabei auf den gesamten Produktlebenszyklus von der Entwicklung bis zur Entsorgung. "Um akzeptiert zu werden, ist mehr notwendig, als bloß Gesetze einzuhalten. Vielmehr sieht man unternehmerische Tätigkeiten und Produkte verstärkt in einem Gesamtzusammenhang, in dem die Schaffung ökonomischer Werte danach beurteilt wird, ob sie dauerhaft und zugleich mit dem ökologischen und sozialen Gefüge vereinbar sind", so Oetker.
"Langfristige Ziele im Blick", Visavis 3.6.2008



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Bei Öko- und Ethik-Investments hängt Europa hinterher 
Freitag, 6. Juni 2008 - Success Stories
In den Vereinigten Staaten fließt bereits jeder zehnte investierte Dollar in ökologisch oder ethisch motivierte Investments. Im europäischen Raum sind es dagegen erst knapp ein Prozent aller Anlagen, so Max Deml, Chefredakteur des Fachdienstes Öko-Invest, in einem Beitrag für Forum Nachhaltig Wirtschaften. Im deutschen Sprachraum hat sich allerdings das Marktvolumen für ethisch-ökologisch ausgerichtete Fonds in den letzten sechs Jahren immerhin verzehnfacht und liegt gegenwärtig bei mehr als 25 Milliarden Euro.
"Grüne Fonds erblühen", CSR-News 14.5.2008


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Soziale Probleme marktwirtschaftlich lösen 
Freitag, 2. Mai 2008 - Success Stories
In einem Interview mit Focus-Online stellt Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ein neues Konzept von Sozialunternehmen vor, die - marktwirtschaftlich agierend - zur Lösung der Probleme unserer Zeit beitragen sollen. Yunus kritisiert unterschwellig die bisherigen Auffassungen von Corporate Social Responsibility: "Oft investiert dasselbe Unternehmen, das einen Cent für CSR aufwendet, 99 Cent in geschäftliche Projekte, die soziale Probleme verschlimmern." Seine Idee: Unternehmen, die kostendeckend arbeiten, richten ihre Tätigkeit darauf aus, konkrete Probleme zu lösen. Der Gewinn: keine Dividende, aber das gute Gefühl, einen Beitrag zu einer besseren Welt geleistet zu haben. In einem ersten Joint Venture mit Danone ist das Ziel, in Bangladesch bezahlbare Lebensmittel für Mittellose zu produzieren. Das Unternehmen produziert Joghurt, der in essbaren Bechern verkauft wird. Die Kunden haben auf diese Weise mehr von ihrem Geld, und es entstehen nach dem Verbrauch keine Abfälle. Im Kern funktionieren die von Yunus propagierten Sozialunternehmen wie ihre profitorientierten Pendants - allein sie zahlen lediglich das in sie investierte Kapital zurück und keine Dividende. Dazu der Friedensnobelpreisträger: "Die Tatsache, dass Menschen in aller Welt jedes Jahr viele Milliarden für wohltätige Zwecke spenden, zeigt, dass sie sich danach sehnen, mit ihrem Geld anderen Menschen zu helfen. Der Unterschied, wenn sie in Sozialunternehmen, die sich selbst erhalten, investieren ist: Sie müssen nicht jedes Jahr erneut Geld nachschießen. Einmal gegründet, wächst die Firma aus eigener Kraft. Zweitens erhält der Investor sein Geld zurück. Er kann es neu investieren. So erzielt das Kapital einen mehrfachen sozialen Nutzen."
"Der Geniestreich des Professors", Focus-Online 15.4.2008


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