Erster Kongress zur Meditationsforschung 
Montag, 6. Dezember 2010 - Wissenschaft
Vor einer Woche fand in Berlin der Kongress "Meditation & Wissenschaft 2010" statt, den ich für die Identity Foundation, Düsseldorf, und die Oberberg Stiftung, Berlin, organisiert habe. Das besondere: In wirklich einzigartiger und umfassender Weise wurden hier die wichtigsten Ergebnisse der Grundlagenforschung in diesem Feld vorgestellt. Die renommiertesten Wissenschaftler aus Neurowissenschaft, Medizin, Psychologie, Philosophie und Religionswissenschaft entwickelten ein Gesamtbild auf das Thema, wie es in dieser Form noch nicht öffentlich vorgestellt wurde. Dabei wurden vor allem eindrucksvolle Belege geliefert, welche Spuren Meditation im Gehirn hinterlässt, welche positiven Wirkungen in der Medizin zu verzeichnen sind und wie Meditation bei Stressmanagement helfen kann. Auf der Kongresswebseite gibt es inzwischen zahlreiche Materialien zu den Präsentationen. Im Pressebereich finden sich außerdem Pressemitteilungen, die unter anderem auf die Wirkung von Meditation in Beruf und Alltag eingehen.
Zähneputzen für das Gehirn, SZ 30.11.10

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Kooperation als evolutionäre Grundtatsache 
Mittwoch, 10. November 2010 - Wissenschaft
Im Interview mit der Wirtschaftswoche erklärt der Psychiatrieprofessor Joachim Bauer, warum Zugehörigkeit und Akzeptanz, mithin Altruismus, ein Grundfaktor menschlicher Evolution ist. Am Beispiel von Kleinkindern, die auf ganz natürliche Weise mit anderen kooperieren, selbst wenn sie dadurch keinen Vorteil haben, kommt Bauer zu dem Schluss: "Die Evolution hat Kooperation entstehen lassen, bevor sie sich – nach ökonomischen Maßstäben – zu lohnen begann. Die Trennung zwischen Egoismus als Profit und Altruismus als Verlust kommt ursprünglich aus der Ökonomie. Man kann das Prinzip der Nutzenmaximierung aber nicht einfach so in die Biologie übertragen." Gier hingegen ist laut Bauer eher ein Phänomen der Ressourcenknappheit - erst die Angst, nicht genug zu bekommen, führe zu egoistischem Verhalten. Umgekehrt ist die altruistische Programmierung des Menschen ein wichtiger Glücksfaktor, denn jede altruistische Entscheidung führe im Gehirn dazu, dass Glückshormone ausgeschüttet werden. Es wäre also unter dem Strich vieles einfacher, wenn wir uns einfach öfter auf unsere natürliche Kooperationsfähigkeit besinnen, anstatt uns als isolierte Individuen wahrzunehmen, die stets mit anderen konkurrieren müssen.
"Der Mensch ist sozial", WiWo 29.10.10

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Meditation macht den Kopf fit 
Dienstag, 9. November 2010 - Wissenschaft
Aufmerksamer sein, besser Denken, sich seinen Gefühlen nicht so ausgeliefert fühlen - wer regelmäßig meditiert, kann leicht in den Genuss dieser Selbstoptimierung kommen. So zeigt eine Studie der Dalian University of Technology und der University of Oregon, dass Meditation schon nach kurzer Zeit im Gehirn nachweislich positive Spuren zeigt. Die Wissenschaftler trainierten StudentInnen im Integrative-Body-Mind-Training (IBMT), einer Methode, die auf Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert und Atemübungen, mentale Vorstellungsbilder und weitere Techniken einsetzt. Die Kontrollgruppe praktizierte in dem den insgesamt elf Stunden dauernden Übungseinheiten herkömmliche Entspannungsverfahren. Im anschließenden TEst wiesen die IBMT-Teilnehmer im Vergleich zur Kontrollgruppe positive Veränderungen in den Hirnregionen, die für die Verhaltens- und Aufmerksamkeitssteuerung sowie die Regulierung von Stimmungen und Emotionen zuständig sind, auf. So einfach kann Neurotuning sein!
Meditation stärkt die Selbststeuerung, Psychologie heute 2.11.10

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Achtung Lippenbekenntnisse! 
Mittwoch, 22. September 2010 - Wissenschaft
Mal wieder über den Chef gelästert oder über Kollegen getratscht? Die Psychologie gewinnt aus der Art und Weise, wie wir über andere reden, wesentliche Erkenntnisse über unsere eigene Verfassung. Ein Experiment der amerikanischen Wake Forest University zeigt: Wer schlecht über andere spricht, verfügt meist selbst über eine Vielzahl der als negativ bewerteten Eigenschaften. Wer hingegen positiv über seine Mitmenschen redet, ist meist selbst begeisterungsfähig, gutherzig, höflich, ausgeglichen und leistungsfähig. Die negative Wahrnehmung von Mitmenschen ist häufig ein Indikator für eigene negative Persönlichkeitseigenschaften, darunter auch eine stärkere Neigung zu Narzissmus und antisozialem Verhalten, aber auch Depressionen. Versucht man dagegen gezielt, andere mit Wohlwollen zu betrachten, können die eigenen negativen Verhaltensmuster sich verringern. Allerdings sind unsere Wahrnehmungen relativ stabil, denn die Forscher stellten auch fest, dass die Einschätzungen anderer sich, als der Test ein Jahr später wiederholt wurde, kaum verändern - wenn man es nicht gezielt versucht.
Was einer über andere spricht ..., Psychologie heute 16.8.10

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Lösungen beginnen an der Basis 
Mittwoch, 15. September 2010 - Wissenschaft
Lösungen lassen sich am besten von unten nach oben entwickeln, meint die Wissenschaftlerin Elinor Ostrom, die 2009 - als erste Frau! - für ihre Forschungen zu Gemeingütern mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet worden war. Die FAZ widmet ihr ein Portrait, in dem erklärt, auf welchen Wegen sich Nachhaltigkeit am besten erreichen lässt. In zahlreichen Feldstudien und untermauert durch stichhaltiges Datenmaterial hat Ostrom bewiesen, dass Gemeingüter - also die Sorge für und Nutzung eines Gutes durch Viele, ohne dass ihnen dieses Gut in Form persönlichen Besitzes gehört - funktionieren, und zwar unter ganz bestimmten Umständen: "Sofern das Gut eingrenzbar ist und die betroffene Gruppe der Nutzer überschaubar, funktioniert Selbstregulierung besser, als wenn der Staat eingreift." Ostrom kritisiert, dass im Umweltschutz der dominierende Ansatz hingegen von oben nach unten verläuft und damit die Menschen kaum in eine Rolle der Verantwortung hineinwachsen. Die Wisenschaftlerin meint: "Wir dürfen die Leute vor Ort nicht zur Seite schieben. Solange wir sie als Teil des Problems, nicht als potentiellen Teil der Lösung ansehen, solange wird der Erfolg gering bleiben."
Vom Hörsaal in den Dschungel, FAZ 4.9.10

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Befreiung aus dem Gefängnis des Lebens 
Montag, 6. September 2010 - Wissenschaft
In den letzten Monaten mehren sich die Berichte darüber, welche positiven Wirkungen von Meditation inzwischen wissenschaftlich belegt sind. Gerade die Arbeiten von WissenschaftlerInnen aus Deutschland, die beispielsweise im November auch bei dem Kongress Meditation & Wissenschaft in Berlin vorgestellt werden, haben großen Anteil an der Gewinnung dieser Erkenntnisse. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung beleuchtet das Thema nun in einem Portrait des Schriftstellers Tim Parks von einer anderen Seite. Parks leidet seit vielen Jahren an sehr schmerzhaften Prostatabeschwerden - ein Umstand, der sein Leben zunehmend unerträglicher werden ließen. Keine Therapie konnte Abhilfe schaffen, kein Medikament die täglichen Schmerzen lindern. Doch Parks gab nicht auf, beschäftigte sich mit alternativen Heilmethoden und stieß schließlich auf eine Methode, die ihn einen Weg finden ließ, mit seinem Leiden konstruktiv umzugehen: Meditation. Zehn Tage Schweigen beim Meditationskurs - ein zunächst befremdliches Erlebnis für den Suchenden, doch schon bald wird der Skeptiker von seinen positiven Erfahrungen eines besseren belehrt. "Es ist möglich, sich diesen Dingen zu nähern, ohne gleich alles glauben zu müssen", sagt Parks in der FAS. Ihm verhilft die regelmäßige Meditation dazu, keine Medikamente mehr zu benötigen. Und er erkennt, dass viele Krankheiten wohl auch mit der Art, wie wir leben, verbunden sind. Bei der Betrachtung seines eigenen Lebens erkennt Parks, wie er größtenteils über Jahre hinweg als Getriebener durchs Leben eilte, sich anstrengte, wo es nur ging, mit übertriebenem Eifer. Seine Krankheit betrachtet er heute als Glücksfall: "Wäre ich nicht ein so großer Skeptiker, würde ich sagen, sie wurde mir vom Himmel geschickt, um mein Leben zu verändern." Parks ist kein Missionar, seine Erfahrungen hat er in einem Buch verarbeitet (Die Kunst stillzusitzen) - frei von Pathos. Ein Beispiel, wie es bereits viele gibt- schön, das sie auch immer öfter ihren Weg in die Medien finden.
Die Befreiung aus dem Gefängnis, FAS 29.8.10

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Ehrlichkeit fördert Wohlstand 
Dienstag, 17. August 2010 - Wissenschaft
Eine ehrliche Wirtschaftskultur kommt dem Wohlstand zugute und fördert die Produktivität einer Volkswirtschaft, so die Erkenntnisse einer Studie der Universität Köln. Da in einem Klima von Ehrlichkeit und Vertrauen die Transaktionskosten geringer sind, weil beispielsweise der Aufwand, um wasserdichte Verträge zu schließen, nicht so hoch ausfällt und teure Rechtsstreitigkeiten eher selten sind, wird wirtschaftliches Engagement komplikationsärmer. Darüber hinaus fallen Investitionen in Forschung und Entwicklung leichter, wenn Firmen nicht fürchten müssen, dass ihre Innovationen von der Konkurrenz einfach kopiert werden. Wo Vertrauen herrscht, orientiert sich darüber hinaus die Auswahl der Mitarbeiter eher an deren tatsächlicher Qualifikation als an Gruppenzugehörigkeiten, was wiederum den Anreiz erhöht, in die eigene Bildung zu investieren. Prosperierende Wirtschaften wie in den skandinavischen Ländern rangieren deshalb auch am oberen Ende der Ehrlichkeitsforscher, während diese Deutschland in einem bereits problematischen Mittelfeld verorten.
Ehrlichkeit fördert das Bruttosozialprodukt, Psychologie aktuell 4.6.10

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Hirndoping zwischen Wunsch und Wirklichkeit 
Montag, 19. Juli 2010 - Wissenschaft
Das Thema Hirndoping ist seit einigen Monaten schwer en vogue und immer mehr Wissenschaftler gehen der Frage nach, ob und wie sich mit Medikamenten die Leistungsfähigkeit steigern lässt. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, und Thomoas Metzinger, Philosoph an der gleichen Universität, untersuchen im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Fachleuten verschiedener Disziplinen, wie es um die Optimierungsmöglichkeiten für das Gehirn bestellt ist. Die Ergebnisse der Forscher sind ernüchternd. Metzinger räumt ein, dass der allgemeine Hype um das Thema natürlich bestimmte Zielgruppen zum experimentieren anregt, kann in Deutschland jedoch keine mit Amerika vergleichbare Enhancement-Epidemie feststellen. Das Problem aller medikamentöser Optimierungsstrategien sind nach wie vor die unkalkulierbaren Risiken. So weist Lieb darauf hin, dass beispielsweise eine gesteigerte Dopamin-Wirkung zwar für den Moment wacher und aktiver mache, aber auch die Fähigkeit, aggressive Impulse zu kontrollieren, beeinträchtige. Selbstüberschätzung und eine ungesunde Risikofreude könnten ebenfalls die Folge der Gehirnstimulierung sein. Dazu die FAZ: "Unberechenbare Energiemaschinen, die von Manien getrieben jeden Moment ausrasten können, sind für die Arbeitswelt kein Zuckerschlecken." Lieb richtet das Augenmerk auch darauf, dass die vielbeschworene Kreativität, die vermeintlich durch solche Maßnahmen gesteigert werde, vielfach gerade nicht durch eine erzwungene Fokussierung entstehe, sondern eher durch "ein gewisses Maß an Ablenkbarkeit durch eigene unsortierte Gedanken" gekennzeichnet sei. In diesem Zusammenhang führt die FAZ ein von verschiedenen Forschern bereits angeführtes "technisches Missverständnis von Lebensführung" an: "Denn beim Hirndoping gehe es um die Optimierung von zielführenden Prozessen dergestalt, dass die Befragung der Ziele selbst aus dem Blickfeld gerät. Mit der Tendenz, soziale Probleme zu medikalisieren statt sie mit politischen Instrumenten lösen zu wollen." Gegenwärtig sieht es also eher so aus, als würde die Idee des Hirndopings weniger menschliche Fähigkeiten fördern, als vielmehr untergraben, denn Kritikfähigkeit, aber auch die Fähigkeit, Misserfolge zu ertragen und an ihnen zu wachsen, tragen letztlich dazu bei, dass wir die sind, die wir sind - mit allen Schwächen, aber eben auch den aus vermeintlichen Irrwegen oder Fehlschlägen resultierenden Stärken.
Was ist dran am Hirndoping? FAZ, 12.7.10

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